Das geschah in den 1940er Jahren

1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949

zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 03.08.2022 17:57

1940

Aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Juni 1957

Husum 18 / Faustball

Husum 18 wird Landesmeister

Anläßlich des Todes von Broder Mommsen, Petersburg, blickte der Sommerspiel-Obmann Johannes Flach auf die Zeit seiner Sparte vor dem Krieg zurück:

"... Energie und Kraft einzusetzen verstand er schon als junger Mann in seinen Sportkämpfen, die er als bekannter Fünfkämpfer und Faustballspieler aus Lindholm bestand. Er war es, der in unserem Bezirk dem Spiel die Härte gab, und es zu einem Kampfspiel werden ließ. Nachdem er die Gaststätte Petersburg übernahm, schloß er sich unserer Gruppe an, und sein Verdienst war es, daß wir 1940 in der ersten Altersklasse für die Farben 18's auf Anhieb die Landesmeisterschaft im Faustball erringen konnten, denn durch sein Können, seinen Kampfgeist und seine Ruhe gelang uns der Sieg. ..."

Johannes Flach
leer

1940

 

Husum 18 / Fußball


Während der Kriegsjahre ruhte der Spielbetrieb in Husum nicht ganz. "Opa Lange", ein vom aktiven Kriegsdienst freigestellter Fußballbegeisterter, hielt einen beschränkten Spielbetrieb aufrecht.

Auf dem Bild ganz links "Opa Lange", daneben Kurt "Mieze" Stapelfeld, daneben Husums größtes Fußballtalent "Magge" Sönnichsen.

Dieter Schladetzky
leer

1941

Aus den Vereinsnachrichten des HFV 18 vom
1. November 1959

Husum 18 / Historisches

Was sagen mir meine Vereinsnadeln?

Wenn ich allssonntäglich oder jetzt auch sehr oft am Sonnabend meine Schritte nach dem Fußballplatz lenke, dann begegnen mir auf den Plätzen der Oberliga-Vereine all die Steppkes und größeren Schüler mit ihren Autogrammsammelheften. Sie passen scharf auf, wenn wieder ein Oberligist zum Umkleidelokal geht. Schnell flitzen sie hin und bitten um seine Unterschrift. Die Photos der Spieler haben sie schon vorher aus Sportzeitungen ausgeschnitten und fein säuberlich eingeklebt, und als Krönung für jedes Photo die Original-Unterschrift. Freudestrahlend, wenn wieder ein weiterer Spieler unterzeichnete, kommen sie zu ihren Kameraden zurück.

Am 19. September hörte ich auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn in Bahrenfeld anläßlich des Punktspiels Altona 93 - HSV (1:1): "Bernd, ich habe eben die Unterschrift von Uwe Seeler, von Horst Schnorr und Jochen Meinke (HSV) und von Werner Erb und Heiko Kurth (Altona) erhalten." Dann zeigen sie untereinander ihre Hefte, und die Seelen sind überglücklich. Sie haben ihre Stars zu Buch. Und wenn sie nun nach 50 Jahren diese Hefte noch einmal sehen, dann werden Erinnerungen wach an schöne Fußballerlebnisse einer fernen Vergangenheit. Dann sehen sie ihre derzeitigen Idole in Spielen gegen Real Madrid, Budapest, Manchester United, gegen Schalke 04 und so fort.

Und so sprechen heute zu mir meine Fußball-Vereinsnadeln: Die Nadel vom 1. FC Nürnberg, die ich derzeit von Hans 'Bumbes' Schmidt, dem internationalen Cluberer, erhielt. Ich sah den über drei Stunden dauernden Kampf um die Deutsche Meisterschaft [1922] zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem HSV Hamburg - Schiedsrichter Dr. Peco Bauwens, Köln - im alten Grunewaldstadion in Berlin, das Unentschieden endete und in Leipzig - wieder unentschieden - wiederholt wurde, sah Nürnbergs weiteres späteres Endspiel gegen HSV in Berlin, das Nürnberg 2:0 gewann. Unvergeßliche Zweikämpfe Tull Harder (Hamburg) - Hans Kalb (Nürnberg). Beide deckt lange der grüne Rasen, auf dem sie Hunderttausende zu Lebzeiten durch großes Können begeisterten. Ich sah den 1. FC Nürnberg als knappen Sieger gegen die sympathischen Eimsbütteler bei ihrer Tribüneneinweihung [am 1. August 1920].

Die Nadel von Schalke 04 zeigt mir noch das Erlebnis des Berliner Endspiels Schalke gegen Admira Wien [am 18. Juni 1939]. Der Schalker Kreisel lief auf höchsten Touren und Admira gegen wurde 9:0 besiegt. Fritz Szepan und Ernst Kuzorra brillanten. Dann das Endspiel Schalke - Rapid Wien [am 22. Juni 1941]: Schalke lag mit drei Toren in Führung und wurde dann doch noch durch die Bombentore von Franz "Bimbo" Binder besiegt. Außer mir waren die liebe 18er Zeugen bei diesem Endspiel in Berlin, und zwar unser verstorbener Ehrenvorsitzender Heinrich "Hein" Matthiesen - Hermann Bahnsen- Eduard "Ede" Schiller- Max "Magge" Sönnichsen und Heinrich Arriens.

Aber nicht nur die Nadeln der Deutschen Meister sprechen mich an, sondern auch meinen Nadeln der Vereine: Preußen Itzehoe, FFC und Eintracht Flensburg FC Hadersleben, Tonder Boldclub und Sonderburg, Bronshoj Kopenhagen, Linham Schweden, ferner Holstein Kiel, Comet Kiel, Brunswick, Heide, Schleswig 06 und Kellinghusen.

Ich werde später einmal dazu schreiben. Einstweilen grüße ich alle unsere 18er in heimatlicher Verbundenheit, wünsche meinem Freund Karl "Kuddel" Etteldorf nach schönen Anfangserfolgen weiterhin mit unserer Liga und bei fleißigem Training einmal wieder Meisterschafsehren für die erste Mannschaft.

Euer Ehrenmitglied

Bernhard Petersen

leer

1942

 

Die Kriegsjahre

Husum 18 mit Bernhard Petersen & Hermann Mellage vor dem Spiel gegen Flensburg 08 (4:3). Husum 18 wurde 1942 Herbstmeister


Ein königsblauer Rückhalt zwischen den Husumer Pfosten

Während der Kriegsjahre wurden viele Spieler der 1. Mannschaft zum Wehrdienst eingezogen. So musste sich auch Husum 18 mit einem Ersatztorwart behelfen. Aber der Verein hatte großes Glück, denn es wurde ein ganz besonderer Rekrut in Husum eingezogen, der für eine Zeitlang die Vakanz zwischen den Pfosten schließen sollte: Kein Geringerer als Hermann Mellage (*10. Dezember 1906), der 1934 und 1935 mit Schalke 04 die Deutsche Meisterschaft errungen hatte! Der Schlussmann »mit den langen Armen und kraftvoll zupackenden Händen«, den »eine wohltuend ausstrahlende Ruhe auf den Abwehrverband« auszeichnete, war »freundlichst« aufgefordert worden, seine Rekrutenzeit hier in Husum abzuleisten.
Von dieser Tatsache hat nach heutigem Ermessen eigentlich besonders Husum 18 profitiert. Schon beim nächsten Spiel in Flensburg stand der Husumer »Knappe« im Tor und sorgte für einen Rekordbesuch in der Fördestadt. Das Spiel entschieden die Husumer mit 2:0 für sich.
Im damaligen Vereinsheim, dem Handwerkerhaus, zeigte der gebürtige Münsteraner seine Fotos aus den großen Spielen auf Schalke, als er Teil des »Schalker Meister-Kreisels« war.
Bevor er von Husum aus ins Feld rückte, dankte er beim Abschied dem Vorsitzenden Bernhard Petersen für die freundliche Aufnahme, die er hier gefunden habe. Er hätte nicht geglaubt, dass er in einem für ihn so kleinen Verein eine derartige Begeisterung, eine solch treue Zusammengehörigkeit und ein so starkes Gemeinschaftsgefühl finden und spüren würde. Das alles sei für ihn eine große Stütze gewesen.
Quelle: Dieter Schladetzky
Der gelernte Elektriker Hermann Mellage heuerte später beim SSV Wuppertal an. Er wurde dort Angestellter bei der Stadt und arbeitete nach seiner aktiven Laufbahn als Trainer bei Germania Wuppertal.

Husum 18 mit Bernhard Petersen, Hermann Mellage, Hermann Lex und Hermann Koch vor dem Spiel gegen den Itzehoer SV (5:2) 1942


Husum 18 vor dem Spiel gegen den Heider SV (3:1) 1942



Fußball in den Medien

Husum 18 schlägt TVA Eckernförde 4:3 (1:2)

Zu dem erwarteten typischen Punktspiel kam es Sonntag auf Marienhof. Beide Gegner stellten ihre z.Zt. stärkste Garnitus. Schiedsrichter Rathjen, Neumünster, pfiff um 14 Uhr das Treffen an. Im Anfang zeigten sich die Eckernförder Sportkameraden auf Grund besserer Kondition etwas überlegen. Recht oft sieht es brenzlig vor Husums Tor aus. Dennnoch kann Husum 18 in der 34. Minute auf Vorlage von Günther Herrmann durch Kopfball von Klein in Führung gehen.Schon in der nächsten Minute gleicht Eckernförde aus. Und bald darauf lautet das Ergebnis 2:1 für TVA. Nach dem Wechsel schraubt Eckernförde Das Ergebnis für sich auf 3:1. Aber nun gehen die Husumer zu großer Form auf. Die Angriffe rollen auf Gegners Tor und verdientermaßen knallt Bartsch in kurzer Zeit die 2 Tore ein, die zum Ausgleich führen. Husum 18 bleibt überlegen, wenn auch die Eckernförder immer wieder versuchen, durch gefährliche Durchbrüche das Spiel für sich zu entscheiden. In der letzten Minute wird durch Mittelläufer Bohnensack ein schöner Angriff eingeleitet. Wies erhält den Ball, nutzt die letzte Chance aus und schießt ein zum viel umjubelten Siegtor. Damit muß sich die ausgezeichnete Mannschaft von Eckernförde erstmalig in den Punktspielen als geschlagen bekennen.

Die Fußball-Gauklasse trat zu den ersten Spielen der neuen Serie an. Es gab die erwarteten Ergebnisse. Holstein - Fortuna Glückstadt 4:0, Kilia - TSB Gaarden 2:1, SGOP Lübeck - VfB Kiel 3.2, Ellerbek - Comet 3:3, Friedrichsprt - Borussia 4:1.

Die Ergebnisse Staffel A: Rb. Neumünster - LSV Holtenau 4:0, Brunswik - Olympia Neumünster 3:6, Husum 18 - TVA Eckernförde 4:3, Eintracht Kiel - Tv. Schacht-Audorf 1:7.

Staffel B: Eckernförder SV - Union Teutonia 5:0, Kronsburg - Deutsche Werke 1:3, Funk Neumünster - Neumünster 1910 2:2, Flensburg 08 - LSV Flensburg 1:8.

Hallen-Handball-Turniersieger in Dortmund wurde der LSV Hamburg vor 6000 Zuschauern, der in der Vorrunde den LSV Gütersloh mit 17:5 (7:2) ausschaltete und in der Zwischenrunde Eintracht Dortmund mit 9:4 (7:3) schlug, um dann Tura Barmen im Endspiel mit 8:2 (3:0) zu besiegen.

In Oberschlesien ist Bismarckhütte 99 erster Anwärter auf die Meisterschaft, da es ein 3:3 gegen Preußen-Hindenburg erzwang.

In Berlin gab es keine Veränderungen.

Der Nordbayerische Titelverteidiger 1, FC Nürnberg schoß im Spiel gegen Kickers 04 Würzburg insgesamt 15 Tore ohne ein Gegentor. Bei Halbzeit stand es schon 7:0 für den "Club".

Vienna Wien schlug in Wien den Wiener SK mit 3:1. Altmeister Schalke 03 siegte am Sonntag über die noch ungeschlagene Borussia Dortmund mit 5:1 (2:0).

leer

1942

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Zwei unvergessene Männer

Hermann Lex berichtet von seiner Zeit bei Husum 18

Alfred (Eie) Wolf

geboren 24.07 1910 in Husum
gefallen 17.07 1944 in Rußland

Alfred "Eie" Wolf, wir kennen ihn alle, und die ihn nicht kennengelernt haben, denen sei sein Wirken bei Husum 18 hier aufgezeichnet.

Eie, so wurde er genannt. Aktiv spielte er in unserem Verein in der dritten Mannschaft, deren Spielführer er war. Auch in der zweiten Garnitur wirkte er mit. Er liebte den Sport um des Sports willen. Seine Hauptposition bekleidete er in seiner Eigenschaft als langjähriger erster Kassierer. Genau, exakt und so sauber wie er äußerlich sich zeigte, so war er auch in seinem inneren Wesen. Zu jedem Spiel der Liga fuhr er mit nach auswärts und paßte genau auf, daß sein Verein den rechten Anteil aus jedem Spiel ausgezahlt erhielt. Im Bezirk war er bestens bekannt, beliebt und geschätzt.

Bei jeder Fahrt nahm er sicherheitshalber seine blitzblank geputzten Fußballstiefel und seine schneidig gebügelte Kluft mit. Es konnte ja vorkommen, daß ein Spieler ausfiel, und Eie dann einspringen durfte. Das ist ganz, ganz selten vorgekommen. Dennoch hat er so oft seine Kluft ausleihen müssen und schmutzig wieder mit nach Hause gebracht. Als Schiedsrichter, im Vergnügungsausschuß, in der Jugendbetreuung, überall wirkte Alfred "Eie" Wolf für Husum 18. Den freiwilligen Sanitätern auf dem Sportplatz gab er aus seiner Privattasche dann und wann 5 Mark, er meinte, das hätten die wohl redlich verdient.

Nach jahrelangem erfolgreichen Wirken als Lehrling und junger Mann bei der Firma Momme Jürgensen pachtete er das Kolonialwarengeschäft von Klaus Warnsholdt in der Süderstraße. Hochzeit wurde gefeiert mit seinem lieben Lenchen aus Witzwort, paßten beide so schön zusammen. Und des Glückes war übergenug in dieser jungen Ehe.

Dann kam der unselige Krieg, der alles zerstören sollte, auch das kurze Glück dieser beiden jungen Menschenkinder. Die gute junge Frau Wolf starb an einer schweren Krankheit, und Alfred folgte ihr bald nach, er fiel für Deutschland und liegt im weiten Rußland begraben. Von seinem Todestage datiert seine letzte Karte an mich, und wir mußten feststellen, daß noch verschiedene andere Freunde, unter anderem auch unser unvergessener Otto Mißfeldt Post vom gleichen Tage von Alfred erhalten hatten. Wohl in Vorahnung seines Todes hat er noch vielen Kameraden ein letztes Lebenszeichen gegeben.

Es spricht für Alfred Wolfs Exaktheit, Liebe und Treue zu Husum 18, daß er bei seinem letzten Urlaub ein Testament über seinen Nachlaß gewissenhaft festgelegt hatte. Das wurde uns erst bekannt, als Bernhard Petersen nach Alfreds Heldentod zur Testamentseröffnung gerufen wurde. Der gute Eie hatte Husum 18 einen namhaften Betrag hinterlassen und auch andere Vereine und Personen bedacht.

Das war Alfred "Eie" Wolf! Das war stilles Heldentum!

Sein Geist soll und wird weiterleben in den Herzen der heranwachsenden Jugend unter der blau-weiß-roten Flagge von Husum 18, für die Alfred "Eie" Wolf gelebt und gehofft hat. Ihm nachzueifern und zu versuchen, es ihm gleichzutun, sei die vornehmste Aufgabe aller 18er in guten und in schlechten Tagen.


Hermann Mellage

Nun war es leider mal wieder soweit, daß die Liga von Husum 18, nachdem Hugo Starken zum Wehrdienst einberufen war, keinen rechten Torwart mehr hatte. Und jeder Sportler weiß, das ist ein beruhigendes Gefühl und eigentlich die Voraussetzung für ein unbefangenes freies Spiel der Mannschaft ist, wenn der "Kasten" gut behütet ist. Längere Zeit mußten wir uns schlecht und recht mit einem Ersatztorwart behelfen. Dann aber kamen eines Abends am Montag in die Spielausschußsitzung die Unteroffiziere Kemena und de Witt aufgeregt, ohne anzuklopfen, hereineingestürzt. "Herr Petersen, wir haben jetzt einen Klassetorwart, der ist heute als Rekrut bei uns eingezogen worden." Na, wenn man während der ganzen Jahre so viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, von denen Bernhard Petersen bestimmt ein Lied singen konnte, so mußte man skeptisch sein. Aber in diesem Falle klappte es hundertprozentig, denn kein geringerer als Hermann Mellage, der zweimal als Torhüter bei Schalke 04 die deutsche Fußballmeisterschaft mit errungen hatte, war "freundlichst" aufgefordert worden, seine Rekrutenzeit bei der 8.E.M.A.A. in Husum abzuleisten. Von dieser Tatsache hat nach heutigem Ermessen eigentlich besonders Husum 18 Nutzen gehabt.

Herbert Koch hatte es eilig und stellte sich schon am anderen Tag beim zuständigen Sportoffizier vor. Am liebsten sollte und wollte auch Hermann Mellage schon am kommenden Sonntag spielen. Das ging aber beim besten Willen nicht. Aber für den darauffolgenden Sonntag bekam er die Genehmigung des sehr zugänglichen Sportoffiziers. Wir sollten nach Flensburg.

2 Ausbildungsoffiziere mußten sich befehlsmäßig besonders um den Rekruten Mellage kümmern, damit er sich als Soldat nicht vorbeibenahm. Wir gaben sofort unseren Sportfreunden in Flensburg telefonisch Bescheid, daß wir mit unserem neuen Torwart von Schalke 04 antreten würden. Diese Mitteilung erbrachte einen Rekordbesuch.

Wir fuhren mit der Bahn, und es klappte auch beinahe alles gut. Nur, wie die Mannschaft am Flensburger Bahnhof die Straßenbahn besteigt, auf der sich auch Marineoffiziere befinden, will es das Unglück, daß Hermann Mellage im Gedränge mit den großen Füßen nicht klarkommt. Ein Offizier schimpft wegen des unzureichenden Grußes von Hermann Mellage und sagt etwas wie: "Sie können mir meinetwegen auf die Füße treten, aber doch nicht auf die Stiefel." Da schaltete sich Herbert Koch auch schon ein und brachte als alte Kompaniemutter alles in Ordnung, und während wir uns mit Hermann Mellage in den Anhänger schoben, hörten wir nur noch, wie der Offizier und Herbert beide schrecklich lachten. Wir gewannen in Flensburg 2:0.

So waren wir erst einmal hinsichtlich des Torwarts auf einige Monate gesichert, es gab fast nur Plustore, selten Minustore. Hermann Mellage stand auf der 16-Meter-Linie und dirigierte von dort das Spielgeschehen. Er konnte die Bälle über das ganze Spielfeld wuchten, sein Zuspiel war haarscharf auf Läufer und Stürmer abgezirkelt. Auf Kameradschaftsabenden hat er uns seine Fotos aus dem großen Spielen gezeigt und uns dazu vieles Interessante aus seiner Laufbahn zu erzählen gewußt.

Bevor Hermann Mellage von Husum ins Feld rückte, war er noch einmal in unserem Kreise in dem auch ihm lieb gewordenen Vereinslokal Handwerkerhaus bei Markus Nehlsen, um Abschied zu nehmen. Bescheiden und ruhig wie er war, dankte er Bernhard Petersen für die freundliche Aufnahme, die er hier gefunden hatte. Er hätte es nicht geglaubt, daß in einem für ihn so kleinen Verein eine derartige Begeisterung und treue Zusammengehörigkeit der Gemeinschaft eine solche Stütze war.

"Hermann Mellage, wo immer du auch sein magst, möge es dir wohlergehen!"

Vor dem Spiel Husum 18 gegen Flensburg 08 (4:3) - Husum 18 wurde 1942 Herbstmeister.


Hermann Lex
leer

1942

Husum 18 / Medien

Mannschaft der "Mittelschule"

Rönnau · Hansen · Schladetzky · Klimer · Tetsen · Baumgarten · Friedrich · Ramelow · Johannsen · Hansen · Greve · Westerwiek · Gosch

leer

1943

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Aus vergangenen Tagen

Im Hinblick auf unser 50-jähriges Jubiläum wird es interessieren, in welchem Rahmen das 25. Stiftungsfest stattfand. Darüber hieß es:

"Der Husumer Fußballverein von 1918 hielt Anfang Dezember 1943 im festlich geschmückten Handwerker-Vereinshaus eine interne Erinnerungsfeier anläßlich seines 25-jährigen Bestehens ab. Der Gründer des Vereins, Bernhard Petersen, begrüßte die Gäste, und gab einen Rückblick auf die Entwicklung des Vereins. Weiter verlas er eine Anzahl Glückwunschschreiben von Sportkameraden und -freunden in der Heimat und im Felde.

Kreissportwart Wilhelm Breßler, Flensburg, war selbst nach Husum gekommen, um in einer warmherzig-kameradschaftlichen Ansprache den Jubiliaren des Verein in alter freundschaftlicher Verbundenheit die Grüße der Sportstaffel Ost und des Brudervereins Flensburg 08 zu überbringen. Dem in Sportkreisen wohlbekannten, unermüdlich für den Verein tätigen Kameraden Wilhelm "Willi" Jürgens wurde die silberne Ehrennadel überreicht.

Ein hübsches und mannigfaltiges Programm war für den Abend zusammengestellt. Voll und ganz seiner Bedeutung angepaßt waren eine Schmalfilmvorführung und ein Vortrag des Sportkameraden Hermann Lex. Der Schmalfilm zeigte uns Bilder aus der Vergangenheit des Vereins und seiner beiden Vorgänger, die bis 1906 zurückgingen. Eine zum Teil schon fast verschollene Welt tauchte da vor uns auf: Bekannte Fußballspieler, die damals fast noch Knaben waren und heute schon Enkel zur Ausübung des Sports schicken, andere, die schon im ersten Weltkrieg gefallen oder nach seinem traurigen Abschluß nach Amerika ausgewandert sind, und wieder andere, die, nicht wenige im feldgrauen Rock, selbst gekommen waren, um den Tag mitzufeiern oder auch aus dem Felde schriftlich ihre Anhänglichkeit bekundeten.

Sportkamerad Hermann Lex rief in humorvollen Ausführungen an der Hand eigener Erinnerungen ein Stückchen Husumer Jugendzeit aus den Tagen des unvergessenen sportfreundlichen Rektors Möller in das Licht des Tages zurück.

Hervorragend trug zur Ausgestaltung des Programms auch der Rekordmeister Wilhelm Breßler, Flensburg, bei, der sich ebenso famos als packender Erzähler sportlicher Erlebnisse wie als "Kunstpfeifer" erwies. Im übrigen lag auch der musikalische Teil des Abends bei Mitgliedern der Akkordeongruppe Heidrich und zwei Militärmusikern in guten Händen. Alle Mitwirkenden ernteten wohlverdienten Beifall.

leer

 

1945

aus dem StadionEcho des HFV 18 vom
4. November 2006

 

Frisia Husum / Historisches

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 6)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky
 

Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus im Mai 1945 begann die

zweite Ära von Frisia Husum.

Allerdings nicht sofort. Eigentlich waren Sport- und Vereinsleben von den Besatzungsmächten verboten worden, doch im Juli 1945 erhielten einige junge Arbeitsdienstler auf Vermittlung ihres letzten Gruppenführers Karl Carstens (Noske) von der Militärregierung die Genehmigung zu einem Freundschaftsspiel gegen eine Lettenauswahl. Es war das erste Spiel einer deutschen Mannschaft nach dem Kriege in Husum. Es ging übrigens 1:7 verloren.

Diese Arbeitsdienstler, unter ihnen der spätere 1. Vorsitzende Lothar "Muschi" Muschinski und Leute aus dem Osten Deutschlands, gründeten dann mit einigen jungen Husumern einen Verein. Sie nannten ihn Schwarz-Weiß Husum. Der Name war ganz pragmatisch gewählt, denn man hatte aus der Tätigkeit beim Reichsarbeitsdienst noch eine schwarze Turnhose und ein weißes Sporthemd.

Mit der Entlassungswelle aus der Wehrmacht kehrten auch alte Frisianer heim. Als sie hörten, daß sich ein neuer Club gegründet hatte, wurden sie sofort aktiv. Reinhold Schacke, der leider viel zu früh verstarb, ergriff die Initiative und vereinigte 1946 "Schwarz-Weiß" mit den ehemaligen Frisianern. Man einigte sich schnell darauf, fortan wieder den Vereinsnamen Frisia Husum zu verwenden.

Reinhold Schacke führte Frisia zu alter Größe, wurde zum Motor des Vereins in der Nachkriegszeit. Unter ihm entstand die berühmte "Blau-Gelbe Nacht".

Die ersten Spiele fanden wie 1925 auf der Freiheit statt. Später pachtete man eine Koppel am Marienhofweg und richtete sich einen neuen Sportplatz ein.

Eine weitere Phase des Aufbaus und des Erfolges erlebte Frisia dann unter der Leitung des langjährigen 1. Vorsitzenden und späteren Ehrenvorsitzenden Albert Bremer. Er integrierte den Verein wieder in den Verband der deutschen Eisenbahn-Sportvereine und war Initiator zum Bau des Friesenstadions, wo der Club seine endgültige sportliche Heimat fand. Unter seiner Führung wurde aus einem reinen Fußballverein ein Sportverein mit fünf Abteilungen.

Nachfolger von Albert Bremer wurde Lothar "Muschi" Muschinski, der sich ebenfalls große Verdienste erworben hat. Hierbei sei besonders der Bau des Sportlerheimes erwähnt. Auch der kürzlich verstorbene Hans-Friedrich "Fiede" Nielsen war daran maßgeblich beteiligt.

leer

1945

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Aus vergangenen Tagen

Nach dem Kriege fanden sich sofort wieder Männer bereit, den Sportbetrieb in Gang zu bringen. Bald rollte der Fußball wieder, und Husum 18 gelang schon nach kurzer Zeit der Aufstieg in die Landesliga Schleswig-Holsteins. Zu dieser Zeit erlebte der "Marienhof" wohl mit eine seiner größten Zeiten. Es wurden große Freundschaftsspiele ausgetragen: Eimsbüttel Hamburg (Oberliga), der Harburger Turnerbund, der Bonner SC, Erle 08, Holstein Kiel, um nur einige der großen Gegner zu nennen, waren Gäste, die den Fußballsport in Husum attraktiv machten. Viele Mannschaften wurden in der "schlechten Zeit" mit Naturalien gehandelt. So mancher Sack Kartoffeln, so mancher Schinken wanderte in den Kofferraum des Gästebusses.

leer

1946

10. Juli

 

Husum 18 / Historisches

leer

1946

19. Juli

 

Husum 18 / Historisches

leer

1946/48

Frisia Husum / Historisches

Unser Verein!

Es fällt schwer, einen lückenlosen chronologischen Abriss einer 38jährigen Vereinsgeschichte zu geben, wenn man selbst 12 Jahre ortsabwesend war und zum andern durch die Kriegsereignisse die meisten schriftlichen Unterlagen verlorengegangen sind. Ich bin daher auf mein Gedächtnis angewiesen und auf die Notizen, die mir aus Kameradenkreisen zur Verfügung gestellt wurden.Aber wie es so ist, vieles ist durch die nachhaltigen Erlebnisse der letzten 20 Jahre überschattet, viele Erinnerungen gingen durch den Tod so manchen Kameraden endgültig verloren. Die Ereignisse der letzten Jahre oder sagen wir, diejenigen der Nachkriegsjahre sind bei den Meisten noch in guter Erinnerung. Ich will mich daher in meinen Ausführungen auf die Gründerjahre des Vereins beschränken.

Es ist wie bei dem Geburtstag eines Menschen, an dem man auch am liebsten aus den Kinderjahren erzählt, ist diese Zeit doch die schönste, knüpfen sich an diese Zeit doch die liebsten ' Erinnerungen.Wie sollte es bei uns anders sein.

Wenn ich nun aus den Kinderjahren des HESV Frisia erzähle, so will ich doch die Gründungszeit des Husumer Fussballsports nicht übergehen, denn erst diese Kenntnis rundet das Bild ab. Ich habe diese Zeit schon einmal kurz beim 25jährigen Jubiläums des Vereins 1950 gestreift, sie geschildert und beschrieben. Aber diese Zeit ist es doch wert, daß man sich ihrer erinnert, waren es doch die Pioniere im Husumer Fußballsport, die in unserer Heimatstadt dem Sport des runden Lederballs zum Durchbruch verhalfen.

Nachdem um die Jahrhundertwende der Husumer Turnverein für eine ganz kurze Zeit eine Fußballabteilung aufstellte, die aber über eine Statistenrolle nicht hinauskam erfolgte im Jahre 1906 die Gründung des ersten Husumer Fußballvereins "Unitas". Es waren meistens junge Kaufleute und Bankbeamte, die aus den Großstädten nach Husum verschneit waren, die den Mut aufbrachten, sich gegen den Widerstand der Husumer Professoren und der Chefs durchzusetzen. Auf der "Freiheit", die auch die erste Spielstätte Frisias werden sollte, wurde das Spielen aufgenommen.

Wir, die wir noch in den untersten Klassen zur Schule gingen, waren von diesem Spiel hellauf begeistert. Wie könnte es auch anders sein? An Fußballstiefel oder Dreß, wie es jetzt schon die ganz jungen Steppke tragen, war zu damaliger Zeit garnicht zu denken. Nur die Jungen, die in der Auswahl ihrer Eltern ganz vorsichtig gewesen waren, bekamen zum Weihnachtsfest einen Fußball geschenkt. Diese Jungen waren immer stark umworben, und es bedeutete schon eine besondere Auszeichnung, in den Kreis dieser fußballtreibenden Jungen aufgenommen zu werden. Aber wir wußten uns immer zu helfen, ein Gasball zu 50 Pfennigen, und wenn die nötigen Groschen fehlten, ein runder Stein, halfen uns, in die Anfangsgründe des Fußballspiels einzudringen.

Das Bild der Gründungsmannschaft des Vereins "Unitas" scheint verlorengegangen zu sein. Aber wir Jungen hatten auch anno dazumal unsere Lieblinge, genau so, wie heute jeder Uwe Seeler oder Günter Netzer kennt. Wir hatten unsere Lokalmatadoren. Wer kannte nicht "Säckel", der einen Vollbart trug und daher den Namen "Jesus" trug. Oder "Borneo", der wegen seiner schwarzen Haare und seines fremdländischen Aussehens diesen Namen bekam.

Ich habe schon vielfach geschildert, unter welchen schwierigen und primitiven Umständen der Fußballsport ausgeübt wurde. Die Freiheit war für damalige Verhältnisse gar kein so übler Platz, wenn auch die Grasnarbe nicht ohne Dicken war. Sie hatte dazu den Vorteil, daß die spazierengehende Bevölkerung doch für einige Minuten stehenblieb, teils unter Kopfschütteln weiterzog oder dem Spiel Geschmack abgewann.

Zu diesen Leuten gehörte Gott sei Dank auch mein Vater, der mir bald sein Bedauern ausdrückte, daß man in seiner Jugend dieses Spiel nicht gekannt hätte. Aber immerhin hatte der Fußballsport zu damaliger Zeit mehr Feinde als Freunde. Besonders die Lehrerschaft tat den Lederball in Acht und Bann. Es war eben ein englisches Spiel. Und ich weiß noch ganz genau, wie ich mich als junger Stift in einem Zeitungskrieg mit einem Husumer Professor einließ, der den Fußballsport aber auch restlos verdammte. Ich durfte den Artikel aber nicht mit meinem Namen zeichnen.Was glauben Sie, was mir passiert wäre?

Denn damals war es doch eine halbe Gotteslästerung, wenn man als blutjunger Mensch eine andere Meinung als ein Professor gehabt hätte. Aber die Redaktion hielt dicht, und ich sonnte mich im Geheimen bei der Anerkennung, die der mutige Streiter erhielt. Aber aller Widerstand der fußballfeindlichen Kreise nutzte nichts. Der runde Lederball trat seinen Siegeszug in unserer Heimat an.

Im Jahre 1910 wurde der zweite Husumer Fußballverein "Alemannia" gegründet. Ihm gehörten in der Mehrzahl Handwerker und Arbeiter an. Auch in diesem Verein war ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen.

Jahre gingen dahin, immer größer wurde der Kreis der fußballtreibenden Jugend. 1914. Der erste Weltkrieg brach aus. Fast alle Mitglieder der ersten Männermannschaften wurden einberufen. Zurück blieben nur wir 16- und 17-Jährigen. Wir hielten den Sportbetrieb aufrecht. Zuletzt taten sich die Überrest beider Vereine zusammen unter Zuhilfenahme einiger Kräfte der Marinestation. Aber der Krieg brauchte alle wehrhaften Jiinglinge. Der Fußballsport karn in den letzten Kriegsjahren zum Erliegen.

Wie tief aber der Gedanke der Husumer Jugend in dem Fußballsport verkörpert war, zeigte sich nach dem Kriege in der Gründungsversammlung des neuen Husumer Fußballvereins, die im Dezember 1918 erfolgte. Man einigte sich auf einen Verein, der den Namen Husumer Fußballverein von 1918 tragen sollte. Noch waren alle ehemaligen Mitglieder noch nicht zurückgekehrt. Der Verein nahm einen lebhaften Aufschwung, zählte eine beachtliche Zahl von Mitgliedern und wußte auch auf dem grünen Rasen eine gute Rolle zu spielen.

Das war die Situation, wie sie die Gründer des HSV Frisia vorfanden. Aus sportlichen Gründen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, liegen sie doch nunmehr 30 Jahre zurück, traten einige junge Leute aus dem HFV v 1918 aus und planten einen neuen Verein. Die meisten Spieler entstammten der Jugendmannschaft, und es hat für die Folge wohl kaum eine Mannschaft gegeben, die an Jahren jünger war. Als wir anfingen, unseren Verein auf die Beine zu stellen, konnten wir wie Fritz Lau in seiner köstlichen Geschichte "Besorgen" sagen: "Mit Nix sind se anfungen."

Sie hatten keine Kluft, keinen Fußball, keine Tore, überhaupt nichts, und es gehörte schon ein großer Optimismus dazu, überhaupt anzufangen. Aber eines stand als gewaltiger Aktivposten auf der Habenseite: Das war der nicht zu übertreffende Kameradschaftsgeist. Und dieser gute Geist hat den Verein immer begleitet. Wie oft wurde ein scheinbar verloren gegangenes Spiel noch in den letzten Minuten in einen Sieg verwandelt. "Elf Freunde müßt ihr sein, um Siege zu erringen". Auch eine lange Pechsträhne konnte diesen Geist der Spiele nicht erschüttern.

Als sich am Gründungstag 20 junge Leute in Boy Clausens Gasthof zu einer Besprechung zusammen fanden, wurde der Beschluß gefaßt, in der nächsten Woche den Verein aus der Taufe zu heben. Er erhielt den Namen "Frisia" nach seiner nordfriestschen Heimat. Als Vereinsfarben wählte man die Husumer Stadtfarben blau und gelb. Gelbes Hemd und blaue Hose.

Ich sagte schon, daß die Mehrzahl der Mitglieder sich aus jungen Leuten zusammensetzte, die zum großen Teil nur ihr Lehrlingsgehalt bezogen. Von ihnen war keine große finanzielle Hilfe zu erwarten, die nun einmal notwendig war, wenn überhaupt die notwendigsten Spielgeräte angeschafft werden sollten. Aber woher das Geld nehmen? Es traf sich daher ganz günstig, daß einer der wenigen älteren Spieler sich für seine Aussteuer ein kleines Bankkonto zugelegt hatte. Hiervon wurden erstmal die Utensilien gekauft. Nebenbei, dieser Spieler hat sein Geld wiederbekommen.

So war es immer, wenn Not am Mann war,und dieses kam recht oft vor. Dann griff der Vorstand in die Privattasche und mancher 10- oder 20-Markschein landete in der Vereinskasse und half über die vielen finanziellen Klippen hinweg. Kein Wunder, daß von anderer Seite der neugegründete Verein schon bei seiner Geburt totgesagt wurde. Aber es zeigte sich, daß dieses Kind weder eine Frühgeburt war, noch daran dachte, immer in zartem Kindesalter das irdische Dasein zu segnen. Das KInd konnte sich recht bald auf eigene Beine stellen. Wie oft mußten wir in der Anfangszeit haushohe Niederlagen einstecken 10:0, 7:1 usw. Aber es wurde eisern weitertrainiert. Einmal mußten die Früchte reifen.

Zweimal hieß es Konditionstraining in der Woche, einmal gab es technischen Unterricht. Auch bei hohem Schneefall wurde geübt, es gab kein Pardon. Wer nicht zum Training kam, mußte damit rechnen, zum nächsten Spiel nicht aufgestellt zu werden. Allmählich wurden bessere Resultate erzielt, und als der erste Sieg gelandet wurde, war die Freude groß. lm nächsten Jahre hieß es, an den Punktspielen teilzunehmen, gingen wir mit berechtigtem Optimismus in die Punktrunde. Die letzten Spiele hatten gezeigt, daß wir es zwar nicht mit den Spitzenvereinen aufnehmen konnten, aber immerhin hatten wir manche Elf der zukünftigen Klassenvereine in Freundschaftsspielen besiegt. Erklärlich, daß gerade dem Spiel gegen den Ortrivalen mit Spannung entgegen gesehen wurde. An einen Sieg wagten wie nicht zu denken. Aber immerhin wollten wir unser Fell so teuer wie möglich verkaufen. Über 2000 Zuschauer umsäumten den Platz am Marienhof, denn die 18er hatten sich inzwischen einen eigenen Sportplatz zugelegt. Als es bei der Pause 3:0 für unseren Gegner hieß, schien es nach einer haushohen Niederlage auszusehen. Aber es zeigte sich, daß sich unser Training auswirkte. Wir schossen in der zweiten Halbzeit zwei Tore zum Ausgleich langte es nicht mehr. Singend und untergehakt gingen wir vom Platz, und gerade diese nur knappe Niederlage gegen eine Mannschaft mit großem Namen gab uns ungeheuren Auftrieb.

Wir konnten im ersten Jahre einen Mittelplatz belegen. Ich glaube, niemals ist von einer Mannschaft einer Bezirksklasse mehr trainiert worden, als in diesem Jahre im Verein Frisia. Wenn ich an die Montagabende denke, so weiß ich mich genau zu entsinnen, daß wir über Monate hinaus immer dieselbe Elf aufstellen konnten, das bedeutete, daß kein Spieler sich vor dem Training drückte, sonst wäre er kaltgestellt worden. Wie sehr mußte eine Mannschaft zusammenwachsen, die immer in derselben Aufstellung spielte.

Auch die Leichtathletik kam nicht zu kurz. Wer erinnert sich nicht der Waldläufe im Lehmsieker Gehölz. Kurz, es wurde alles unternommen, was die Mannschaft bis zum letzten fit machen konnte. Wir hatten ein Ziel, und das war die Meisterschaft. Die Freundschaftsspiele bestätigten unsere gute Form.

Sogar gegen die Mannschaften der Hamburger A-Klassen schnitten wir gut ab. Gegen die Wackermannschaft mit den Gebrüdern Böttger, die repräsentativ fiir Hamburg gegen Kopenhagen spielten, konnte ein Sieg herausgeholt werden.

Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen wuchs. Das es Fanatiker auf beiden Seiten gab, die ich persönlich nie habe leiden können, versteht sich. Diese gibt es iiberall und sind dem sportlichen Gedanken nicht förderlich. Eines war aber erfreulich in diesem sportlichen Konkurrenzkampf. Die ganze Husumer Bevölkerung wurde von der Erregung mitgepackt. Bei einem der ersten Spiele wurden beinahe 2000 Zuschauer gezählt, und dies bei einer Bevölkerungszahl von ca. 15000. Das bedeutet, daß 20 % der Husumer Bevölkerung sich zu diesem Kampf einfand. Man überlege, ob in anderen Städten eine derartige Begeisterung für den Lederball herrschte.

Um es kurz zu fassen: Im zweiten Jahr unserer Teilnahme an der Punktrunde gelang uns der große Wurf. Wir wurden stolzer Meister und stiegen auf. Unser Rivale mußte noch ein Jahr warten, ehe ihm der Aufstieg gelang. Wenn wir noch heute auf diesen Erfolg stolz sind, so mögen sie uns verzeihen. Das Ziel war hoch, und wir hatten es erreicht.

Mit wechseldem Erfolg wurden die nächsten Jahre durchgestanden. Auch von Rückschlägen blieb der Verein nicht verschont. Aber Höhen und Tiefen hat ja jeder Verein durchzumachen. Im vierten Jahre des Bestehens konnte der neue Sportplatz in der Woldsenstraße eingeweit werden. Es kostete zwar viele Kopfschmerzen in finanzieller Hinsicht, aber auch diese Hürde wurde dank der Opferfreudigkeit der Mitglieder überwunden.

Nachdem Frisia sich 1936 dem Verband der Eisenbahnsportvereine angeschlossen hatte, dieser Schritt brachte doch verschiedene finanzielle Vorteile, übernahm Herr Kretschmer und später Herr Knoche die Führung des Vereins. Aber diese Jahre waren insofern schwer, als der Fußballsport sich dem SA-Dienst unterordnen mußte. Aber es sei doch festgestellt, daß der Sturmführer sehr freundlich eingestellt war und Härten nach Möglichkeit zu vermeiden suchte. Aber es war nicht mehr der freie Geist früherer Jahre.

1938 erfolgte dann im Zuge der Gleichschaltung die Auflösung des Vereins. Die meisten Spieler schlossen sich dem HFV v. 18 an, und einige sind dort zum Teil bis zum heutigen Tage geblieben. Als dann 1945 der Zusammenbruch kam, nahm Husum 18 unter neuer Führung als erster die sportliche Tätigkeit wieder auf. Aber der alte Frisiageist ließ sich nicht unterkriegen. Reinhold Schacke und viele andere riefen den Verein 1946 wieder ins Leben. Auf der Alten Freiheit wurde wieder begonnen, dem Ball nachzujagen. Gestartet wurde mit dem Punktspielbetrieb in der Bezirksliga ... Nach Klassenneueinteilung (Schaffung der Landesliga) fiel die Mannschaft in die Kreisklasse zurück. Schon die Spielzeit 1948/49 brachte für die 1. Männermannschaft den Kreismeistertitel und den Aufstieg in die Bezirksklasse.

Unser lieber Reinhold starb aber viel zu früh. Er war es auch, der die Topfsche Koppel als neuen Sportplatz pachtete. Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedern geleistet, um den Platz herzurichten. Für den Platzwart wurde eine Wohnung geschaffen.

1948 ging Reinhold Schacke von uns. Sein vorwärtsdrängender Geist war es, der den Verein auf eine gesunde Basis stellte und in kurzer Zeit ein gesundes Fundament fiir das fernere Vereinsleben schuf.

Seit 1948 führt Albert Bremer den Verein. ln ihm hat der Verein einen Vorsitzenden gefunden, der mit viel Idealismus an die ihm gestellten Aufgaben heranging. Wenn Frisia im Bezirk ein Wort mitsprechen kann, so ist es nicht zuletzt sein Verdienst. Auch ihm. zur Seite stehen ein Stab getreuer Mitarbeiter. Ob es Abbi Thomsen, Joh.Christiansen, Arthur Langholz, Helmut Langholz oder Karl Siercks ist. Sie alle stehen seit vielen Jahren immer dort, wenn es für den Verein zu arbeiten gilt. Sie alle haben dafür gesorgt, daß seine Spieler im Amateurgedanken ihr Ideal sehen. Der Verein ist in seinem Gefüge so wunderbar gesund, daß man um die zukiinftige Entwicklung nicht bange sein braucht. Wir wünschen ihm, daß dieser Geist auch weiterhin erhalten bleibt, daß er weiterhin ein Bund der Idealisten sein möge und daß er auch sein 50. Jublläum im selben Geiste begehen möge.

Diese schönen Zeilen schrieb uns der Mitbegründer!

15. Oktober 1968, Carl Carstens (Noske)
leer

1946ff

Aus den Vereinsnachrichten des HFV 18
vom 1. Juli 1979

Husum 18 / Historisches

Die 18er Ib-Mannschaft 1948/49

"Jupp" Rückert - Kurt "Buba" Schmidt - Dr. Karl Pilz - Hugo Emm - Johannes "Hanne" Wulff - Georg "Schorsch" Jessen - BetreuerEduard Schiller / August "Aue" Carstens - Helmut Huß - Ernst "Jupp" SchönfeldConrad "Conny" Mader - Karl-Ernst Nehlsen - Heinrich "Hein" Knviczors


Unglaublich, aber wahr

Diese geschilderte Begebenheit hat sich in Husum, im "Handwerkerhaus" wirklich zugetragen:

Es war die wohl größte Zeit der Fußballer von Husum 18, Mitte der vierziger Jahre nach dem Kriege. Viele tausend Zuschauer umsäumten Sonntag für Sonntag den Tribünensportplatz am Marienhofweg. Man spielte in der zweithöchsten Spielklasse in Deutschland, der Landesliga.

Große Vereine hatten gegen die spielstarke Heimmannschaft von 18 nicht viel zu bestellen. Es war ein großer Gegner in Husum zu Gast. Die Mannschaften sowie das Schiedsrichtergespann zogen sich im Handwerkerhaus um und fuhren im Bus zum Marienhofineg. Dieses Spiel sollte geleitet werden von dem weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannten Kieler Oberligaschiedsrichter Karl Heuck.

Bei Husum 18 spielte seinerzeits der als "eisenhart" spielende linke Verteidiger Karl Etteldorf, der oftmals die Grenzen der sportlichen Fairneß überschritt. Dieses wußte auch Schiedsrichter Heuck.

Nun lief folgendes Ritual im Gastraum des Handwerkerhauses ab: Schiri Heuck und der Spieler Etteldorf (beide bereits in Kluft umgezogen) trafen sich vor der Theke. Heuck:"Karl, komm mal zu mir!" Heuck zum Gastwirt Markus Nehlsen: "Markus, schenk Karl und mir mal einen Kom ein." Nachdem beide den Korn ausgetrunken hatten, hielt der Schiedsrichter dem Spieler Etteldorf eine Standpauke betr. "fair zu spielen", und er (Schiri Heuck) möchte nicht erleben, daß Etteldorf die Grenzen der sportlichen Fairneß überschreitet.

Der Schiri brauchte im nachfolgenden Spiel nicht einzugreifen.

Er war eben nicht nur eine Respekperson für den Spieler, sondern besaß auch psychologische Fähigkeiten für dieses nicht leichte Amt.

Dieter Schladetzky

Domuls bis Achtein

von Jupp Schönfeld

Ich habe während des Krieges auch den Kontakt, den Ereignissen entsprechend, zum Verein verloren. Einmal bekam ich allerdings einen sehr feinen Brief des ehemaligen Ligaobmanns Hermann Lex; ich habe mich über diesen Gruß aus der Heimat sehr gefreut. In seiner freien, humorvollen Art hat Hermann Lex mir Mut und Zuversicht gegeben. Vor allem freute ich mich aber darüber, daß er mir überhaupt geschrieben hatte, daß er auch an mich gedacht hatte, denn ich war ja als 18er bisher nur ein Jugendspieler gewesen.

Mit 18 Jahren wurde ich Soldat. In dieser Zeit bei der Marine habe ich während der Ausbildungszeit immer die stille Hoffnung gehabt, doch mal als Soldat mit der Marine-Elf (ich spielte unter anderem damals in der Mannschaft der Torpedo-Schule Flensburg-Mürwik) als Gastmannschaft auf dem Marienhof zu spielen. Denn Husum 18 pflegte ja vor dem Kriege gute Kontakte gerade zu Marine-Mannschaften aus Kiel, Flensburg und Eckernförde. Doch auch das blieb nur ein Wunsch, und am Lehrgangsende ging es dann wieder "anderswohin". So gibt es über diese sonst so "ereignisreiche" Zeit auch wenig zu berichten im Zusammenhang mit dem Verein.

Nach dem Kriege allerdings stellte sich einmal mehr heraus, daß ich ganz in der Nähe eines alten verdienten 18er stationiert gewesen war, nur ein paar Kilometer voneinander entfernt, oben im Polargebiet. Es war der für mich unvergessene Karl "Kalli" Schladetzky. Schade, daß wir nichts voneinander wußten, da wäre sicher öfters einer "gezwitschert" worden. 1946 kamen wir beide darauf und haben es natürlich sehr bedauert.

So kann ich überleiten auf die Nachkriegszeit, eine Zeit, die man den Jüngeren gar nicht glaubhaft erklären kann, so komisch, so trostlos und turbulent waren diese Jahre. Doch das Leben und mit ihm der Sport ging weiter. Und wie, unvergessen! Im Sommer 1946 meldete ich mich wieder bei meinem Verein. Viele, ach so viele "Alte" fehlten, doch neue Namen tauchten auf. Spieler, die der Krieg in die Husumer Ecke verschlagen hatte. Arthur Grabert - Walter Dunse - Lothar "Muschi" Muschinski und andere, es waren feine Spieler dabei. Ich war damals in der Reserve.

Folgende Spieler waren zu dieser Zeit in der Reserve und 1b-Mannschaft:

Bernhard Zylonka   Stein   "Jüchche"
Leo Wugazza   Johannes Feddersen   "Heie" Matthiesen
"Dr." Musiol   Ferdin   Ferdinand Jensen
Arthur "Adde" Ebsen   Fred Edsen   Peter Cornils
Arthur Thomsen   Broder Nissen   Helmut Gudat
Harald Otto   Arthur "Adde" Brauer   Günther Marxen
Heinz Heisenberg   Günter Präger   Wilhelm "Willy" Grabowski
Egon Bracker   Conrad "Conny" Mader   Backhaus
Adolf Stephan   Heinz "Micha" Philipp   Johannes "Hanne" Wulff
Dr. Karl Pilz   August "Aue" Carstens   "Mieze" Stapelfeldt
Walter Lockenwitz   Karl-Ernst Nehlsen    
         

Vielleicht habe ich noch ein paar vergessen, doch einige waren sogenannte "Allround Spieler", die in den Jahren nach dem Krieg mal in dieser, mal in jener Mannschaft spielen mußten, öfters so in der ersten Mannschaft mit

Hugo Starken   Kurt "Buba" Schmidt   Matthias Schmidt
Helmuth Huß   Felix Nowack   Günther "Didi" Herrmann
Kurt Klose   Günter Hentzschel   Herbert Möbius
Artur Grabert   Walter Dunse   Lothar "Muschi" Muschinski
Hans Hansen   Hans Kissner   dem blonden "Letten"
Max "Magge" Sönnichsen   Bernhard Nissen    
         

Wer erinnert sich von den Älteren nicht an die ersten große Kämpfe gegen Niebüll, Bredstedt und andere, wo Max "Magge Sönn" Sönnichsen mit dem blonden "Letten" wunderbare Tore schoß? Wer erinnert sich nicht an die Fahrten der 1b und Reservemannschaften, oft mit zwei Mann auf einem Fahrrad nach Rantrum oder Hattstedt. Dörfer, die vor dem Kriege vom Fußball nichts wußten, hatten nun durch Heimatvertriebene und Leute, die nicht in die Sowjetzone wollten, tadellose Mannschaften. Gegner im Umkreis gab es gerade genug, doch Ernst Gosch als Spielausschußobmann raufte sich oft die Haare und rief: "Wie sollen wir das Ding denn biegen, wir können doch keinen Wagen kriegen!"

Ja, es war eine turbulente Zeit damals. Viele hatten keine Arbeit, das Geld hatte keinen Wert, es gab wenig "Kalorien", keine Zigaretten, man hatte keine Fahrgelegenheiten, es fehlte einfach an allem. Ich kann mich erinnern, wie es z.B. an dem wichtigsten für uns damals fehlte. Das waren gute Fußballschuhe. Ich bekam eine Zeitlang immer die Schuhe von einem Jugendspieler - er hieß Lehmann - geliehen. Nachdem er morgens damit gespielt hatte, holte ich sie mir mittags, schnell wurden die Kickstiefel mit Spucke geputzt (Schuhcreme gab's nicht), dann spielte ich damit, aber zehn Minuten vor Spielende der Reserve mußte ich schnell raus, und anschließend auf Socken weiterspielen, denn dann kriegte Walter Dunse die Stiefel zum Spiel der ersten Mannschaft. Ein paar Schuhe für drei Mann, es war zum Lachen, hatte aber auch sein Gutes. Wenn ich mal schlecht spielte, lag es gewiß nicht an den Schuhen, denn Walter Dunse spielte immer gut damit.

Und noch eine kleine Geschichte jener Zeit fällt mir ein. Im November 1946 wollten wir einen Kameradschaftsabend starten, doch es fehlte uns an richtigen Getränken, vom "Dünnbier" mußte man nur laufen: ein Schluck - zweimal laufen. Aber in dieser schweren Zeit wurde jedes Problem gemeistert. "Rübenschnaps" hieß das Stichwort, und wir hatten da einige "Spezialisten". (Ganze Völkerstämme kannten sich damals auf den Gebieten "Siedlerstolz", das war der Tabakanbau, und "Schnapsbrennerei" aus.) Irgendwo in Osterhusum ging die Sache dann über die Bühne, Einzelheiten möchte ich mir hier ersparen, doch sind wir nicht blind geworden, es war also kein Methylalkohol, sondern ein Saft, der uns schwer in Schwung brachte. Im Handwerkerhaus wurde er dann verkonsumiert, pro Pärchen eine Flasche. Es war einer meiner schönsten Abende, wir waren damals so ca 25 Paare, und ich hatte eine sogenannte Bierzeitung "Es leuchten die Sterne der 1b und der Reserve" verfaßt und mit viel Hallo vorgetragen.

Vielleicht sind diese sonst so finsteren Jahre deshalb so gut in Erinnerung, weil wir alle gemeinsam durch diese Zeit als eine "Gemeinschaft der Not" hindurchmußten. Vielleicht ist darum der Spaß und der Humor gerade aus dieser Zeit so nachhaltig.

Über diese Zeit mit ihren Vorkommnissen könnte man ganze Bücher schreiben. Jedoch auch das stabilisierte sich wieder, und es kamen wieder gute 18er Jahre, die erste Mannschaft stieg in die damalige Landesliga auf. Ich spielte dann in der 1b, in dieser Mannschaft herrschte seinerzeit ein toller Geist, wir spielten damals mit Karl-Ernst Nehlsen im Tor, Conrad "Conny" Mader und Heinrich "Hein" Knviczors als Verteidiger, als Läufer spielten außer mir noch Helmuth Huß - August "Aue" Carstens - Egon Bracker und Günter Marxen, und im Sturm meistens Heinz "Micha" Philipp - Hugo Emm - Johannes "Hanne" Wulff - Dr. Karl Pilz - Kurt "Buba" Schmidt - Georg "Schorsch" Jessen und Harald Otto. Als Betreuer fungierten Eduard "Ede" Schiller sowie Jupp Rückert.

Wir spielten gegen Tönning, Friedrichstadt, Leck, Rantrum, Süderbrarup, Sterup, Bredstedt, Westerland und Wyk auf Föhr und andere gute Gegner. Wir hatten nur ein Handicap: Wir spielten immer außer Konkurrenz, das heißt wir konnten nicht aufsteigen. Junge, Junge war das ein Elan damals, so mancher Gegner wurde deklassiert, die 1b war seinerzeit berühmt und von den Zuschauern bewundert.

Leider, und das konnten wir damals nicht einsehen, wurde unsere Mannschaft immer wieder zerrissen, denn immer wieder mußte der eine oder andere in der Ersten spielen. Meistens waren das Heinz "Micha" Philipp - Kurt "Buba" Schmidt - Helmuth Huß - Johannes "Hanne" Wulff oder unser Dr. Karl Pilz.

Eigenartigerweise wollte aber jeder lieber in der 1b bleiben, da war es aber auch zu schön. Ich kann mich noch an ein Freundschaftsspiel in Nordhastedt erinnern. Wir hatten kein Erinnerungsgeschenk und auch keinen Wimpel - was also tun? Ich fuhr schnell nach Hause und nahm einen schönen gläsernen Wandteller mit dem blau-weiß-roten 18er-Emblem von der Wand (Hermann Bahnsen und Hans "Hansi" Schöning hatten es mir in der schlechten Zeit mal wegen "Vereinseifer" geschenkt), und so konnte dem Obmann in Nordhastedt vor Spielbeginn eine schöne Gabe überreicht werden. Wir verloren zwar das Spiel, doch das anschließende gemütliche Beisammensein war so, daß die blonde Wirtin gar nicht mit dem Einschenken der Eierliköre fertig wurde, so daß Johannes "Hanne" Wulff mit hinter die Theke und "helfen" mußte. Junge, das gab aber dann strichvolle Gläser.

Die 18er Reservemannschaft nach ihrem Spiel in Nordhastedt 1949: Es gab tüchtig Eierlikör.


Wir waren aber auch wochentags eng miteinander verbunden, bei Tedje Lademann im Tabakladen oder am "18-Kasten" vor den Husumer Nachrichten oder bei "Ule" (Waldemar Lange), immer wurde alles durchdiskutiert. Einer stand für den anderen ein. Ich war oft arbeitslos damals, als Maler pinselte ich dann mal bei dem oder dem, einmal war ich dann auch bei unserem Dr. Karl Pilz oben in der Osterhusumer Meierei, dafür bohrte Dr. Karl Pilz mir dann mit seiner Fußmühle in den Zähnen herum, er war ja arbeitsloser Zahnarzt.

Dr. Karl Pilz auch unvergessen mit seinem Kölner Dialekt. Da spielten wir mal in Westerland, und die hatten in ihrer Elf zwei oder drei Engländer. Der eine dieser Tommys schlug dem Karl laufend in die Knochen, entschuldigte sich aber anschließend immer gleich wieder "fair-play-mäßig" mit einem "sorry". Aber mit der Zeit wurde es unserem auch nicht gerade "sanften" Karl doch zu bunt, und er rief: "Dir gebe ich jetzt gleich 'sorry'." Bald darauf mußte der gute Engländer dann behandelt werden. Karl meinte nur: "So, dem habe ich jetzt sein 'sorry' gegeben."

Ich habe Karl oft besucht damals und seine Elsa. Doch das hatte immer einen Haken, denn der Molkereibesitzer hatte zwei große Boxerhunde, einer war gelb, der andere tigergestreift. Und die lagen dann immer im Treppenhaus vor der Tür im ersten Stock. (Wird fortgesetzt)

 

leer

1946

Aus den Vereinsnachrichten des HFV 18
von Juni/Juli 1980

Husum 18 / Historisches

Domuls bis Achtein

von Jupp Schönfeld

In meinem Fortsetzungsbericht sprach ich mal die jungen Mitglieder an, wie schwer es doch ist, die turbulenten, trostlosen und teilweise auch lustigen Nachkriegszeiten zu schildern. Diese Geschichte soll nun von einer lustigen Begebenheit erzählen.

Die älteren Mitglieder und Sportfreunde werden sich noch gut erinnern, da gab es damals im alten gemütlichen Husum das Altdeutsche Haus, der Besitzer und Wirt war Waldemar Lange senior, später zu unserer Zeit war dann Sohn "Ule" der humorvolle Wirt. Beide, soviel ich weiß, begeisterte Fußballanhänger. Wie ich nun vor kurzem mal in alten Vereinsnachrichten blätterte, las ich unter November-Geburtstagskinder "Waldemar Lange 72 Jahre". Ich erinnerte mich ich an "Ule" und all die lustigen Stunden, die wir alten 18er bei ihm verbrachten. Diese Geschichte ist nun wirklich kein "Düntje", hat sich also tatsächlich so zugetragen.

Es war im trostlosen Sommer 1946, es gab nichts, aber auch gar nichts. Viele von uns Ib- und Reserve-Spielern waren arbeitslos, mußten sehen, wie wir uns durchschlugen und die Zeit herumbrachten. Es war die große Zeit vom "Siedlerstolz" (jeder baute sich seinen Tabak selber an und jeder hatte sein eigenes Rezept, denselben pfeifengerecht schmackhaft zu machen). Es gab "Spezialisten", die einen vorzüglichen "Rüben- oder Zuckerschnaps" brannten. Wir gingen zum Torfstechen und Stubbenroden. Aber wie oft mußten wir die Zeit "totschlagen", dann trafen wir uns beim "18er Kasten" an den Husumer Nachrichten, es wurde über das letzte Spiel diskutiert oder über das kommende, denn Fußball war damals schon "die schönste Nebensächlichkeit" der Welt - oder vielleicht "damals" erst recht, na, und anschließlich ging "dat röwwer na "Ule". Hier droschen wir dann stundenlang Skat, "schmauchten" unseren "Siedlerstolz" (denn wer hatte schon "Aktive", das waren damals echte Zigaretten) und "Ule" kredenzte uns dann mit Witz, Schalk und Humor das damalige "nullprozentige" Dünnbier: ein Schluck = zweimal laufen. Alles, aber auch alles war damals Ersatz, war Verlegenheit und Ironie, nur eines, das ist sicher vielen, so wie mir, erst später richtig bewußt geworden: der Spaß, der Humor, der war so echt und so nachhaltig - sicher, weil er uns als eine "Notgemeinschaft" über Wasser hielt. Das Schlechte hat man vergessen oder verdrängt, der Spaß aber und der Humor, die haben sich bis heute erhalten und sei es nur in Erinnerungen.

So saßen wir also wieder mal fröhlich zusammen an jenem besagten Nachmittag, spielten unseren Skat und tranken dazu das besagte Dünnbier. Wi wärn lusti, Ule wär sposi un mokte mol wär sin Tööch; bums ginn dee Dör op, un twe Burn kemen rin. Wi harrn son Stimmung, dat man meenen kunn, dat wi schon bannig veel Promill harrn, owwer dat geef dat je domuls gornich. Sie setzten sich dann an den Nebentisch und bestellten sich auch zwei Helle; wie es nun der Zufall wollte, hat einer von uns "Achteiner" dann wieder mal gerufen: "Ule, schenk mi man no mul een in" (aber mit dem ironisch-lustigen Zusatz, womit man damals immer wieder auf die trostlose Zeit hinwies) "owwer een mit een 'Lütten' dorbi!"

Und hier begann nun der Spaß. Die beiden Bauern spitzten wohl die Ohren, sie hatten da doch eben etwas von "een Lütten dorbi" gehört, und wir merkten, daß ihre Ohren immer spitzer wurden, und so kam es, daß wir nun immer, einer nach dem anderen diesen Zusatz: "Owwer giff mi ok een 'Lütten' dorbi" riefen!

Natürlich gab es damals keinen Korn, ebenso wenig wie ein gutes Bier, nun, es dauerte nicht lange, riefen die beiden unsern guten "Ule" an den Tisch, und wir merkten, daß sie mit ihm tuschelten und flüsterten.

Ule kem denn an unse Disch, kniff dann mit den Augen sein bekanntes "Ule-Zwinkern" und er flüsterte uns dann zu: "Man Lüüd, war sall ick blots moken, nu wöt dee beiden ock, 'een Lütte een dorbi' hemm, ick heff seggt, ick geet emm imma glick int Beer rin, weil ich de 'Brammi' je öffentli ne wisen dörf, und dat Beer mit'n Schuß kost denn fofdi Peen mehr, un de glöwen dat ock na!"

Und so ist es dann geschehen, die beiden waren tatsächlich der Meinung, sie würden ein Bier mit einem Korn darin kriegen, und so tranken sie denn recht genießerisch etliche Gläser von "dieser Sorte".

Wir 18er konnten das Lachen kaum verbeißen, na und "Ule" blieb ernst wie ein Pastor.

Ganz vergnüglich verabschiedeten sie sich dann, denn so gut waren sie wohl lange nicht mehr bedient worden, und ganz glücklich sagten sie dann "Tschüüss" zu uns.

"Ule" ging dann schnell an das kleine Erkerfenster, von wo aus man dann in östlicher Richtung die ganze Großstraße bis zur Norderstraße überblicken konnte, er wollte sehen, wo sie abblieben. Lachend und prustend fragte einer von uns: "Ule, wiss du kiken, wo se affbliwen?" "Nee, nee", seggt Ule, "se wärn sach vun Simosbarch, denn se weihten de Twiet runner, ick wull blots mol kiken, ob se ack 'wakkeln', denn Einbildung isch ja lles. Ick musse se je blots för jedes Glas Beer föfdi Penn mehr affnehm, ower dor kop se will ock öwer wech, hoffentli flöch mi keener vun de beiden in dee Grow!"

Oh, wat harrn wi immer förn Spooss domuls bi "Ule"!

 

leer

1947

Husum 18 / Fußball

Bernhard Petersen
Telefon 324, privat: 276

Husum, den 27. Juni 1947

An die Meister-Mannschaft von Husum 1918

Es ist bei uns der im deutschen Fussballsport vielleicht einzig dastehende Fall eingetreten, dass 17 Jahre nach der errungenen Meisterschaft a l l e 11 Spieler der Meisterelf von 1930 und ihr ständiger Reisebegleiter Bernhard Petersen (1. Vorsitzender von 1918 bis 1945) nach der Rückkehr der letzten beiden Kameraden Werner Lorenzen und Ernst Missfeldt aus der französischen Kriegsgefangenschaft wieder in Husum sind. Alle 11 Spieler waren Kriegsteilnehmer.

Zu diesem seltenen Sportereignis möchte der Unterzeichnete warme Worte der Begrüßung an seine Elf treuesten Sportfreunde richten und ladet zu einem Begrüßungsabend nach Meggers Gasthof (Emil Sönnichsen) am ..... ....... ........... abends 8 Uhr ein.

Ich wünsche, dass Hansi Schöning, Kalli Schladetzky und Esche Sönnichsen die nötigen Vorbereitungen in die Wege leiten. Besorgt etwas Sprit. Die Kosten tragen wir dann gemeinsam. Hoffentl'eh findet mein Vorschlag Anklang.

Auf frohes Wiedersehen

E u e r

leer

1947

Frisia Husum / Jugend-Fußball

Frisia Meister der A-Jugend Nord/Schleswig-Holstein 1947

Friedrich Degen, 19 Jahre · H. Lachmann, 17 Jahre · Werner Kobrow, 21 Jahre · H. Johannsen, 19 Jahre · B. Hanke, 19 Jahre · W. Wetzel, 19 Jahre · Kurt Kobrow, 18 Jahre · Helmuth Dietze, 20 Jahre · H. Lorenzen, 19 Jahre · Alfred Meier, 19 Jahre, Torwart W. Krefft, 19 Jahre

Juni 1947
leer

1948

aus dem StadionEcho der Husumer SV vom
30. September 2006

 

Husum 18 / Historisches

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 4)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky
 

Im Jahr 1948 erzielte Husum 18 einen Zuschauerrekord auf dem Tribünensportplatz am Marienhofweg. 4000 Besucher erlebten einen 7:2-Sieg des Südwest-Oberligavertreters TUS Neuendorf (Koblenz) u. a. mit Nationaltorhüter Karl Adam und Rudi Gutendorf im Lauf. Husum 18 ging durch ein Tor seines unvergesslichen Stürmers Max "Magge" Sönnichsen 1:0 in Führung.

leer

1948

 

Husum 18 / Jugend-Fußball

Schüler von Husum 18 werden Kreismeister


Schulfest 1948

Volksschule - Mittelschule 2:0

Rönnau · Hansen · Schladetzky · Klima · Tedsen · Baumgarten · Friedrich · Ramelow · B. Hansen · Grebe · Westerwiek · Gosch
leer

1948

Husum 18 / Medien

Husum 18 schlug Nordstaffelmeister

Das Feld der "Platz"-Anwärter geschlossen beieinander

Husum 18 - E'förder SV 4:1 (1:0)

Der neugebackene Meister erlebte gegen die wiedererstarkten Achtzehner einen unerwarteten Reinfall. Vor 3000 Zuschauern gingen die Platzherren schon nach fünf Minuten durch Muschinski in Führung. Dabei blieb es bis zur Pause, obwohl Eckernförde die technisch reifere Mannschaft stellte, die aber die sichere Hintermannschaft der Husumer nicht überwinden konnte. Fünf Minuten nach Wiederbeginn fing Rechtsaußen Schmidt einen Abstoß des Mittelläufers auf und schickte ihn aus 30 Meter Entfernung zum 2:0 in die Maschen. Wenig später kamen die Gäste durch ihren Halblinken auf 1:2 heran; aber 13 Minuten vor Schluß stellte Mittelstürmer Grabert auf Zuspiel von Sönnichsen den Sieg durch einen dritten Treffer sicher. Und unmittelbar vor dem Abpfiff säbelte der Eckernförder Schlußmann nach einem Rückspiel eines seiner Verteidiger über den Ball, so daß die Husumer über ein glattes 4:1 quittieren konnten.

"Der Fußball", 8. März 1948
leer

1948

10. Juni

 

Husum 18

leer

1948

aus dem StadionEcho der Husumer SV vom
24. Februar 2007

 

Sportplatz Marienhof

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 8)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky
 

Helle Köpfe!

Als erster schleswig-holsteinischer Verein besaß Holstein Kiel eine Flutlichtanlage. Sie wurde am 16. Oktober 1957 beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf in Betrieb genommen und ermöglichte den Störchen ab 1958 die Teilnahme an der Bundesflutlichtrunde.

Aber bereits 10 Jahre zuvor wurde auf dem Tribünen-Sportplatz von Husum 18 am Marienhofweg unter "Flutlicht" gespielt, was damals einer Sensation gleich kam. Die Stadtwerke Husum hatten an allen Ecken riesige Strahler aufgestellt. Sogar über (!) dem Platz waren Beleuchtungskörper installiert. Es war für mich als 12jährigem Schülerspieler ein beeindruckendes Erlebnis: Die ganze Stadt kaum beleuchtet, aber je weiter wir uns dem Marienhof näherten, desto heller wurde der Himmel. Mit mir pilgerten Hunderte Fußballbegeisterte zum Sportplatz, um "Fußball am Abend" zwischen Husum 18 und Frisia Husum zusehen. Auch führende Vereinsvertreter von Holstein Kiel waren zugegen.

Reichlich eingeschenkt bekamen übrigens die Torhüter bei diesem Ereignis: Das Spiel endete nach 6:0 Halbzeitführung von Frisia noch 9:6 für Husum 18. Es fand noch eine weitere Partie unter Flutlicht gegen Rot-Weiß Niebüll statt. Das Ergebnis ist mir jedoch nicht bekannt.

leer

1948

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Rückblick und Erinnerung

Von unserem ehemaligen Pressewart Walter Lorenzen

Es war das Jahr 1948. Wie überall, so nahm auch bei uns das Interesse am Fußballspiel in immer steigendem Maße zu. Zuerst wurde in Straßenmannschaften gespielt mit Stoff- oder Gummibällen und schlechten Schuhen. König Fußball feierte nach dem großen Einbruch, verursacht durch den unglückseligen Krieg, ungeheure Triumphe. Die Ziffern der Mitglieder in den Fußballvereinen stiegen und stiegen. Es waren hauptsächlich Jugendliche, die sich nach und nach aus dem "Verband" ihrer Straßenmannschaften lösten und einem Verein beitreten.

1948 war es also, als ich mein erstes Fußballspiel in einem richtigen Verein machte in Husum. Es war das "große" Lokalderby Husum 18 3. Knaben gegen Frisia 2. Knaben. Dieses und viele der anfänglichen Spiele endeten 0:0. Am Nachmittag waren wir wieder draußen auf dem Marienhofplatz. Dann spielte nämlich unsere Liga. Landesliga selbstverständlich, ist doch ganz klar. Wie wurden sie bewundert, unsere Ligaspieler, wenn sie vor Spielbeginn hinter dem Tor mit dem Ball spielten. Für uns Kleinen waren sie unnahbar, wir schauten mit Bewunderung zu ihnen auf. Spielte unsere Liga auswärts, und es war nicht gar zu weit, fuhren wir mit, dafür gab es damals noch Sonderzüge.

Wir fuhren auch selbst mit zehn Jugendmannschaften nach Heide, wo das Beste, außer dem Spiel, die Erbsensuppe war, die es zu Mittag gab. Was waren wir damals ein Verein! Heutzutage haben viele Bundesligavereine eine Flutlichtanlage, ja, so etwas gab es bei uns schon damals. Und einen Trainer hatten wir, Julius Huber hieß er, der brachte von Zeit zu Zeit einige "Neuentdeckungen" mit. Dann waren abends beim Training fast so viele Zuschauer wie heute bei einem mittelmäßigen Ligaspiel. Wie hießen sie doch alle, die großen Stars, sie kamen und gingen. Einige sind in die Vereinsgeschichte eingegangen, andere verschwanden vorher. Klangvolle Namen tauchen auf, die noch heute, nach vielen Jahren, jeder kennt. Günter Hentzschel, ein Klassemittelläufer, Karl Franke, der lange Halbstürmer, der so langsam wirkte, aber einen Bombenschuß besaß, der Ex-Eimsbütteler Stammverteidiger Fritz Kühne - Herbert Möbius und viele mehr. Man kennt vielleicht auch noch die weniger bekannten Ohldorf, Herbert Kowalski und Hinzmann, der nur einige Minuten spielte, ein Prachttor schoß und dann mit dem Ledermantel des Trainers Julius Huber auf Nimmerwiedersehen verschwand.

1948 spielte Husum 18 gegen TuS Neuendorf in einem Jubiläumsspiel. Es ging zwar 7:2 verloren, aber noch heute spricht man von den zwei Toren, die Max "Magge" Sönnichsen dem Nationaltorwart Karl Adam ins Netz bombte. Damals ging sogar das Gerücht um, die Süddeutschen wollten unseren "Magge" mitnehmen. Aber auch unsere anderen Spieler, die sich in jener Zeit einen Namen machten, sollen nicht unerwähnt bleiben. Wer erinnert sich nicht an Kurt "Buba" Schmidt - Lothar "Muschi" Muschinski oder Hugo Starken, um nur einige zu nennen, auch der Verstorbene Günther "Didi" Herrmann, als stämmiger Verteidiger, ist in dieser Zeit unauslöschlich mit dem Namen Husum 18 verbunden.

Die Zeit lief weiter und brachte für uns den bitteren Abstieg in die Bezirksklasse, aber nicht nur uns ging es so, auch vielen anderen namhaften Vereinen wie dem damaligen ATSV Flensburg, später VfL 97 und heute Vorwärts. Ein neuer Anfang konnte und mußte nur aus dem Nachwuchs heraus geschaffen werden. Wir alle lesen und hören gerne Geschichten aus den alten Zeiten unseres Vereins. Anstoß zu diesen Betrachtungen gab mir der Gedanke, daß ich all dieses doch nur so unmittelbar und direkt miterlebt habe, weil es mein Verein war, um den es ging. Mein Verein, unser Verein, Husum 18. Dadurch, daß man Mitglied ist, ist man ein Glied einer großen Gemeinschaft. All die unzähligen Erlebnisse, die schönen, gemeinsamen Stunden in dieser Gemeinschaft bleiben und vergessen.

leer

1948

aus den VereinsNachrichten des HFV 18
vom 1. Mai 1980

Husum 18 / Historisches

"Domuls bi Achtein"

"Tine hat uns wachgeküßt"

Hin und wieder bekomme ich als Butenhusumer die "Nordfriesische Palette" zugeschickt, darüber bin ich immer sehr erfreut, denn so erfahre ich ab und zu doch mal interessante Neuigkeiten aus der Heimat. Im Januar bekam ich so auch Kenntnis von dem sonderbaren Verschwinden von "uns Tine". "Alarm! Tine ist verschwunden." Durch diesen Bericht wurden auch bei mir einige Erinnerungen geweckt. Tine ist ja wohl wieder da, oder wohl besser, immer noch da. Eine kleine Erinnerung möchte ich den 18ern nicht vorenthalten, denn Tine stand damals für uns einmal sehr im Mittelpunkt, und das war so!

Es war damals im Frühjahr 1948, die damalige Reservemannschaft von 18 nahm an einem großen Pokal-Sonntag in Rantrum teil, wo sie mit Mannschaften aus Langenhorn, Tönning, Friedrichstadt, Hattstedt und Rantrum und noch ein paar Gegnern um die begehrten Pokale kämpfte, die der TSV Rantrum gestiftet hatte. Es war ein sehr heißer Tag, und die Kämpfe der einzelnen Mannschaften, jeder gegen jeden, waren hart und zäh, der Schweiß floß in Strömen.

Die damalige Reserve war recht gut in Schwung, und ich erinnere mich noch an Bernhard Zylonka im Tor, an "Heie" Matthiesen - Leo Wugazza - Johannes Feddersen - Hugo Emm, an Arthur "Adde" Ebsen - Fred Edsen - Broder Nissen - Ferdinand Jensen - Egon Bracker - Helmut Gudat - Helmuth Huß. Alle bringe ich nicht mehr unter, die damals mit von der Partie waren, doch wir kämpften, spielten kämpften bis zum Abend, man konnte wirklich sagen: Wir kämpften bis zum Umfallen, wir wollten unbedingt den großen Siegerpokal.

Und wir schafften es auch, ins Endspiel zu kommen (einige, die damals dabei waren, werden sich beim Lesen dieser Zeilen an das für uns so bittere Endspiel erinnern). Immer wieder schaffte unser Gegner, ich glaube, es war Langenhorn, den Ausgleich. Es gab Verlängerungen und immer wieder Verlängerungen, bis es dunkel wurde und man Gegner und Ball bald nicht mehr erkennen konnte. Wir waren ungeschlagen in dieses Endspiel gekommen, unser Gegner dagegen mit sehr viel Glück, und er hatte dieses Glück bis zum für uns bitteren Ende - wo man sich entschließen mußte, den Sieger durch Losentscheid zu ermitteln.

Ich sehe noch heute das enttäuschte Gesicht von Bernhard Zylonka, der unser Mannschaftsführer war, wie er nun nach all diesen Kämpfen sein Los entfaltet hat. Natürlich "verloren"! So bekamen wir dann "nur" den zweiten Siegerpokal es war auch ein recht schöner Kelch, und er steht wohl heute unter all den vielen schönen 18er Pokalen.

Doch wenn er erzählen könnte, von jenem Abend nach der Siegerehrung, die dann im Rantrumer Vereinslokal mit anschließendem Tanzabend stattfand. Es spielte die Feuerwehrkapelle, deren musikalisches Repertoire nicht sehr umfangreich schien, denn jedes dritte Stück war ein flotter Foxtrott, den sie dafür aber total beherrschten: "Mich hat der Frühling wachgeküßt." Sie spielten es immer und immer wieder, doch genauso oft wurde unser Pokal immer wieder neu gefüllt. Es war ein herrlicher Abend, der dann auf diese Weise bald zur Nacht wurde.

Unsere "Verheirateten" waren natürlich schon längst daheim, aber die ganz "Unentwegten" hatten den letzten Zug aus Richtung Kiel natürlich längst verpaßt. "Ach wat, mog emm man nomul vull, over so richdi, wi lopen to Foot na Husum." Un so keem denn dat ock, denn domuls harrn wi keen Sliber as see hüt all hebbt, un wi leepen to Foot vun Rantrum no Husum.

Man muß sich das mal vorstellen, nachdem wir nun den ganzen Sonntag von morgens bis zum Abend gekickt hatten, nachdem wir dann noch den ganzen Abend feuchtfröhlich das Tanzbein geschwungen hatten, liefen wir dann noch mitten in der Nacht von Rantrum nach Husum. "To Foot". Wat fürn Konditschion? Doch einigen wurde es zwischen Mildstedt und Osterhusum doch to eng um de Fööt, un se trokken de Scho ut, se harrn Blosen un Queelen an de Fööt. Wat n'Wunna?

Bei Tine wollten wir uns dann, wie sonst auch öfters, verabschieden. Lohm un müd bi Tine ankom, truden wi unse Oogen nich: ne dat kunn gornich wor sin, in dat Tinebecken wör Water, schönes klores Water. Bis an die Saugbrausen der Ochsenköpfe schönes feines Wasser, und "bums seten wi all op dee Rand, de Büx opkrempelt bet an dee Kneen un denn wuschen wi uns erstmal so richdi dee müde koputte Fööt. Junge, Junge, wör dat schön!

Wann kam das schon mal vor, daß im Tine-Brunnen Wasser stand? Tine hat auf jeden Fall in jener Nacht so viel Komplimente gehört wie wohl selten. Denn wir wußten es jetzt genau, nicht der Frühling, nein, Tine hatte uns wachgeküßt! Wenn ich im Urlaub mal vor der Tine steh', muß ich schmunzelnd an diesem Pokal-Sonntag denken, jo so wör dat domuls bi Achtein!

Ernst "Jupp" Schönfeldt
leer

1948

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968


Schreiben von Rudi Gutendorf vom 3. Juni 2008

 

 

Husum 18 / Historisches

1948 hatten wir über 4.000 Zuschauer

Aus vergangenen Tagen - Als TuS Neuendorf in Husum spielte

Unsere Erinnerungen aus vergangenen Tagen beginnen wir heute mit einem kurzen Rückblick auf den Besuch von TuS Neuendorf im Jahre 1948, jener Mannschaft, die zum Spitzenfeld der Südwest-Oberliga zählt. Lesen wir, was damals unser Presse- und Propagandawart schrieb:

Wir haben mancherlei über den Husumer Fußballsport aus der Zeit zwischen den Kriegen berichtet und dabei feststellen können, daß die Anteilnahme der Bevölkerung früher entschieden größer war. Der Besucherrekord in Marienhof fällt aber in das Jahr 1948, als Ende August TuS Neuendorf (Koblenz) in Husum weilte. Die sympathischen Gäste der Südwest-Oberliga spielten damals vor über 4.000 Zuschauern gegen Husum 18 und gewannen 7:2 (3:1). Die spielerische Unterlegenheit unserer Mannschaft trat aber keineswegs in dem Maße zutage, wie es das Resultat vermuten läßt. Gewiß waren die Gäste in allen Belangen moderner Fußballkunst überlegen, Husum wehrte sich aber tapfer und kämpfte mit großer Hingabe, die über manche technische Mängel hinweghalf. Nach der Pause löste zunächst eine gefahrvolle Lage die andere im Neuendorfer Strafraum ab. Langsam, aber sicher überwand Neuendorf diese Drangperiode und erzielte noch vier weitere Treffer, von denen der erste durch einen Elfmeter zustande kam. Schiedsrichter Burlo (VfB Kiel) hätte nach Lage der Dinge diese Entscheidung vermeiden sollen.

Unter größtem Beifall schoß Max "Magge" Sönnichsen für Husum in der achten Minute den Führungstreffer. Nach dem Stande von 4:1 für die Gäste brachte Walter Dunse bei feiner Leistung in der 63. Minute den zweiten Husumer Erfolg an. Zu diesem fairen und sehr flott geführten Kampf, der bei den Zuschauern nachhaltige Eindrücke hinterlassen hatte, trafen die 18er in folgender Besetzung an:

Hugo Starken

Kurt Schmidt ǀ Günther Herrmann

Felix Nowack ǀ Kurt Klose ǀ Arthur Grabert

Lothar Muschinski ǀ Karl Etteldorf ǀ Walter Dunse ǀ Max Sönnichsen ǀ Wilhelm Michaelsen

Die Gäste aus Neuendorf mit den Gastgebern von Husum 18
6.v.l.: Rudi Gutendorf / v.l.: Spielausschussobmann Greve (Husum 18) · Hermann Bahnsen · Schiedsrichter Burlo (Kiel) / ganz rechts: Vorsitzender Bernhard Petersen · Eduard Schiller.
Leider fehlt der zweifache Torschütze "Magge" Sönnichsen auf dem Bild.

Die Gäste aus Koblenz, die zuvor gegen Borussia in Dortmund 1:2 unterlegen waren, äußerten sich sehr lobend über die Aufnahme in Husum. Sie statteten den Halligen einen Besuch ab und weilten anschließend im Nordseebad Westerland.



Mannschaftsfoto TuS Neuendorf
3. von links: Rudi Gutendorf - mit Knieschonern: Deutschlands Torhüter Adam

Am 3. Juni 2008 schrieb Rudi Gutendorf an Dieter Schladetzky:

Sehr geehrter Herr Schladetzky,

ich bedanke mich recht herzlich für Ihren Brief. Bitte entschuldigen Sie, dass ich diesen erst jetzt
beantworte. Ich entsinne mich noch sehr gut an unser Spiel in Husum und tue dies sehr gerne, weil
es bei Ihnen nicht nur zu einem Spiel, sondern zu einem sehr interessanten Zusammensein geworden
ist.
Zu Eurem 90jährigen Clubjubiläum gratuliere ich recht herzlich und grüße alle Sportfreunde aus
meiner Heimat Koblenz.
Alles Gute
Ihr

leer

 

1948

Frisia Husum / Fußball

Die Meister-Mannschaft 1948 der I. Kreisklasse

Hans Papke · Helmuth Dietze · Werner Kobrow · Rudi Bergmann · Alfred Meier · Kurt Witt · Walter Andresen · Eginhard Pauseback · Eduard Musiol · Willi Alwin · Helmut Langholz

leer

1949

aus dem StadionEcho der Husumer SV vom
30. September 2006

 

Husum 18 / Historisches

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 4)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky
 

Aber der Zuschauerrekord von 1948 (Spiel gegen TuS Neuendorf) sollte noch überboten werden! Im September 1949 kam der Heider SV mit 600 Schlachtenbummlern zum Spitzenspiel in der Landesliga. Vor 5000 Besuchern verlor Husum 18 durch ein Tor des Heiders Reh nicht nur mit 0:1, sondern auch durch Verletzung seinen Mittelläufer Günter Hentzschel. Vom Hockensbüller Krankenhaus holten ihn Vertreter von Viktoria Hamburg in die Oberliga Nord. In der Spielserie 1952/53 taucht der Name Günter Hentzschel als Mittelläufer beim großen HSV in Hamburg auf. Er spielte dort mit Nationalspielern wie Jupp Posipal und Fritz Laband zusammen.

Nach dem Abstieg aus der Landesliga erfolgte ein Neuanfang. Die "Alten" hatten ausgedient und die Jugend musste heran. Und sie tat es!

leer

1949

Frisia Husum / Fußball

Frisia, Aufstiegskandidat Nr. 2 in die Bezirksliga

Aufgenommen nach dem Ausscheidungsspiel in Rendsburg auf neutralem Platz am 24. Juli 1949. Frisia - Glücksburg 4:1 - Zuschauer: 6.000

H. Christiansen · Walter Andresen · Kobrow · Bremer · Rudi bergmann · Helmut Dietze · Eginhard Pauseback · Herbert Polzin · Eg. Andresen · Helmut Langholz · Paul Thamm / Bubi Eggers · Kurt Witt · Hans Papke - Durchschnittsalter der I.: 25 Jahre

Juli 1949
leer

1949

Husum 18 / Medien

LBV Phönix weiter ohne Schußstiefel

Husum (kl), Mit 2:0 (2:0), einem Ergehnis, das schon bei der Pause feststand, setzte sich Husum 18 in seinem ersten Spiel der zweiten Serie über LBV Phönix hinweg und konnte dadurch seine Position wesentlich verbessern, Schiedsrichter Rudat (Rendsburg) hatte den bisweilen recht harten Kampl fest in der Hand und brachte ihn gut über die Zeit. Einige Liübecker, die sich mil der Niederlage gar nicht abfinden konnten, ließen sich unmittelbar nach dem Spiel zu allerlei Äußerungen gegen den Unparteiischen hinreißen, die er aber überhörte und die Mannschaft vor unangenehmen Folgen bewahrte,

Der außerordentlich temporeiche Kampf verlief bis zum letzten Augenblick spannend und fand bei den zahlreichen Besuchern begeisterten Widerhall. Auf beiden Seiten sah man manche Bravourleistung. Im Feldspiel waren die Lübecker technisch um eine Kleinigkeit besser. Husum spielte aber in Tornähe viel gefährlicher und hat diesem Umstande den recht schmeichelhaften Sieg zuzuschreiben.

Die erste Hälfte verlief völlig offen. Mit großem Schneid trugen die Husumer ihre Angriffe vor und schon nach acht Minuten konnte der Halbrechte Franke zum 1:0 einschießen. Auf der anderen Seite entstanden nur wenige ernsthafte Gefahren, die von der Abwehr der Gastgeber gemeistert werden konnten. Nach 25 Minuten war es dann Mittelläufer Huß, der seiner Mannschaft zum zweiten Treffer verhalf.

Husum 18 verlegte sich nach dem Wechsel ohne zwingenden Grund auf die Defensive, Phönix beherrschaft in fortschreitendem Maße souverän das Feld. Ein Eckball löste den anderen ab, aber die Husumer Verteidigung stand wie eine Mauer und gab sich keine Blöße, so daß den Gästen weder das Ehrentor, geschweige denn der verdiente Ausgleich beschieden war. Dem Husumer Torwart stand überdies sehr viel Glück zur Seite.

"Sport Megaphon", 17. Januar 1949

Husums Abwehr schwach

Husum (kl). Die Hamburger Spielvereinigung Blankenese kam vor rund 2000 Zuschauern am Ostersonntag in Husum zu einem recht schmeichelhaften 3:1 (1:0)-Erfolg, der in der Hauptsacche zu Lasten der mangelhaften Deckung und des ungenauen Abspiels der 18er ging. Man muß den Gästen allerdings zugute haIten, daß sie ohne die bewährten Michael Pierstorff, Walter Schröder und Warncke antraten.Es war ein völlig offener Kampf mit stets wechselnden Angriffen. Nur in der zweiten Halbzeit, a!s die Husumer mit aller Macht versuchten, eine Wendung des Spieles herbeizulühren, mußten die Blankeneser schwer verteidigen, Ihre Abwehr hatte es nicht leicht, überstand aber diesen Generalangriff des Gegners, weil die Sturmreihe die ihr sich bietenden Torgelegenheiten nicht auszuwerten verstand.

Volle 35 Minuten widerstanden die Husumer den Gästen, die dann durch den Halblinken Barkowski die Führung übernahmen. Eine Viertelstunde nach dem Seitenwechsel erhöhte Mittelstürmer Reimers auf 2:0. Durch ihren Linksaußen Muschinski kamen die Husumer zum Ehrentreffer. Kurz vor Schluß schoß Pascher (Linksaußen) dann zum 3:1 für Blankenese ein. Im Eckenverhällnis führten die Husumer mit 12:9 (5:5),


Husum (kl). Der Harburger Turnerbund, der Meister der Hamburger Elbestaffel, spielte in Husum verhalten und konnte trotzdem die 18er leicht mit 4:2 (2 :1) distanzieren. Über 2000 Zuschauer waren von diesem Spiel keineswegs erbaut, denn es hatte keine. Höhepunkte. Die Harburger waren den Husumern technisch und taktisch erheblich voraus, obwohl zwei bewährte Spieler wie Gizzi und Nodol nicht dabei waren. Husum 18 mußte im Angriff auf Franke verzichten, der von seiner kürzlich in Eckernförde erlittenen Verletzung noch nicht wiederhergestellt ist. Weber schoß für Harburg den Führungstreffer, den Schöning aber bald darauf ausglich. Kleeblatt führte die Gäste zum 2:1. Nach der Pause setzte sich die reifere Spielweise der Harburger, die schließlich durch Tore von Kleeblatt 4 :2 siegten, besser durch.

"Sport Megaphon", 19. April 1949

Heides Knappsieg in Husum

(kl). Die 600 Schlachtenbummler aus Heide feuerten. ihre im "Husarenstil" kämpfende Mannschaft zwar nach allen Regeln der Kunst an, aber der Sieg der Gäste stellte sich erst ein, als der überragende Hentschel von Husum in der 69. Minute verletzt abtreten mußte und Heide in der 75. Minute durch den Halbrechten Reh zum einzigen, aber vermeidbar gewesenen Tor des Tages einschoß. Husum 18 mußte auf zwei seiner besten Spieler in diesem nahezu von 5000 Zuschauern besuchten Kampf verzichten. Trotzdem hielt sich der Gastgeber über Erwarten gut und war oftmals dem Sieg näher als die Heider.

Trotz hochsommerlicher Hitze wurde das Spiel in starkem Tempo geführt. Es hatte in Praefke (VfB Kiel) einen Schiedsrichter von Format, der niemals die Zügel schießen ließ und den Kampf gut über die Zeit brachte. Bei olfenem Spiel bis zum Seitenwechsel hatten die 18er die besseren Torchancen, die der Sturm jedoch nicht auszuwerten verstand. Mit Thiele stand den Gästen aber auch ein Schlußmann zur Verfügung, der selbst den schwierigsten Lagen gewachsen war.

Auch nach der Pause blieb der Kampf zunächst völlig verteilt. Als dann Hentschel abtreten mußte, erhielten die Gäste nach einer kurzen Drangperiode der Husumer zu Beginn des zweiten Aktes ein erhebliches Übergewicht im Feldspiel. und nach 30 Minuten fiel das Tor durch Reh. Mit letzter Kraft versuchte 18, wenigstens den Gleichstand zu erzielen, aber auch dieses Vorhaben scheiterte, und die die Heider konnten mit dem 1:0 (0:0) als Sieger abtreten. Im Eckenverhältnis lagen die Gäsle mit 10:3 weiter vorn, als es der Spielverlauf rechtfertigte.

"Sport Megaphon", 12. September 1949

Ein Tor genügte zum ersten Husumer Sieg

HUSUM: Andresen; Schmidt, Klose; Huß, Henschel, Franke; Muschinski, Panten, Etteldorf; Feddersen, Stelzner.

KILIA: Baars; Schacht, Olbricht; Hertel, Franke, Kiebert; Hipp, Paschke, Polenz, Loose, Wolf.

Schiedsrichter: Reittier (Krempe).

Aus Husum berichtet K. Klawitter

Ein brillanter Treffer durch Kopfball von Franke im Anschluß an einen Strafstoß von Etteldorf führte drei Minuten vor Seitenwechsel die Husumer zum lang ersehnten ersten Sieg. Beide Abwehrreihen leisteten in diesem temporeichen Spiel im Marienhof saubere Arbeit. Die Läuferreihen hielten sich die Waage, während im Sturm die Kieler besser operierten. Doch haperte es bei ihnen mit dem Torschuß. Trotz mancher guten Leistung auf offener Szene erfüllte das Spiel nur selten die hohen Erwartungen der Zuschauer, die nach dem Treffer der 18er förmlich aus dem Häuschen gerieten.

Der Gastgeber begann in großem Stil und beherrschte während der ersten Viertelstunde souverän das Feld. Kilia hatte schwer zu kämpfen, um das eigene Tor freizuhalten. Auf der anderen Seite hatten die Husumer aber auch viel Pech, denn einige Schüsse verfehlten nur um Zentimeter ihr Ziel. In der Folgezeit bis zur Pause wurde der Kampf vollkommen offen. Kilia unternahm in raumgreifenden Angriffen manch gefährlichen Vorsto´, aber die Husumer Deckung im Verein mit dem Torwart stand ihren Mann und vereitelte die Erfolge der Gäste. Es blieb bei dem 1:0 für die 18er.

Die zweiten 45 Minuten veranlaßten die Husumer zu stärkerer Defensive. Kein Wunder, daß die Kieler im Miltelfeld überlegener wurden und den Kampf mehr und mehr in die Hälfte der Husumer trugen. Olt hing der Ausgleich in der Luft, aber Torwart Andresen war in brillanter Verfassung und ließ sich nicht überwinden. Die Ietzte Viertelstunde sah dann Husum wieder stärker im Angriff. Es blieb aber bei dem 1:0, nachdem ein zweiter Treffer der 18er von dem sicher und sehr umsichtig leitenden Schiedsichter nicht gegeben wurde, da der Ball vorher bereits im Aus war. Im Eckenverhältnis lagen die Husumer mit 9:2 (5:1) stärker vorn, als es der Kampfverlauf rechtfertigte.

Leider befand sich das Spielfeld nicht in bester Verfassung. Der durch den Vormittagregen glattgewordene Boden stellte an die Spieler erhebliche An!orderungen.


Verstärkung für Husum 18

Der Husumer Fußballlverein 1918 hat in den letzten Tagen erheblichen Zuwachs erhalten, der für die Landesliga eine wesentliche Verstärkung bedeuten soll. Wann die neuen Kräfte allerdings spielberechtigt sind. steht noch dahin. Es handelt sich um folgende Spieler: Voy (Berlin.Adlershof), Hinzmann (Rotweiß Braunschweig), Schmidt (MTV Braunschweig) und Peetz (SC Lebenstedt).

"Sport Megaphon", 24. Oktober 1949

In der Landesliga nur noch Itzehoe 09 ohne Punktverlust

Nach dem letzten Spielsonntag steht allein Itzehoe noch ohne Minuspunkte in ihrer Staffel, der Weststaffel, hier bilden die Itzehoer nun unangefochten die Spitze. Man darf gespannt sein, wie sie ihre Stellung behaupten können. wenn die bisher nur unter sich spielenden beiden Gruppen aufeinandertreffen.

Die von Sieg zu Sieg eilenden Husumer hat nun in Eckernförde das Geschick ereilt. Ihr härtester Widersacher, der Eckernförder SV, siehte in einem harten Ringen knapp mit 2:1 und hat den bisherigen klaren Vorsprung der Husumer auf 2 Punkte zusammenschrumpfen lassen. VfB. Kiel, Schleswig 06 und die gestern vom bisherigen Tabellenletzten Comet arg gerupften Nullachter aus Flensburg stehen nur wenig ungünstiger und haben das Rennen noch keineswegs aufgegeben.

In der Oststaffel schiebt sich Kilia nach unglücklichem Start nun sehr machtvoll nach vorn. Die Kieler stehen in der Oststaffel relativ am besten; Phönix hat nur einen Verlustpunkt mehr, und auch Eutin 08 scheint stark im Kommen.

Die Tabelle der Weststaffel ist noch unübersichtlich, da das Spiel Union - Gutheil wegen höchst bedauerlicher Vorkommnisse vorzeitig beim Stande von 2:1 für Union abgebrochen, in der unten folgenden Tabelle naturgemäß noch nicht gewertet werden konnte.

Und hier die Tabellen

Nordstaffel
Husum 18   6   5   0   1   19 : 7   10 - 2
Eckernförder SV   7   5   0   2   17 : 10   10 - 4
VfB Kiel   6   3   2   1   9 : 4   8 - 4
Schleswig 06   6   3   1   2   10 : 13   7 - 5
Flensburg 08   5   2   1   2   7 : 10   5 - 5
VfR Laboe   6   2   1   3   7 : 10   5 - 7
Schwarzweiß E'hagen   5   1   2   2   8 : 10   4 - 6
Comet Kiel   6   1   1   4   11 : 16   3 - 9
ATSV Flensburg   4   1   0   3   4 : 8   2 - 6
Rotweiß Niebüll   5   0   2   3   5 : 9   2 - 8

Weststaffel
Itzehoe 09   5   5   0   0   19 : 4   10 - 0
Union Neumünster   4   2   2   0   13 : 5   6 - 2
Gutheil Neumünster   4   3   0   1   11 : 12   6 - 2
Fortuna Glückstadt   5   2   2   1   11 : 10   6 - 4
TSV Brunsbüttelkoog   6   2   2   2   15 : 14   6 - 6
Rasensport Neumünster   5   2   0   3   10 : 13   4 - 6
RTSV   4   1   1   2   8 : 9   3 - 5
TuS Nortorf   5   1   1   3   9 : 12   3 - 7
Heider SV   5   1   1   3   5 : 11   3 - 7
VfL Kellinghusen   5   0   1   4   1 : 12   1 - 9

Oststaffel
Phönix Lübeck   7   4   3   0   24 : 11   11 - 3
Kilia Kiel   6   5   0   1   27 : 11   10 - 2
Eutin 08   6   4   0   2   27 : 17   8 - 4
TSV Mölln   7   3   2   2   20 : 16   8 - 6
Kücknitz   7   3   1   3   10 : 17   7 - 7
Polizei SV Kiel   7   2   2   3   20 : 19   6 - 8
VfL Oldesloe   7   3   0   4   13 : 24   6 - 8
TSV Preetz   6   2   0   4   21 : 26   4 - 8
Schlutup   6   1   2   3   11 : 14   4 - 8
Oldenburger SV   7   1   0   6   11 : 35   2 - 12

Spitzenreiter der Nordstaffel wurde gestoppt

Husum stolpert in Eckernförde

Nach dem ersten gegenseitigen Abtasten kommt Eckernförde zu einer leichten Feldüberlegenheit, und die stärkere Wirksamkeit der E.S.V.-Läuferreihe ist nicht zu verkennen. Stark auf Deckung spielend, weiß sie auch den eigenen Angriff besser in Szene zu setzen. Die Eckernförder bemühen sich, den Ball flach zu halten und sich die Torgelegenheiten aus zwingender Kombination herauszuspielen. Husum spielt schnell und spritzig und arbeitet mit weiten Vorlagen. In der 25. Minuten gelingt dem E.S.V. die Führung, als der hereinkurvende Rechtsaußen Pommerenke eine von links kommende Kombination mit Flachschuß erfolgreich abschließen kann. Bis zur Pause gibt es hüben wie drüben Gelegenheiten. Der Husumer Sturm kommt nicht zur Entwicklung und kann seine gefürchteten Schüsse nicht anbringen.

Auch nach Wiederbeginn laufen sich beide Sturmreihen zunächst immer wieder an der gegnerischen Hintermannschaft fest, bis in der 16. Minute eine unsaubere Abwehr des E.S.V. zum Ausgleich durch Grabert führt. In dem durchaus offenen Spiel ist zunächst noch alles "Drin", bis Adolf eine fehlerhafte Husumer Abwehr geschickt ui, Eckernförder Führungstreffer ausnutzt. Husum arbeitet mit Macht auf den Ausgleich hin. Eckernförde spielt auf Sicherung des Erfolgs. Ein dritter durch Lorenz erzielter Treffer wird wegen Handspiels nicht gegeben. In den lezten fünf Minuten hat der Sieger alle Hände voll zu tun, um den Vorsprung zu halten; es gelingt. Der E.S.V., verläßt dem Gesamteindruck nach verdient, als Sieger den Platz.

"Der Fußball", 17. November 1949
leer

1949

 

Frisia Husum / Fußball

Für Frisia Liga schossen Tore im Jahr 1949

               
1.   Eginhard Pauseback   31   Tore  
2.   Kurt Kobrow   17   Tore  
3.   Willi Alwin   15   Tore  
4.   Artur Meier   8   Tore  
5.   Helmuth Dietze   2   Tore  
6.   Helmut Langholz   4   Tore  
7.   Kurt Witt   3   Tor  
8.   Werner Kobrow   7   Tore  
9.   Rudi Bergmann   4   Tore  
10.   Bulle Beck   2   Tore  
11.   Herbert Polzin   6   Tore  
12.   Ferdinand Jensen   3   Tore  
13.   Jens Lütt   3   Tore  
14.   Hans Papke   3   Tore  
15.   Walter Andresen   1   Tor1  
               
    insgesamt   109   Tore  

Eigentore
1.   Walter Andresen   1   Tor  
2.   Werner Kobrow   1   Tor  
Dezember 1949

Für Frisia Liga spielten im Jahr 1949

1,   Kurt Witt   43   mal
2.   Helmuth Dietze   42   mal
3.   Hans Papke   44   mal
4.   Werner Kobrow   34   mal
5.   Walter Andresen   36   mal
6.   Artur Meier   43   mal
7.   Rudi Bergmann   43   mal
8.   Kurt Kobrow   19   mal
9,   Eginhard Pauseback   31   mal
10.   Willi Alwin   33   mal
11.   Helmut Langholz   25   mal
12.   Heinz Kobrow   9   mal
13.   Eduard v. Musiol   10   mal
14.   Bulle Beck   4   mal
15.   Paul Thamm   2   mal
16.   Herbert Polzin   18   mal
17,   Harro Hinz   4   mal
18.   Johannes Müller   1   mal
19.   Friedrich Degen   1   mal
20.   Uwe Steen   2   mal
21.   Bubi Eggers   17   mal
22.   Ferdinand Jensen   5   mal
23.   Georg Nowak   2   mal
24.   Jens Lütt   3   mal
25,   Heini Lockenwitz   2   mal
26.   Kurt Gier   2   mal
27.   Uwe Ström   4   mal
28.   Kurt Raschke   3   mal
29.   Henry Schulz   3   mal
30.   Werner Huß   1   mal
31.   Adde Pauls   1   mal
Dezember 1950
leer

1949

aus den VereinsNachrichten des HFV 18 vom
1. Februar 1955

Husum 18 / Historisches

Christoph Jensen mit englischer Fußballschule

Er hatte in der Gefangenschaft gelernt

Die alten Jensen's in Rödemis waren ein gemütliches Ehepaar, mit vielen Kindern, Jungs und Deerns. Sie wohnten in einem kleinen Haus gegenüber von Clausens Gasthof, und unter diesem Dach war immer viel Leben. Alle Jungs waren Sportler. Peter, Samuel und Johann (Bredstedt) huldigten dem Boßelsport und waren große Könner, die manche goldene Boßel für Rödemis gewonnen haben. Der erste Weltkrieg forderte bittere Opfer. Peter und Samuel mußten im Anfang des Krieges ihr Leben fürs Vaterland opfern, während Johann bei Mons in Belgien schwer verwundet wurde. Weiter waren dann noch die Söhne Christoph, August und Christian. Sie waren alle auch gute Boßler. Aber inzwischen hatte der Fußballsport überall sehr an Boden gewonnen und alle drei wechselten zu diesem Sport hinüber. Christoph war für Fußball besonders gut veranlagt.

Während der erste Weltkrieg zu Ende ging und die meisten Soldaten per Bahn oder zu Fuß die Heimat erreichten, hatte Christoph Jensen es nicht geschafft. Er kam in Gefangenschaft und mußte auf das englische Eiland. Sicher wäre Christoph gerne schon mit uns nach Deutschland und nach Röms gefahren, aber Schaden hat er von seinem Aufenthalt in England auch nicht gehabt. Es war nämlich so, daß die Briten ihn fair im Mutterland aufnahmen und fußballerisch schulten. Christoph spielte mit der Mannschaft seines Lagers gegen die anderre Lager und auch gegen die britische Bewachungsmannschaft. Es ist immerhin 36 Jahre her, und damals war der englische Fußball bestimmt noch allein führend auf der Welt. Die Zeit, sie kam - die Zeit, sie ging. Eines Tages, es mag ein Jahr nach Kriegsschluß gewesen sein, da hieß es an einem Sonnabend, Christoph ist aus England gekommen. Das war für die Husumer Fußballer eine freudige Nachricht. Und schon am Sonntagmorgen spielte unser Christoph in einem Wettkampf als Rechtsaußen. Es war die Zeit, als der Fußballverein "Konkordia" eben gegründet war, der aber nur kurze Zeit bestand und in dem der gute Johannes Hansen (Hanne Bodder) als Torwart eine vorzügliche Rolle spielte. Später spielt Hanne Bodder viele Jahre als Torwart in der zweiten Mannschaft von 18, er war einer der treuesten Anhänger.

Das Spiel wurde ausgetragen auf der "Freiheit" bei strahlendem Sonnenschein und vor einem sehr zahlreichen Publikum. Tatsächlich, Christoph hatte englische Schuhe, er nahm jeden Ball an und stürmte dem Tor entgegen, daß es nur so eine Pracht war. Der größte Spaß an diesem unvergeßlichen Sonntagmorgen war aber noch die Fußballsprache. Christoph's erlerntes Englisch, vermischt mit Fußballdeutsch, beherrschte Spieler und Zuschauer. Es wurde nur "schottisch halbhoch" gespielt und dann ging es im Chor "lat comming", "stopping", "allright", "back", "giving", "knalling" und "goal".

So fielen Tor auf Tor. Es war ein Spiel, das alle, die es erlebt haben, nie vergessen werden.

Hermann Lex
leer

1949

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Lied der 18er

Wer so ab und zu unsere Fußballmannschaften auf ihren Reisen begleitet, der wird feststellen, daß es um das Singen von Sportliedern recht schlecht bestellt ist. Die meisten Lieder, ihre Texte und Melodien sind wenigen bekannt. Im August 1952 hatten wir in unseren Vereinsnachrichten auf das 18er Lied hingewiesen. Dieses Lied, dessen Text Ludwig Thoms verfasste, ist von dem Husumer Komponisten Arthur Mordhorst im April 1949 vertont worden.

Lied der 18er
Vom Fußballsport stimmt an das Lied,

von Sportlers edlem Geist durchglüht.

Auf's grüne Feld zieh'n wir hinaus
und bringen manchen Sieg nach Haus.
  Hipp-hipp-hurra! so rufen wir.
  Wir halten hoch das Sportpanier.
  Und treten wir für 18 an,
  dann stehen wir zusammen Mann für Mann.
Wir sind die Elf vom HFV,
im Wettstreit weder weich noch rauh.
Im ganzen Land sind wir bekannt,
als 18er mit Stolz genannt.
... Hipp-hipp-hurra! so rufen wir...
Wir lieben unser Fußballspiel,
der Sieg ist unser höchstes Ziel.
Und starten wir zum Angriffslauf,
Dann geh'n wir wie die Teufel drauf!
... Hipp-hipp-hurra! so rufen wir...
Wir wollen stets verbunden sein
mit unser'm alten Sportverein.
Sein Name klinge fort und fort,
zu Ehr und Preis dem Fußballsport!
... Hipp-hipp-hurra! so rufen wir...
Kurt Klawitter
leer

1949

aus der Festschrift des HFV 18
vom 1. Juni 1968

Husum 18 / Historisches

Husum 18 Landesligamannschaft 1949

Husum 18 Landesligamannschaft 1949

Trainer Julius Huber - August "Aue" Carstens - Walter Dunse - Arthur Grabert - Kurt "Buba" Schmidt - Erwin Panten - Lothar "Muschi" Muschinski - Max "Magge" Nehlsen - "Mieze" Stapelfeldt - Heinz "Micha" Philipp - Kurt Klose - Herbert Möbius - Günter Hentzschel - Matthias Schmidt - Max "Magge" Sönnichsen - Karl "Kuddel" Etteldorf - Spielausschußvorsitzender Hermann Bahnsen

leer

1949ff

Aus den Vereinsnachrichten des HFV 18
vom 1. August 1979

Husum 18 / Historisches

Domuls bis Achtein

von Jupp Schönfeld

Da Dr. Karl Pilz oben wohnte, mußte ich immer über diese Biester rüber steigen, und ich wußte ja nie, was hinter ihrer krausen Stirn vor sich ging, wenn sie mich so beim Rübersteigen gelangweilt anblinzelten. Karl wußte von meinen "Hemmungen", meistens pfiff ich ihn vorsichtshalber ans Fenster. Einmal rief er dann runter (man muß sich dabei seinen Kölner Dialekt denken): "Kannst ruhig raufkommen, Jupp, ich habe den beiden gestern Abend die Zähne gezogen, die können nur noch 'lutschen'." Ja, so war unser Karl. Johannes "Hanne" Wulff und ich haben ihn später, 1951, noch mal im Rheinland besucht. Karl soll auch längst verstorben sein, er ist mir unvergessen.

Doch zurück zum Fußball. Es kam in diesen 40er Jahren Spielertrainer Herbert Möbius, mit ihm zusammen habe ich mal in einem Schobüller Zeltlager (das Hans "Hansi" Schöning organisiert hatte) ein paar Tage Jugendspieler betreut und ihn dabei als famosen Menschen kennen- und schätzengelernt. Er war auch ein Spieler, der nur so vor Ehrgeiz sprühte. Ich war sehr enttäuscht, als Herbert Möbius wieder ging, aber er ging wohl, weil der andere kam. Der andere hieß Julius Huber, und hier beginnt nun mein letzter Abschnitt, den ich nicht so gern schreibe, doch vielleicht denken viele Ältere (die damals die Zusammenhänge meines "Abtrünnigwerdens nicht so richtig verstanden haben) am Schluß dann anders als jener (es war sogar noch ein Verwandter von mir), der mir mal später in einem Urlaub vorhielt, ich wäre nur vom Verein gegangen, weil ich nicht in der ersten Mannschaft spielen konnte. Hier ist nun meine Antwort, und ich bin froh, daß ich mir das von der Leber schreiben kann. Ich konnte nie ein Spieler der ersten Mannschaft werden, weil ich gar nicht das spielerische Zeug dazu hatte. Aber ich durfte mich auch so als guten 18er bezeichnen.

Julius "Huber-Alleinig" kam, 18 hatte eine gute erste und, wie beschrieben, eine gute 1b und Reservemannschaft und feine Jungmannen-Mannschaften unter der Leitung von dem Oldtimer Felix Nowack. Es kamen feine Spieler wie Matthias Schmidt, Stelzner, Ohldorf, Herbert Kowalski; es kamen Karl Franke und Paul "Paule" Anders. Karl Franke z.B. fühlte sich in 1b-Mitten immer sehr wohl. Einmal fuhr er, wie auch Kurt "Buba" Schmidt, mit uns zu einer feuchtfröhlichen Himmelfahrtsparie, obwohl beide nachmittags in der ersten ein Freundschaftsspiel machen mußten. Die 1b konnte die beiden nicht abhalten, Trainer und Spielausschuß waren natürlich "sauer". So kam es leider oft zu Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Spielausschuß auf der einen und 1b-Mannschaft auf der anderen Seite. Die 1b hatte eine gewisse Anziehungskraft in punkto Kameradschaft und Einheitlichkeit; wir verstanden es damals einfach nicht, daß immer wieder einer aus unseren Reihen in der Ersten spielen mußte, und das war ein großer Fehler.

In diesem Zustand holte dann "Alleinig" einen Hinzmann nach Husum. Ich habe Julius Huber dann unmißverständlich gesagt, was ich von seiner Methode hielt, daß die Husumer Jungs immer wieder vor den Kopf hin- und hergestoßen würden. Weitere Einzelheiten will ich dazu lieber verschweigen. Es führte dann aber leider dazu, daß ich meinen Verein Husum 18 verlassen "mußte". Ich ging dann 1950 zum TSV Rantrum, um weiter Fußball spielen zu können, und spielte noch ein gutes Jahr zusammen mit meinem alten 18er Freund Günther "Didi" Herrmann, der aus ähnlichen Gründen sein Verein verließ. Rantrum ist dann seit damals ganz schön in Schwung gekommen, vielleicht hatten auch wir einen kleinen Anteil daran.

Doch montagsmorgens war stets der erste Blick in die Zeitung: "Wie hätt Achtein speelt?" Das Herz blieb bei 18. Dieser Hinzmann hat dann nach ein paar Toren bei Nacht und Nebel dem Verein wieder den Rücken gekehrt, nicht ohne dann noch den schönen Ledermantel des Trainers Julius Huber mitgehen zu lassen. Mich hat das insofern gefreut, als daß spätestens dann über meine Worte zu Julius Huber und von ein paar anderen nachgedacht worden ist. Doch ich hätte meinen Verein nicht so ohne weiteres verlassen sollen.

1951 ging ich dann wegen der Arbeit nach Düsseldorf und spielte hier einige Monate bei Heiligenhaus 09, um dann anschließend 1952 nach Plochingen am Neckar überzusiedeln, wo ich gute Arbeit fand und wo ich dann noch einige Zeit mit den Husumern Siegfried "Siggi" Panten, Arthur "Adde" Brauer und Karl-Heinz "Kolle" Niemann beim FV 1911 Plochingen spielte. Meine Landsleute gingen wieder, ich bin dem FV bis heute treu geblieben, wo ich später noch ein paar Jahre Jugendspieler trainierte (dabei viel an Werner Rusbült dachte). In der Betriebsmannschaft meiner Firma, einer großen Elektrizitätsversorgungs AG, wo ich kürzlich mein 25-jähriges Arbeitsjubiläum feiern konnte, spielte ich dann noch bis zu meinem 45. Lebensjahr und machte hier nochmal über 300 Spiele mit, doch dann machten die Kniee, die man in all den Jahren ganz schön ramponiert hatte, nicht mehr mit.

Fußball war auch mein Leben! Im Sommer liege ich oft in meinem schönen Garten am Neckar, worauf ein kleines "Husum-Hus" - mit Fischernetzen, Muscheln und Krebsen dekoriert - steht und an dem ein Rettungsring mit der Aufschrift "Husum / Nordsee" hängt. Ein Boot liegt dort neben einem selbst erbauten Leuchtturm. Am Flaggenmast knattert die blau-weiß-rote Flagge, und ich hänge meinen Erinnerungen nach ... "Wat wär dat för een feine Tied, domuls bi Achtein!"

Euer Jupp Schönfeld

 

leer

Zeige, dass Du ein Fan der Husumer SV bist!

Fanschal · 12,50 Euro

erhältlich im Jugendheim der Husumer SV

 

Nummernschildverstärker · Euro

erhältlich im Jugendheim der Husumer SV



seit 25. Mai 2018
Besucherz?hler Gif