Das geschah in den 1920er Jahren

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zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 03.08.2022 17:57

1920er

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Mai 1955

Husum 18 / Historisches

Husumer Fußballjugend mit Kreissäge und Bügelfalte

Dies ist ein Bild aus "alten Tagen" von der Jugendmannschaft des Husumer Fußballvereins von 1918, die einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gute Spiele lieferte und nicht leicht zu schlagen war. Die Aufnahme wurde vor dem Husumer Hauptbahnhof kurz vor Antritt der Fußballreise gemacht. Ja, das waren Zeiten! -
Luigi (Jiddi) Manarin - Karl Mirau - Unbekannt - Arthur Hansen - Bubi Timon - Ernst "Mauschi" Mißfeldt - Bahnsen (Gaswerk) - Ernst Thiam - Hans Wilhelm "Willi" Ohrt - Rudolf "Rudi" Nickelsen / Hermann Weidt - Hermann Lorenzen - Thomas Christiansen ("Höhnersupp") - Johannes "Hanni" Lühmann ("Siebzig") - Karl "Kalli" Schladetzky.

Der Vorstand
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1920

Aus den Vereinsnachrichten des HFV 18 vom
1. November 1963

&

aus der Festschrift vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Erinnerungen an vergangene Zeiten

Zum 45jährigen Bestehen unseres Vereins sandte uns unser langjähriges Mitglied und ehemaliger Ligaspieler Bernhard Petersen folgenden Brief:

"Jetzt sind es schon viereinhalb Jahrzehnte her, als ich zur Gründungsversammlung unseres Vereins in das Café Hohenzollern beim Wirt Friedrich "Fide" Mörup, Osterende 1 - 3, einlud. Unser damaliger Vereinswirt Friedrich "Fide" Mörup ist aber leider schon Jahrzehnte tot.

Anfang der 1920er Jahre kam unser Sportkamerad Friedrich-Karl Oldach aus der Fritz-Reuter-Stadt Stavenhagen zur Weinhandlung H.W. Werner Nachfolger nach Husum. Er trat Husum 18 bei und wurde einer der besten Spieler im Lauf, die je für Husum 18 gespielt haben. Ganz zufällig traf ich ihn 1952 nach fast 30 Jahren in Altona wieder. Er war viele Jahre im Ausland (Haiti) tätig gewesen. Alte gute Sportfreundschaft wurde erneut gefestigt. Ich vermittelte ihm im Thordsen-Verlag, wo ich tätig bin, sofort eine Stellung. Noch heute treffen wir uns sonntags bei den Spielen von Altona 93, bei gelegentlichen Länderspielen und jetzt bei den Bundesligaspielen. Friedrich-Karl Oldach erzählt dann oft und gerne von den Spielen und der guten Kameradschaft damals in Husum 18. Ich soll an dieser Stelle von ihm beste Grüße ausrichten an seine damaligen Mitspieler und Freunde Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck, Rudolf "Rudi" Schubert, Adolf "Ogge" Classen, Christoph Jensen und Harry Trulsen.

Bei Nennung dieser Namen will ich noch erwähnen, daß Husum 18's Leichtathletik-Abteilung 1920 Einladungen zu Leichtathletik-Veranstaltungen nach Heide und Schleswig erhielt. Wir hatten gar keine Leichtathletikabteilung. Ich meldete zu den Kämpfen einfach unsere ganze erste Fußballmannschaft. Nie geahnte Athleten waren unter uns.

Hans-Dietrich "Hanne Diede" Blunck wurde in Heide viermal erster Sieger: im 100 m Lauf, Weitsprung, Diskuswurf und Dreikampf. Ich meldete am nächsten Tag Hanne Diede zu den Meisterschaften nach Itzehoe. Hier wurde er auf Anhieb Bezirksmeister im Diskus. Eine Sensation für Husum dann, als in der darauffolgenden Woche im Kino in Husum in der "Tönenden Wochenschau" Hans-Dietrich Blunck bei seinen Meisterschaftswürfen gezeigt wurde. Auch die beiden ersten Vorsitzenden von Husum 18 erschienen gleichzeitig auf der Leinwand: Julius Carstens als Bahnrichter und Bernhard Petersen mit Stoppuhr als Zeitnehmer.

In Heide lief unsere 4 x 100 m-Staffel nach der genommenen Zeit Weltrekord. Die "Weltrekordler" Hans-Dietrich Blunk, Karl Friedrich Oldach, Helmuth Pauls und Johannes "Hannes" Hartmann blieben es aber nur fünf Minuten, denn das Nachmessen der Bahn ergab, daß nur 4 x 70 m gelaufen worden sind. Für die 3.000 m Langstrecke wollte sich von uns keiner melden. Da meldete ich Hans Dokmann, Hermann Lex und Bernhard Petersen. Dieser "Dreibund" rangierte dann unter "Ferner liefen ..."

Christoph Jensen, unser Mittelstürmer, hatte sich in englischer Kriegsgefangenschaft großes fußballerisches Knnen angeeignet. Er war unser "Allround-Sportsmann" und derzeit der beste Eisboßler im Verband. Ich meldete Christoph Jensen daher in Heide für den Schlagballweitwurf. Er wurde mit unbeschreiblicher, nie festzustellender Weite erster Sieger. Der Ball ist bis heute nicht wiedergefunden worden.

Und nun Ihr lieben heutigen Ligisten? Würdet Ihr mit Karl "Kalli" Krieger und dem Spielausschuß auch mal alle in die Arena treten? Aber nicht zum Kugelstoßen an der Theke! So etwas stärkt den Mannschafts- und Kameradschaftsgeist. Vielleicht würde Eure Kondition dann in diesem Jahr zur Fußballmeisterschaft ausreichen.

"Was vergangen kehrt nicht wieder,
Aber ging es leuchtend nieder,
Leuchtet's lange noch zurück."

Allen meinen Achtzehnern die besten Grüße

Immer Euer Bernhard Petersen
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1920er

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Husum 18 wächst und glänzt

In der Leichtathletik wurde Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck Bezirksmeister im Diskuswerfen und als Meister in Itzehoe gefilmt. Das war damals eine große Seltenheit.

Nach und nach wurden dem Verein eine Männer- und Frauen-Handballabteilung, eine Faustball- und eine Boxabteilung angegliedert.

Einen gewaltigen Aufschwung nahm die Jugendabteilung durch Obmann Werner Rusbült, der den Nachwuchs durch unermüdlichen Fleiß, durch Können und Ausdauer zu den besten Mannschaften Schleswig-Holsteins heranbildete.


Husum 18 als sportliche Brücke in den Norden

Husum 18 hat nie die freundschaftlichen Bande gelöst, durch die es sich mit den Kameraden in Nordschleswig verbunden fühlt. In Tondern, Sonderburg, Hadersleben und so weiter waren unsere 18er immer freudig begrüßte Gäste. Internationale Spiele trug Husum 18 gegen Kopenhagener Mannschaften aus. In allen Fällen wurde das Ansehen unserer Vaterstadt bestens gewahrt. Anläßlich des 25-jährigen Bestehens wurde sowohl die Gruppenmeisterschaft im Vereinspokalwettbewerb als auch die Gruppenmeisterschaft im Landeshauptmann-Ehrenpreis erzielt.

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1920er

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Nicht immer hat es damals nur "Rasenplätze" gegeben. Diese Aufnahme wurde vor dem Spiel Husum 18 gegen Heide gemacht. Das Treffen wurde damals in Schobüll im Watt ausgetragen! Welch ein Wandel der Zeiten!?

Johannes "Hanne Bodder" Hansen - Adolf "Ogge" Classen - Hans Rister - Hans Bostedt - Peter ("Peter Schmied") Clausen - Ferdinand Petersen - Heinrich "Heini" Grell - Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck - Christoph Jensen - Hugo Huß - Harry Trulsen.

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1920/22

Aus den Vereinsnachrichten des HFV 18 vom
1. November 1959

Husum 18 / Historisches

Was sagen mir meine Vereinsnadeln?

Wenn ich allsonntäglich oder jetzt auch sehr oft am Sonnabend meine Schritte nach dem Fußballplatz lenke, dann begegnen mir auf den Plätzen der Oberliga-Vereine all die Steppkes und größeren Schüler mit ihren Autogrammsammelheften. Sie passen scharf auf, wenn wieder ein Oberligist zum Umkleidelokal geht. Schnell flitzen sie hin und bitten um seine Unterschrift. Die Photos der Spieler haben sie schon vorher aus Sportzeitungen ausgeschnitten und fein säuberlich eingeklebt, und als Krönung für jedes Photo die Original-Unterschrift. Freudestrahlend, wenn wieder ein weiterer Spieler unterzeichnete, kommen sie zu ihren Kameraden zurück.

Am 19. September hörte ich auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn in Bahrenfeld anläßlich des Punktspiels Altona 93 - HSV (1:1): "Bernd, ich habe eben die Unterschrift von Uwe Seeler, von Horst Schnorr und Jochen Meinke (HSV) und von Werner Erb und Heiko Kurth (Altona) erhalten." Dann zeigen sie untereinander ihre Hefte, und die Seelen sind überglücklich. Sie haben ihre Stars zu Buch. Und wenn sie nun nach 50 Jahren diese Hefte noch einmal sehen, dann werden Erinnerungen wach an schöne Fußballerlebnisse einer fernen Vergangenheit. Dann sehen sie ihre derzeitigen Idole in Spielen gegen Real Madrid, Budapest, Manchester United, gegen Schalke 04 und so fort.

Und so sprechen heute zu mir meine Fußball-Vereinsnadeln: Die Nadel vom 1. FC Nürnberg, die ich derzeit von Hans 'Bumbes' Schmidt, dem internationalen Cluberer, erhielt. Ich sah den über drei Stunden dauernden Kampf um die Deutsche Meisterschaft [1922] zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem HSV Hamburg - Schiedsrichter Dr. Peco Bauwens, Köln - im alten Grunewaldstadion in Berlin, das unentschieden endete und in Leipzig - wieder unentschieden - wiederholt wurde, sah Nürnbergs weiteres späteres Endspiel gegen den HSV in Berlin, das Nürnberg 2:0 gewann. Unvergeßliche Zweikämpfe Tull Harder (Hamburg) - Hans Kalb (Nürnberg). Beide deckt lange der grüne Rasen, auf dem sie Hunderttausende zu Lebzeiten durch großes Können begeisterten. Ich sah den 1. FC Nürnberg als knappen Sieger gegen die sympathischen Eimsbütteler bei ihrer Tribüneneinweihung [am 1. August 1920].

Die Nadel von Schalke 04 zeigt mir noch das Erlebnis des Berliner Endspiels Schalke gegen Admira Wien [am 18. Juni 1939]. Der Schalker Kreisel lief auf höchsten Touren und Admira wurde 9:0 besiegt. Fritz Szepan und Ernst Kuzorra brillierten. Dann das Endspiel Schalke - Rapid Wien [am 22. Juni 1941]: Schalke lag mit drei Toren in Führung und wurde dann doch noch durch die Bombentore von Franz "Bimbo" Binder besiegt. Außer mir waren liebe 18er Zeugen bei diesem Endspiel in Berlin, und zwar unser verstorbener Ehrenvorsitzender Heinrich "Hein" Matthiesen, Hermann Bahnsen, Eduard "Ede" Schiller, Max "Magge" Sönnichsen und Heinrich "Hein" Arriens.

Aber nicht nur die Nadeln der Deutschen Meister sprechen mich an, sondern auch meinen Nadeln der Vereine: Preußen Itzehoe, FFC und Eintracht Flensburg, FC Hadersleben, Tonder Boldclub und Sonderburg, Bronshoj Kopenhagen, Linham Schweden, ferner Holstein Kiel, Comet Kiel, Brunswick, Heide, Schleswig 06 und Kellinghusen.

Ich werde später einmal dazu schreiben. Einstweilen grüße ich alle unsere 18er in heimatlicher Verbundenheit, wünsche meinem Freund Karl "Kuddel" Etteldorf nach schönen Anfangserfolgen weiterhin mit unserer Liga und bei fleißigem Training einmal wieder Meisterschafsehren für die erste Mannschaft.

Euer Ehrenmitglied

Bernhard Petersen

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1921

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

 

Husum 18 / Historisches

Aus vergangenen Tagen

Rauchen in Spieltracht wurde durch Geldstrafe geahndet

Unser langjähriges und besonders treues Mitglied Hermann Lex hat uns, fern der Heimat lebend, diesmal einige Dokumente zur Verfügung gestellt, die wir unseren Freunden und Mitgliedern mit ihrem wesentlichen Inhalt nicht vorenthalten wollen.

Das zweite Dokument ist ein gedruckter Spielplan für die Frühjahrsserie 1921 im Bezirk Schleswig. Unter dem damaligen Obmann Bernhard Petersen und dem Schriftführer Thomas Möller (beide Husum) beteiligten sich 19 Vereine an den Rundenspielen, für die 47 Mannschaften in drei Seniorenklassen und einer Schülerklasse gemeldet waren.

Gespielt wurde in einer West- und einer Ost-Staffel, an der Vereine aus Itzehoe (2), Husum, Heide (2), Rendsburg, Flensburg (2), Wilster, Kellinghusen, Glückstadt, Schleswig (2), Nortorf, Meldorf, Lunden, Brunsbüttelkoog, Hademarschen und Wesselburen beteiligt waren. Von der damals sehr straff gehandhabten Organisation wurden unter anderem folgende Strafen verhängt:

(1)   Fehlen oder Zuspätkommen des Schiedsrichters   50,- Mark
(2)   Fehlen oder Zuspätkommen des Linienrichters   1,- Mark
(3)   Verspätetes Einsenden des Spielberichtes   5.- Mark
(4)   Fehlen des Balls   10,- Mark
(5)   Nicht ordnungsgemäßes Bauen bis zu   10,- Mark
(6)   Rauchen in Spieltracht   3,- Mark
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1921

aus den Vereinsnachrichten des HFV 18
vom 1. Februar 1980

Husum 18 / Historisches


Ein Bild aus alten Tagen

Wer kennt sie noch?

Ein ehemaliges Mitglied unseres Vereins, Jens Petersen, Schulstraße 7, 2300 Kiel 14, sandte uns vor einigen Tagen dieses Bild. Es war die zweite Jugend unseres Vereins aus dem Jahre 1921. Hermann Lorenzen und Arfast Carstens wußten noch alle Namen: Ernst Golde - Heinrich Jessen - Max Koch - W. Holm - Hermann Günther - Arthur Hansen - Karl Schladetzky / Jens Petersen - Hermann Westphal / Wilhelm "Willi" Clausen - Leo Brodnicki - Thomas "Höhnersupp" Christiansen.

Leider leben von den ehemaligen Jugendspielern heute nur noch Jens Petersen, Wilhelm "Willi" Clausen und Thomas "Höhnersupp" Christiansen.

Jens Petersen, der uns das Bild zusandte, ist seit dem Jahre 1936 Mitglied von TuS Gaarden. Ihm sagen wir unseren herzlichen Dank für dieses Bild aus alten Tagen

Otto H. Krüger

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1922

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Juli 1952

 

Husum 18 / Senioren-Fußball

Aus vergangenen Tagen

Vor 30 Jahren spielte Husum 18 gegen Schleswig 06 3:0

Wir setzen heute unseren Streifzug durch vergangene Zeiten fort und sind in der Lage mit einem Bilde unserer Liga aus dem Jahre 1922 aufzuwarten. Die damalige Mannschaft (einschließlich Betreuer und Ersatzmann) konnte Schleswig 06 mit 3:0 das Nachsehen geben.

Im Jahr 1922 besiegte Husum 18 Schleswig 06 mit 3:0, dabei waren: Bernhard Petersen - Rudolf "Rudi" Schubert - Heinrich "Hein" Arriens - Johannes "Hans" Rademacher - Christoph Jensen - Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck - Albert Finkenstein / Hans Petersen - Heinrich "Henny" Hansen - Harry Trulsen / Helmuth Pauls - Peter ("Peter Schmied") Clausen - Franz Sülau

Kurt Klawitter
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1923

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / 50 Jahre

April! April!

Der 1. April 1923 oder 1924 - jedenfalls war es einige Jahre nach der Gründungsversammlung - verdient es wohl, anläßlich des 50. Jubiläumsfestes vom Husumer Fußballverein 1918, also nach so vielen Jahren, noch einmal erwähnt zu werden. Der Verein erlaubte sich nämlich einen Spaß.

Der damals noch lebende, vielen alten Husumer sicher noch bekannte städtische Ausrufer namens Asmussen durcheilte mit Glocke die Straßen der Stadt Husum mit folgendem Ausruf: "Achtung! Achtung! Es ist dem Husumer Fußballverein von 1918 gelungen, die auf der Durchreise befindliche dänische Fußballmannschaft 'Boldklubben aus Kopenhagen' für heute Nachmittag um 3 Uhr zu einem Freundschaftsspiel auf der Freiheit zu verpflichten. Alle Sportfreunde werden wegen der Zeitknappheit auf diese Weise zu dem Spiel herzlich eingeladen."

Unser damaliger Ballwart, Torwart Peter ("Peter Schmied") Clausen, ein lieber, unvergeßlicher Kamerad, erschien mit den Bällen im Netz. Es kamen außerdem viele, viele Sportfreunde. Am Torpfosten aber war ein Zettel angebracht. Dieser enthielt die Worte: "April, April!" Offensichtlich enttäuscht mußten alle ohne ein Spielgeschehen wieder abziehen. Von einem Zimmer meiner damaligen elterlichen Wohnung im Erichsenweg machte ich diese Wahrnehmung. Mir wurde selber weh ums Herz.

Unmittelbar hernach ging ich zu meinem Friseur, unserem Sportfreund August "Aue" Carstens. Einige Kunden saßen bereits in den Behandlungsstühlen und schimpften. Es waren Besucher von der Freiheit. Namen möchte ich aber heute nicht nennen. Wer diese Zeilen heute liest, also noch am Leben ist und sich an Zeiten von damals erinnert, der möge uns den kleinen gelungenen Scherz auch heute noch nachträglich verzeihen. Von uns - und damit meine ich meinen lieben Freund Bernhard Petersen und den verstorbenen Kameraden Franz Sülau und den Unterzeichner - war es wirklich nur als Spaß und kleine Erheiterung gemeint und gedacht.

Friedrich Töllner, Bredstedt
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1923/24

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. April 1980

Husum 18 / Historisches

Hermann Lorenzen heute (Foto: W. Knittel)

Seit 60 Jahren 18'er ...

ist unser Mitglied Hermann Lorenzen. Geburtsjahrgang 1906, trat er als 14-Jähriger im Jahre 1920 unserem Verein bei und spielte in unseren Jugendmannschaften Fußball. Im Jahre 1923/24 errang er mit der ersten Jugendmannschaft (heutige A-Jugend) die Meisterschaft im Bezirk Nord, wie auch das untere Bild zeigt.

Bereits mit 18 Jahren spielte er in der Ligamannschaft. Doch zwang ihn ein längerer Aufenthalt in Hamburg im Jahre 1925 zu einer Spielpause, da er nur bei 18 und nicht in Hamburg spielen wollte. Nach seiner Rückkehr wurde er zunächst in der dritten, später in der Ib-Mannschaft (Reserve) eingesetzt. Betreuer dieser Mannschaft war B. Fischer, wie Hermann Lorenzen erzählte. Von ihm und seiner Ehefrau wurde die Mannschaft auf das Fürsorglichste betreut, und es herrschte ein enger Zusammenhalt der Mannschaft. Es wurden auch ordentlich Feste gefeiert und zwar bei Franz Hesse in der Wasserreihe. Nach jedem Spiel gab es Kaffee und Kuchen. Der Kuchen wurde selbstverständlich von Frau Fischer selbst gebacken. Jeden Dienstag fanden sich die Spieler bei Fischers ein, und es gab Eisbrecher. Mit "Alkohol am Steuer" gab es zu der Zeit noch keine Probleme.

Später spielte Hermann Lorenzen noch bis zum Ausbruch des Krieges in der Altliga. Nach dem Krieg war er einer derjenigen, die für das Wiederbekanntwerden des Vereins sorgten. Er kassierte nicht nur im Stadion, sondern übernahm in den 1950er Jahren auch die Betreuung der Reserve, in der damals noch Peter Neupert, Paul Anders, Günter Präger, Helmut Petersen, Peter Henningsen und Georg "Schorsch" Jessen spielten, nur um einige Namen zu nennen.

Im Jahre 1952/53 wurde die Reserve unter seiner Betreuung Kreismeister von Husum-Eiderstedt.

Auch im Spielausschuß, der damals unter Obmann Arfast Carstens - unserem heutigen zweiten Vorsitzenden - noch im Altdeutschen Haus tagte, war Hermann Lorenzen einige Zeit. Noch heute ist er, wenn irgend möglich, jeden Sonntag auf dem Fußballplatz.

Aus dem Privatbereich unseres Mitgliedes sollte erwähnt werden, daß er von 1934 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1969 bei den Husumer Stadtwerken als Elektriker tätig war. Nicht unerwähnt bleiben darf auch, daß seine Ehefrau Herta, die er 1930 heiratete, zwar keine begeisterte Fußballerin war, ihm aber immer Verständnis für sein Hobby entgegenbrachte und es somit ermöglichte, daß Hermann Lorenzen, der im Juni 1968 die goldene Vereinsehrennadel erhielt, unserem Verein nunmehr seit 60 Jahren die Treue halten konnte.

Wir wünschen ihm, daß er noch lange bei bester Gesundheit den Sport in unserem Verein mit Interesse verfolgen kann.

Mit dieser Jugendmannschaft errang Hermann Lorenzen im Jahre 1923/24 die Meisterschaft im Bezirk Nord: Luigi "Jiddi" Manarin - Fritz Nebbe - Hans Riekenberg - Hermann Lorenzen - Ernst Thiem - Karl "Kalli" Schladetzky / Franz Hesse - B. Fischer - Hans Wilhelm "Willi" Ohrt / Thomas "Höhnersupp" Christiansen - Johannes "Hanni" Lühmann ("Siebzig") - Wilhelm "Willi" Peterson.

Otto H. Krüger
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1924

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Von der "Freiheit" zum Marienhofweg

Im Jahr 1924 pachtete der Verein das Sportplatzgelände Marienhof, auf dem er bald eine Tribüne errichtete.

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1925

13. April

Aus den VereinsNachrichten des HFv 18 vom Februar 1960

Husum 18

Erinnerungen

Dr. Erwin "Pütten" Kraatz bat Bernhard Petersen zu seinem 64. Geburtstag am 8. Januar, etwas aus seinen Erinnerungen zu erzählen. Was Bernhard Petersen aus der Zeit erzählt, da er unser erster Vorsitzender war, liegt schon über 30 Jahre zurück und wird bei manchen die Erinnerung an alte Zeiten zurückrufen.

Damals pflegte Husum 18 rege Freundschaft mit dänischen Vereinen. Am 13. April 1925 spielte die damalige Liga gegen eine Kopenhagener Auswahl, deren herausragendster Spieler der vielfach internationale Knud Peter Viktor Kastrup war. Das Spiel fand damals am Marienhofweg gegenüber des alten Tribünensportplatzes statt, der erst im Bau war. Für Husum 18 spielten Peter ("Peter Schmied") Clausen - Helmuth Pauls - Franz Sülau - Arthur Bothmann - Heinrich "Henny" Hansen - Karl "Noske" Carstens - Rudolf "Rudi" Schubert - Werner "Fritz" Lorenzen - Christoph Jensen - Carsten Jensen und Hans-Dietrich "Hanne Diede" Blunck. Die Dänen besiegten die 18er mit 4:1 (2:1) Toren. Die Einnahmen betrugen bei etwa 800 Zuschauern 307,25 Mark, wovon die prominenten Gäste für ihre Reise 222,50 Mal beanspruchten.

Bernhard Petersen weiß außerdem zu berichten, daß damals jeden Ostern abwechselnd in Husum und Kopenhagen gegen Brønshøj Boldklub gespielt wurde. Die Dänen suchten durch die Sportzeitung einen Gegner, wodurch die Verbindung zustande kam. Zum ersten Treffen fuhr Bernhard Petersen den Dänen bis Kiel entgegen, wo sie gegen TSV Gaarden 3:0 gewannen, während Husum 18 im ersten Spiel ein Unentschieden erreichte. Für Unterkunft und Verpflegung sorgten stets die Gastgeber. Waren die Husumer in Dänemark, so feierten sie auch ihren Osterball in Kopenhagen zusammen mit den "smukke danske piges". Bernhard Petersen meinte, als erster Vorsitzender dürfe er da nicht allzusehr aus der Schule plaudern. Vielleicht, so meinte er, könne er einmal wieder zwischen Brønshøj Boldklub und Husum 18 vermitteln.

Karl Bernhard Mölck
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1925

Frisia Husum / Historisches

Unser Verein!

Es fällt schwer, einen lückenlosen chronologischen Abriss einer 38jährigen Vereinsgeschichte zu geben, wenn man selbst 12 Jahre ortsabwesend war und zum andern durch die Kriegsereignisse die meisten schriftlichen Unterlagen verlorengegangen sind. Ich bin daher auf mein Gedächtnis angewiesen und auf die Notizen, die mir aus Kameradenkreisen zur Verfügung gestellt wurden.Aber wie es so ist, vieles ist durch die nachhaltigen Erlebnisse der letzten 20 Jahre überschattet, viele Erinnerungen gingen durch den Tod so manchen Kameraden endgültig verloren. Die Ereignisse der letzten Jahre oder sagen wir, diejenigen der Nachkriegsjahre sind bei den Meisten noch in guter Erinnerung. Ich will mich daher in meinen Ausführungen auf die Gründerjahre des Vereins beschränken.

Es ist wie bei dem Geburtstag eines Menschen, an dem man auch am liebsten aus den Kinderjahren erzählt, ist diese Zeit doch die schönste, knüpfen sich an diese Zeit doch die liebsten ' Erinnerungen.Wie sollte es bei uns anders sein.

Wenn ich nun aus den Kinderjahren des HESV Frisia erzähle, so will ich doch die Gründungszeit des Husumer Fussballsports nicht übergehen, denn erst diese Kenntnis rundet das Bild ab. Ich habe diese Zeit schon einmal kurz beim 25jährigen Jubiläums des Vereins 1950 gestreift, sie geschildert und beschrieben. Aber diese Zeit ist es doch wert, daß man sich ihrer erinnert, waren es doch die Pioniere im Husumer Fußballsport, die in unserer Heimatstadt dem Sport des runden Lederballs zum Durchbruch verhalfen.

Nachdem um die Jahrhundertwende der Husumer Turnverein für eine ganz kurze Zeit eine Fußballabteilung aufstellte, die aber über eine Statistenrolle nicht hinauskam erfolgte im Jahre 1906 die Gründung des ersten Husumer Fußballvereins "Unitas". Es waren meistens junge Kaufleute und Bankbeamte, die aus den Großstädten nach Husum verschneit waren, die den Mut aufbrachten, sich gegen den Widerstand der Husumer Professoren und der Chefs durchzusetzen. Auf der "Freiheit", die auch die erste Spielstätte Frisias werden sollte, wurde das Spielen aufgenommen.

Wir, die wir noch in den untersten Klassen zur Schule gingen, waren von diesem Spiel hellauf begeistert. Wie könnte es auch anders sein? An Fußballstiefel oder Dreß, wie es jetzt schon die ganz jungen Steppke tragen, war zu damaliger Zeit garnicht zu denken. Nur die Jungen, die in der Auswahl ihrer Eltern ganz vorsichtig gewesen waren, bekamen zum Weihnachtsfest einen Fußball geschenkt. Diese Jungen waren immer stark umworben, und es bedeutete schon eine besondere Auszeichnung, in den Kreis dieser fußballtreibenden Jungen aufgenommen zu werden. Aber wir wußten uns immer zu helfen, ein Gasball zu 50 Pfennigen, und wenn die nötigen Groschen fehlten, ein runder Stein, halfen uns, in die Anfangsgründe des Fußballspiels einzudringen.

Das Bild der Gründungsmannschaft des Vereins "Unitas" scheint verlorengegangen zu sein. Aber wir Jungen hatten auch anno dazumal unsere Lieblinge, genau so, wie heute jeder Uwe Seeler oder Günter Netzer kennt. Wir hatten unsere Lokalmatadoren. Wer kannte nicht "Säckel", der einen Vollbart trug und daher den Namen "Jesus" trug. Oder "Borneo", der wegen seiner schwarzen Haare und seines fremdländischen Aussehens diesen Namen bekam.

Ich habe schon vielfach geschildert, unter welchen schwierigen und primitiven Umständen der Fußballsport ausgeübt wurde. Die Freiheit war für damalige Verhältnisse gar kein so übler Platz, wenn auch die Grasnarbe nicht ohne Dicken war. Sie hatte dazu den Vorteil, daß die spazierengehende Bevölkerung doch für einige Minuten stehenblieb, teils unter Kopfschütteln weiterzog oder dem Spiel Geschmack abgewann.

Zu diesen Leuten gehörte Gott sei Dank auch mein Vater, der mir bald sein Bedauern ausdrückte, daß man in seiner Jugend dieses Spiel nicht gekannt hätte. Aber immerhin hatte der Fußballsport zu damaliger Zeit mehr Feinde als Freunde. Besonders die Lehrerschaft tat den Lederball in Acht und Bann. Es war eben ein englisches Spiel. Und ich weiß noch ganz genau, wie ich mich als junger Stift in einem Zeitungskrieg mit einem Husumer Professor einließ, der den Fußballsport aber auch restlos verdammte. Ich durfte den Artikel aber nicht mit meinem Namen zeichnen.Was glauben Sie, was mir passiert wäre?

Denn damals war es doch eine halbe Gotteslästerung, wenn man als blutjunger Mensch eine andere Meinung als ein Professor gehabt hätte. Aber die Redaktion hielt dicht, und ich sonnte mich im Geheimen bei der Anerkennung, die der mutige Streiter erhielt. Aber aller Widerstand der fußballfeindlichen Kreise nutzte nichts. Der runde Lederball trat seinen Siegeszug in unserer Heimat an.

Im Jahre 1910 wurde der zweite Husumer Fußballverein "Alemannia" gegründet. Ihm gehörten in der Mehrzahl Handwerker und Arbeiter an. Auch in diesem Verein war ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen.

Jahre gingen dahin, immer größer wurde der Kreis der fußballtreibenden Jugend. 1914. Der erste Weltkrieg brach aus. Fast alle Mitglieder der ersten Männermannschaften wurden einberufen. Zurück blieben nur wir 16- und 17-Jährigen. Wir hielten den Sportbetrieb aufrecht. Zuletzt taten sich die Überrest beider Vereine zusammen unter Zuhilfenahme einiger Kräfte der Marinestation. Aber der Krieg brauchte alle wehrhaften Jiinglinge. Der Fußballsport karn in den letzten Kriegsjahren zum Erliegen.

Wie tief aber der Gedanke der Husumer Jugend in dem Fußballsport verkörpert war, zeigte sich nach dem Kriege in der Gründungsversammlung des neuen Husumer Fußballvereins, die im Dezember 1918 erfolgte. Man einigte sich auf einen Verein, der den Namen Husumer Fußballverein von 1918 tragen sollte. Noch waren alle ehemaligen Mitglieder noch nicht zurückgekehrt. Der Verein nahm einen lebhaften Aufschwung, zählte eine beachtliche Zahl von Mitgliedern und wußte auch auf dem grünen Rasen eine gute Rolle zu spielen.

Das war die Situation, wie sie die Gründer des HSV Frisia vorfanden. Aus sportlichen Gründen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, liegen sie doch nunmehr 30 Jahre zurück, traten einige junge Leute aus dem HFV v 1918 aus und planten einen neuen Verein. Die meisten Spieler entstammten der Jugendmannschaft, und es hat für die Folge wohl kaum eine Mannschaft gegeben, die an Jahren jünger war. Als wir anfingen, unseren Verein auf die Beine zu stellen, konnten wir wie Fritz Lau in seiner köstlichen Geschichte "Besorgen" sagen: "Mit Nix sind se anfungen."

Sie hatten keine Kluft, keinen Fußball, keine Tore, überhaupt nichts, und es gehörte schon ein großer Optimismus dazu, überhaupt anzufangen. Aber eines stand als gewaltiger Aktivposten auf der Habenseite: Das war der nicht zu übertreffende Kameradschaftsgeist. Und dieser gute Geist hat den Verein immer begleitet. Wie oft wurde ein scheinbar verloren gegangenes Spiel noch in den letzten Minuten in einen Sieg verwandelt. "Elf Freunde müßt ihr sein, um Siege zu erringen". Auch eine lange Pechsträhne konnte diesen Geist der Spiele nicht erschüttern.

Als sich am Gründungstag 20 junge Leute in Boy Clausens Gasthof zu einer Besprechung zusammen fanden, wurde der Beschluß gefaßt, in der nächsten Woche den Verein aus der Taufe zu heben. Er erhielt den Namen "Frisia" nach seiner nordfriestschen Heimat. Als Vereinsfarben wählte man die Husumer Stadtfarben blau und gelb. Gelbes Hemd und blaue Hose.

Ich sagte schon, daß die Mehrzahl der Mitglieder sich aus jungen Leuten zusammensetzte, die zum großen Teil nur ihr Lehrlingsgehalt bezogen. Von ihnen war keine große finanzielle Hilfe zu erwarten, die nun einmal notwendig war, wenn überhaupt die notwendigsten Spielgeräte angeschafft werden sollten. Aber woher das Geld nehmen? Es traf sich daher ganz günstig, daß einer der wenigen älteren Spieler sich für seine Aussteuer ein kleines Bankkonto zugelegt hatte. Hiervon wurden erstmal die Utensilien gekauft. Nebenbei, dieser Spieler hat sein Geld wiederbekommen.

So war es immer, wenn Not am Mann war,und dieses kam recht oft vor. Dann griff der Vorstand in die Privattasche und mancher 10- oder 20-Markschein landete in der Vereinskasse und half über die vielen finanziellen Klippen hinweg. Kein Wunder, daß von anderer Seite der neugegründete Verein schon bei seiner Geburt totgesagt wurde. Aber es zeigte sich, daß dieses Kind weder eine Frühgeburt war, noch daran dachte, immer in zartem Kindesalter das irdische Dasein zu segnen. Das KInd konnte sich recht bald auf eigene Beine stellen. Wie oft mußten wir in der Anfangszeit haushohe Niederlagen einstecken 10:0, 7:1 usw. Aber es wurde eisern weitertrainiert. Einmal mußten die Früchte reifen.

Zweimal hieß es Konditionstraining in der Woche, einmal gab es technischen Unterricht. Auch bei hohem Schneefall wurde geübt, es gab kein Pardon. Wer nicht zum Training kam, mußte damit rechnen, zum nächsten Spiel nicht aufgestellt zu werden. Allmählich wurden bessere Resultate erzielt, und als der erste Sieg gelandet wurde, war die Freude groß. lm nächsten Jahre hieß es, an den Punktspielen teilzunehmen, gingen wir mit berechtigtem Optimismus in die Punktrunde. Die letzten Spiele hatten gezeigt, daß wir es zwar nicht mit den Spitzenvereinen aufnehmen konnten, aber immerhin hatten wir manche Elf der zukünftigen Klassenvereine in Freundschaftsspielen besiegt. Erklärlich, daß gerade dem Spiel gegen den Ortrivalen mit Spannung entgegen gesehen wurde. An einen Sieg wagten wie nicht zu denken. Aber immerhin wollten wir unser Fell so teuer wie möglich verkaufen. Über 2000 Zuschauer umsäumten den Platz am Marienhof, denn die 18er hatten sich inzwischen einen eigenen Sportplatz zugelegt. Als es bei der Pause 3:0 für unseren Gegner hieß, schien es nach einer haushohen Niederlage auszusehen. Aber es zeigte sich, daß sich unser Training auswirkte. Wir schossen in der zweiten Halbzeit zwei Tore zum Ausgleich langte es nicht mehr. Singend und untergehakt gingen wir vom Platz, und gerade diese nur knappe Niederlage gegen eine Mannschaft mit großem Namen gab uns ungeheuren Auftrieb.

Wir konnten im ersten Jahre einen Mittelplatz belegen. Ich glaube, niemals ist von einer Mannschaft einer Bezirksklasse mehr trainiert worden, als in diesem Jahre im Verein Frisia. Wenn ich an die Montagabende denke, so weiß ich mich genau zu entsinnen, daß wir über Monate hinaus immer dieselbe Elf aufstellen konnten, das bedeutete, daß kein Spieler sich vor dem Training drückte, sonst wäre er kaltgestellt worden. Wie sehr mußte eine Mannschaft zusammenwachsen, die immer in derselben Aufstellung spielte.

Auch die Leichtathletik kam nicht zu kurz. Wer erinnert sich nicht der Waldläufe im Lehmsieker Gehölz. Kurz, es wurde alles unternommen, was die Mannschaft bis zum letzten fit machen konnte. Wir hatten ein Ziel, und das war die Meisterschaft. Die Freundschaftsspiele bestätigten unsere gute Form.

Sogar gegen die Mannschaften der Hamburger A-Klassen schnitten wir gut ab. Gegen die Wackermannschaft mit den Gebrüdern Böttger, die repräsentativ fiir Hamburg gegen Kopenhagen spielten, konnte ein Sieg herausgeholt werden.

Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen wuchs. Das es Fanatiker auf beiden Seiten gab, die ich persönlich nie habe leiden können, versteht sich. Diese gibt es iiberall und sind dem sportlichen Gedanken nicht förderlich. Eines war aber erfreulich in diesem sportlichen Konkurrenzkampf. Die ganze Husumer Bevölkerung wurde von der Erregung mitgepackt. Bei einem der ersten Spiele wurden beinahe 2000 Zuschauer gezählt, und dies bei einer Bevölkerungszahl von ca. 15000. Das bedeutet, daß 20 % der Husumer Bevölkerung sich zu diesem Kampf einfand. Man überlege, ob in anderen Städten eine derartige Begeisterung für den Lederball herrschte.

Um es kurz zu fassen: Im zweiten Jahr unserer Teilnahme an der Punktrunde gelang uns der große Wurf. Wir wurden stolzer Meister und stiegen in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Unser Rivale mußte noch ein Jahr warten, ehe ihm der Aufstieg gelang. Wenn wir noch heute auf diesen Erfolg stolz sind, so mögen sie uns verzeihen. Das Ziel war hoch, und wir hatten es erreicht.

Mit wechseldem Erfolg wurden die nächsten Jahre durchgestanden. Auch von Rückschlägen blieb der Verein nicht verschont. Aber Höhen und Tiefen hat ja jeder Verein durchzumachen. Im vierten Jahre des Bestehens konnte der neue Sportplatz in der Woldsenstraße eingeweit werden. Es kostete zwar viele Kopfschmerzen in finanzieller Hinsicht, aber auch diese Hürde wurde dank der Opferfreudigkeit der Mitglieder überwunden.

Nachdem Frisia sich 1936 dem Verband der Eisenbahnsportvereine angeschlossen hatte, dieser Schritt brachte doch verschiedene finanzielle Vorteile, übernahm Herr Kretschmer und später Herr Knoche die Führung des Vereins. Aber diese Jahre waren insofern schwer, als der Fußballsport sich dem SA-Dienst unterordnen mußte. Aber es se doch festgestellt, daß der Sturmführer sehr freundlich eingestellt war und Härten nach Möglichkeit zu vermeiden suchte.A ber es war nicht mehr der freie Geist früherer Jahre.

1938 erfolgte dann im Zuge der Gleichschaltung die Auflösung des Vereins. Die meisten Spieler schlossen sich dem HFV v. 18 an, und einige sind dort zum Teil bis zum heutigen Tage geblieben. Als dann 1945 der Zusammenbruch kam, nahm Husum 18 unter neuer Führung als erster die sportliche Tätigkeit wieder auf. Aber der alte Frisiageist ließ sich nicht unterkriegen. Reinhold Schacke und viele andere riefen den Verein 1946 wieder ins Leben.

Unser lieber Reinhold starb aber viel zu früh. Er war es auch, der die Topfsche Koppel als neuen Sportplatz pachtete. Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedern geleistet, um den Platz herzurichten. Für den Platzwart wurde eine Wohnung geschaffen.

1948 ging Reinhold Schacke von uns. Sein vorwärtsdrängender Geist war es, der den Verein auf eine gesunde Basis stellte und in kurzer Zeit ein gesundes Fundament fiir das fernere Vereinsleben schuf.

Seit 1948 führt Albert Bremer den Verein. ln ihm hat der Verein einen Vorsitzenden gefunden, der mit viel Idealismus an die ihm gestellten Aufgaben heranging. Wenn Frisia im Bezirk ein Wort mitsprechen kann, so ist es nicht zuletzt sein Verdienst. Auch ihm. zur Seite stehen ein Stab getreuer Mitarbeiter. Ob es Abbi Thomsen, Joh.Christiansen, Arthur Langholz, Helmut Langholz oder Karl Siercks ist. Sie alle stehen seit vielen Jahren immer dort, wenn es für den Verein zu arbeiten gilt. Sie alle haben dafür gesorgt, daß seine Spieler im Amateurgedanken ihr Ideal sehen. Der Verein ist in seinem Gefüge so wunderbar gesund, daß man um die zukiinftige Entwicklung nicht bange sein braucht. Wir wünschen ihm, daß dieser Geist auch weiterhin erhalten bleibt, daß er weiterhin ein Bund der Idealisten sein möge und daß er auch sein 50. Jublläum im selben Geiste begehen möge.

Diese schönen Zeilen schrieb uns der Mitbegründer!

15. Oktober 1968, Carl Carstens (Noske)
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1925

aus dem StadionEcho der Husumer SV vom
21. Oktober 2006

 

Frisia Husum

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 5)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky
 

Wir gehen in Husums Fußballgeschichte zurück in das Jahr 1925.

Anfang August traten einige junge Leute aus dem Husumer Fußballverein von 1918 aus und planten einen neuen Club. Im Jägerzimmer des ehemaligen Schützenhofes (später Parkhotel Thordsen) entstand

Frisia Husum

Hauptinitiator war Karl Carstens ("Noske"), der auch als erster Vorsitzender fungierte.

Die Husumer Nachrichten schrieben dazu am 11.08.1925: "Gestern abend fand im Schützenhof eine Versammlung statt zwecks Gründung eines neuen Fußballvereins. Nachdem der Arbeitsausschuß noch einmal das Einverständnis der Anwesenden zur Gründung feststellte, wurde die Taufe des neuen Vereins vollzogen. Als Namen desselben wählte man den gerade für die hiesige Gegend recht passenden Titel "Frisia". Es wurden dann die Vorstandswahlen, Statutenberatung und -annahme usw. vorgenommen. Als Vereinslokal bestimmte die Versammlung den Schützenhof. Der Verein zählt bisher 52 Mitglieder. Neuaufnahmen bis zum 20. August sind vom Eintrittsgeld befreit. Die recht anregend und von bestem sportlichen Geist getragene Versammlung wurde erst gegen 12½ Uhr geschlossen."

Entscheidene Männer für die Gründung und den Aufbau des Vereins waren Karl "Noske" Carstens - Johannes "Hannes" Carstens - Ferdinand Mirau - Karl Mirau - Karl Sierks - Christian Sierks - Helmut Magnus - Karl Langholz - Artur Langholz - Helmut Pauls - Julius Christiansen - Boy Jacobsen - Harro Schwarz - Thomas Petersen - Jörn Rossen - Hermann Lorenzen - Johannes "Hannes" Christiansen - Herbert Hoffnauer und Wilhelm "Willi" Jürgensen.

In der Jugendabteilung, die ebenfalls nach kurzer Zeit gegründet wurde, spielten Leute, die heute noch im Husumer SV sind, wie Gustav Lass und Claus Lass,

Übrigens ging das 1. Spiel Frisias gegen Meldorf 0:8 verloren. Als erstes Sportfeld benutzte
man die "Freiheit" (heute östlicher Teil des Schloßgartens,) bis sich später der Verein in der
Woldsenstraße (jetzt Altentagesstätte der AWO ) einen eigenen Sportplatz baute.

1936 trat Frisia Husum dem Verband der Eisenbahnsportvereine bei.

Danach kam in Deutschland ein politisches Regime an die Macht, das den Sport anders sah als die Gründer von Frisia. Der berüchtigte Gleichschaltungsbeschluß, der besagte, daß in Städten von der Größe Husums nur ein Verein bestehen dürfe, beendete 1938 vorläufig die Existenz des Clubs. Die meisten Spieler schlossen sich Husum 18 an.

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1925

 

Frisia Husum

Gründung von Frisia Husum

Hier sehen wir Frisia Husum gegen Meldorf im September 1925.
Dieses Spiel endete 4:0 für Meldorf.

Storm - Schiller - F. Petersen - Rudolf "Rudi" Brockhaus - Emil Lorenzen - Boy Jacobsen - Karl "Noske" Carstens - Vogt - Johannes "Hannes" Carstens - Thomas Petersen II - Henecke - Böge - W. Lorenzen

 


Turnen, Spiel und Sport

Husum. "Gestern abend fand im Schützenhof eine Versammlung statt zwecks Gründung eines neuen Fußballvereins. Nachdem der Arbeitsausschuß noch einmal das Einverständnis der Anwesenden zur Gründung feststellte, wurde die Taufe des neuen Vereins vollzogen. Als Namen desselben wählte man den gerade für die hiesige Gegend recht passenden Titel "Frisia". Es wurden dann die Vorstandswahlen, Statutenberatung und -annahme usw. vorgenommen. Als Vereinslokal bestimmte die Versammlung den Schützenhof. Der Verein zählt bisher 52 Mitglieder. Neuaufnahmen bis zum 20. August sind vom Eintrittsgeld befreit. Die recht anregend und von bestem sportlichen Geist getragene Versammlung wurde erst gegen einundzwanzigeinhalb Uhr geschlossen."

Husumer Nachrichten - 11.08.1925
 
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1925

 

Frisia Husum

Frisia Hymne

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1925

 

Husum 18 / Fußball

Die Reservemannschaft von Husum 18 im Jahre 1925

Wilhelm "Willi" Schweimer - W. Holm - Johannes "Hanni" Lühmann ("Siebzig") -
Karl Hansen
- Hermann Günther /
Hans Laß
- Hermann Lorenzen - Hans Rister /
Max Lorenzen
- Julius Christiansen - Heinrich "Heini" Grell

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1925

aus den VereinsNachrichten des HFV 18 vom 1. Dezember 1955

&

aus der Festschrift vom 1. Juni 1968

Husum 18

Ein Ehrentag des Husumer Fußballvereins von 1918

Husum, den 12. Oktober 1925

Die Einweihung - ein neuer Sportplatz und Fußballrasen - Boxkämpfe im Ring - Fußballspiele

Husum hat einen neuen Sportplatz. Diese Tatsache hat am gestrigen Sonntag mit der Einweihung des neuen Sportplatzes des Husumer Fußballvereins bei Marienhof im Osten der Stadt ihren feierlichen Ausdruck gefunden. Der rührige Husumer Fußballverein hat sich und seiner vorbildlichen sportlichen Betätigung, deren Entwicklung sich auf die rastlose Arbeit vieler Jahre beruft, damit selbst ein Denkmal gesetzt. Der Wille, den der Husumer Fußballverein zur Schaffung eines eigenen Sportplatzes auch unter widrigsten Umständen in die Tat umgesetzt hat, entsprang dem sportlichen Eifer, der sportlichen Größe und Leistungsfähigkeit des Vereins, dessen Name im ganzen Fußballkreis und darüber hinaus einen guten Klang hat.

Der neue Sportplatz liegt zur Rechten des von Bäumen eingefriedeten Weges, der nach Marienhof führt und wird außer von dem Wegknick im Westen und den Gärten und Häusern im Süden nach Norden und Osten von freiem Feld eingeschlossen, so daß sich der Platz in freier, lichter Fläche präsentiert. Eine Pforte mit einem Kassenhaus zur Rechten stellt den Eingang dar. Eine dichte Rasenfläche bedeckt den ganzen Platz und wird einen besonderen Vorzug dieses Platzes darstellen, der vorher zum Spielgebrauch sorgfältig geebnet worden ist. Der eigentliche Fußballplatz ist ebenfalls eingefriedet, so daß das Publikum von dem Spielfeld in angemessenem Abstand getrennt ist. Das Publikum findet rundherum Raum genug, das Spielfeld von jedem Punkte aus gut zu überblicken. Innerhalb des Feldes gewährt eine Bankreihe zu beiden Seiten des Platzes Sitzgelegenheit. Die Tore sind mit vorgeschriebenen Drahtgittern versehen.

Den Eintretenden grüßt aus der südlichen Ecke des Platzes die an hoher Stange lustig flatternde große Vereinsfahne in den schleswig-holsteinischen Landesfarben mit dem Stadtwappen. So präsentiert sich der Platz in vorbildlicher, zur Ausübung des schönen, blühenden Fußballsports und der mannigfaltigen Leibesübungen bestens getroffener Beschaffenheit, so daß er in seiner zweckdienlichen Bestimmung und Eigenschaft in der Provinz mit an erster Stelle marschieren wird.

Zur Einweihung des neuen Sportplatzes hatte der Husumer Fußballverein von 1918 ein reichhaltiges sportliches Programm vorbereitet, das sich im Laufe des gestrigen, von schönem Sportwetter begünstigten Sonntags vor einem großen Publikum abwickelte.

Vormittags spielte die I. Schülermannschaft des Husumer Fußballvereins gegen die gleiche Mannschaft von Schleswig 06 und trug einen überlegenen Sieg davon. Husums erste Jugend trat nachmittags 12:45 Uhr gegen Fortunas erste Jugend aus Glückstadt zum Fußballkampf an, mußte sich der Glückstädter Gastmannschaft aber mit 2:3 Toren beugen.

Von 2:30 bis 3 Uhr führte die Boxabteilung des Husumer Fußballvereins von 1918 in einem eigens hierfür geschaffenen, vorschriftsmäßigen Ring ein Schauboxen vor, das den sportlichen Geist und Kampfwillen der Boxabteilung bestens dokumentierte. Zum ersten Mal stellten sich die Boxkämpfer der ظ¤£ûffentlichkeit vor und verstanden es, in sympathischer, regelgerechter Kampfweise die unverkennbaren Werte des Boxkampfes zu dokumentieren. Nachdem der Leiter der Boxabteilung, Hans Rister, die Regeln des Boxkampfes demonstriert hatte, traten sich im Federgewichtskampf Christiansen und Jessen gegenüber. Jessen blieb nach interessantem Kampf in drei Runden knapp Sieger nach Punktwertung. Im Leichtgewicht kämpften sodann Alfred Klein (129 Pfund) und Max Boje (118 Pfund). Trotz des Gewichtsunterschiedes wogte der Kampf in drei Runden hin und her, ohne daß einem der Kämpfer ein Plus zuzuerkennen war. Der Kampf endete unentschieden. Dann führten die Kämpen der Boxabteilung, Jan Lorenzen (147 Pfund) und Hans Rister (123 Pfund) einen sportlich schnen Boxkampf vor. Trotz des Gewichtsnachteils behauptete Hans Rister erfolgreich seinen Stand, ohne aber dem kräftigeren, größeren Jan Lorenzen ernstlich beikommen zu knnen. Die Gegner gerieten oft hart aufeinander. Da der Gewichtsunterschied so groß war, wurde keine Entscheidung gefällt.

Nach Beendigung des Boxkampfes erfolgte die feierliche Einweihung des neuen Sportplatzes durch den Bürgermeister Werner Mensching, der dem Husumer Fußballverein für die Schaffung des Platzes seine Anerkennung zum Ausdruck brachte, auf den Wert und die große Volkstümlichkeit des Fußballsports hinwies und den Platz der deutschen Jugend der Husumer Jugend weihte. Er beglückwünschte den Fußballverein zu seinem neuen Platz und gedachte dann des deutschen Vaterlandes. Mit den Worten 'Das Vaterland vor allem! ' weihte der Bürgermeister den Platz und übergab ihn dem Verein zur eifrigen Benutzung.

Der Vorsitzende des Husumer Fußballvereins, Bernhard Petersen, übermittelte dem Bürgermeister den Dank des Vereins für die von der Stadtvertretung gewährte Unterstützung zum Ankauf des Platzes. In das Hoch des verdienten Vorsitzenden auf unsere Vaterstadt Husum stimmten die versammelten Sportsleute mit einem dreifachen Hipp-Hipp-Hurra ein. Der Vorsitzende des Fußball-Sportvereins Olympia-Neumünster, der die erste Mannschaft nach Husum begleitet hatte, überreichte dem Husumer Fußballverein zur Weihe des Platzes einen prächtigen Lorbeerkranz und forderte seine Neumünsteraner zu einem Hoch auf den Husumer Fußballverein auf. Weiter übermittelten Vertreter der Deutschen Sportbehörde und der Vereinigung Deutscher Geher Gruß und Glückwunsch.

Nach Beendigung des Weiheaktes fand auf dem Platze ein halbstündiges Mannschaftsgehen statt, zu dem der bekannte Flensburger Sportsmann und erfolgreiche Geher Wilhelm Breßler markige einleitende Worte sprach und die Blüte des deutschen Gehsports würdigte. Wilhelm Breßler und der deutsche Meister Wohlenberg führten dann ein Bahngehen vor und zeigten, welche körperliche Straffheit und Beherrschung auch zum Gehsport gehört. Die Geher gingen eine gute Zeit. Zur Zurücklegung eines Kilometers gebrauchten sie etwa 4 Minuten und 30 Sekunden. Eine schöne Leistung.

Dann folgte um 4 Uhr der sportliche Höhepunkt des Tages, der mit Spannung erwartete Fußballkampf Husum I gegen Olympia Neumünster (Liga). Der Husumer Mannschaft wurde mit diesem Kampf Gelegenheit gegeben, sich einem stärkeren, im Ligakampf erprobteren Gegner gegenüber zu behaupten. Dieses Wettspiel war weiterhin geeignet, die sportliche Leistungsfähigkeit der erfolggekrönten Husumer ersten Mannschaft erneut zu beweisen. Mit Rücksicht auf die Raumverhältnisse müssen wir uns mit einer kurzen Spielkritik begnügen.

Die Olympia-Mannschaft hatte in ihrer Zusammensetzung, in der Qualität einzelner Spieler und vor allem des Torwarts Drenkhahn und der Verteidigung von vornherein ein Plus für sich. Außerdem war die Mannschaft körperlich wesentlich im Vorteil. In der Technik standen die Husumer dem Gegner fast gleich, zeigten sich teilweise im offenen Feldspiel etwas überlegen. In der Verteidigung nicht standhaft und gesichert genug, hatte der Neumünsteraner Sturm Gelegenheit zu zahlenmäßigen Erfolgen. Mit 3:0 für Neumünster trennten sich die Mannschaften bei Halbzeit. Die zweite Halbzeit stand unter dem gleichen Eindruck, ließ zeitweise die Husumer Mannschaft zu beachtenswertem Können auflaufen, das selbst dem größeren Gegner gegenüber der Husumer Mannschaft zur Ehre anzurechnen ist. Noch mangelhafte Aktivität vor dem Tor des Gegners, Schußunsicherheit und wenig Initiative im entscheidenden Moment waren Fehler, die der Husumer Mannschaft gestern einen besseren Erfolg versagten. Nur Johannes "Hans" Rademacher gelang es, eine schne Flanke von Adolf "Ogge" Classen, der zum ersten Mal wieder dabei war und den wir in Zukunft in der Mannschaft sehen möchten, zu verwandeln. Das Ehrentor war damit sichergestellt. Demgegenüber erhöhten die Gegner das Siegergebnis auf 5, so daß der Schlußakkord des Kampfes 5:1 für Neumünster war. Alles in allem ein schöner Kampf, der den Gegner ehrte und die Spieltüchtigkeit unserer Husumer Mannschaft schlagend bewies.

Am Nachmittag wurde der neue Sportplatz von 1.500 Personen besucht.

Husumer Tageblatt
leer

1925

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Mai 1977

Vereins-Historie

Städtemannschaften Husum/Schleswig - Flensburg

Bußtag 1925 spielten Adolf "Ogge" Classen und unser in englischer Kriegsgefangenschaft guten Fußball erlernter Freund Christoph Jensen - der leider jetzt in der gleichen Woche wie Ogge verstorben ist - in der Städtemannschaft Husum/Schleswig gegen die Städtemannschaft Flensburg. Bei uns spielte auch Johannes "Hans" Rademacher mit. Flensburg gewann 4:1. Das Ehrentor schoß unser Bubi Fischer.

Bernhard Petersen
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1926

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. August 1978

Husum 18 / Fußball

Eiin Bild aus alten Tagen:
Mit dieser Mannschaft hat der Jubilar Johannes "Hans" Rademacher (Dritter von rechts) viele Jahre schöne Siege errungen.
Unser 2. Vorsitzende Sportfreund Arfast Carstens kannte noch alle Namen): Bernhard Petersen - Heinrich "Henny" Hansen - Hans Tiedemann - Ferdinand Petersen - Ernst "Mauschi" Mißfeldt - Werner "Fritz" Lorenzen - Peter ("Peter Schmied") Clausen - Hans Schöning - Karl "Kalli" Krieger - Johannes "Hans" Rademacher - Heinrich "Heini" Staack - Karl "Kalli" Schladetzky.

leer

 

1926

 

Frisia Husum

Frisia Ball am 6. März 1926

leer

20.11.27

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Apri 1955

Husum 18 / Fußball

Alte 18er in Amerika

Aus New York erhielten wir zu unserer grßten Freude folgenden Brief:

Bernhard Petersen (r.) zeigte sich 1927 stolz mit seinen Mannen und deren stattlicher Pokal-Phalanx: Heinz "Heine P" Petersen - Karl "Kalli" Krieger - Werner "Fritz" Lorenzen - Alfred Raab - Wilhelm "Willi" Ingwersen - Karl "Kalli" Schladetzky - Arthur Hansen - Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck - Bernhard Petersen / Johannes "Hans" Rademacher - Eduard "Ede" Jensen - Ernst "Mauschi" Mißfeldt

New York, 3.3.55

Meine lieben 18er!

Zu allererst seid alle vielmals gegrüßt von einem alten 18er aus Amerika. Da ich immer die Sportzeitung von meinem lieben Bruder Walter Ingwersen bekomme, bin ich von Husum 18 gut unterrichtet! Ich wünsche Euch viel Glück und hoffe, daß Ihr die Meisterschaft erringt; ich und noch ein paar Husumer verfolgen es mit großer Spannung (Simon Koch, H. Lorenzen, A. Thompson und Fritz Kühne). Fritz und sein Bruder vom ETV Hamburg spielen mit gutem Erfolg bei uns (Sportschule New York). Ich gehöre dem Verein seit 1930 an. Auch ich spielte lange in der ersten Mannschaft und wurde öfter für die New Yorker Auswahl berufen. Auch bekomme ich öfter Post von meinem alten guten Freund aus Hamburg, Bernhard Petersen, den Ihr wohl alle kennt.

In unserem Verein sind fast alles Deutsche. In letzter Zeit bekommen wir viele von Deutschland, einige spielen in der Ersten, andere in der Reserve. Die Reserve, in der ich gerne gespielt habe, hat die Meisterschaft seit 1925 achtzehnmal gewonnen, die Erste gewann nur einmal.

Auch möchte ich Euch 18ern mitteilen, daß ich Eure Vereinsnadel mit Stolz trage.

Nun habe ich hier Eure Vereinsnachrichten Nr. 10 vom Februar 1955 vor mir liegen, und ich lese die Geschichte von meinem alten Freund Christoph Jensen, mit dem ich öfters zusammen gespielt habe. Es steht da geschrieben: ' Das Spiel wurde ausgetragen auf der Freiheit, als Christoph aus der Gefangenschaft gekommen war.'

Meine lieben 18er! Ich glaube, es ist dort ein Fehler unterlaufen. Ich glaube mit Bestimmtheit, daß Christoph sein erstes Spiel auf dem 'Ochsenkamp' gegen Preußen Itzehoe spielte. Das Spiel endete 4:4 (3:0 für Husum). Christoph schoß und köpfte drei Tore. Torwart war Helmuth Pauls, Verteidiger Franz Sülau, K. Berndt und H. Hansen, ich glaube Harry Trulsen Läufer, Rechtsaußen Rudolf "Rudi" Schubert, Halbrechter Adolf "Ogge" Classen, Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck Linksaußen, Christoph Mittelstürmer. Das sind die Namen, die ich behalten habe. Das war eine gute Mannschaft. Vielleicht kann Bernhard Petersen sich noch erinnern.

Nun meine lieben 18er, seid alle vielmals gegrüßt von Eurem alten Sportfreund und noch immer ein 18er

Willi Ingwersen

Grüßt bitte H. Lorenzen und alle Freunde! Ich lege ein Bild bei, aufgenommen zwischen 1928 und 1930.


Husum 18 erwidert die Grüße aufs herzlichste und ist stolz darauf, daß unsere Sportfreunde auch in Amerika in alter Treue zu uns halten und zeigen, was sie können. Wir würden uns über jeden weiteren Brief aus Amerika freuen!

Der Vorstand
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1927

 

Frisia Husum

Waldlauf im Lehmsieker Gehölz 1927
Der Längste im Hintergrund ist der damalige 1. Vorsitzende Carl Carstens, während ganz rechts vor dem Baum der jetzige Vorsitzende Johannes Carstens steht. In der Mitte sitzend Gustav Fischer, der Vorsitzende des Sport-Förderungsausschusses in Schleswig-Hoistein.

Als sich am Gründungstage im August 1925 ca. zwanzig junge Spieler in Boy Clousens Gasthof zu einer Besprechung einfanden, konnten sie wie Fritz Lau in seiner köstlichen plattdeutschen Erzählung " Besorgen" mit dem Landser sagen: "Mit nix sind se anfungen!"

Sie hatten keine Kluft, keinen Fußball, keine Tore, aber auch nichts, was nun eben einmal zum Fußballspielen erforderlich war. Aber eines stand als gewaltiger Aktivposten auf der Habenseite: Das war der nicht zu übertreffende Kameradschaftsgeist, der den Verein über viele schwere Zeiten und Hindernisse hinweg führte. Auch eine lange Pechsträhne konnte den gesunden Geist der Spieler nicht erschüttern. "Elf Freunde müßt Ihr sein, um Siege zu erringen."

Mit großem Optimismus wurde an den Aufbau des Vereins gegangen, der nach seiner Heimat in nordfriesischen Landen den Namen "Frisia" erhielt. Als Vereinsfarben wurden die Husumer Stadtfarben blau und gelb gewählt. Im gelben Hemd und blauer Hose wurden nun die Spiele durchgeführt. Die größte Sorge war aber die so dringend erforderliche Beschaffung der Gelder, um die nötigsten Utensilien beschaffen zu können.

Husumer Nachrichten - 11.08.1925
leer

20.11.27

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Juli 1969

Husum 18 / Historisches

Vielen Dank Bernhard Petersen!

Unser Ehrenvorsitzender Bernhard Petersen übermittelte der Redaktion der Vereinsnachrichten sowie allen "Achtzehnern" herzliche Pfingstgrüße. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, wieder einmal ein Bild "aus alten Tagen" mitzuschicken.

Bernhard Petersen schreibt zum Bild:

"Mir scheint, es ist hin und wann einmal nötig, Bilder von Spielen zu bringen, die nie vergessen werden dürfen, denn sie haben dafür gesorgt, daß Husum 18 noch Jahrzehnte später Geltung und Anerkennung in der Sportwelt behalten hat.

Die Namen der Spieler, die am 20. November 1927 die starke Liga von Nordmark Flensburg mit 4:1 Toren schlug."

Heinz "Heine P" Petersen - Karl "Kalli" Krieger - Werner "Fritz" Lorenzen - Alfred Raab - Wilhelm "Willi" Ingwersen - Karl "Kalli" Schladetzky - Arthur Hansen - Hans-Dietrich "Hanne-Diede" Blunck - Bernhard Petersen / Johannes "Hans" Rademacher - Eduard "Ede" Jensen - Ernst "Mauschi" Mißfeldt.

Otto H. Krüger
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1928

 

Frisia Husum / Fußball

Frisias Erste im Jahre 1928

Thomas Petersen - Karl Langholz - Ernst Ingwersen - Friedrich Raab - Karl "Noske" Carstens - K.August Müller - Hermann Lorenzen - Willi Peterson - Hans Müller - Helmuth Pauls /
Karl Mirau - Herbert Hoffnauer - Heinrich "Hein" Arriens


Harmonia Hamburg gegen Frisia Husum 3:1

Husum – Am Ostersonntag trugen die beiden obigen Vereine auf dem Sportplatz Marienhof ein Gesellschaftsspiel aus. Die Hamburger Gäste führten ein feines, flüssiges Kombinationspiel vor, das ein offenes Spiel der Husumer garnicht aufkommen ließ. Hammonia spielte zunächst mit Sonne und Wind und konnte in der 1. Hälfte dreimal einsenden. Nach der Pause kam Frisia mächtig auf, konnte aber wegen seiner Unentschlossenheit im Sturm keinen Erfolg erzielen. Die Husumer zeigten ein ganz müdes, zerfahrenes Spiel. ln letzter Minute konnten sie durch Elfmeter. das Ehrentor für sich buchen.

Husumer Nachrichten, 8. April 1928

Städtespiel Schleswig gegen Husum 1:2

Hoffnauer (F)

Mierau (F) ǀ Mißfeldt (18)

Lorenzen (18) ǀ Ingwersen (F) ǀ Tiedemann (18)

H. Petersen (F) ǀ Krieger (18) ǀ Rademacher (18) ǀ Sönnichsen (18) ǀ Peterson (F)

Husum – Die beiden Auswahlmannschaften lieferten sich auf dem Sportplatz Marienhof bei schönstem Wetter einen fairen Kampf, bei dem Husum den Sieg errang. Offenes Feldspiel zu Beginn, doch läßt eine deutliche Überlegenheit Husums bald den ersten Erfolg für sich sprechen. Es entstehen brenzlige Gelegenheiten vor dem Tor Schleswigs, doch kann die gute Verteidigung Schleswigs viele Male klären. Das zweite Tor für Husum fiel nach einem guten Durchspiel des linken Flügels auf eine Flanke durch unhaltbaren Kopfschuß.Richtig freispielen kann sich Schleswig nicht, im Sturm fehlt der Zusammenhang. Bis zur Pause bleibt das Resultat so stehen.
Schleswig kann nach der Pause deutlich überlegen spielen, vermag jedoch keine Tore zu erzielen. Husum versiebt aber auch viele gute Torgelegenheiten und zerstört durch Abseitsstellung gut vorgetragene Angriffe. So verläuft eine halbe Stunde, bis Schleswig zu dem ersten Tor kommt. Dem Torwart rollt das Leder, wohl geblendet durch die Sonne, über die Hand weg. Der Ausgleich liegt in der Luft, da Schleswigs Sturm planmäßig arbeitet. Husum kann trotz guter Gelegenheiten auch den Vorsprung nicht weiter erhöhen, und so trennen sich die Gegner bei dem Stande 2:1 für Husum. Beide Gegner waren in ihren Leistungen ebenbürtig.

Husumer Nachrichten, 23. September 1928
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29.03.29

aus den VereinsNachrichten des HFV 18 vom
1. Dezmeber 1973

und aus den Vereinsnachrichten der Husumer SV vom 2. Quartal 2000

Husum 18 / Historisches

Als 20-Jähriger lieferte Hans "Hansi" Schöning (3. von rechts, stehend) beim Abschiedsspiel für Hans Tiedemann (mit Blumenstrauß) am Karfreitag, den 28. März 1929, gegen die lange unbesiegt gebliebene Ligamannschaft von Preußen Itzehoe - 4:3 für Husum 18 - ein großes Spiel.

Als seinen größten fußballerischen Erfolg hat Karl "Kalli" Krieger das Spiel vom Karfreitag aus dem Jahre 1929 gegen die damals beste Mannschaft in Schleswig-Holstein, nämlich Preußen Itzehoe, in Erinnerung. Man gewann mit 4:3 Toren und Karl "Kalli" Krieger erzielte dabei das 2:2-Unentschieden. "Husum stand Kopf", so Karl "Kalli" Krieger. Er hat überwiegend Mittelstürmer oder Rechtsaußen gespielt.
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zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 03.08.2022 17:57

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