Das geschah 1951

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zuletzt aktualisiert am: Donnerstag, 06.12.2018 10:49

1951

Husum 18 / Jugend-Fußball

26. Dezember

 

Husum 18 Jungmannen gegen Holstein Kiel Jungmannen

Husum 18's Stolz ist die Mannschaft der Jungmannen. Unangefochten führt die Elf in dem Bezirk Nord und schlug bisher alle Mannschaften mit dem stattlichen Torverhältnis von 33:9. Nachdem in den Punktspielen die Mannschaften aus Flensburg, Schleswig, Kappeln und Westerland kapitulieren mußten, hat man sich für den 2. Feiertag keinen Geringeren als die Mannschaft der Holsteiner eingeladen. Freunde technischen Könnens werden in diesem Spiel voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Wir sind davon überzeugt, daß unsere Jungmannen die Farben Husum würdig vertreten werden.

Husumer Nachrichten


Bei der Begrüßung mit Schiedsrichter Lochenvitz / Holsteins (l.) und Husums (r.) Jugendobmann


Die Gäste am 2. Weihnachtstag unterlagen 0:1 / im Januar dann Rückspiel in Kiel.

Jungmannen Husum 18 vorm Spiel gegen Holstein Kiel

Carstens · Wagner · Walla · Ziewitz · Fentzahn - Hansen · Albertsen · Peters · Westerwiek · Golde · Schladetzky


Der Kieler Uwe Zinnendorf erinnerte sich wie folgt an dieses
"erfreuliche Weihnachtsgeschenk für die 1. Jungmannen"

Als wir 14 Tage vor Weihnachten aus Husum die Einladung für ein Spiel unserer Mannschaft erhielten, waren wir alle, wie immer, wenn es auf Reisen geht, hellauf begeistert und sagten sofort zu, zumal uns die Husumer noch mit 50 DM unterstützen wollten.. Pünktlich um 1/2 8 Uhr am 2. Weihnachtstag waren wir elf Kameraden R. Sörensen, H. Clausen, R. Einfeld, K.H. Jess, H. Beuck, H. Jaeckel, U. Zinnendorf, H. Müller, R. Stoltenberg und T. Petersen am Bahnhof versammelt, reichlich eingedeckt mit Kuchen und sonstigen Annehmlichkeiten, von denen es ja bekanntlich Weihnachten genug gibt. Aber oh weh, unser lieber guter Betreuer, Herr Hermes, war weit und breit nicht aufzutreiben. Doch mit nie geahnter Schnelligkeit kam auch er um 59 1/2, wie es unser Trainer Rimek so gern zu sagen pflegt, auf dem Bahnhof angeflitzt. Bei ihm hatte die Fahrt gleich mit einer Panne begonnen, nämlich einer Panne seines Busses. Aber dies sollte glücklicherweise die einzige Panne bleiben, wenn man von unserer 0:1-Niederlage absieht, die wir aber mit Stolz zu tragen wissen, denn wir haben gegen eine Elf verloren, die wirklich Fußball spielen kann. Sie waren uns nun einmal konditionsmäßig überlegen, und deshalb gönnen wir ihnen auch gern den Sieg. Das nächste Mal aber, wenn wir sie hier bei uns hoffentlich in einem Vorspiel wiedertreffen, werden auch wir mit besserer Kondition aufwarten und dann werden wir auch ...! Aber das werden wir ja sehen.

Jedenfalls in Husum haben wir auch gekämpft und zwar gegen Freunde, obwohl wir uns erst so kurze Zeit kannten und nicht, wie wir es leider so oft erleben, gegen Rowdies, denen es ganz egal ist, ob sie das Bein oder den Ball treffen. Und noch eines dürfen wir nicht unerwähnt lassen. Nicht weniger als 500 Zuschauer umsäumten den Platz, eine Zahl, die man bei Jugendspielen nur leider allzu selten sieht. Aber gerade dann, wenn der Beifall, wie es so oft in Husum der Fall war, für unseren Torwart oder sonst irgend einen aufbrauste, gerade dann bringt es uns erst richtig Spaß, und wir wollen hoffen, daß auch bei uns bald eine derartige Begeisterung für Jugendspiele entflammt.

Das Spiel selbst war äußerst spannend und abwechslungsreich, so daß die Zuschauer immer begeistert mitgingen. Nach kurzen, stürmischen Angriffen der Husumer hatten auch wir uns gefunden. Eine zügige Kombination führte uns in den gegnerischen Strafraum, doch mit dem abschließenden Schuß fand ich leider nicht das begehrte Ziel. Damit hatten wir wohl nicht nur die größte Chance des ganzen Spiels vergeben, sondern die Husumer erhielten großen Auftrieb und brachten uns zeitweilig in arge Bedrängnis. Vor allen Dingen der linke Flügel (der Halblinke wurde von unserem guten Rudi nicht genügend gedeckt) kam immer wieder gefährlich durch. Aber da hatten wir noch unseren Rolfi Sörensen im Tor, der einfach alles meisterte und immer wieder mit Beifall überschüttet wurde. Die Entscheidung aber sollte erst in den letzten Minuten fallen. Nach einem Kopfballduell an unserer Strafraumgrenze gab der Schiedsrichter unverständlicherweise einen Freistoß. Unsere Mauer stellte sich auf, der Halblinke schoß und schon zappelte der Ball im Netz. Unsere Mauer hatte nicht richtig gestanden und damit das gegnerische Tor auf dem Gewissen. Somit hatten wir ein Spiel verloren, das uns sehr viel Spaß gemacht hatte und uns und unseren ruhmreichen blau-weiß-roten Farben viel neue Freunde gebracht hat. Ein Besuch bei unserem bekannten Heimatdichter Theodor Storm (Anm. der Schriftleitung: damaliges Storm-Museum im Nissenhaus), eine Kaffeetafel nach dem Spiel und unsere traditionellen Skatrunden vervollständigten dieses Erlebnis, das wir alle nicht so leicht vergessen werden.

Uwe Zinnendorf

leer  



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