Das geschah in den 1910er Jahren

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zuletzt aktualisiert am: Samstag, 23.02.2019 22:59

1910

Verein Fußball Gymnastik Schwimmen Kegeln
 

 

       
 

1911

Vereine

aus dem StadionEcho vom
26. August 2006

 

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 1)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky

Nachdem um die Jahrhundertwende der Husumer Turnverein von 1875 für eine kurze Zeit eine Fußballabteilung aufstellte, die aber über eine Statistenrolle nicht hinauskam, erfolgte im Jahre 1906 die Gründung des ersten Husumer Fußballvereins "Unitas". Es waren meistens junge Kaufleute und Bankbeamte, die aus den Großstädten nach Husum verschneit waren und den Mut aufbrachten, sich gegen den Widerstand der Husumer Professoren und der Chefs durchzusetzen. Auf der "Freiheit" (heute östlicher Teil des Schlossgartens), die auch später erste Spielstätte "Frisias" werden sollte, wurde das Spielen aufgenommen. Der runde Lederball trat seinen Siegeszug in unserer Stadt an.

Im Jahre 1910 wurde der zweite Husumer Fußballverein "Allemannia" gegründet. Ihm gehörten in der Mehrzahl Handwerkslehrlinge undArbeiter an. Auch in diesem Verein war ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen. 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Fast alle Mitglieder der ersten Männermannschaften wurden einberufen. Zurück blieben nur die 16- und 17jährigen. Sie hielten den Sportbetrieb aufrecht. Zuletzt taten sich die Überreste beider Vereine zusammen unter Zuhilfenahme einiger Kräfte von der Marinestation. Aber schließlich kam der Fußballsport in denletzten Kriegsjahrenzum Erliegen.

Ein seltenes Dokument von der III. Monatsversammlung im Vereinslokal "Centralhalle" am Sonntag, 20.08.1911, berichtet:

Tagesordnung
1.) Verlesung der Statuten und Neuwahl des Vorstandes
2.) Vorfrage um die Freiheit (Herr Lehrer Carstensen)
3.) Anschaffungen
4.) Wettspiele

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1911

Vereine

aus dem StadionEcho vom
1. September 2006

 

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 2)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky

Protokoll der III. Monatsversammlung des Vereins Allemannia Husum vom 20.08.1911 (Originaltext):

1.) In den Vorstand wurden gewählt folgende Herren per Akklamation: August Petersen (Vorsitzender), Emil Lorenzen ( ), Johannes Hartmann ( ), Johannes Hansen ( t), Bernhard Kruse ( Adolf Bothmann

Nachdem die Wahl beendet war, wurde zur Verlesung der Statuten, welche unser Herr Vorsitzender in sauberster Weise aufgestellt hatte, geschritten. Da kein Mitglied etwas dagegen zu sagen bzw. zu berichtigen hatte, wurden dieselben für richtig angenommen und einstimmig genehmigt.

2.) Um die Freiheit [Anm. der Redaktion: der damalige Sportplatz] hat unser Vorsitzender sich mit Herrn Lehrer Carstensen insofern verständigt, dass wir diese jeden anderen Sonntag behaupten können. Da nun der Fußballklub "Unitas" auf nicht richtiger Weise schon einen auswärtigen Klub zu einem Wettspiele hierher am Sonntag, d. 27. ds. Mts. verpflichtet hatte, wurde beschlossen, sich nicht in Streitigkeiten mit dem Klub einzulassen, sondern für den Sonntag ihnen den Platz noch zu überlassen.

3.) Um nun anderen Klubs in Kostümen usw. gleich zu kommen, wurde darüber Beschluss gefasst, auch für unsere "Allemannia" dasselbe anzuschaffen. Es wurde allgemein, nach Durchsicht des Musterbuches der Firma Steidel Berlin, ein Jersey in violett-gelber Farbe und langgestreift zu einem Preis von 1,90 Mark vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde angenommen und der Schriftwart damit beauftragt, obige Firma zu veranlassen, dass 11 Jerseys in kurzer Zeit dem Klub übersandt werden sollten. Von der Anschaffung eines Balles wurde Abstand genommen oder vielmehr auf die nächste Tagesordnung verschoben.

4.) Da Heide "Holstein" aufgefordert ist, mit uns einen Wettkampf auszufechten und bisher nicht geantwortet hat, wurde beschlossen, die Lundener 1. Fußballmannschaft am Sonntag, den 3. ds. Mts. hierher zuverpflichten.

Husum, den 22. August 1911

Hartmann, 1. Schriftwart

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1912

Vereins-Historie

aus den VereinsNachrichten vom 1. Juni 1954

Die Liebe zum Fußballsport kannte keine Grenzen

Im Anschluss an die Gründung von "Unitas" berichtet heute Hermann Lex über den 1912 aus der Taufe gehobenen Verein "Alemannia", der in weißen Hosen und in blau-gelb gestreiften Trikots spielte. Das erste Vereinslokal war Gasthof Heß am Markt, hier befindet sich heute Kaiser's Kaffeegeschäft.

Die Mitglieder dieses Vereins bildeten überwiegend Lehrlinge aller Branchen, unter anderem Ludwig Thoms, Karl Sierks, Emil Dawartz, Jens Ketelsen, Johannes Carstens (Hanne Bahne), Wilhelm Clausen (Schmied). Das Hauptkontingent lieferte stets das Osterende mit seinem schier unerschöpflichen Nachwuchs. Alemania konnte derzeit Unitas das Wasser nicht reichen, aber dennoch glückte es Unitas zweimal zuschlagen. Es war das Verdienst von Heinrich Greve, August Petersen (Senator Persetter) und Bernhard Petersen die den Verein schnell vorwärts brachten.

1914 kam ich aus der Schule und trat in die Lehre bei der damals Königlichen Preußischen Kreiskasse in Husum. Dort war auch Bernhard, er hatte gerade ausgelernt. Am 1. April um 8 Uhr begann meine Lehrzeit, um 8 Uhr 3 Uhr flatterte mir auf meinem dreibeinigen Stiftstisch ein Zettel. Ich lese: 'Melde mich hiermit als aktives Mitglied in den Husumer Fußballverein Alemannia, Beitrag 50 Pfennige im Monat.' Natürlich habe ich sofort unterschrieben. Nachdem ich bisher vor Bernhard die Mütze gezogen hatte, brauchte ich das nun nicht mehr und durfte 'Du' sagen. Ich kam gleich in die erste Mannschaft und habe manche Schlacht mit geschlagen. Wir spielten derzeit in der West-Staffel, mussten nach Lunden, Heide, Meldorf, Marne, Glückstadt.

Dann kam leider im August der Krieg. Unsere besten Spieler wurden Soldat. Bei Unitas wurden so viele Spieler eingezogen, daß der Betrieb schon bald eingestellt werden mußte. Aber wir bei Alemannia hatten viele Jungens, und wieder war es Bernhard Petersen, der unverzagt den ganzen Krieg hindurch den Spielbetrieb aufrecht hielt. Er selbst spielte jahrelang mit großem Erfolg Mittelläufer der ersten Mannschaft. Dennoch, es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger, immer neue Jahrgänge wurden eingezogen und schließlich gingen auch die Kanonen Ogge Classen, Helmut Pauls, Paul Lundelius und Harry Trulsen. Es wurden Sechser-Turniere gespielt, weil oftmals eine Elfer-Mannschaft nicht zustande kam.

Wir fuhren am Sonntag meist schon um 6 Uhr los mit einigen Schnitten Brot mit Rübenmarmelade und kamen spät abends wieder, weil auf den Strecken nur noch ein Zugpaar verkehrte. Bis zu meiner Einberufung gingen Bernhard und ich jeden Abend zum Bahnhof, um Ausschau zu halten nach Urlaubern. War einer dabei, dann hatten wir ihn schon vor seinen Angehörigen begrüßt und ihm gesagt, daß er unbedingt am kommenden Sonntag mitspielen müßte, oft war das schon am anderen Tag. Keiner hat uns im Stich gelassen.

Als ich auch Soldat wurde, da war Bernhard ziemlich auf sich allein gestellt. Dennoch hat er weiter mit den Jugendlichen, unter anderem Hermann Lorenzen, den Fußballbetrieb aufrechterhalten. Wir alle, die wir draußen im Felde waren, standen mit Bernhard im Briefwechsel. Es war zu schön, immer über die Fußballgeschichte in Husum im Bilde zu sein. Ich habe noch die Karte, auf der er mir anläßlich meiner Ernennung zum Gefreiten schreibt: 'Ich gratuliere, daß Du die erste Stufe zum Generalfeldmarschall erklommen hast. Der Schnäpser ist mir jeden Tag auf Urlaub herzlich willkommen. Wir waren Sonntag in Meldorf. Dein Bruder Willi war auch mit und mußte als Ersatz einspringen, er spielte in seinen Lackschuhen. Wir gewannen aber 3:1.'

Viele unserer Kameraden von einst deckt der grüne Rasen.

Hermann Lex
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1913

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1914

Verein Fußball Tischtennis
 

 

   

1915

Verein Fußball Tischtennis
 

 

   

1916

Verein Fußball Tischtennis
       

1917

Verein Fußball Tischtennis
 

 

   

1918

Husum 18

7. Dezember

 

Gründung von Husum 18

Als Bernhard Petersen 1918 seine Einladung zur Gründung eines Husumer Fußballvereins verschickte, betrat er durchaus kein Neuland. Denn schon zur Jahrhundertwende waren zugereiste junge Kaufleute und Bankbeamte mutig genug, gegen den Widerstand der hiesigen Professoren und trotz der Proteste ihrer Chefs hinter dem runden Leder herzujagen. 1906 gründeten sie den ersten Husumer Fußballverein namens »Unitas«. Einige Jahre später taten es ihnen Handwerkslehrlinge und Arbeiter nach, und auch ihre »Allemannia« von 1910 erfreute sich regen Zuspruchs.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges setzte dem Siegeszug dieser »englischen Krankheit« oder »Fußlümmelei« (so die damalige Kritik vor allem von Pädagogen) aber erst einmal ein Ende. Doch kaum war die Tinte unter dem Waffenstillstandsabkommen vom 11. November 1918 im Wald von Compiègne getrocknet, trommelte Bernhard Petersen »seine« ehemaligen Fußballer auch schon wieder zusammen: An einem Sonnabend,
dem 7. Dezember vor 100 Jahren,
hob er gemeinsam mit 34 Gleichgesinnten im »Hohenzollern« den
Husumer Fußballverein von 1918
aus der Taufe. Er selbst wurde von der Versammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt, zu seinem Stellvertreter Hermann Kock, zu Spielführern Johannes Höncke und Peter Mey. Die Arbeit als Schriftführer teilten sich Johannes Thedsen und Johannes Meyer, und die hoch geschätzte Kasse wurde in die Hände von Thomas Möller gelegt.

Die ersten Beschlüsse

Die Jugend von Husum 18 in ihrer ursprünglichen Kluft: weiße Hose, schwarzes Hemd mit weißem Kragen
hinten v.l.: Ernst Golde · Heinrich Jessen · Max Koch · Holm · Hermann Günther · Arthur Hansen · Karl Schladetzky; vorne: Jens Petersen · Willi Clausen · Leo Brodnicki · Thomas Christiansen · Hermann Westfal

Dem Spielausschuss gehörten Johannes Carstens, »Hanne-Diede« Blunck und Hermann Kock an. Und schon damals wusste man, wie wichtig Werbearbeit für einen »wirksamen Rückhalt« des Vereins ist, denn Johannes Höncke, Johannes Carstens und Georg Reimers wurden ganz ausdrücklich mit diesen Aufgaben betraut.

Beschlossen wurde ferner die Vereinstracht: weiße Hose, schwarzer Dress mit weißem Kragen und dem Husumer Wappen, wobei aus Kostengründen vorerst auf letztere verzichtet werden sollte. Als Vereinsfarben wurden die Husumer Farben blau und gelb gewählt.

Sowohl der Eintritt zu den sonntäglichen Spielen auf der »Freiheit« als auch der monatliche Mitgliedsbeitrag wurden auf eine Mark festgelegt. Bei unentschuldigtem Fernbleiben – auch zum Aufbauen der Tore usw. – waren 50 Pfennig Strafe zu zahlen.

Schon im Frühjahr 1919 wuchs der Verein um weitere 72 Mitglieder.

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1918

Husum 18

aus dem StadionEcho vom
16. September 2006

 

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 3)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky

Am Sonnabend, den 7. Dezember 1918, fanden sich auf schriftliche Einladung von Bernhard Petersen ehemalige Mitglieder der Husumer Fußballvereine "Unitas" und "Allemannia" zwecks Gründung eines Clubs zusammen.

Der Husumer Fußballverein von 1918 e.V. entstand

Vorsitzender wurde Bernhard Petersen. Vom Gründungstage an bis zum Jahre 1947 führte er – mit kurzer Unterbrechung im Jahr 1945 – den Verein mit Geschick und Können durch die Wirren der damaligen Zeit und machte ihn als "Husum 18" über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Am 8. Januar 1966 wurde er an seinem 70. Geburtstag zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Am 17. April 1984 ist Bernhard Petersen im Alter von 88 Jahren verstorben.

Husum 18 hat im Norden immer eine bedeutende Rolle gespielt. 1930 wurde die 1. Mannschaft Nordkreismeister. 1937/38 (aus der Zeit dazwischen fehlen Aufzeichnungen) spielte der Verein in der Bezirksklasse und belegte den 7. Tabellenplatz. Die Gegner hießen VfR Neumünster (1:3), Comet Kiel (6:1), Schleswig 06 (2:1), Gut-Heil Neumünster (7:0), Luftwaffensportverein Schleswig (2:3), SV Friedrichsort (0:1), Flensburg 08 (3:2), Kiel- Gaarden(0:3), Borussia Kiel (3:0) und B. V. Rendsburg (9:3).

Während der letzten Kriegsjahre konnte kein geregelter Spielbetrieb mehr aufrecht erhalten werden. Es wurden nur noch "Gesellschaftsspiele" durchgeführt.

Nach dem Kriege fanden sich sofort wieder Männer bereit, den Sportbetrieb in Gang zu bringen. Bald rollte der Fußball wieder und Husum 18 gelang schon nach kurzer Zeit der Aufstieg in die Landesliga Schleswig-Holstein (damals die zweithöchste Spielklasse in Deutschland). Zu dieser Zeit erlebte der "Marienhof" wohl eine seiner größten Zeiten. Es wurden große Freundschaftsspiele ausgetragen. Eimsbüttel Hamburg, Holstein Kiel (beides Oberligavertreter), der Harburger Turnerbund, der Bonner SC,TUS Neuendorf, um nur einige der Gegner zu nennen, waren Gäste, die den Fußballsport in Husum attraktiv machten.

Viele Mannschaften wurden in der "schlechten Zeit" übrigens mit Naturalien gehandelt. So mancher Sack Kartoffeln, so mancher Schinken wanderte in den Kofferraum des Gästebusses.

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1918

Husum 18

aus den VereinsNachrichten vom 1. Mai 1952

 

Das waren die ersten 18er

Unser ehemals langjähriger Vorsitzender Bernhard Petersen, der heute noch dem Fußball- und Ehrenausschuss angehört, der Ehrenmitglied und Träger der goldenen und silbernen Vereins-Ehrennadel ist, schreibt uns über die Gründung des Vereins u.a.folgendes und verbindet damit den Wunsch, daß die Vereins-Nachrichten ein Bindeglied werden möchten von Mitglied zu Mitglied und von Abteilung zu Abteilung.

Von Interesse wird es sein zu erfahren, daß der 1918 gegründete HFV die Tradition der Husumer Sportvereine "Unitas" und "Alemannia" fortsetzte. Die Gründung erfolgte am 7. Dezember im damaligen "Hohenzollern", dem heutigen "Stadt-Kaffee", von nachstehenden Fußballfreunden, die sich um Bernhard Petersen scharten:

1. Blunck, Hans   18. Mey, Peter
2. Boesen, Christian   19. Meyer, Johannes
3. Brammer, Johann   20. Michelsen, Peter
4. Carstens, Johannes   21. Möller, Thomas
5. Carstens, Heinrich   22. Nicolaysen, Heinrich
6. Fetzer, Karl   23. Petersen, Bernhard
7. Grell, Heinrich   24. Petersen, Friedrich
8. Hagemann, Ludwig   25. Petersen, Hans
9. Höncke, Johannes   26. Reimers, Georg
10. Jacobs, Hans   27. Schlüter, Willy
11. Jensen, Hans   28. Schmidt, Otto
12. Jessen, Peter   29. Sierks, Christian
13. Kock, Hermann   30. Töllner, Friedrich
14. Klußmann, Willy   31. Thoms, Ludwig
15. Lex, Hermann   32. Thomsen, Johannes
16. Lex, Willy   33. Struve, Otto
17. Martens, Karl   34. Wulff, Willi

Neben "Bernhard" und Kock, die in der Gründerversammlung einstimmig zu Vorsitzenden gewählt wurden, gehören heute noch Hans Blunck und Hermann Lex dem Verein an.

Kurt Klawitter / Bernhard Petersen
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1918

Husum 18

aus den VereinsNachrichten vom 1. August 1958

Gründungsversammlung des Husumer Fußballvereins von 1918

Abschrift des Gründungsprotokolls

Am Sonnabend, dem 7. Dezember 1918, abends 8½ Uhr, fanden sich auf schriftliche Einladung von Bernhard Petersen ehemalige Mitglieder der Husumer Fußballvereine "Unitas" und "Allemania" die Sportfreunde in "Hohenzollern" zwecks Gründung eines Fußballvereins zusammen. Herr B. Petersen begrüßte die Anwesenden durch einige herzliche Worte, dankte für das zahlreiche Erscheinen und eröffnete sodann die Versammlung. In ehrenden Worten gedachte er zunächst der auf dem Felde der Ehre gefallenen Mitglieder und bat, sich im Andenken derer von den Plätzen zu erheben. Herr Petersen wünschte, daß in diesem neuen Verein stets Einheit herrschen möge und hat alsdann die folgende Tagesordnung zusammengestellt:

1. Aufnahme neuer Mitglieder
2. Name des Vereins
3. Wahl des Vorstandes
4. Tracht des Vereins
5. Beitragszahlung
6. Verschiedenes

Punkt 1) Es hatten sich folgende 35 Herren eingefunden bzw. erklärt, dem Verein beizutreten:

Hermann Kock Ludwig Hagemann
Heinrich Nicolaysen Wilhlem Lex
Peter Jessen Wilhelm Schlüter
Johannes Carstens Friedrich Petersen
Johannes Meyer Ludwig Thoms
Peter Mey Hans Jensen
Peter Michelsen Heinrich Carstens
Christian Boessen Carl Martens
Friedrich Töllner Johannes Höncke
Otto Schmidt Georg Reimers
Bernhard Petersen Wilhelm Wulff
Christian Sierks Otto Struve
Johannes Thedsen Hermann Lex
Adolf Classen Thomas Möller
Karl Fetzer Wilhelm Klußmann
Hans-Dietrich Blunck Hans Jacobs
Johann Brammer Heinrich Grell
Hans Petersen  

Da keiner etwas gegen diese Herren einzuwenden hatte, wurden sie sämtlich aufgenommen.

Punkt 2) Es wurden folgende Vereinsnamen vorgeschlagen:

"Husumer Sportverein von 1918" und
"Husumer Fußballverein von 1918"  

Durch Abstimmung erhielt der Verein den letzteren Namen.

Punkt 3) Sodann wurde zur Wahl eines vorläufigen Vorstandes geschritten und beschlossen, die endgültige Wahl im Januar 1919 vorzunehmen in der Annahme, daß bis dahin weitere Herren aus dem Felde zurückgekehrt und dem Verein beigetreten seien. Durch Stimmzettel wurden gewählt die Herren:

zum 1. Vorsitzenden: Bernhard Petersen
zum 2. Vorsitzenden: Hermann Kock
zum 1. Schriftführer: Johannes Thedsen
zum 2. Schriftführer: Johannes Meyer
zum Kassierer: Thomas Möller
zum Ballwart: Peter Jessen
zum 1. Spielführer: Johannes Höncke
zum 2. Spielführer: Peter Mey

Zu Spielausschußmitgliedern wurden gewählt die Herren Heinrich Carstens, Hans-Dietrich Blunck und Hermann Kock und zu Kassenrevisoren Hans Petersen und Peter Mey. Um die Werbearbeit energisch in die Hand zu nehmen, und dadurch dem Verein einen wirksamen Rückhalt zu geben, wurden die Herren Heinrich Carstens, Johannes Höncke und Georg Reimers gewählt. Sämtliche Herren nahmen die Wahl an.

Punkt 4) Als Vereinstracht wurde nach anfänglicher Meinungsverschiedenheit die folgende angenommen: weiße Hose, schwarzer Dreß mit weißem Kragen und dem Husumer Wappen. In Anbetracht der jetzigen Verhältnisse wurde beschlossen, einstweilen von dem weißen Kragen und dem Husumer Wappen abzusehen. Die Herren, die im Besitz von Sweater sind, wurden gebeten, dieselben bis zum 11. Dezember bei Herrn Otto Schmidt abzugeben., der dann das weitere wegen Färben derselben in die Hand nimmt. Als Vereinsabzeichen wurden die Husumer Farben blaugelb gewählt.

Punkt 5) Als Eintrittsgeld sind eine Mark und als monatlicher Beitrag ebenfalls eine Mark zu zahlen.

Punkt 6) Als Versammlungstag wurde der erste Sonnabend im Monat festgesetzt, der dann jedesmal noch durch eine kurze Zeitungsannonce bekanntgemacht werden soll. Zum Dienstag, den 10.12. abends 8 Uhr wurde eine Vorstandssitzung nach "Hohenzollern" einberufen. Dem Spielausschuß wurde die Vollmacht erteilt, die aktiven Spieler der Reihe nach zum Aufbauen der Tore und so weiter zu bestimmen. Bei unentschuldigtem Fernbleiben sind 50 Pfennig Strafe zu zahlen. Die Entschuldigung für ein am Sonntag stattfindendes Spiel ist spätestens bis Donnerstagabend bei einem der Spielausschußmitglieder anzubringen.

Die Spielzeit wurde auf jeden Sonntag nachmittag 2 Uhr auf der Freiheit festgesetzt. Verschiedene kleinere Sachen wurden dem Spielausschuß zur weiteren Ausarbeitung pp. überlassen. Da weiter keine Anfragen oder Anträge gestellt wurden, wurde die Versammlung um ½11 Uhr geschlossen.

Genehmiigt:  
1. Vorsitzender 1. Schriftführer
gez. B. Petersen gez. J. Thedsen


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1918

Husum 18

aus den VereinsNachrichten vom 1. Juni 1952

 

Aus vergangenen Tagen

Wir hatten in unserer ersten Ausgaben der monatlich erscheinenden Vereins-Nachrichten in einem kurzen Beitrag von Bernhard Petersen auf die Gründungsgeschichte unseres Vereins hingewiesen. Diese Abhandlung aus den "Kinderjahren" kann natürlich keinen Anspruch auf Lückenlosigkeit erheben. Wir wollen die Erinnerng an vergangene Zeiten gern und bei jeder Gelegenheit pflegen, wenn, ja wenn recht viele alte Mitglieder sich der Mühe unterziehen und die entsprechende Beiträge liefern. Wir brauchen diese Mitarbeit, damit unser Vereinsorgan zu einem immer stärkeren Bindeglied wird, wie es seinem Initiator vorschwebt. Wer interessante und wissenswerte Dinge weiß, der trete aus seiner Reserve heraus und beehre die Schriftleitung, die alles tun wird, um unsere "Nachrichten" interessanter zu gestalten. Hauptsache dabei ist, daß auch der Redaktionsschluß eingehalten wird, weil sonst die pünktliche Herstellung in Frage gestellt ist.

In Ergänzung der Gründungsgeschichte beschränken wir uns heute darauf mitzuteilen, daß Adolf Classen (genannt "Ogge"), der sehr bald zu den 18ern stieß, gleich nach seiner Entlassung aus dem Wehrdienst jahrelang eine wesentliche Stütze unserer Spitzenelf war und der in hervorragendem Maße zu den Erfolgen nach dem ersten Weltkrieg beigetragen hat.

Auch Peter Clausen, der heute unserem Bauausschuß angehört, ist eines der ältesten Mitglieder. Aufgrund seiner Leistungen brachte er es schon 1920 bis zur Liga. Er war auch dabei, als die 18er 1930 Nordkreismeister wurden und diesen Titel mit folgender Mannschaft errangen:

Emil Sönnichsen - Werner Lorenzen, Ernst Mißfeld - Ferdinand Petersen, Karl Krieger, Hans Schöning - Hans Rademacher, Christian Eckmann, Heinrich Hansen, Karl Schladetzky, Peter Clausen.

Sönnichsen und Clausen hatten in dem letzten entscheidenden Spiel gegen Kellinghusen (2:0) zeitweise die Plätze gewechselt.

Schließlich soll auch noch Johannes Thedsen in diesem Zusammenhang erwähnt werden, der nach der Gründung des Vereins den Posten des ersten Schriftführers bekleidete.

k-r.
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1919

Erinnerungsworte an Peter Clausen

aus den VereinsNachrichten vom
1. November 1962

Ich war sehr ergriffen, als mich unser jetziger Vorsitzender Karl Krüger telefonisch von dem Ableben unseres lieben Peter Clausen in Kenntnis setzte. Meine innige Teilnahme habe ich damals den Angehörigen gleich zukommen lassen.

Und jetzt einige Episoden zur steten Erinnerung aus dem Leben Peters, dieses untadeligen Sportsmannes. Euer Spielausschußobmann Dr. Erwin Kraatz schrieb mir: "Peter Clausen war in meiner Jugendzeit mein Idol als Torsteher in Husum 18."

In mehreren hundert Wettkämpfen warf Peter sich mutig den feindlichen Stürmern in den Schuß, den Ball unter sich begrabend, den Kopf eingeigelt, vor Schädelverletzungen geschützt durch seine blaue Schirmmütze. Viele Spiele wurden durch sein großes Können und sein aufopfernde Spiel gewonnen. Und nach dem Spiel??

Dann war Peter immer gleichbleibend da, ein lieber Kamerad, immer zu Scherzen aufgelegt. Wie unendlich viele Male hat er das Stück "Solt (Salz) helpt gegen Tänweh" zum Besten gegeben und dann etliche "Runden" für seine Mannschaftskameraden und sich gewonnen; ja sogar in Sonderburg, Flensburg, Rendsburg, Schleswig und in Heide.

Der Erfinder des "Tänweh"-Stückes ist Rudi Schubert. Er kam 1919 als mitteldeutscher Repräsentativ-Spieler aus Chemnitz vom Ballspielklub zur uns. Schubert gab auf abgeschnittenen Kommiß-Stiefeln anstatt Fußballschuhen von der Grenze der Torauslinie bilderbuchartige Flanken, die dann von Adolf "Ogge" Classen, Otto Kambeck und Christoph Jensen verwandelt wurden. Rudi Schubert zählte schon bald zu meinen und Peter Clausens Freunden.

Als Husum 18 in Kiel das Aufstiegsspiel gegen Comet Kiel mit 2:2 ausgetragen hatte, hatte Peter Clausen eine Spielhälfte im Tor gestanden, die andere Hälfte Emil "Esche" Sönnichsen. Esche schoß die zwei Tore und Peter hielt alles, damit das Spiel selbst auf des Gegners Platz nicht verloren wurde. Einer der besten Spieler in diesem Treffen war Karl "Kalli" Krieger, einer der überglücklichsten 18er Bernhard Petersen. Nach dem Spiel im Vereinslokal von Comet bestellte Peter eine Runde Teepunsch. "Teepunsch?", sagte der Wirt, "was ist das?" Peter sagte: "Dat is Tee mit Kümmel; wenig Tee in de Tassen und de Buddel op de Tisch." "Ja", sagte der Wirt, "und was bezahlt Ihr für einen Punsch?" "In Husum", sagte Peter, "söben för een Mark." (Das waren aber Preise aus der Zeit von Peters Urgroßeltern.) Der Wirt machte das, denn er hatte großen Spaß an solchen netten 18er Kameraden. Und wir: "Hoch die Tassen!"

Wenn sonntags abends spät nach einem Fußballspiel die vier Osterender (Peter Clausen, Hermann Bahnsen, Karl Schladetzky und Arthur Hansen) auf dem letzten Stück des Nachhauseweges noch laut sangen: "Aber eins, aber eins, das bleibt besteh'n, Husum 18 wird und soll nicht untergeh'n", dann rief von der anderen Seite der Nachtwächter: "Unterlassen Sie sofort das Singen." Diese forsche Befehlsart gefiel unseren Janmaaten aber nicht. Als dann der Nachtwächter schnell zu ihnen herüberkam, gingen sie im Armin-Hary-Tempo ab und riefen: "Nachtwächter, griep mi mal!"

Als ich vor drei Jahren aus Hamburg in Husum war, traf ich Peter vor seinem Hause. "Tag Bernhard, go rin in'ne Stub, ick heff Fernsehen", sagte Peter zu mir. Ich fand den Apparat nicht. Peter sagte: "Du muß ut Finster kieken na de anner Siet; süs wat?" Dat is "Fern"-sehen.

Lieber Peter! Du lebst ewig in meiner Erinnerung fort und ich sage berechtigt:

"Ich hatte einen Kameraden,
einen bessern find'st Du nicht ..."

Bernhard Petersen
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zuletzt aktualisiert am: Samstag, 23.02.2019 22:59

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