Das geschah 1965

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zuletzt aktualisiert am: Dienstag, 19.05.2020 19:08

1965

Husum 18

1. Januar

Zum Jahreswechsel 1964/65

Wiederum ist ein Jahr zu Ende gegangen. In unserer schnellebigen Zeit mit den vielen Erlebnissen im täglichen Leben, mit all den Ereignissen, die täglich auf uns eindringen, sagen wir fast alle: "Schon wieder" ist ein Jahr zu Ende gegangen.

Und so ist es auch in der großen Familie von "Husum 18". Auch hier stehen die verschiedenen Abteilungen von Woche zu Woche immer wieder im sportlichen Wettstreit. Es gibt wohl kaum einen Werktag, der nicht mit Sport- und Trainingsstunden vom Verein genutzt wird. Und daran sehen wir, wie wichtig es ist, Sportfreunde zu finden, die sich immer noch Zeit nehmen für die Arbeit in den verschiedensten Abteilungen eines Sportvereins zur Verfügung zu stellen. Wir 18er können stolz darauf sein, daß wir so viele Mitarbeiter haben, die einen großen Teil ihrer Freizeit dem Verein widmen. Am 20. Dezember des Jahres hatten wir im Handwerkerhaus unsere Jugend-Weihnachtsfeier. Der große Saal war weihnachtlich geschmückt und bis auf den letzten Platz besetzt. Außer unserer Jugend waren viele Eltern, die Mitarbeiter des Vereins und die Liga erschienen. Die große Familie der 18er war hier zusammengekommen, um einige vorweihnachtliche Stunden gemeinsam zu verbringen. Unser Wunsch für das kommende Jahr ist es, daß der Zusammenhalt in der großen Familie der 18er so bleiben möge.

Die Erfolge in den letzten Jahren haben uns den gemeinsamen Weg gezeigt, den wir zu gehen haben. Hier meine ich zunächst die Erfolge in der gemeinsamen Arbeit für die Jugend. Denn wenn diese Arbeit vom Erfolg gekrönt ist, wird der Erfolg im sportlichen Sektor nicht ausbleiben. Wenn wir daher heute besinnliche Rückschau auf das Jahr 1964 halten, haben wir zunächst einmal Grund, uns zu bedanken. Wir danken in erster Linie unseren vielen treuen Mitarbeitern, unseren zahlreichen Betreuern der Jugend und ganz besonders aber auch unseren Spielern der Liga und der Reservemannschaften.

Husum 18 darf stolz und glücklich sein, in ihnen allen wertvolle Kräfte zu besitzen, die es der Vereinsleitung ermöglichen, die Tradition von Husum 18 zu wahren und das Ansehen unseres Vereins zu stärken.

Unser Dank gilt aber auch unseren vielen treuen Anhängern, die uns Sonntag für Sonntag die Treue halten, und die auch oft unsere Liga nach auswärts begleiten.

Dank möchten wir auch allen sagen, die den Verein unterstützen. Sei es durch Anzeigen in unserer Vereinszeitung oder im Friesenstadion durch die Gestellung von Fahrzeugen oder durch die Mitgliedschaft im Ältestenrat, alle, wo sie auch immer helfend für den Verein eingreifen, sind bereit, es für die Jugend in unserer Heimatstadt Husum zu tun. Dafür möchten wir an der Schwelle des Jahres noch einmal unseren herzlichsten Dank sagen.

Möge das kommende Jahr uns allen weiterhin die Kraft geben, für unseren Verein zu arbeiten, damit wir mit Genugtuung das Jahr 1964 verlassen und mit frohem Herzen den Schritt über die Schwelle des neuen Jahres tun können.

Husum im Dezember 1964

Werner Denckmann, 1. Vorsitzender

leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Januar

Unsere Liga: TSV Kappeln - Husum 18 1:3 (0:2)

Achtung Skatspieler!

Unser diesjähriger Kameradschafts-Skat findet am 17. Januar nach dem Spiel Husum 18 - Vorwärts Flensburg um 16:45 Uhr in unserem Vereinslokal (Handwerker-Vereinshaus) statt.

Alle Skatfreunde von Husum 18 sind herzlich eingeladen.

Im ersten Spiel der Rückrunde mußte unsere Liga am 29. November auf dem gefürchteten Platz in Kappeln antreten. Nach dem mageren und glücklichen 1:0 Heim-Erfolg der Herbstserie mußte sich unsere Liga auf einiges gefaßt machen. Aber auch dieses Spiel wurde gewonnen, weil unsere Mannschaft routinierter und technisch besser beschlagen war. Sie hatte vor allem in der ersten Halbzeit klare Feld-Vorteile. Bereits in der dritten Minute erzielte Dieter "Schorsch" Schleger das 1:0, dem Peter Goldschmidt in der 35. Minute das 2:0 folgen ließ. Kappeln konnte zwar in der zweiten Halbzeit das Spiel ausgeglichen gestalten, konnte aber in der 86. Minute den dritten Treffer durch Karl "Kalli" Clausen nicht verhindern.

Unsere Liga spielte mit

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Karl Clausen ǀ Kinzel
Eckhard "Ecki" Sers

Unsere Liga: Husum 18 - SIF Schleswig 6:0 (3:0)

Am 6. Dezember war der Tabellenletzte zu Gast bei unserer Liga. Die Schleswiger hatten in Husum nicht allzu viel zu bestellen. Dazu hatten sie noch das Pech, kurz vor der Halbzeit einen Spieler durch Verletzung zu verlieren.

Unsere Liga ging durch Egon Harms mit 1:0 in Führung und baute diese durch Dieter "Schorsch" Schleger auf 2:0 aus. Noch vor dem Seitenwechsel glückte Johannes Jannsen das 3:0. Ebenfalls Johannes Jannsen schoß gleich nach Wiederbeginn das 4:0, dem Dieter Schleger das 5:0 folgen ließ. Karl "Kalli" Clausen beendete mit dem sechsten Treffer den Torreigen.

Und so spielten sie:

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Kauffeld ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Johannes Jannsen ǀ Egon Harms ǀ Dieter Schleger ǀ Karl Clausen
Eckhard "Ecki" Sers

Unsere Liga: Husum 18 - Flensburg 08 4:2 (3:0)

In der zweiten Runde im DFB-Pokal auf Landesebene hatte unsere Liga am 20. Dezember die Landesliga-Mannschaft von Flensburg 08 zu Gast. Da bereits in der ersten Runde die Landesliga Mannschaft von DGF Flensburg ausgeschaltet wurde, wollte unsere Liga natürlich auch die Hürde Flensburg 08 nehmen.

Unsere Liga begann mit einem ungeheuren Elan und spielte die Gäste förmlich in Grund und Boden. Bereits in der achten Minute gelang Detlef Bresa das 1:0 für unsere Liga, nach prächtiger Einzelleistung von Peter Goldschmidt. Nachdem Flensburg einen Foulelfmeter nicht verwandeln konnte, schoß Benjamin Hager in der 28. Minute einen Handelfmeter zum 2:0 ein. Dieter "Schorsch" Schleger war es dann, der in der 40. Minute mit dem schönsten Tor des Tages das 3:0 erzielte.

Nach dem Wechsel trumpften die Gäste mächtig auf und setzten unsere Hintermannschaft unter Druck. In der 56. Minute kamen sie auf 3:1 heran und schossen in der 66. Minute sogar den 3:2-Anschlußtreffer. Nun geriet unsere Hintermannschaft zeitweise ins Schwimmen, konnte sich aber wieder freimachen und in der 85. Minute mit dem 4:2 durch Kauffeld den Sieg sicherstellen.

Mit diesem großartigen Sieg ist unsere Liga nun unter den letzten Acht im DFB-Pokal auf Landesebene.

Unsere Liga spielte mit

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Kauffeld ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Egon Harms ǀ Johannes Jannsen ǀ Dieter Schleger
Eckhard "Ecki" Sers

Und hier der Tabellenstand der II. Amateurliga

    Stand 20.12.64   Spiele               Tore   Punkte  
1.   Husum 18   17   13   3   1   57:24   29:5  
2.   Rasensport Schleswig   17   10   7   -   49:19   27:7  
3.   Frisia Husum   18   10   4   4   48:21   24:12  
4.   Flensburger TB   18   9   4   5   52:35   22:14  
5.   TSV Westerland   17   9   3   5   42:27   21:13  
6.   TSV Nord   18   8   5   5   39:32   21:15  
7.   DJK Flensburg   16   8   1   7   28:30   17:15  
8.   BW Friedrichstadt   18   6   5   7   30:32   17:19  
9.   VfB Nordmark Flensburg   19   7   3   9   38:39   17:21  
10.   Bredstedter TSV   17   5   6   6   34:44   16:18  
11.   TSV Weiche-West   18   5   3   9   34:51   15:21  
12.   TSV Kappeln   18   5   4   9   34:47   14:22  
13.   FSV Wyk   16   4   5   7   33:46   13:19  
14.   TSV Kropp   17  

3

  7   7   27:39   13:21  
15.   TSV Vorwärts Flensburg   17   3   1   13   19:49   7:27  
16.   FIS Schleswig   17   1   3   13   19:48   5:29  

Terminliste

II. Amateurliga - Frühjahrsserie 1964/65

10.01.65   Flensburger TB   -   Husum 18
17.01.65   Husum 18   -   Vorwärts Flensburg
24.01.65   BW Friedrichstadt   -   Husum 18
31.01.65   TSV Westerland   -   Husum 18
07.02.65   Husum 18   -   VfB Nordmark Flensburg
21.02.65   Husum 18   -   Frisia Husum
28.02.65   Husum 18   -   TSV Weiche-West
07.03.65   TSV Kropp   -   Husum 18
14.03.65   Husum 18   -   Rasensport Schleswig
21.03.65   TSV Nord   -   Husum 18
28.03.65   Husum 18   -   FSV Wyk
03.04.65   DJK Flensburg   -   Husum 18
11.04.65   Husum 18   -   Bredstedter TSV
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. Januar

Unsere Jugendabteilung

Nach den schwachen Leistungen unserer ersten Jungmannen in den letzten Spielen der Herbstserie scheinen sie sich für die Frühjahrsserie etwas vorgenommen zu haben.

Am 29. November mussten unsere ersten Jungmannen die Reise nach Kappeln antreten und zeigten einmal wieder, daß sie wirklich Fußball spielen können. Nach großartiger Leistung schlugen sie Kappeln durch Tore von Fred Halberstadt und Hans Uwe Kock (je 3) mit 6:0 Toren.

Am 6. Dezember stellten sich die ersten Jungen von SIF Schleswig in Husum vor. Auch sie mußten erfahren, daß die ersten Jungmannen von Husum 18 wieder stark im Kommen sind. Durch Tore von Fred Halberstadt (2), Peter Haar und Hans Uwe Kock gewannen unsere ersten Jungmannen mit 4:0 Toren und festigten da mit ihrem guten Tabellenplatz.

Hier die Tabelle mit Stand vom 20. Dezember 1964:

    Stand 20.12.64   Spiele       Tore   Punkte  
1.   Frisia Husum   19       79:25   31:7  
2.   VfB Nordmark Flensburg   16       62:14   30:2  
3.   Husum 18   17       53:15   27:7  
4.   Flensburger TB   18       42:28   24:12  
5.   Flensburg 08   16       45:37   23:9  
6.   Schleswig 06   16       69:24   20:12  
7.   TSV Westerland   17       43:31   20:14  
8.   BW Friedrichstadt   18       57:49   19:17  
9.   DGF Flensburg   15       38:41   14:16  
10.   TSV Kropp   17       34:40   13:21  
11.   TSV Kappeln   17       37:57   12:22  
12.   SIF Schleswig   17       18:64   11:23  
13.   TSV Weiche-West   18       26:64   11:25  
14.   FSV Wyk   16       22:55   6:26  
15.   TSV Vorwärts Flensburg   17       19:46   6:28  
16.   Bredstedter TSV   17       20:64   5:29  

Am 5. Dezember spielten unsere ersten Schüler gegen unsere zweiten Schüler. Bereits bis zur Pause führten unsere ersten Schüler mit 4:0 Toren, mußten sich aber in der zweiten Halbzeit das Spiel der zweiten Schüler aufzwingen lassen und gewannen somit nur mit 6:3 Toren. Die Tore erzielten für die ersten Schüler Lindner und Spring (je ein Tor), Thomas Kniese und Nico Paulsen (je zwei Tore). Für die zweiten Schüler schossen die Tore Samuelsen, Linnau und Grund.


Unsere erste Jugend spielte am 6. Dezember gegen TSV Rantrum und verlor recht unglücklich mit 4:3 Toren. Die Tore schossen K. Lund (1) und Heinz-Otto Liebig (2).


Nun gehen unsere Jugendmannschaften in die verdiente Winterpause und wir hoffen, daß bei Beginn der Frühjahrsserie alle Jugendlichen mit der gleichen Freude und dem gleichen Ehrgeiz bei der Sache sind wie bisher, dann werden auch bei der Vergabe der Meisterschaften alle Jugendmannschaften von Husum 18 ein ernstes Wort mitreden.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball allgemein

1. Januar

Fußballzuschauer sind nun mal so ...

Eine besondere Kategorie,
selten stimmt sie etwas froh
und mit scharfer Ironie
üben sie sich in Kritik,
wählen gar boshafte Worte,
denken oft mit Kennerblick
und reden nur in Forte.
 
Auch ist ihre Redeweise
vom Normalen weit entfernt
was hab ich in ihrem Kreise
alles schon dazugelernt.
 
Wenn von "Flaschen" ich was hörte,
dachte ich an edlen Wein,
sie hingegen mächtig störte,
der Spieler, dessen linkes Bein.
 
Den Ball weit übers Tor geschossen
und nicht in des Tores Masche,
darum waren sie verdrossen
und nannten ihn 'ne große Flasche.
 
Gerade als ich dacht im Stillen,
wie der Mensch sich irren kann,
hörte ich ganz wide Willen:
Diese Bombe die kam an!
 
Auch der Querpaß war ganz gut,
nun schießen sie aus allen Rohren,
ich denk bei mir, sei auf der Hut,
sonst bist du gar gleich verloren.
 
Eine Abseitsfalle solle man stellen,
der Kopfstoß wäre beinahe ins Auge gegangen
und während zwei hart aneinanderprellen
hat der Torwart die Bombe abgefangen.
 
Jetzt rufen ein paar Leute kräftig aus,
ich glaubte wir seien am Ende.
Doch die gingen noch lange nicht nach Haus,
sie warteten noch auf die Wende.
 
Ihr Verein im Rückstand lag,
die Spieler waren trübe Tassen
und an solch einem schwarzen Tag
sollte man es mit Ruhe fassen.
 
Daß die Mannschaft untergeht,
keiner spurt und keiner was kann,
wenn kein frisches Lüftchen weht,
fragt man sich doch, wie geht das an?
 
Bis es dann auf einmal klar,
es kann gar nicht anders sein,
den Schiedsrichter, ihn trifft die Schuld
und nicht unseren unserem Sportverein.
 
Das Johlen geht los, die Masse kocht,
dazwischen des Schiri Pfeifenton.
Man schreit so laut wie man eben vermocht:
"Der Schiedsrichter muß ans Telefon!"
 
Doch dann ist es wirklich zu Ende,
das Spiel was verloren, ist aus,
sie kam nicht mehr, die erhoffte Wende
und trübselig trottet man nach Haus.
 
Am nächsten Sonntag war ich wieder dabei,
von Trübseligkeit war nichts mehr zu sehn.
Und schon mit dem ersten großen Geschrei
schien es auch heute wieder schief zu gehn.
 
Doch plötzlich ändert sich die Sache,
und freute sich und zeigt Humor,
die Verteidigung nahm den Gegner fix in die "Mache"
und unsere Stürmer die Kanonen, die schossen ein Tor.
 
Der Schiedsrichter war ganz große "Klasse",
alles war irgendwie angenehmer;
selbst die Gegner hatten ein paar "Asse",
und für unsere Mannschaft war es so viel bequemer.
Es fielen keine scharfen Worte,
welche leicht den Spieler stören,
so daß heute an diesem Orte
eitel herrschte Fried und Eintracht.
Trübsinn war in Nichts zerronnen -
und das alles ganz alleine macht:
Unser Club, der hat gewonnen!
Johannes "Haschi" Jannsen

Der Sportarzt spricht:

   

Vorsicht bei Knochenbrüchen

   

Am Sonnabend, dem 13. Februar 1965, findet unser

Großes Vereinsvergnügen

im Handwerkerhaus statt.

Eine 8 Mann starke Tanz- und Schaukapelle aus Hamburg wird für Stimmung und Humor sorgen.

Der Kartenvorverkauf beginnt bereits Ende Januar. Nähere Einzelheiten werden im Aushangkasten bekanntgegeben.

DER VORSTAND

Knochenbrüche sind nun einmal eine Begleiterscheinung des Sports. In den weitaus meisten Fällen wird es sich erfreulicherweise um einen einfachen Bruch handeln, aber dennoch ist Vorsicht am Platze und überlegtes, vernünftiges Handeln geboten. Bei einfachen Brüchen wird die Heilung unter sachgemäßer, ärztlicher Hilfe gut voranschreiten und besteht kaum die Gefahr, daß die Sportausübung später nicht fortgesetzt werden kann. Aber wie gesagt: Es müssen alle Umstände beachtet werden, die für eine völlige Wiederherstellung des betreffenden Gliedes Voraussetzung sind.

Man muß eben bei jedem Unfall besonnen sein und sich bemühen, "das Richtige" zu tun. Es ist besser, ein Knochenbruch anzunehmen, als zu glauben, daß es "nur" etwas was anderes ist. In der Tat ist es für einen Laien schwer, festzustellen, daß ein Bruch des Knochens vorliegt, denn nicht immer treten die Merkmale sichtbar zutage. Sogar der Arzt kann es nicht immer auf Anhieb sagen. Nur das Röntgenbild gibt eindeutig Auskunft.

Typische Zeichen eines Bruches sind: starke Schmerzen bei Bewegung und Druck, örtliche Schwellung, unnatürliche Lage und Beweglichkeit, knarrende und reibende Geräusche beim Bewegen. Oft aber fehlen mehrere dieser Anzeichen, manchmal sogar alle. Deshalb soll man nie selbst versuchen, ein gebrochenes Glied geradebiegen oder gar einrenken zu wollen. Vielmehr ist der Arzt sofort zu verständigen, auch wenn nur Verdacht besteht.

Inzwischen soll der Patient so gelagert werden, wie es für ihn am bequemsten und am wenigsten schmerzhaft ist. Ist keine Wunde vorhanden, werden vorsichtig kalte oder Alkoholumschläge auf der vermutlichen Stelle als angenehm empfunden. Sind Wunden vorhanden, so werden sie zuerst versorgt. Gefahr besteht, wenn sie an oder ganz in der Nähe der Bruchstelle liegen. Dann ist Vorsicht nötig! Es ist möglich, daß sich der Knochen durch die Haut gebohrt hat und freiliegt. Die Infektionsgefahr ist dann besonders groß. Die Wunde muß sehr behutsam unter der Kleidung freigelegt werden. Notfalls muss man Anzug und Unterwäsche aufschneiden. Die Wunde darf nicht mit der Hand berührt werden. Man verbindet mit keimfreien Verbandpäckchen (die in jeder Hausapotheke sein sollten) und Polster darüber, vor allem, wenn der Verletzte noch transportiert werden soll. Wenn aus irgendeinem Grunde der Arzt nicht bald zu erwarten oder eiliger Abtransport angeordnet ist, dann müssen Stützverbände oder Schienen angelegt werden.

(Aus Vereinsdienst)

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

Der Meidericher SV 02, dessen Mitgliederzahl jetzt 2.178 beträgt, verzeichnet in den letzten 6 Monaten 60 Senioren- und 208 Jugend-Mitglieder neu. Die Beitragssätze betragen: Jugendliche bis 18 Jahre 50 Pfennig, echt aktiv Tätige 1,50 D-Mark, Passive 3 D-Mark monatlich.


Von 1.075 Mitgliedern stark besucht war die außerordentliche Hauptversammlung des FC Bayern München. Der Vorstand erhielt mit vier Fünftel Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen. Der Hauptkassierer nannte einen Vermögensstand von 306.000 D-Mark, davon 82.000 D-Mark flüssige Mittel, nachdem alte Prozeßschulden abgetragen und allen weiteren fälligen finanziellen Verpflichtungen nachgekommen wurde.


Die SG Eintracht Frankfurt hatte im letzten Geschäftsjahr Einnahmen von 2.749.000 D-Mark, wovon die Fußballabteilung allein 2.132.000 D-Mark einspielte. Eine neue Vorstandswahl muß die Eintracht auf einer einzuberufenden ordentlichen Generalversammlung vornehmen, da es versäumt wurde, den vor etwa Jahresfrist gewählten Vorstand mit Rudi Gramlich an der Spitze ins Vereinsregister eintragen zu lassen.


Germania Wiesbaden läßt alle seine Aktiven in regelmäßigen Abständen durch einen Sportarzt untersuchen, um gesundheitliche Schäden rechtzeitig zu erkennen.


Eine Jugend-Kegelgruppe hat der USC Paloma Hamburg ins Leben gerufen, die vom Keglerverband unterstützt wird. Es wird wöchentlich einmal geübt, der Monatsbeitrag beträgt 3 D-Mark. Jungen und Mädchen kegeln gemeinsam.


In Kaiserslautern ist eine neue "Fußball-Welle" in Bewegung, seit der 1.FCK in der Bundesliga spielt. Über 500 neue Mitglieder wurden registriert und in der Jugendabteilung drängen sich die Mannschaften derart, daß Werner Liebrich sich nach weiteren Helfern umsehen muß. Insgesamt spielen über 250 Jugendliche und Schüler aktiv beim 1. FCK! Von dem Goldstrom der Lizenzspieler profitieren auch die anderen Abteilungen, so gibt es nach Jahren erstmals wieder eine Frauen-Handballmannschaft.


Die Hauptversammlung des Karlsruher SC war von 672 Mitglieder besucht, das sind 17% der Gesamtzahl. Die Einnahmen des letzten Jahres betrugen 1.734.305 D-Mark, die Ausgaben 1.742.709 D-Mark, also ein Minus von 8.404 D-Mark. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf 340.569 D-Mark.


Der Wuppertaler SV plant ein neues Vereinsheim. Er appelliert um einen 13. Mitgliederbeitrag im Jahr, was einen Betrag von 20.000 D-Mark ausmachen würde. Mit 30.000 D-Mark Vereinszuschuß und aus Spenden von Firmen und Einzelpersonen hofft man auf einen Grundstock von 100.000 D-Mark. Damit wären die größten Schwierigkeiten überwunden. Mit Direktor Walter Kühlthau hat der Verein einen sehr rührigen Vorsitzenden.


Das Beitragsaufkommen beim TSV Schwaben Augsburg betrug im letzten Geschäftsjahr rund 60.000 D-Mark, wovon 43.000 D-Mark an die Abteilungen ausgeschüttet wurden. An Vergnügungssteuer und Notgroschen wurden 70.677 D-Mark an die Stadt gezahlt und an Stadionmiete 13.319 D-Mark entrichtet. Das Vereinsvermögen beträgt rund 100.000 D-Mark, das des Bauvereins 821.000 D-Mark.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Tischtennis

1. Januar

Unsere TT-Abteilung

Am 28. November empfing unsere erste Mannschaft die Spieler des TTC Rot-Weiß Schleswig II zum angesetzten Punktspiel. Mit 9:4 Punkten und 20:11 Sätzen konnten die Schleswiger geschlagen werden.

Am 1. Dezember mußten wir mit der Ersten nach Flensburg zum TSV Nord Harrislee, der im Vorjahr in der Landesliga spielte und freiwillig zwei Klassen zurückging, um in der Bezirksliga zu spielen. Wir rechneten mit einer klaren Niederlage, die auch mit 1:9 eintrat. Für den Ehrenpunkt sorgte Anton Bösch gegen den alten Routinier Heide.

Als letztes Spiel der Herbstserie stellte sich der TTC Ramsharde II am 5. Dezember in Husum zum Kampf. Hier konnte unsere erste Mannschaft einen verdienten 9:3-Sieg holen.

Da unsere erste Mannschaft zu Beginn der Herbstserie recht unglücklich begann, können wir am Schluß der Herbstserie recht zufrieden sein und auch optimistisch in die Rückrunde gehen.


In der Kreisklasse spielte unsere zweite Mannschaft am 29. November in Koldenbüttel beim dortigen TTV. Unsere Zweite hatte in diesem Spiel zu kämpfen und landete nur einen knappen 9:6-Sieg.

Am 13. Dezember waren wir zu Gast in Tönning, um gegen beide Mannschaften des TTC Garding-Tönning zu spielen. Gegen die zweite Garnitur siegten wir glatt mit 9:1, wo lediglich Werner Wischnowski einen Punkt abgab. Aber gegen die Erste des TTC verloren wir anschließend mit 5:9.


Unsere dritte Mannschaft spielte am 25. November an eigenen Platten gegen den TSV Viöl mit 22:21 Sätzen unentschieden 8:8.

Am 13. Dezember war unsere Dritte auch in Tönning. Gegen die Erste der Gastgeber verloren wir 1:9, wobei Otto Armster den Ehrenpunkt holte. Aber gegen die Zweite drehten wir den Spieß um und gewannen 9:1.


Mit vier Mannschaften nahmen wir an den Pokalspielen des "Heinz-Münchow-Gedächtnis-Pokals" auf Bezirksebene teil. In der Vorrunde schieden unsere dritte und vierte Mannschaft gegen TTC Rot-Weiß Schleswig IV und TTC Ramsharde IV aus. Unsere Zweite kam kampflos ins Achtelfinale, da Rot-Weiß Niebüll an eigenen Platten nicht antrat. Im Achtelfinale gewann unsere Erste in Flensburg gegen Grün-Weiß 62 II mit 5:2, und unsere Zweite gewann zu Hause gegen Grün-Weiß 62 III mit 5:0. Im Viertelfinale verlor unsere Erste (Harald Wulf, G. Peters, Heinz Splettstößer) gegen Frisia Husum III (Ovenhausen, G. Klatt, H. Klatt) knapp mit 4:5. Unsere Zweite verlor ebenfalls im Viertelfinale gegen Rot-Weiß Schleswig II, allerdings recht klar mit 1:5 (Herbert Rohde, Jan Peter Wichmann, Hans Joachim Singhoff).


Unsere Jungenmannschaft bestritt das letzte Spiel der Herbstserie auf Bezirksebene mit nur drei Spielern gegen Rot-Weiß Schleswig, die allerdings auch nur drei Spieler zur Verfügung hatten. Mit einem 6:4-Sieg festigten unsere Jungs sich den zweiten Tabellenplatz.


In der Kreisklasse der Jungen gab es in diesem Monat noch folgende Ergebnisse:

Frisia Husum II   -   Husum 18 I   2:7
TSV Rantrum II   -   Husum 18 I   2:7
TSV Rantrum I   -   Husum 18 II   6:6

Da für den Schleswig-Holstein-Pokal der Jugend auf Kreisebene nur vier Zweier-Mannschaften gemeldet waren, wurden die Spiele am 27. November in Husum ausgetragen.

Husum 18 I   -   Husum 18 II   3:0
Husum 18 I   -   Frisia Husum II   3:0
Husum 18 I   -   Frisia Husum I   2:3
Husum 18 II   -   Frisia Husum I   2:3
Husum 18 II   -   Frisia Husum II   2:3
Frisia Husum I   -   Husum 18 II 2:3  

1.   Husum 18 I   2:1   Punkte   8:3   Spiele
2.   Frisia Husum I   2:1   Punkte   8:7   Spiele
3.   Frisia Husum II   2:1   Punkte   6:7   Spiele
4.   Husum 18 II   0:3   Punkte   4:9   Spiele

Durch den ersten Platz sicherte sich unsere Erste (Rüdiger Stenzel / Gerhard Hoffmann) die Teilnahme an den Spielen auf Bezirksebene.


Hans Joachim Singhoff gratulieren wir noch herzlich für seinen zweiten Platz beim achten Westküstenturnier, das am 6. Dezember in Friedrichstadt ausgetragen wurde.

Walter Liepert, Obmann Tischtennisabteilung
leer  

1965

Husum 18

1. Januar

Aus unserer Familien-Chronik

Egon Harms und Frau zeigte die Geburt ihres Sohnes Lars an. Wir gratulieren unserem Ligaspieler Egon und seiner Frau recht herzlich zum Stammhalter

Unser Vereinswirt Gerd Küter und Frau zeigten die Geburt ihres Sohnes Olaf an. Wir gratulieren recht herzlich zum Stammhalter
Für die Übersendung der Vereinsnachrichten danken wir Werder Bremen, dem Itzehoer Sportverein von 1909 e.V. und dem TSV Schlutup.
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. Februar

leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Februar

Fußball-Liga

Am 10. Januar mußten wir das schwere Auswärtsspiel gegen den Flensburger Turnerbund bestreiten und liefen mit

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Kauffeld ǀ Dieter Schleger ǀ Peter Goldschmidt ǀ Johannes Jannsen ǀ Manfred Hoppe

aufs Spielfeld.

Das Spiel stand auf einem hohen Niveau. Beide Mannschaften befleißigten sich eines schnellen und gradlinigen Spiels. Allerdings hatten unsere Mannen dieses Mal ihre Schußstiefel zu Hause gelassen. FTB machte es besser und ging 1:0 in Führung. Allerdings im Gegenzug erzielte Dieter "Schorsch" Schleger das 1:1. In der zweiten Halbzeit kam dann der FTB zu einem glücklichen Treffer zum 2:1 und kurz vor Schluß sogar zum 3:1.


Der 17. Januar bescherte uns die am Tabellenende stehende Elf von Vorwärts Flensburg. Die Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Johannes Jannsen ǀ Manfred Hoppe

legte einen gehörigen Zahn vor und führte bereits bis zur Halbzeit durch Tore von Manfred Hoppe, Detlef Bresa, Dieter Dieter "Schorsch" Schleger und Benjamin Hager mit 4:0 Toren. Nach dem Wechsel erhöhten Johannes "Haschi" Jannsen, Detlef Bresa und Benjamin Hager (Foulelfmeter) auf 7:0.


Am 24. Januar mußten wir bei unserem Nachbarverein Blau-Weiß Friedrichstadt antreten und stellten uns mit

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Johannes Jannsen ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

zum Kampf. Es war wirklich ein Kampf. Der morastige, fast unbespielbare Boden ließ keine schönen Spielzüge aufkommen. Es wurde aber auf beiden Seiten bis zum Umfallen gekämpft. Als Friedrichstadt bereits in der siebten Minute mit 1:0 in Führung ging, roch es nach einer Sensation. Aber unsere Mannschaft machte sich frei und erzielte noch vor der Pause durch ein Eigentor des gegnerischen Mittelläufers das 1:1.

Nach dem Wechsel erzielte Johannes "Haschi" Jannsen durch eine tolle Einzelleistung das 2:1 und Detlef Bresa war es vorbehalten, den 3:1-Endstand herzustellen.

Nach diesem Erfolg bleibt unsere Liga weiter Spitzenreiter.

Eckhard "Ecki" Sers

Unsere Ib im Endspiel

Unsere Ib ist mächtig im Kommen. Im Kampf um den Helmut-Pauls-Pokal kämpften sie sich bis ins Endspiel vor. In diesem Jahr wurde erstmals nach dem "Europa-Cup-System" gespielt. Wer am meisten Tore erzielt hat, kommt eine Runde weiter.

Am 29. November 1964 traf unsere Ib auf die Ib von Frisia Husum. Nach einem spannenden Kampf trennten sie sich 4:4 unentschieden. Das Rückspiel am 6. Dezember 1964 mußte dann die Entscheidung bringen. Unsere Ib hatte sich gut vorbereitet und zog ihrem Kontrahenten förmlich das Fell über die Ohren. Mit sage und schreibe 13:0 Toren wurde die Ib von Frisia geschlagen. Mit diesem großartigen Sieg wurde die nächste Runde erreicht.

Diese Runde der letzten Vier bescherte unserer Ib den derzeitigen Spitzenreiter der ersten Kreisklasse TSV Tönning. Das Hinspiel wurde am 17. Januar im Friesenstadion ausgetragen. Nach einem 1:2-Rückstand gelang ihnen noch ein eindrucksvoller 5:2-Sieg, der ausreichen mußte, in Tönning am 24. Januar über die Runden zu kommen. Es reichte aus. Nach einem 1:3-Halbzeitstand verloren sie nur knapp mit 3:4 Toren und erreichten somit das Endspiel.

Der Endspielgegner ist IF Tönning, die den TSV Rantrum ausschalteten. Ein großerartiger Erfolg unserer Ib. Wir hoffen, daß sie dieses Mal den Pokal mit nach Hause nehmen.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Tischtennis

1. Februar

Unsere Tischtennisabteilung

Nach vierwöchiger Winterpause begannen unsere Tischtennisspieler am 17. Januar in Schleswig ihre Frühjahrsrunde. Gegen die Mannschaft des TTC Rot-Weiß Schleswig erkämpfte sich unsere Mannschaft ein wichtiges Unentschieden (8:8). Für uns holten die Punkte G. Peters an Nummer 1 (1), Harald Wulf an Nummer 2 (1), Herbert Rohde an Nummer 3 (2), Anton Bösch Nummer 5 (2), Hans Joachim Singhoff an Nummer 6 (1) und das Schlußdoppel Harald Wulf / Herbert Rohde (1). Der sonst so gute Spieler Jan Peter Wichmann ging leer aus.


Unsere Jungs spielten ebenfalls in Schleswig gegen den TTC Rot-Weiß Schleswig ihr erstes Spiel in der Frühjahrsserie der Bezirksklasse. Mit einem 7:2 festigten sie sich den ersten Platz in der Tabelle.


Herren-Bezirksklasse

  Spiele               Tore   Punkte  
1.   TSV Nord Harrislee   9   9   -   -   81:28   18:0  
2.   TSV Westerland   8   5   1   2   65:46   11:5  
3.   TTC Ramsharde   9   5   -   4   62:59   10:8  
4.   GW Flensburg 62   9   5   -   4   52:62   10:8  
5.   Husum 18   9   4   1   4   65:58   9:9  
6.   TTC RW Schleswig II   11   3   2   6   64:81   8:14  
7.   TTK Flensburg   9   3   1   5   64:71   7:11  
8.   Frisia Husum II   9   3   1   5   55:54   7:11  
9.   Frisia Husum III   9   1   -   8   36:78   2:16  

Jungen-Bezirksklasse

  Spiele             Tore     Punkte  
1.   Husum 18   5   4   -   1 30:14     8:2  
2.   TTC Ramsharde   4   3   -   1 24:14     6:2  
3.   TTK Flensburg   4   3   -   1 21:15     6:2  
4.   Frisia Husum   4   1   -   3 12:24     2:6  
5.   TTC RW Schleswig   5   -   -   5 13:35     0:10  

Herren-Kreisklasse

  Spiele               Tore   Punkte  
1.   Bredstedter TSV   9   9   -   -   81:24   18:0  
2.   TTG Garding/Tönning I   9   8   -   1   78:24   16:2  
3.   Husum 18 II   9   7   -   2   75:36   14:4  
4.   TTV Koldenbüttel   9   6   -   3   68:37   12:6  
5.   Husum 18 III   9   4   1   4   51:50   9:9  
6.   TSV Doppeleiche Viöl   9   3   2   4   54:55   8:10  
7.   TSV Rantrum   9   2   1   6   33:72   5:13  
8.   TSV Ostenfeld/Wittbek   8   2   -   6   29:59   4:12  
9.   TTG Garding/Tönning II   7   -   -   7   10:63   0:14  
10.   Sportfreunde Bordelum   8   -   -   8   13:72   0:16  
Walter Liepert, Tischtennis-Obmann
leer  

1965

Husum 18

1. Februar

Aus unserer Familien-Chronik

Dieter Eisenheim und Frau zeigten die Geburt ihrer Tochter Martina an. Unserem Ligaspieler Dieter und seiner Frau gratulieren wir recht herzlich.

Unser langjähriges Mitglied im Spiel-Ausschuß Günther Präger und Frau zeigten die Geburt ihrer Tochter Britta an. Wir gratulieren recht herzlich.

Zur Verlobung die herzlichsten Glückwünsche unserem Reserve-Torwart Helmut Christiansen und seiner Braut Marianne Pollok.

Unserem langjährigen Mitglied und ehemaligen Ligaspieler "Hanne-Diede" Blunck unseren herzlichsten Glückwunsch zum 65. Geburtstag.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fu¤£اball allgemein

1. Februar

Spruch des Monats

Nichts ist so elend wie der Mann,
der alles will und gar nichts kann.

Nicht nur Männer

Ist es nicht allerhöchste Zeit, sich über eine gesunde Partnerschaft unserer leitenden Männer und Frauen in den Vereinen und Verbänden der deutschen Turn- und Sportbewegung mehr Gedanken als bisher zu machen? Wenn wir die Leibesübungen der Frauen und Mädchen uneingeschränkt bejahen, wenn wir ihnen Selbstbestimmung und Selbstverantwortung zuerkennen, wenn sich die ihnen aufgebauten und geleiteten Abteilungen als gesunde und wertvolle Glieder dieser Gemeinschaft erweisen, dann müssen wir auch den für sie verantwortlichen Persönlichkeiten die Möglichkeit und das Recht der Mitarbeit in dem Verband sichern.

Hier geht es nicht allein um Sitz und Stimme im Vorstand, das dürfte heute ja überall gegeben sein. Es geht darum, daß die Vertreterinnen der Frauen in allen, für das gemeinsame Wohl wichtigen Fragen beteiligt werden, daß man sie ferner zu Verhandlungen heranzieht, ihre Meinung hört und die von ihnen gemachten Vorschläge ernst nimmt, diskutiert und berücksichtigt. Das Bild der Vereine und der Verbände, ihre Zielsetzungen und ihre Arbeit können nicht allein von den Männern bestimmt werden, sondern sollten immer das Mitwirken und die Hand der ihnen angehörenden Frau erkennen lassen.

Eckhard "Ecki" Sers

Straßenfußball

In einer der renommiertesten deutschen Tageszeitungen war vor geraumer Zeit zu lesen, daß die ursprünglichste Art der fußballsportlichen Betätigung der Jugend, der sogenannte Straßenfußball, in Brasilien endgültig verboten wurde. Wie verlautet, mußte diese Maßnahme von den Behörden aus Gründen der öffentlichen Sicherheit getroffen werden, da die Straßenmannschaften nirgendwo so hat wie im Lande des zweimaligen Fußballweltmeisters gekickt haben sollen, Leider nahmen solche Matchs nur zu oft den Charakter lokaler Revolutionen mit allen üblen Begleiterscheinungen an, die erst durch ein energisches Einschreiten der Polizei wieder beigelegt wurden.

Zur Beruhigung dieser gespannten Atmosphäre hat der ungestüme Straßenfußball in Brasilien ein festes Reglement und für die Leitung der Spiele ausgebildete Schiedsrichter erhalten. Mittlerweile gibt es sogar eine nationale Miniaturmeisterschaft der aus dem Straßenfußball entwickelten Kleinfeldturniere. Damit sind aus den wildbewegten fußballerischen Auseinandersetzungen salonfähige Darbietungen geworden. Ob der leistungsmäßigen Entwicklung mit dieser Reglementierung aber ein guter Dienst erwiesen wurde, ist unwahrscheinlich, denn Fußballspieler gedeihen in jungen Jahren in der Regel im herben Klima der althergebrachten Straßenmannschaften besonders gut.

In diesen fußballsportlichen Wildbahnen wird die Spielfreude nicht zu früh durch genaue Reglements oder gar enge Korsetts taktischer Konzeptionen gehemmt. Den Fußball-Remonten können solche Zügel noch rechtzeitig genug in den Vereinen angelegt werden. Alle Befürchtungen hinsichtlich einer vielleicht im einen oder anderen Fall zu spät einsetzenden taktischen Schulung solcher Jugendlicher sind völlig unangebracht. Erfahrungsgemäß ist die Aufnahmebereitschaft für diese Belange bei den Jungens in der Regel nicht vor dem 16. Lebensjahr vorhanden. Da die echten Talente aus den Straßen-Mannschaften doch wohl spätestens bis zu dem Alter den Weg in einen Sportverein genommen haben, kann die taktische Berieselung noch zur rechten Zeit vorgenommen werden. Im übrigen gibt es in der Beziehung seit längerem vielerorts eher über- als unterdosierte Injektionen.

Brasiliens Fußballfans und Fußball-Führung sind inzwischen über die zweifellos sehr gut gemeinten Befriedungs-Aktionen der Hüter der öffentlichen Ordnung nur insofern beglückt, als sie den mit dem "wilden" Straßenfußball leider zu oft einhergehenden wüsten Schlägereien ein Ende bereitet haben. Mit Sorge wird aber andererseits darauf hingewiesen, daß die übermäßige Reglementierung des Straßen-Fußballs früher oder später die bisher zu konstatierenden natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten für den Fußballnachwuchs vermutlich wesentlich einengt. Nachdrücklich weisen die brasilianischen Fußball-Experten vor allem auf die vielen Fußballgrößen hin, die in den "wilden" Straßen-Mannschaften ihre elementare fußballerische Entwicklung erlebt und dort bereits zu zwar noch ungeschliffenen, aber sehr wertvollen Perlen herangewachsen sind. Der weltbekannte Didi soll hier stellvertretend für Brasiliens ruhmreiche ehemaligen Straßenfußballer genannt sein. Der Straßenfußball hat sich in Deutschland insbesondere in den 20er und 30er Jahren eines ungewöhnlich starken Zulaufs erfreut. Damals gab es selbst noch in den zahlreichen Großstädten des dicht besiedelten Ruhrgebiets unzählige Terrains, auf denen sich die fußballbegeisterten Buben nach Herzenslust tummeln konnten. Alte Schlackenberge, das mehr oder weniger große Gelände stillgelegter Ziegeleien und Hinterhöfe lagen sozusagen vor der eigenen Haustür und boten sich somit bei jeder Gelegenheit zum Kicken an. Aus Lumpen zusammengenähte sogenannte Lappenbälle oder gar ein Gummiball waren fast immer zur Hand.

Bei diesem Treffen ging's keineswegs zimperlich zu. Nicht selten artete so ein Match in einer Keilerei unter den Akteuren aus, mit der sich hinterher aber schlimmstenfalls nur noch die Eltern dergestalt befasst haben, das den Heißspornen der Hosenboden gehörig strammgezogen wurde. Fehden in einem solchen Ausmaß fielen natürlich nicht in den Kompetenzbereich der Hüter der öffentlichen Ordnung.

Zu einem der schönsten Erlebnisse zählte das Kcken am späten Sonntagnachmittag. Vorher wurden die Fußball-Lieblinge der ersten Mannschaft des benachbarten Fußballvereins unter die Lupe genommen und zwar meistens aus der Sicht des "Zaungastes", seltener von einem bezahlten Stehplatz. Nach Schluß des Spiels fanden sich die Knaben spornstreichs auf einem der vielen holprigen Terrains ein, um in einem erst bei hereinbrechender Dunkelheit aufgehobenen Match mit einer Begeisterung sondergleichen dem Fußball-Idolen nachzueifern. Für die fußballbesessenen Jungen in den Arbeitervierteln der Großstädte war diese Kickerei vor allem in den 20er Jahren ein immer wieder in vollen Zügen ausgekostet großartiges Vergnügen. Es ist selbstverständlich, daß unter diesen überaus günstigen Voraussetzungen Fußballtalente in Scharen heranwuchsen.

Den bislang wohl größten Auftrieb hat der Straßenfußball Anfang der 30er Jahre, vor allem in den deutschen Industriestädten, erhalten. Vergegenwärtigen wir uns die damalige wirtschaftliche Situation: Weltwirtschaftskrise, ca 6 Millionen Erwerbslose im Deutschen Reich. Da wurde der Straßenfußball nicht nur für die ihm schon seit einem Jahrzehnt mit Leib und Seele verschriebene schulpflichtige Jugend zu einem wertvollen Lebenselixier, sondern auch für Hunderttausende aus dem grauen Heer der Arbeitslosen, gleichviel ob sie als Aktive in den ungezählten organisierten Straßen-Mannschaften oder als Zuschauer dabei waren. Wer das alles miterlebt hat, der wird die Erinnerung daran nicht verlieren.

Leider ist das Ende des Straßenfußballs in den dichtbesiedelten Großstädten, also in seinen eigentlichen Revieren, nicht mehr fern, wenn der Jugend nicht viele kleine Tummelplätze, die planmäßig über das ganze Stadtgebiet verteilt sein müssen, bereitgestellt werden. Sofern es nicht an der notwendigen Einsicht bei den für diese Belange zuständigen Kreisen fehlt, lassen sich solche Terrains ohne große Schwierigkeiten beschaffen und herrichten. Es bleibt die Hoffnung, daß der Straßenfußball doch wieder einen kräftigen Auftrieb erhalten wird, zur Freude unserer Jugend und zum Nutzen unseres Fußballsports.

Dr. Harald Reinhardt

Der Sportarzt spricht:

   

Erste Hilfe am Sportplatz

   

Die Schnellversorgung eines verletzten Sportlers stellt nur ein kleines Kapitel aus dem Gebiete der "Ersten Hilfe" dar. Bei Verletzungen auf dem Sportplatz müssen wir unterscheiden zwischen solchen, die am Spielfeldrand vorläufig versorgt und dann in der ärztlichen Praxis oder einem Krankenhaus der notwendigen Behandlung zugeführt werden und solchen, die am Spielfeldrand behandelt werden können. Für die ersteren ist eine schnelle chirurgische Wundbehandlung notwendig, um sonst auftretende Verschlimmerungen zu verhüten.

Als erster Grundsatz gilt, daß alle chirurgischen Verletzungen sofort in eine Fachbehandlung kommen müssen. Dazu gehören Verletzungen, Knochenbrüche, Schädeldach-Verletzungen und größere Weichteil-Wunden, Prellungen der Muskulatur, des Bauches und Brustkorbes mit oder ohne Rippenbrüche und Verletzungen des Bauchraumes durch stumpfe Gewalt. Hier besteht die Erste Hilfe in einem sterilen Verband und einer gelockerten Lagerung, bei Beinverletzungen auf der Volkmann-Schiene, bei Armverletzungen auf der Kramer-Schiene, bei Schlüsselbeinbruch oder Ausrenkung des Oberarmkopfes genügt die Armtrage. Beim komplizierten Bruch, wo der gebrochene Knochen die Haut durchgestochen hat, ist der Verletzte nach dem Anlegen eines sterilen Verbandes unverzüglich zum Fach-Chirurgen abzutransportieren.

Bei Kopfverletzungen mit möglicher Gehirnerschütterung den Verletzten in Seiten- oder Bauchlage legen. Bei Bewußtlosigkeit Lagerung an einem ruhigen Ort, ohne daß eine aktive Bewegung erlaubt ist.

Spritzende Blutungen werden mit Druckverband durch Mullkompressen behandelt und in Ruhe gestellt. Man muß sich jedoch hüten, die Verwundung dauernd abzutupfen. Schürfungen bedürfen sorgfältiger Säuberung mit Wasserstoffsuperoxyd oder Wundbenzin.

Kleine Platzwunden an Augenbrauen oder Lippen werden mit einem Schnellverband behandelt.

Verletzungen durch Überstreckung im Sprunggelenk und Zerrung des Bandkapselapparates müssen am Spielfeldrand ruhig gestellt und eventuell mit kaltem Umschlag behandelt werden. Wenn ein großer Bluterguß besteht, darf keine Untersuchung erfolgen und muß eventuell zuvor eine Röntgenaufnahme angefertigt werden. Dies gilt auch für alle anderen Gelenkverletzungen.

Der Muskelkrampf - meist in der Wadengegend, zuweilen auch in der Oberschenkel- und Rückenmuskulatur - wird mit Lockerungsübungen behandelt und zusätzlich massiert. Erlaubt sind eventuell nur Einreibemittel.

Bei einem Muskelriß mit Bluterguß ist der kühle Umschlag die beste Behandlung. Später darf ein straffer Verband angelegt werden.

Ist ein Spieler nicht mehr in der Lage, flüssig zu laufen, das heißt er hinkt oder humpelt, so gehört er vom Spielfeld.

Ist beim Spielen auf Sandplätzen eine Wunde mit Erde verunreinigt, muß eine Tetanusspritze gegeben werden. Die Entscheidung und Durchführung liegt jedoch beim Arzt.

Bandagen sind angebracht bei Fußverletzungen. Bei einem Bandriß am Kniegelenk genügt die Bandage nicht. Hier muß ein Schienenverband angelegt und das Gelenk ruhiggestellt werden. Die Schiene soll vom Knöchel bis zur Schenkelbeuge reichen. Beim Arzt liegt die Entscheidung über die Behandlung - eventuell Röntgenkontrolle.

Zur Behandlung aller dieser Verletzungen ist im Verbandkoffer alles enthalten. Es ist Aufgabe des Vereins, wenn ein Verbrauch stattgefunden hat, für den entsprechenden Ersatz zu sorgen.

(Aus DFB-Vereinsdienst)

Bunte Seite

Scharfe Bestimmungen

Jeder Spieler der portugiesischen Nationalmannschaft erhält beim ersten Aufgebot ein Reglement von vier Schreibmaschinenseiten, an das er sich strikte halten muß.

Artikel 6 schreibt vor, daß der Spieler mit kurz geschnittenem, gutgepflegtem Haarwuchs und schön rasiert antreten muß.

Artikel 7 erlaubt das Tragen von Sporthemden, Kniehosen, Trainingsanzug und Hausschuhen in Trainingslagern, jedoch nie außerhalb des Lagers.

Artikel 8 verbietet dem Spieler, im Schlafanzug in Hotelgängen herumzulaufen.

Artikel 9 verbietet dem Spieler, außer der Ruhepause oder auf ärztlichen Rat, in seinem Hotelzimmer zu verbleiben.

Artikel 33 beschränkt die Telefongespräche des Spielers auf höchstens 3 Minuten.

Artikel 34 verbietet dem Spieler den Besuch von Spiel- und Tanzsälen sowie Nachtlokalen.

Artikel 35 verbietet dem Spieler jeglichen Alkoholgenuß und empfiehlt ihm, dass Rauchen zu unterlassen.

Artikel 38 verbietet dem Spieler das Karten- oder Würfelspiel sowie alle Spiele mit Geldeinsatz.

Artikel 41 verbietet dem Spieler, Presse-Unterhaltungen ohne Bewilligung des Trainers zu gewähren,

und Artikel 43 verbietet alle Musikinstrumente.


Zusammenwachsen

Eine Fußballmannschaft ist ein kompliziertes Gefüge, zu dessen reibungslosem Funktionieren es nicht genügt, elf Spieler auf den Rasen zu stellen. Nur wenn diese elf Speiler später zu einer harmonischen Kameradschaft zusammenfinden und zusammenwachsen - nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb -, wird eine Mannschaft auf die Dauer erfolgreich sein. Eine Mannschaft mit elf begeisterten und einsatzfreudige Durchschnittsspielern kann mehr als eine aus elf eigenwilligen, arroganten Stars bestehende Mannschaft erreichen. So hängt auch der erfolgreiche Einbau neuer Spieler in eine Mannschaft nicht nur von ihrem fußballerischen Können, sondern im besonderen Maße auch davon ab, wie sie in die Mannschaft "hineinwachsen". Dies braucht bei manchem Spieler naturgemäß eine gewisse Zeit, und man darf nicht vorschnell urteilen. Ganz besonders gilt dies für die eben der Fußballjugend entwachsenen und talentierten Nachwuchskräfte, mit denen man Geduld haben muß, weil sie in den Seniorenspielen ganz andere Bedingungen vorfinden als bisher in ihrer Jugendmannschaft.


Der Wurm

Bei jeder Mannschaft hat man schon einmal gehört: "Da sitzt der Wurm drin!" Natürlich nie, wenn sie gesiegt hatte. Immer aber, wenn es einige Spiele lang schief ging. Da "knisterte es auch oft im Gebälk", oder dann spielte die Elf wieder einmal "wie die ersten Menschen".

Ja, das gibt es nun tatsächlich auch im Fußball, wie in jedem Sport. Man ist nicht immer in Galaform. Weder die einzelnen Spieler noch die ganze Mannschaft sind immer richtig "mit dem rechten Fuß aus dem Bett gestiegen". Oft also links.

Gut ist da, wenn man einen Spaßmacher in der Elf hat. Er kann die Mannschaft wieder ins Lachen bringen, ihr das Lampenfieber nehmen und alle inneren Kräfte befreien. Manchmal spielt eine sonst gute Mannschaft nämlich nur aus innerer Verkrampfung schlecht.

Ein erprobtes Hausmittel: gemeinsam einige Minuten vorher Gymnastik machen! Oder: ein paar langsame Runden drehen und sich dabei "warm laufen". Man kann auch einige Minuten lang auf einem Nebenplatz ein kleines "Vorspielchen" unter sich machen.

"Los, wir singen eins!", sagte ein kluger Trainer zu seiner Mannschaft, die ein Aufstiegsspiel vor sich hatte. Und dann schmetterte die Elf ein Seeräuberlied im Autobus, als sie in der fremden Stadt umgezogen zum Platz fuhr. Die Melodie vereinte alle. Sie spülte alle Ängste, Sorgen und Bedenken weg. Der kämpferische Text machte der Elf Mut, und sie ging dann auch entschlossen wie Klaus Störtebeker in den entscheidenden Kampf.

Auf alle Fälle darf man sich nicht einreden, daß man gegen "die" da nicht gewinnen könne; dann hat man schon verloren. Fröhliche, heitere, aber feste Entschlossenheit kann Berge versetzen und alle "Würmer des Trübsinns" und der Verdrossenheit töten!

Eckhard "Ecki" Sers

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

In anzuerkennende Großzügigkeit stellte der 1. FC Köln dem ASV Köln zur Förderung der Leichtathletik 3.000 D-Mark zur Verfügung. Gute Sportkameradschaft!


107 neue Mitglieder meldet der FSV Frankfurt in seiner letzten Monatszeitschrift.

Eckhard "Ecki" Sers

Es darf gelacht werden

Der Vater besuchte zum ersten Mal mit seinem Sohn einen Leichtathletik-Wettkampf. Fragte der Sohn: "Vati, warum laufen die Leute da unten denn alle hintereinander her?"

" Aber Hänschen! Du wirst gleich sehen, einer gewinnt den Lauf und wird Sieger."

"Ja, wenn nur einer gewinnen kann, warum laufen dann die andere noch mit?"


"Warum bist du so übermütig, Hansi?", wollte die Mutter wissen.

"Ich freue mich so, Mutti, denn ich bin Weltmeister."

"Weltmeister? Aber wieso denn?"

"Der Lehrer hat gesagt, daß zwei Milliarden Menschen auf Erden leben, - und ich sei der dümmste davon."


Das Auswärtsspiel war verloren worden. Ziemlich hoch sogar.

Sagte der Spielführer zu seinen Mannen: " Hört mal her! Ich habe euch doch vor dem Spiel gesagt: Spielt, wie ihr noch nie gespielt habt! Aber ich habe nicht gesagt: Spielt, als ob ihr noch nie gespielt hättet!"


"Du, Vati", wollte Fritzchen wissen, "was wird denn aus einem Fußballspieler, wenn er alt und vielleicht taub und blind geworden ist!?"

"Schiedsrichter, mein Kind!"

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. März

Unser Kappenfest

Am Sonnabend, dem 13. Februar 1965, feierten wir unser traditionelles kappenfest im festlich dekorierten Saal des Handwerker-Vereinshaus ist, zu dem alle Mitglieder und Freunde des Vereins herzlich eingeladen waren. Der Festsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als unser erster Vorsitzender Werner Denckmann alle Festteilnehmer begrüßte. Ganz besonders dankte er der erstklassigen Schaukapelle Günter von Leffern, die trotz der vierstündigen "Sturmfahrt" von Hamburg nach Husum gekommen war. Auch für unser Ehrenmitglied Bernhard Petersen, der es sich nicht hat nehmen lassen, extra aus Hamburg zu diesem Fest zu kommen, hatte er anerkennende Worte bereit. Weiter dankte unser erster Vorsitzender allen, die dem Verein die Treue gehalten haben und dieses durch ihre Teilnahme am Fest bekundeten. Nicht zuletzt aber dankte er allen denen, die sich um die Dekoration der Räume des Handwerker-Vereinshauses bemüht hatten.

Eine besondere Note erhielt das Kappenfest durch die Verleihung von Ehrennadeln an langjährige und verdiente Mitarbeiter des Vereins. Die goldene Ehrennadel wurde verliehen an Georg Schleger, Karl Etteldorf, Manfred "Manne" Hoppe, Max Sönnichsen, Arfast Carstens und Werner Denckmann. Die silberne Ehrennadel erhielten Peter Jessen, Eckhard "Ecki" Sers, Dieter Schladetzky, Harry Mölck, Kurt Sorgenfrei und Peter Neupert.

Die Auszeichnung waren Anlaß genug, noch fröhlicher zu werden. Doch war die Stimmung nicht mehr zu überbieten, als Kurt Kusber, in Husum seit einiger Zeit als "Büttenredner" bekannt, mit spitzer Zunge Husumer Ereignisse zum Besten gab.

Bei Beendigung des Festes um 3 Uhr waren sich alle darüber einig, daß dieses schöne Vereinsfest großartig gelungen war.

Eckhard "Ecki" Sers

leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. März

Fußball-Liga

Am 31. Januar traten wir die Reise nach Westerland an, um dort auf dem gefürchteten Platz des TSV Westerland das fällige. Spiel zu bestreiten. Mit der Mannschaft

Eckhard "Ecki" Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Johannes Jannsen ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

liefen wir aufs Spielfeld. Wir gingen zwar mit gemischten Gefühlen in dieses wichtige Spiel, aber daß unsere Mannschaft so schlecht aussehen würde, damit hatte keiner gerechnet. Wir gingen zwar durch Johannes "Haschi" Jannsen mit 1:0 in Führung, mußten diesen knappen Vorsprung aber mit allen Mannen bis zur Pause verteidigen. Nach dem Wechsel ging Westerland zum Generalangriff über, dem unsere Hintermannschaft nichts entgegenzusetzen hatte, und so ging dieses Spiel mit 1.3 Toren verloren.


Am 7. Februar war die Mannschaft des VfB Nordmark Flensburg zu Gast bei unserer Liga. Die Mannschaft

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Johannes Jannsen ǀ Dieter Schleger ǀ Dieter Eckholdt

hatte sich für dieses Spiel vorgenommen, die Pleite von Westerland wieder wettzumachen. Die Mannschaft zeigte in diesem Spiel, daß sie zurecht Tabellenführer ist. In einem wahren Angriffswirbel wurde der VfB Nordmark überrannt. Durch Tore von Dieter "Schorsch" Schleger (4), Detlef Bresa (2) und Peter Goldschmidt (2) gewann unsere Liga dieses Spiel mit 8:0 Toren.


Der 21. Februar brachte dann das große Lokalderby Husum 18 - Frisia. Über 1.000 Zuschauer umsäumten das Spielfeld. Als unser Mannschaft mit

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Johannes Jannsen ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

aufs Spielfeld lief, war wohl kaum einer unter den Zuschauern, der nicht an einen Sieg unserer Liga glaubte. Es sollte aber anders kommen. Unsere Mannschaft versagte kläglich und fand während des ganzen Spiels keine Lücke in der gegnerischen Abwehr, um ins Schwarze zu treffen. Dagegen machte es Frisia besser. Ihre Angriffe waren wesentlich gefährlicher. Zwei dieser Angriffe wurden auch mit Erfolg abgeschlossen, und so ging auch dieses Spiel mit 0:2 Toren verloren.

Eckhard "Ecki" Sers

Tabelle der II. Amateurliga

    Stand 21.02.65   Spiele   Tore   Punkte  
1.   Rasensport Schleswig   23   64:25   37:9  
2.   Husum 18   23   77:33   35:11  
3.   Frisia Husum   24   68:31   35:13  
4.   Flensburger TB   25   75:50   31:17  
5.   TSV Westerland   23   56:35   28:18  
6.   TSV Nord   23   42:45   25:21  
7.   Bredstedter TSV   24   52:55   25:23  
8.   DJK Flensburg   20   32:35   20:20  
9.   FSV Wyk   20   40:50   20:20  
10.   VfB Nordmark Flensburg   25   45:59   20:30  
11.   TSV Weiche-West   24   46:68   19:29  
12.   TSV Kappeln   24   41:58   18:30  
13.   BW Friedrichstadt   23   37:46   17:29  
14.   TSV Kropp   23   36:54   16:30  
15.   TSV Vorwärts Flensburg   24   28:67   13:35  
16.   SIF Schleswig   24   28:67   13:35  
Eckhard "Ecki" Sers

Spielplan der 1. Kreisklasse

14.03.65   Husum 18 Ib   -   TSV Tönning
21.03.65   BW Friedrichstadt Ib   -   Husum 18 Ib
04.04.65   FC Langenhorn   -   Husum 18 Ib
11.04.65   Husum 18 Ib   -   Frisia Husum Ib
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. März

Jugend-Abteilung

Sehr unterschiedlich spielten in letzter Zeit unsere Bezirks-Jungmannen. Nach dem mageren 0:0-Unentschieden am 31. Januar in Westerland gegen den TSV Westerland, schlugen sie am 7. Februar im Spitzenkampf den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter VfB Nordmark Flensburg mit 3:2 Toren. Dieses war ein großartiger Erfolg und man konnte hoffen, daß unsere ersten Jungmannen noch einmal in den Kampf um die Bezirksmeisterschaft eingreifen könnten. Aber schon das nächste Spiel am 21. Februar gegen den Ortsrivalen Frisia Husum wurde nach enttäuschender Leistung mit 0:4 Toren verloren. Diese Niederlage brachte unsere Jungmannen um alle Hoffnung, doch noch die Meisterschaft zu erringen.

Jungmannen-Bezirksklasse-Tabelle mit Stand vom 21. Februar 1965:

    Stand 21.02.65   Spiele   Tore   Punkte  
1.   VfB Nordmark Flensburg   22   82:19   40:4  
2.   Frisia Husum   25   102:37   39:11  
3.   Husum 18   23   67:24   36:10  
4.   Flensburger TB   24   59:37   30:18  
5.   Flensburg 08   20   61:44   29:11  
6.   Schleswig 06   22   95:32   29:15  
7.   TSV Westerland   23   53:41   27:19  
8.   DGF Flensburg   19   51:46   23:17  
9.   BW Friedrichstadt   23   68:69   22:24  
10.   TSV Kappeln   23   53:75   16:30  
11.   TSV Kropp   23   44:75   15:31  
12.   TSV Weiche-West   24   38:82   14:34  
13.   FSV Wyk   20   34:61   12:28  
14.   SIF Schleswig   23   25:28   12:34  
15.   TSV Vorwärts Flensburg   24   35:63   10:38  
16.   Bredstedter TSV   24   37:80   10:38  

Hier noch einmal die Ergebnisse der letzten Spiele unserer 1. Jungmannen:

10.01.65   Flensburger TB   -   Husum 18   0:1
17.01.65   Husum 18   -   Vorwärts Flensburg   6:1
24.01.65   BW Friedrichstadt   -   Husum 18   2:4
31.01.65   TSV Westerland   -   Husum 18   0:0
07.02.65   Husum 18   -   VfB Nordmark Flensburg   3:2
21.02.65   Frisia Husum   -   Husum 18   4:0

Am 31. Januar war die Winterpause für unsere Jugendmannschaften zu Ende und sie konnten wieder voll in ihre Punktspielrunde eingreifen. Hier die Ergebnisse:

31.01.65   Knaben   Bredstedter TSV I   -   Husum 18 I   1:1
31.01.65   Schüler   Bredstedter TSV I   -   Husum 18 I   2:1
31.01.65   Jugend   Bredstedter TSV I   -   Husum 18 I   6:5
07.02.65   Knaben   Husum 18 I   -   IF Tönning I   3:0
07.02.65   Schüler   Husum 18 I   -   IF Tönning I   3:0
20.02.65   Knaben   Husum 18 I   -   TSV Tönning I   1:1
20.02.65   Schüler   Husum 18 II   -   TSV Tönning I   1:2
20.02.65   Jugend   Husum 18 II   -   TSV Tönning I   1:0

Neue Trainingszeiten für unsere Jugendmannschaften:

  Knaben   Montag um 18 Uhr   -   Knaben-Bürger-Schule  
  Schüler   Mittwoch um 18 Uhr   -   Knaben-Bürger-Schule  
  Jugend   Mittwoch um 18.30 Uhr   -   Friesenstadion  
  Jungmannen   Mittwoch um 18.30 Uhr   -   Friesenstadion  
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Tischtennis

1. März

Unsere Tischtennisabteilung

Unsere erste Mannschaft vor am 21. Januar nach Flensburg, um dort gegen TTC Ramsharde II anzutreten. Die Gastgeber stellten die bessere Mannschaft und gewannen 9:4. Die vier Gegenpunkte holten das Eingangs-Doppel G. Peters / Jan Peter Wichmann und die Einzel Harald Wulf, Herbert Rohde und Anton Bösch.


Am 27. Januar fand das große Lokalderby gegen Frisia II statt. Die Friesianer hatten sich viel vorgenommen und wollten endlich einmal einen Sieg gegen uns herausholen, denn in bisher drei Begegnungen, die in den letzten zwei Jahren stattfanden, verloren die Friesianer 9:7, 9:6 und 9:4. Aber auch in der vierten Begegnung war unsere Mannschaft in hervorragender Spiellaune und fertigte Frisia II ganz klar mit 9:2 ab. Für uns holten die Punkte das Doppel G. Peters / Jan Peter Wichmann (1), die Einzel G. Peters (2), Herbert Rohde (1), Jan Peter Wichmann (1), Anton Bösch (2) und Hans Joachum Singhoff (2). Die beiden Gegenpunkte lieferten das Doppel Herbert Rohde / Harald Wulf und das Einzel Harald Wulf.


Dann fuhr unsere Erste mit der Liga am 31. Januar nach Westerland, um gegen den dortigen TSV anzutreten. Unsere Tischtennisspieler rächten sich auf ihre Weise für die Niederlage, die unsere Fußballer auf der Insel erlitten. Nach hartem Kampf siegte unsere Mannschaft 9:6. Hier sorgten das Doppel Herbert Rohde / Harald Wulf (2), die Einzel Harald Wulf (1), Herbert Rohde (2), Jan Peter Wichmann (1), Anton Bösch (2) und Hans Joachim Singhoff (2) für die Punkte.


Am 18. Februar war unsere Erste zum letzten Auswärtsspiel nach Flensburg. Der TTK erwies sich als starke Heimmannschaft und nach hartnäckigem Widerstand verloren wir 3:9. Für uns holten je einen Punkt Herbert Rohde, Anton Bösch und das Eingangs-Doppel G. Peters / Jan Peter Wichmann.


In der Kreisklasse begannen die Rückspiele mit der Begegnung unserer Zweiten gegen die dritte Mannschaft am 20. Februar, wobei die Zweite spielgerecht 9:2 gewann.


Mit der Begegnung der Zweiten und TTV Koldenbüttel war am 29. Januar dann die erste Sensation perfekt. Hier reichte es nur zu einem 8:8 Unentschieden, wobei das Doppel Heinz Splettstößer / Günther Sönnichsen (1), die Einzel Heinz Spelttstößer (1), Wolfgang Katscher (1), Dieter Windeler (1), Helmut Bregulla (1), Günther Sönnichsen (2) und Michael Deipenau (1) die Punkte für uns holten.


Die zweite Überraschung folgte dann am 9. Februar in Rantrum, wo unsere Zweite ebenfalls nur Unentschieden 8:8 spielte. Hier holten die Doppel Helmut Bregulla / Dieter Windeler (2), Heinz Splettstößer / Günther Sönnichsen (2), die Einzel Heinz Splettstößer (2), Dieter Windeler und Götzen (1) die Punkte für uns.


Am 16. Februar konnte unsere Zweite in Bordelum für einen hohen 9:1-Sieg sorgen. Für unsere Punkte sorgten die Doppel Heinz Splettstößer / Günther Sönnichsen (1), Wolfgang Katscher / Dieter Windeler (1), die Einzel Heinz Splettstößer (2), Wolfgang Katscher (1), Helmut Bregulla (1). Günther Sönnichsen (2) und Walter Liepert (2). Lediglich Dieter Windeler gab den Gegenpunkt ab.


Die dritte Mannschaft hat in der Rückrunde Aufstellungsschwierigkeiten und fuhr am 12. Februar mit nur drei Mann nach Bordelum. Um überhaupt spielen zu können, setzten wir drei andere Spieler ein. Die III. gewann zwar 9:3, muß aber die Punkte wegen der falschen Mannschaftsaufstellung abgeben.


Am 15. Februar waren für das Spiel in Viöl gegen den dortigen TSV nur 4 Mann auf die Beine zu bringen. Das Spiel wurde dann auch 0:9 verloren.


Am 19. Februar hatten wir dann den TTV Koldenbüttel zu Gast, der in dieser Begegnung hoher Favorit war. Unsere Dritte kam um eine 2:9-Niederlage auch nicht herum.


Am 30./31 Januar fanden in Flensburg die Bezirksranglistespiele der Jugend statt. Unser Kreisverband entsandte zu diesen Spielen die beiden Ersten der Kreisrangliste Rüdiger Stenzel (Husum 18) und H. Klatt (Frisia Husum). Rüdiger Stenzel unterstrich seine guten Leistungen mit einem vierten Platz, womit er zufrieden sein kann.


In der Bezirksklasse der jungen gab es für uns in diesem Monat zwei Niederlagen. Wir verloren zu Hause gegen TTK Flensburg 2:7 und gegen TTC Ramsharde 3:7. Die beiden Punkte gegen TTK erzielte Rüdiger Stenzel und gegen Ramsharde das Doppel Rüdiger Stenzel / Gerhard Hoffmann, die auch in den Einzeln je einen Punkt erkämpften.


In der Kreisklasse erzielten unsere Jungen folgende Ergebnisse:

Husum 18 II   -   Husum 18 I   0:7
Frisia Husum I   -   Husum 18 I   5:7
Frisia Husum II   -   Husum 18 I   0:7
Husum 18 II   -   Frisia Husum I   0:7
Husum 18 II   -   Frisia Husum II   7:4
Husum 18 I   -   TSV Rantrum I   7:1
Husum 18 II   -   TSV Rantrum II   7:4
Husum 18 II   -   HIF Husum   2:7
Husum 18 I   -   HIF Husum II   7:0
Walter Liepert, Tischtennis-Obmann
leer  

1965

Husum 18 / Sport allgemein

1. März

Leistungsfähig nur durch Kondition

Zur Erreichung sportlicher Höchstleistungen spielt neben einem zielbewußt durchgeführten, planmäßigen Training die Kondition des betreffenden Sportlers eine ganz entscheidende Rolle. Unter dem Begriff Konstitution verstehen wir seine erbliche Veranlagung. Die Kondition eines Sportlers ist seine gegenwärtige körperliche Verfassung.

Technik, Taktik und sportspezifisches Training genügen also nicht allein zur Erzielung einer guten Trainings- und Wettkampfleistung. Grundlegende Voraussetzungen hierzu ist letzten Endes ein guter allgemeiner Kräfte- und Organzustand sowie auch eine entsprechende seelische Leistungsbereitschaft. Diese unter dem Begriff Kondition zusammengefaßte augenblickliche körperliche und seelische Leistungsbereitschaft ist ein vielfältiger und gerade beim Spitzensportler oft sehr rasch verändernder Zustand, der durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Umstände bedingt wird. Schon das Fehlen eines scheinbaren belanglosen Umstandes kann bei sonst bestmöglichen Verhältnissen die Kondition ungünstig beeinflussen und damit alle Anstrengungen eines mühsamen Trainings zunichte machen. Wichtige Umstände dabei sind: Ernährungszustand, allgemeiner Trainingszustand von Herz, Lunge und Muskulatur, Ermüdungsbereitschaft und Erholungsfähigkeit, Funktionszustand der innersekretorischen Drüsen, seelisch-nervöses Gleichgewicht, das oft schon allein entscheidet.

Da die zahlreichen, die Kondition bestimmenden Umstände mehr oder weniger großen laufenden Veränderungen unterliegen, ist auch die Kondition zwangsläufig Schwankungen unterworfen, die um so größer sind, je mehr die Umstände schwanken. Es wird also bei der Erstellung einer guten Kondition darum gehen, möglichst viele der vom Sportler aktiv beeinflußbaren Momente in ein beständiges Gleichgewicht zu bringen. Es handelt sich also damit bei dem Begriff Kondition um einen körperlichen und seelischen Ganzheitsbegriff. Die Kondition wird entscheidend durch die Persönlichkeit des Sportlers bestimmt. Neben einer bestmöglichen Entwicklung der körperlichen Funktionen sind einwandfreie Lebensführung und seelische Stabilisierung erforderlich.

Wenig und unregelmäßiger Schlaf, unzweckmäßige Ernährung, Vernachlässigung der Körperpflege, ungeeignete Sportbekleidung und Sportausrüstung, zu geringe Erholungspausen, unzweckmäßige Freizeitgestaltung, alle Rhythmusstörungen, Genußmittel, vor allem dabei Nikotin, Klimaumstellungen, Ärger, Unzufriedenheit, Sorgen, Liebeskummer, sexuelle Ausschweifungen, kleine Verletzungen, Infektionsherde, chronische Erkrankungen, berufliche Überbelastung, störende Umwelteinflüsse, ungünstige Wohnverhältnisse.

Eine objektive Beurteilung des Konditionzustandes ist oft recht schwierig. Vor allem für eine positive Beurteilung, wenn man unter mehreren Sportlern den mit der besten Kondition herausfinden soll. Dagegen gibt es eine Reihe typischer Erscheinungen bei einer Konditionsverschlechterung: Gewichtsverlust, Nachlassen der Rohkraft und Reaktion bis zur leichten Ermüdbarkeit und psychischen Labilität. Das beste Merkmal zur Beurteilung des Konditionszustandes ist der jeweilige Kreislauf-Funktionszustand. Gerade bei Dauerbelastungen charakterisiert das Verhalten des Kreislaufs nicht nur den Trainingszustand des Herzens, sondern gleichzeitig auch die Ökonomie der Atmung, der Muskeltätigkeit, des Stoffwechsels, weil jede Verschlechterung eines dieser Funktionen über einen vermehrten Sauerstoffbedarf eine Mehrleistung des Kreislaufs verlangt.

Aus DFB-Vereinsdienst

Ideale im Jugendfußball

   

Eine Ideal ist die Idee von etwas Gutem, Wahrem und Schönem. Das Ideal erhält aber erst dann seine Bedeutung, wenn ein Mensch oder eine Gemeinschaft von Menschen bereit ist, das eigene Verhalten der Idee, dem selbstgewählten Leitbild, anzupassen. Der Idealismus ist der Glaube an die Ideale und die Bereitschaft auch unter Opfern in ihrem Sinn zu leben. So oder ähnlich ist die Definition des Begriffes "Ideal" in jedem Lexikon nachzulesen.

Unsere Aufgabe soll es sein, zu überlegen, ob auch wir Fußballspieler Idealen nachstreben können, und deren Vorhandensein der Nichtsportler vielleicht gar nicht weiß und um deren Verwirklichung wir vielleicht zu beneiden sind.

Ich glaube, ein jeder von uns ist schon einmal zu Hause von den Eltern, in der Schule von dem Lehrer oder von Freunden über die Nutzlosigkeit eines Fußballspiels angesprochen worden, mit der abschließenden offenen oder versteckten Aufforderung, diesen unsinnigen Sport doch aufzugeben. Dabei haben unsere gutmeinenden Ratgeber jedoch eines übersehen, daß das ideale Fußballspiel und alles was mit ihm zusammenhängt nicht nur eine Sache des Körpers, sondern vielmehr eine Sache der richtigen Einstellung und des Geistes ist. Das Wort "ideal" ist ausgesprochen; die Antwort auf die zu Beginn gestellte Frage somit schon gegeben. Mir bleibt es nun vorbehalten, die Ideale aufzuzeigen, ohne deren Verständnis niemand den Sportplatz mit seiner Mannschaft betreten sollte und ohne deren Verwirklichung unser Sport das wäre, was viele von ihm denken: ein ödes, stumpfes und nichtbefriedigendes Hin- und Hergekicke mit dem Ball.

Ist die Gemeinschaft einer richtigen Mannschaft nicht ein Ideal der Lebensgestaltung? Verkörpert eine Gruppe junger Menschen, verbunden durch die Gemeinsamkeit des Denkens, Fühlens und Handelns, nicht das Ideal des seelischen und gedanklichen Einverständnisses? Der Einzelne lebt bei uns innerhalb einer Gemeinschaft. Er hat sich ihr freiwillig angeschlossen und untergeordnet und so einen nicht geringen Teil seiner persönlichen Lebensgestaltung dem Ideal Gemeinschaft gewidmet. Es wurde bei ihm die Erkenntnis geweckt, daß die Mannschaft, mit der Zielsetzung des guten Fußballspiels, ohne das Denken, Wollen und Handeln des Einzelnen im wohlverstandenen Sinne der Gemeinschaft nicht möglich ist. Zum Dank dafür wird die Gemeinschaft ihren Mitgliedern helfen, wo immer es notwendig wird. Das Verhältnis zwischen der Gemeinschaft und dem Einzelnen beruht also auf einem ständigen Geben und Nehmen. Geht dieses Gleichgewicht verloren, überwiegt vielleicht sogar das Nehmen, dann hat die Gemeinschaft ihre Existenz verloren.

Ist nicht auch die Kameradschaft ein Ideal, das aus einer Mannschaft nicht hinwegzudenken ist? Es liegt soviel Bedeutung in dem kurzen Satz, ein Kamerad sein zu dürfen. Immer wieder wird dem Einzelnen die Möglichkeit gegeben, seiner Mannschaft zu zeigen, daß er ein guter Kamerad ist. Sei es, daß er pünktlich zum Spiel erscheint, ohne seine Kameraden unruhig warten zu lassen, sei es, daß er regelmäßig zum Training kommt oder sei es, daß er während des Spieles seine ihm übertragene Aufgabe mit Hingabe wahrnimmt und für das Wohl seiner Mannschaft das Beste zu erreichen sucht. Die Kameradschaft ist oft das Bindeglied für eine dauernde Freundschaft, eines der höchsten Ideale im menschlichen Zusammenleben. Freund! Wer kann den Inhalt dieses Wortes fassen? Der Freund, ein in den Grundzügen seines Wesens Gleichgesinnter, dem man sich im höchsten Glück und im tiefsten Kummer anvertrauen kann, der in jeder Situation für seinen Freund Verständnis aufzubringen vermag und mit Rat und Tat zur Seite steht. Friedrich Schiller bringt das mit seiner "Hymne an die Freude" großartig zum Ausdruck: "Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein ... stimme in den Jubel ein." Auch bei der Verwirklichung dieses Wunsches hat der Sport, also auch das Fußballspiel, schon oft helfend beigetragen. Es werden im Sport große und kleine Freundschaften geschlossen, Freundschaften, wo weder Konfessionen noch Weltanschauung oder Hautfarbe je eine Grenze errichten konnten.

Fairness! Ein Ideal der sportlichen Sauberkeit, das im Leben eines Fußballers seine fundamentale Bedeutung hat. Es wird bis zum Äußersten gekämpft, unter Einhaltung der oft schwierigsten Spielregeln. Daß die Achtung des Gegners, ohne den das Spiel ja gar nicht möglich wäre, unbedingt notwendig ist und zum fairen Verhalten eines jeden Sportlers gehört, ist selbstverständlich. Der ritterliche Kampf kann zum Ideal eines jeden jungen Menschen werden. Das "Ritterlich", dunkle Erinnerungen an den Turniersport des Mittelalters, an dem nur die Edelsten des Landes teilnehmen durften, werden wach, ist mit dem Begriff "fair" erklärt. Der Kampf bedeutet nicht nur Kampf dem Gegner, sondern auch Kampf gegen das oft so schwache "Ich". Jeder richtige Sportler weiß, daß derjenige, der nicht immer wieder gewillt ist, diesen Kampf auszufechten, in einer Mannschaft nichts zu suchen hat. Deshalb wird er auch bereit sein, sich den ritterlichen Kampf zu stellen.

Ich bin der Meinung, daß auch der Fußballsport, gerade dem jungen Menschen die Möglichkeit gibt, Ideale zu erkennen und sich das eine oder andere Ideal zum Leitbild seines Verhaltens auszuerwählen. Ein ideales Verhalten in der Sportgemeinschaft ist die beste Gewähr für ein ideales Verhalten im Bereich des weiteren menschlichen Zusammenlebens.

Es gibt noch viele Ideale, die in diesem Rahmen nicht angesprochen werden konnten, wie z.B. das Ideal des Maßhaltens, das Ideal der Treue, der Barmherzigkeit, der Freiheit, der Gleichheit, der Gerechtigkeit und des Friedens, um deren Vorhandensein man wissen muß. Das Bemühen um ihre Verwirklichung wird immer das Hochziel eines jeden Menschen sein müssen.

Wolf Brake (Aus "Knabensport" des SC Paloma)

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

Mit nur 3 Neinstimmen, bei 8 Enthaltungen, beschloß die außerordentliche Mitgliederversammlung der Stuttgarter Kickers für die beiden nächsten Jahre die Erhebung einer Umlage in Höhe von 120 D-Mark für die passiven und 60 D-Mark für die aktiven Mitglieder. Mit den hieraus errechneten 60.000 D-Mark will der Vorstand die Schuldenlast tilgen und die Amateur Abteilungen unterstützen. Die "Kickers" haben zurzeit 1.200 aktive und 800 passive Mitglieder; die Vereinslage ist eine gesunde.


Frankfurt Großvereine - die SG Eintracht und der FSV - erfreuen sich wachsender Beliebtheit in der Bevölkerung. Eine in beiden Vereinen zielbewußt arbeitende Vorstandschaft dann gute Erfolge buchen. Die beiden letzten Vereinszeitschriften berichten von großem Mitgliederzuwachs: bei Eintracht 269 und beim FSV 71 neue Mitglieder. Fast die Hälfte der neuen Mitglieder findet den Weg zum Verein ohne eine besondere Werbung durch die Mitglieder; ein Zeichen für die Anziehungskraft bei der Vereine.


1.000 Mitglieder zu erreichen ist das Ziel der SG Rot-Weiß Frankfurt. Jedes neu eintretende Mitglied nimmt teil an einer Verlosung, die eine freie Wochenendreise nach Paris für zwei Personen als Preis vorsieht. Für die drei besten Werber sind ebenfalls Preise ausgesetzt.


58 neue Mitglieder verzeichnet die Spielvereinigung Fürth in ihrer letzten Vereinszeitschrift. Bei der SG Eintracht Frankfurt gab es gar 176 neue Mitglieder.


Bruttoeinnahmen in Höhe von 2,5 Millionen D-Mark verbuchte der TSV München 1860 in der Bundesliga. Es wurde ein Reingewinn von 500.000 D-Mark erzielt.

Eckhard "Ecki" Sers

Bunte Seite

Irrtum

Viel Heiterkeit erzielte der Wasserball-Nationalspieler Jürgen Hornig mit einer launigen Bemerkung. Ein Unbekannter hatte ihm in Hamm auf die Schulter geklopft und gefragt: "Na, Junge, wie geht's dir?" "Danke", antwortete Hornig, "und dir?" Von seinen Kameraden wurde er darüber aufgeklärt, daß es sich bei dem Fragenden um den Oberbürgermeister von Hamm gehandelt habe.


Überraschung

Der Feldverweis des 18-jährigen Mike Radford im Spiel zwischen Exeter City und St. Leonards führte zur Festnahme eines Diebes! Als Radford, tiefbetrübt über seine Hinausstellung die Umkleidekabine betrat, überraschte er dort einen 13-jährigen Jungen, der gerade die Taschen seiner Mannschaftskameraden durchsuchte. Einige hatte er schon ausgeplündert. Radford hielt den Dieb fest und übergab ihn der Polizei. "Der Schiedsrichter muß ein Hellseher sein", sagte er später, "daß er mich gerade in dieser Minute des Feldes verwies."


Werbung

Westdeutschlands größter Familiensportverein steht auf dem Titelblatt der Eintracht Duisburg 1848 und weiter: Wir betreiben unter ärztlicher Obhut: Badminton, Basketball, Faustball, Fußball, Handball, Hockey, Fechten, Gymnastik, Leichtathletik, Rollsport, Tennis, Tischtennis, Turnen, Kanu, Rudern, Segeln, Zweiter weg und Geselligkeit. "Der Idealismus in den Reihen unserer 3.500 Mitglieder blüht und ist unser bestes Gut", schreibt Georg Geilenberg. Jetzt sucht man einen hauptamtlichen Geschäftsführer.


Tausch

Mit den Leistungen der Mannschaften stehen und fallen Begeisterung und Anteilnahme. Ein neues Beispiel hierfür ist eine Anzeige in der Kasseler Tageszeitung. "Biete meine Dauerkarte im Auestadion, suche dafür zwei Säcke Winterkartoffeln."


Leuchtende Blusen

Die Spieler eines schottischen Vereins benutzen bei Flutlichtspielen Hemdblusen, die mit einem leuchtenden Überzug versehen sind. Im Licht der Tiefstrahler wirken die Morten-Spieler wie wandelnde Glühbirnen. Eine englische Zeitung bemerkte dazu: "Morton ist zweifellos die glänzendsted Mannschaft Großbritanniens."


Vergnügungssteuer

Der Landtag des Landes Schleswig-Holstein hat auf Initiative der Fraktionen von CDU und FDP eine Änderung des Vergnügungssteuer-Gesetzes beschlossen. Danach brauchen Filmtheaterbesitzer und Fußball-Regionalliga-Vereine in Schleswig-Holstein aufgrund ihrer besonderen wirtschaftlichen Situation keine Vergnügungssteuer mehr zu zahlen.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fu¤£اball allgemein

1. April

Sport als Jugendpflege

Daß den Sportverein nur die sportliche Ausbildung und Betreuung seiner Jugend interessieren soll, ist eine weit verbreitete Meinung in den Vereinsvorständen. Lediglich Leistungen junger Menschen auf Sportplätzen, Aschenbahnen und in Turnhallen, die man von Tabellen ablesen oder in Bestenlisten verzeichnet findet, scheinen geeignet, das Prestige des Vereins zu wahren und diesen in aller Munde zu halten. Vom rein Sportlichen durchaus verständlich. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß die Sportjugend die größte Jugendorganisation der Bundesrepublik bildet. Durch diese Anerkennung sind ihr Aufgaben zu gefallen, die über die sportliche Betätigung weit hinausgehen. Sie ist in den Bereich der Jugendpflege eingedrungen.

In einer modernen Gesellschaft kann auf sie nicht verzichtet werden, da sie die traditionellen Erziehungsträger ergänzen und ihre Unterlassungen ausgleichen soll. Es sind Menschen und Einrichtungen erforderlich, die unsere Jugend helfen, den richtigen Weg ins Leben zu finden. Vor allem muß die Hilfe den Mädchen und Jungen gelten, die nicht mehr das richtige Verhältnis zu ihrem Elternhaus haben, der Schule entwachsen sind und auch in ihrem Beruf nicht richtig Fuß gefaßt haben. Bei dieser Jugendhilfe kann es sich nur um einen Teil der ganzen Erziehung handeln. Wir können durch Jugendpflegearbeit nicht ersetzen, was im Elternhaus versäumt oder durch Umwelteinflüsse verdorben wurde. Sie kann der Jugend Angebote machen und hoffen, daß die Jugend sie annimmt, vor allem aber diejenigen, die der Hilfe sehr bedürfen.

Es ist natürlich in der heutigen Zeit besonders schwierig, die Jugend anzusprechen, da man immer wieder im Wettbewerb mit den erzieherisch unkontrollierbaren Einflüssen steht. Es widerspricht aber auch einer demokratischen Gesellschaft, ihrer Jugend ein Programm aufzuzwingen. Wenn schon sehr oft Elternhaus, Lehrer und Vorgesetzte ihr Ziel bei der Jugend nicht erreichen, wie würde dann erst eine Pflicht-Jugendorganisation versagen. Der jungen Generation muß die Möglichkeit einer freien Entfaltung ihres Wollens auch in einer Jugendorganisation gegeben werden. Nie dürfen wir, auch wenn es uns noch so schwer fällt, die Jugend anzusprechen, zu den Mitteln des totalen Staates greifen.

Es gibt heute viele Stimmen, die sagen, die Jugendorganisationen haben sich überlebt. Ihr Programm entspricht nicht mehr den Auffassungen der heutigen Zeit. Daß zurzeit nur rund 20 bis 30% der heutigen Jugend Mitglieder einer Jugendorganisation sind, ist von Experten glaubhaft bewiesen worden. Auch in Gesprächen mit vielen jungen Menschen habe ich feststellen können, dass sie sich nicht ideologisch festlegen wollen, sich nicht kritiklos für bestimmte Zeit verpflichten wollen. Das heißt aber nicht, daß sie die Jugendverbände grundsätzlich ablehnen und in Zukunft auf sie ganz verzichten können. Eine weitere bemerkenswerte Feststellung ist die Tatsache, daß die Hälfte der "Organisierten" einem Sportverein angehört! Die hieraus entstandene Verantwortung verpflichtet den Verein, sich nicht nur auf das sportliche Geschehen zu konzentrieren, sondern auch den Aufgaben der Jugendpflege seine Aufmerksamkeit zu schenken. Hierzu gehört nicht nur das Erkennen der Aufgabe, sondern auch die Förderung der geeigneten Gruppenleiter. Ein wichtiges Wort müßte im Vorstand der verantwortliche Jugendleiter sprechen können. Man sollte ihm Gelegenheit geben, sich mit den wichtigen Aufgaben der Jugendhilfe (auch für das Jugendamt) vertraut zu machen.

Die Erfahrungen haben gelehrt, daß ein Sportverein, der systematisch Jugendarbeit betreibt, von den willigen Jugendlichen anerkannt wird. Dabei ist der Sport allein schon ein guter Mittler. Wenn nun außerdem aber noch erkannt wird, daß nicht nur für die körperliche, sondern auch für die geistige Erziehung der jungen Menschen gewirkt werden muß, und wenn es auf diese Weise gelingt, den richtigen Weg ins Leben zu ebnen, dann hat der Sport als Jugendpflege seine Aufgabe voll und ganz erfüllt.

Klaus Walter Müller, Hagen (Entnommen den Hamburger Sport-Mitteilungen)

Aus dem Alltag eines Fußballtrainers

System und Taktik - Ja oder Nein

Zum Schluß unserer Serie von den Alltagsproblemen des Fußballtrainers möchte ich mich mit einem Thema befassen, das bei allen Anlässen, die einen Kreis von Trainern zusammen sehen, immer wieder anklingt: Die Frage, welches "System" sollen wir spielen. Gekoppelt ist diese - ich möchte fast sagen "Gretchenfrage" - anscheinend unabdingbar mit der Sorge um die Weiterentwicklung des Spiels, mit den Problemen, die das weithin praktizierte Defensivspiel dabei auslöst und mit den beinahe verzweifelten Rufen nach konstruktivem, torebringendem Angriffsspiel.

Das Dilemma, in dem sich die Fußball-Taktiker bei ihrer Suche nach der idealen Lösung unweigerlich befinden, liegt auf der Hand: Verteidigen ist leichter als Angreifen, und beides gleich wirkungsvoll zu tun, ist am schwersten! Zudem erschweren die äußeren Umstände die Aufgabe der Fußball-Weisen in erheblichem Maße. Die Mehrzahl der Fußball-Wettkämpfe geht um Punkte und Pokale, um Soll und Haben, um Sein oder Nichtsein. Und jede Mannschaft hat zu Beginn eines Spiels einen Punkt in der Tasche, denn das Spiel fängt mit 0:0 an, und dieser eine Punkt wird also zunächst und in erster Linie verteidigt. Ich bin der Meinung, daß allein diese unglückliche Lösung dafür verantwortlich ist, daß die Defensivkünstler immer neue Wege austüfteln, diesen einen Punkt zu retten, mit dem Hintergedanken, bei günstiger Gelegenheit dann und wann zwei daraus zu machen und wenigstens so den Klassenerhalt zu schaffen. Ich hege darüber hinaus den Verdacht, daß mit dieser Methode sogar schon höhere Ziele angesteuert wurden. Dabei erinnere ich mich besonders einer Meistermannschaft, die später groß herauskam, in der Anfangszeit ihres Höhenflug aber eine unverhältnismäßig hohe Zahl ihrer wertvollen Punkten mit 1:0- und 0:0-Ergebnissen ergatterte. Dabei könnte man diese gezielte Beton-Strategie zu einem guten Teil völlig unrentabel gestalten und damit ausschalten, wenn man die Wertung der Punktespiele einer kleinen Korrektur unterzöge: Spiele, die mit 0:0 enden, sollte man nicht mehr als "Unentschieden", sondern "Ohne Entscheidung" werten und den beiden Kontrahenten keinen Punkt zusprechen. Ein kleines Wunder auf unseren Fußballplätzen wäre die Folge ...

Da ich aber nicht ganz sicher bin, ob dieser Vorschlag, den ich schon vor einigen Jahren gemacht habe, bei den Fußball-Gewaltigen diesmal in Erwägung gezogen wird, müssen wir uns fürs erste weiter mit den gegebenen, wenig erfreulichen Umständen abfinden und den Kopf darüber zerbrechen, wie man Beton aufbricht, ohne selber dabei zu Schaden zu kommen. Denn das ist des Pudels Kern.

Also versuchen wir es und bedienen uns dabei eines Systems, weil ja in unserem rationalistischen Zeitalter alles in Schema und Methode gegossen wird. Wir haben ja reicher Auswahl und brauchen nur zuzugreifen: WM-System, Doppelstopper (man sage mir ja nicht, Doppelstopper hätte mit WM was zu tun), Vier-Zwei-Vier, Schweizer Riegel, Doppelriegel, Vier-Drei-Drei, und so weiter, und so weiter ... Es findet sich nämlich in diesem Répertoire so ziemlich für jeden etwas - man muss nur über die passenden Spieler dazu verfügen - darauf kommt es nämlich alleine an!

Es ist nämlich wenig empfehlenswert, etwa ein stilreines WM-System zu produzieren, wenn man keinen zweikampferprobten Mittelläufer, keine selbstständig handelnden Flügelstürmer und keinen "reißenden" Mittelstürmer hat. Das wäre ein Unterfangen mit unzulänglichen Mitteln, das sehr schnell scheitern müßte. Man kann auch nicht "mit der Mode gehen", indem man das südamerikanische 4-2-4 kopiert, ohne daß man die entsprechenden Spieler mit der nötigen Technik und dem Gefühl für die Raumdeckung hat und einen Stürmer mit dem Aktionsradius eines offensiven Mittelläufers alter Schule. Man nehme, so hat man ..., diese alte Rezept-Weisheit aus Urgroßmutters Kochbuch gilt auch für die Küche der Fußball-Taktiker. System - das ist nicht ein starres Schema - das ist vielmehr die zweckmäßigste Verteilung der Spielaufgaben auf die vorhandenen Spieler und die Anpassung dieser Spielaufgaben an ihr Talent und ihren Ausbildungsstand. Dabei stellt freilich eine schon erprobte Methode ein willkommenes Korsett dar, in welches man seine Spieler allerdings nicht hineinpressen soll. Man wird es besser so abändern, daß es für die eigene Mannschaft zum Maßanzug wird. Nur so bleibt der spielerischen Veranlagung des Einzelnen der nötige Raum, um sich zu entfalten. Aus dieser Entfaltung der spielerischen Veranlagung allein entstehen Mannschaften mit soviel Selbstvertrauen und Spielbewußtsein, daß sie ihre Methode und ihre Taktik dem Gegner aufzuzwingen vermögen. Wer dies nicht vermag, muß sich nach dem Gegner richten, und das bedeutet fast immer nicht nur taktische Unterlegenheit, sondern auch die spielerische Niederlage.

Eng verbunden mit der Systemfrage sind die Bestrebungen vieler Trainer, dem Fußballspiel wieder überwiegend Angriffs-Charakter zu geben. Gewisse Ansichten, die darüber auf höchster Ebene geäußert werden, lassen allerdings den Schluß zu, daß wir auf die Verwirklichung dieser Absichten noch geraume Zeit werden warten müssen. Denn am durchschlagendsten wirkte bisher in allen Fragen des Fußballstils hauptsächlich das Beispiel, das Nationalmannschaften und namenhafte Clubs den unzähligen anderen Teams zur Nachahmung bieten. Was soll man aber davon halten, wenn Italiens Trainer Giovanni Ferrari nach der Weltmeisterschaft erklärt haben soll, er habe deshalb so defensiv spielen lassen, weil seine Stürmer nicht stark genug gewesen sein. Sein deutscher Gegenspieler Sepp Herberger aber erläutete seine Defensivtaktik gegen eben dieses Italien damit, daß er die Gefährlichkeit der Azzurri-Stürmer zu fürchten hatte ... Da hatte also der eine Angst vor der Angst des anderen!

Diese Einstellung der Spitzentrainer, die unzweifelhaft von der Furcht vor einem Prestigeverlust diktiert wird, wurde mir kürzlich noch umfassender bestätigt. Ich hatte Gelegenheit, im schweizerischen Trainingszentrum Magglingen den SFV-Instrukteur Fritz Müller, den ich für einen der intelligentesten Taktiker der Eidgenossen halte, über seine Eindrücke vom letzten europäischen Trainertreffen zu hören. Er scheute sich nicht, zu gestehen, daß der Kern aller Diskussionen dort fast ausschließlich um die Abwehr-Taktik rotierte. Jeder dieser Experten habe eine ganze Schublade voll Schachzüge zu präsentieren, wenn es gelte, den gegnerischen Angriff mattzusetzen. Die Impulse, die sie für ihre Angriffsreihen parat haben, nehmen sich demgegenüber recht bescheiden aus ... sofern überhaupt an solche Angriffsimpulse gedacht sei. Das Fazit solchen Denkens - so möchte ich Fritz Müllers Bemerkungen kommentieren - gipfelt dann immer in dem wohlbekannten Seufzer: "Es gibt eben keine richtigen Stürmer mehr."

Ist das wahr? Ich glaube nicht! Die Erfahrung lehrt, daß man nicht grundsätzlich Abwehrspieler- und Stürmer-Begabungen unterscheiden darf, sondern Fußballer und Vollblut-Fußballer. Der Vollblut-Fußballer leistet in der Abwehr so viel wie als Stürmer, die Normal-Begabung in beiden Aufgabenbereichen entsprechend weniger. Ich glaube vielmehr, daßs viele Spieler beider Begabungs-Gruppen durch gewisse Trainingsmethoden schon von Jugend an "verbildet" und auf einen bestimmten Spielertyp festgelegt werden. Außerdem führen ja gerade die defensiv-taktischen Erwägungen dazu, daß vielfach für den Angriff Spieler nominiert werden, die durch ihren bisherigen Einsatz schon auf den Abwehrtyp festgelegt sind. Ja, es gibt sogar Mannschaften, die heute in der Abwehr bewußt ausgesprochene Vollblut-Spieler verwenden, die eigentlich als Stürmer viel wertvoller wären. Verkehrte Welt ... aber eben die taktische Marschrichtung ...!

Dabei bin ich absolut sicher, daß die ganze Defensivkünstlerei auf einer Fiktion beruht, die langsam zu einer fixen Idee geworden ist. Es gibt nämlich nirgendwo auf der Welt eine Fußballmannschaft, die freiwillig mit Abwehrbeton spielt! Sie wird immer dazu gezwungen. Entweder schon vor dem Spiel durch ihre Angst vor der wirklichen oder vermeintlichen Stärke des Gegners, oder im Spiel selbst, wenn sich eine solche Überlegenheit im Spielverlauf ergibt. Verteidigt aber die eine Mannschaft, so folgt daraus zwingend, daß die andere Mannschaft angreift. Die Frage ist nur, wie sie angreift. Leider sind wir heute schon im Sicherheitsdenken befangen, daß in Wirklichkeit kaum noch eine Mannschaft bedingungslos angreift, selbst wenn sie die Möglichkeit dazu hat, Angst, sie könnte einem Konterschlag des Gegners erliegen, ehe sie selber das Spiel entschieden hat. Man vergißt dabei, daß eben dieser Verzicht auf bedingungsloses Angriffsspiel eine frühzeitige Entscheidung gefährdet und dadurch den Erfolg eines Konterstoßes begünstigt. Somit beißt sich die berühmte Katze wieder einmal in ihren vielstrapazierten Schwanz. Hätten unsere Mannschaften eine klare Angriffskonzeption und ließen sie dem Zufall nicht so viel Raum, dann wüßten sie mit ihrer Feldüberlegenheit jeweils etwas anzufangen und jegliche Mauertaktik wäre bald zur Erfolglosigkeit verurteilt. Die Preisgabe des Mittelfeldes würde nicht mehr honoriert und jedes darauf aufgebaute Abwehrsystem würde nach und nach verschwinden. Solange man aber Abwehrtaktik mit Abwehrtaktik bekämpft, kommen wir aus diesem Teufelskreis nicht heraus. Systeme und taktische Praktiken sind gut und notwendig, sie sollten aber Angriff und Abwehr gleichermaßen berücksichtigen und nicht das Schwergewicht einseitig der Verteidigung zuerkennen. Es ist eine Kardinalfrage für unser Fußballspiel, der Angriffstaktik mehr Aufmerksamkeit zu widmen und mehr Gewicht zu geben.

Helmut Kissner

Der Sportarzt spricht:

   

Die Massage-Wissenschaft

   

Vom Massieren wußten zwar schon die alten Ägypter, in Sportlerkreisen erkannte man seine Bedeutung aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg richtig. Bei Leichtathletik-Veranstaltungen sieht man häufig auf dem Rasen Aktive, die sich massieren. Die scheinen nicht zu wissen, daß sie einen großen Fehler begehen, denn nie sollte man sich im Freien massieren lassen. Es ist sehr wichtig, zu diesem Zwecke einen gut temperierten Raum aufzusuchen.

Eine Massage hat stets so schmerzlos wie möglich zu sein. Dennoch soll die größte Wirkung erzielt werden. Einen fähigen Masseur erkennt man daran, daß er wenig Hilfsmittel benutzt. Ein solcher Mann braucht für seine Ganzmassage ungefähr eine Stunde, wenn er für Arme, Beine, Brust, Bauch und Rücken jeweils acht Minuten aufwendet.

Es gibt verschiedene Arten der Massage. Die eine dient dem Training, eine weitere der Vorbereitung oder Einstellung, eine andere dem sogenannten Zwischenakt, wiederum eine der Ermüdung und eine der Heilung. Schließlich ist die Selbstbehandlung zu erwähnen. Sind der Trainingsmassage ist es, die Muskeln, Sehnen und Gelenke geschmeidig zu machen. Die Muskeln danken für diese Bearbeitung mit höherer Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Einsatzbereitschaft.

Die Vorbereitungsmassage bezweckt, die Leistungsfähigkeit der Muskeln zu steigern. Auch soll sie bei kalter Witterung die mögliche Gefahr eines Muskelrisses auf ein Mindestmaß herabsetzen. Es ist Rücksicht auf das Temperament eines jeden Sportlers zu nehmen. Einem lebendigen Typ bekommt in der Regel eine leichte Rückenmassage gut, während sich auf einen ruhigeren "Vertreter" eine handfeste Behandlung günstig auswirkt. Jedem Aktiven ist einen Tag vor dem Wettkampf eine Massage anzuraten.

In der Halbzeit eines Fußballspiels oder nach einer Weitsprungkonkurrenz wendet der Masseur die Zwischenaktmassage an. Sie nimmt den Muskeln die Müdigkeit und befähigt sie zu neuen Leistungen. Solche Behandlung bewirkt mehr als nur Ruhe.

Ermatteten Akteuren kann mit der Entmüdungsmassage wieder auf die Beine geholfen werden. Sie hat den Zweck, die Durchblutung zu verbessern und somit die Schlacken und Ermüdungsstoffe schnell zu beseitigen. Der Masseur knetet zart, aber tief, rollt, schüttelt und streicht langsam. Hacken und Klopfen sind fehl am Platze. Soll eine Entmüdungsmassage wirken, so muß sie mindestens eine halbe Stunde dauern.

Jeder ernsthaft Sporttreibende sollte über die Selbstmassage gut Bescheid wissen. Sie ist besser als jeder andere Körperpflege.

Dr. Morgenstern (Aus DFB-Vereinsdienst)

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

Eingebrochen wurde auf der Geschäftsstelle der SG Eintracht Frankfurt. Den Dieben fielen Vorräte des Vereinskasinos und einige hundert Mark gerade abgerechneter Mitgliederbeiträge in die Hände.


Die Gesamterträge des 1. FC Köln betrugen im letzten Jahr 3.227.475 D-Mark, das ist eine Million D-Mark mehr als im Vorjahr. An Vermögenszuwachs wurden 570.000 D-Mark verzeichnet, dabei wurden 37.000 Quadratmeter Gelände zur Schaffung von Sportanlagen gekauft. 380.000 D-Mark wurden hierfür angezahlt und 400.000 D-Mark als Baukapital zurückgelegt.


Nach langen Jahren erstmals ein Defizit weist die Bilanz von Borussia Dortmund auf. Bei 2.338.000 D-Mark Einnahmen ergab sich ein Unterschuß von 43.500 D-Mark. Das Gesamtvermögen des Vereins beträgt zur Zeit und 890.000 D-Mark.


Der Wuppertaler SV hat mehr als 220 Mitglieder, die dem Verein mehr als 25 Jahre angehören.


Einen starken Zuschauerrückgang bei seinen Bundesligaspielen hat der VfB Stuttgart zu verzeichnen. Mit 280.157 Zuschauern kamen bis jetzt gegenüber der vorherigen Spielzeit rund 158,000 Zuschauer weniger.


Der 1. FC Pforzheim verzeichnete bei seinen 23 Heimspielen mit 91.000 Zuschauern einen neuen Rekord. Dennoch stieg die Schuldenlast um 19.000 D-Mark an. Der Verein zählt zurzeit 1.116 Mitglieder. Der Mitgliederbeitrag wurde von 2 D-Mark auf 2,50 D-Mark erhöht, dazu eine Umlage von 20 D-Mark beschlossen.


Auch der 1. FC Bamberg führt eine Mitgliederwerbung mit wertvollen Preisen für die Werber durch. Es winken Gratisreisen, Länderspielkarten und Kofferradio. Mit dem bisherigen Erfolg ist der Vorstand zufrieden.


Ein Förderer-Verein gründete sich in Tennis Borussia Berlin, um die schwachen Finanzen aufzubessern. In der ersten Woche seines Bestehens wurden 25.000 D-Mark an Spenden gezeichnet.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. April

Unsere Reserve-Mannschaften

Am 28. Februar war unsere Ib zu Gast beim TSV Rantrum. Obwohl in diesem Spitzenkampf viel auf dem Spiel stand, war es unverständlich, daß unsere Ib nur mit zehn Mann in Rantrum antrat. Sie stand von vornherein auf verlorenem Posten. Nach einem Halbzeitstand von 2:4 kamen sie noch einmal auf 3:4 heran, mußten dann aber mit 3:6 Sieg und Punkte dem TSV Rantrum überlassen.


Unsere zweite Reserve schlug am gleichen Tag den TSV Rantrum Ib mit 2:1 Toren und festigte somit ihre Spitzenposition.


Der 14. März bescherte unserer Ib den derzeitigen Tabellenführer TSV Tönning. Auch in diesem Spiel konnten sie ihre anfängliche Form nicht halten und verloren nach einem 1:3-Halbzeitstand durch krasse Deckungsfehler mit 3:4 Toren.


Die II. Reserve absolvierte ihr fälliges Punktspiel gegen die Ib von TSV Tönning und schlug ihren Gegner mit sage und schreibe 16:0! (4:0) Toren.


Der 21. März war für unsere zweite Reserve von großer Bedeutung. Im Spitzenkampf mußten sie beim derzeitigen Tabellenführer TSV Garding antreten. In diesem spannenden Spiel war unsere zweite Reserve die glücklichere Mannschaft und schlug ihren Gegnern mit 4:2 Toren. Dieser Sieg war ein großer Schritt zur Meisterschaft.


Hier der Tabellenstand der zweiten Kreisklasse von 21. März 1965:

    Stand 21.03.65   Spiele   Tore   Punkte  
1.   TSV Garding   17   91:24   28:6  
2.   Husum 18 II   15   65:18   25:5  
3.   TSV Rantrum Ib   15   51:26   23:7  
4.   SV BW Löwenstedt   15   65:26   21:9  
5.   IF Husum   14   47:46   14:14  
6.   TV Norderstapel   14   44:60   10:18  
7.   Frisia Husum II   14   33:69   10:18  
8.   TSV Tönning Ib   12   27:56   7:17  
9.   IF Tönning Ib   15   19:56   4:26  
10.   FC Langenhorn Ib   13   21:78   2:26  
Eckhard "Ecki" Sers

Maskottchen "Charly" ist tot!

Am Sonntag, dem 14. März 1965, ist das Maskottchen unserer zweiten Mannschaft, der Ziegenbock "Charly" gestorben.

Seit dem Sommer 1963 war Charly in der Obhut unseres Sportfreundes Horst Kersten und unserer zweiten Mannschaft vom Jagdbombergeschwader 35. Als dann Charly plötzlich erkrankte, wurde sogar ein Tierarzt hinzugezogen. Er war aber nicht mehr zu retten. Um ihn von seinen Qualen zu erlösen, bekam er dann am 14. März eine Spritze.

Es war ein schönes Bild, wenn unsere zweite Mannschaft zu ihren Punktspielen der zweiten Kreisklasse aufs Spielfeld lief, allen voran ihr Maskottchen Charly. Er stand jeweils hinter dem Tor seiner Mannschaft und hat ihnen nur Glück gebracht; denn nach der Meisterschaft im vorigen Jahr liegt unsere zweite Mannschaft auch in diesem Jahr wieder an der Tabellenspitze.

Unsere zweite Mannschaft und der Verein bedauern den Verlust dieses schönen Tieres; es bleibt jedoch einstweilen noch die Hoffnung, bald wieder ein neues Maskottchen zu bekommen. Charlys Gehörn wird jetzt von einem Husumer Präparator präpariert und wird später im Mannschaftsraum unserer zweiten Mannschaft beim Jagdbombergeschwader 35 die Erinnerung an einen treuen Kameraden wachhalten.

Eckhard "Ecki" Sers

Fußball-Liga

Am 28. Februar war die Mannschaft des TSV Weiche- West zu Gast bei unserer Liga. Mit der Mannschaft

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Peter Goldschmidt ǀ Gerhard Eckmann

Dieter Eckholdt ǀ Johannes Jannsen ǀ Egon Harms ǀ Dieter Schleger ǀ Detlef Bresa

hofften wir auf einen klaren Sieg. Wir hatten uns aber getäuscht, denn unser Gegner heizte uns schwer ein. Sie gingen sogar mit 1:0, 2:1 und 3:2 in Führung, die dann jeweils von Detlef Bresa, Johannes Jannsen und Kauffeld ausgeglichen werden konnte. Erst als Johannes "Haschi" Jannsen mit einem herrlichen Tor das 4:3 für unsere Liga geschossen hatte, brach der Widerstand des Gegners und Dieter "Schorsch" Schleger und Detlef Bresa konnten das Ergebnis sogar noch auf 6:3 schrauben.


Der 7. März brachte uns das schwere Auswärtsspiel in Kropp. Wir gingen schon mit gemischten Gefühlen in dieses Spiel, da wir auf vier unserer Stammspieler verzichten mußten. Aber die Mannschaft

Eckhard Sers

Dieter Eisenheim ǀ Wolfgang Schmidtke

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Johannes Jannsen

Dieter Eckholdt ǀ Karl-Heinz Pohns ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Flöter ǀ Manfred Hoppe

schlug sich großartig. Endlich wurde einmal das beherzigt, was vom Trainer schon so oft gesagt worden ist: Es wurde gekämpft bis zum Umfallen, und jeder einzelne Spieler gab sein Letztes. Durch Tore von Manfred "Manne" Hoppe und Karl-Heinz Pohns und ein Eigentor des Gegners gewannen wir dieses Spiel, dank unserer großartigen Mannschaftsleistung mit 3:0 Toren.


Im Spitzenspiel der Bezirksliga Nord trafen wir am 14. März auf die noch ungeschlagene Mannschaft von Rasensport Schleswig. Etwa 800 Zuschauer waren gekommen, um die erste Niederlage des spitzenreiters mitzuerleben. Mit der Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Wolfgang Schmidtke

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Johannes Jannsen

Peter Goldschmidt ǀ Karl-Heinz Pohns ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

liefen wir aufs Spielfeld. Die erste Halbzeit gehörte klar unsere Liga, und bei etwas mehr Schußvermögen hätten gut und gerne 3 Tore fallen müssen. Das Unglück für unsere Mannschaft kam etwa in der 15. Minute, als einer der gefährlichen Angriffe der Rasensportler zum einzigen Tor dieses Spieles führte. Dieses Tor war vermeidbar gewesen. Auch die zweite Halbzeit gehörte unserer Mannschaft, aber als selbst Benjamin Hager einen Handelfmeter nicht zu verwandeln vermochte, fiel unsere Mannschaft ganz auseinander. Durch diese 0:1-Niederlage ist unsere Liga noch einmal in harte Bedrängnis gekommen. Nun heißt es Nerven behalten und den einen Punkt Vorsprung, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt, zu verteidigen.


Am 20. März mußten wir in Flensburg gegen den TSV Nord antreten. Auch dieses Spiel konnten wir nur unter größter Mühe über die Runden bringen. Die Mannschaft

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Wolfgang Schmidtke

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Dieter Flöter ǀ Manfred Hoppe

zeigte auch in diesem Spiel, daß sie in einem Formtief steckt. Trotzdem wurde dieses, dank des größeren Durchstehvermögens, durch Tore von Detlef Bresa (3) und Dieter Flöter mit 4:2 Toren gewonnen.


Hier die Tabelle mit Stand vom 21. März 1965:

Tabelle II. Amateurliga

    Stand: 21.03.1965   Spiele       Tore   Punkte  
1.   Rasensport Schleswig   27       72:28   44:10  
2.   Husum 18   27       90:39   41:13  
3.   Frisia Husum   27       75:34   40:14  
4.   Flensburger Turnerbund   27       80:56   34:20  
5.   TSV Westerland   26       59:40   30:22  
6.   FSV Wyk   27       57:67   28:26  
7.   Bredstedter TSV   28       59:62   29:27  
8.   TSV Nord   25       45:50   26:24  
9.   VfB Nordmark Flensburg   27       51:61   24:30  
10.   FSV Wyk   24       44:59   22:26  
11.   TSV Kappeln   26       46:61   22:30  
12.   DJK Flensburg   23       34:40   21:25  
13.   TSV Weiche-West   27       55:77   21:33  
14.   TSV Kropp   27       41:60   20:34  
15.   BW Friedrichstadt   25       38:47   19:31  
16.   TSV Vorwärts Flensburg   27       31:74   13:41  
17.   SIF Schleswig   25       31:62   11:39  
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. April

Aus unserer Familien-Chronik

Auf diesem Wege möchten wir allen unseren Konfirmanden die herzlichsten Glückwünsche übermitteln und ihnen für den Beginn ihres neuen Lebensabschnittes alles Gute wünschen.

Für die Übersendung ihrer Vereinsnachrichten danken wir dem SV Werder Bremen, dem Itzehoer Sportverein von 1909, dem TSV Schlutup und dem SC Concordia Hamburg.
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. Mai

Fahrt nach Grenoble (Südfrankfreich)

Während unsere Vereinszeitung hier in Husum erscheint, befinden sich 38 Sportler unseres Vereins in Grenoble in Südfrankreich. Bereits im August vorigen Jahres wurde unsere Liga-Mannschaft und unsere Tischtennis-Mannschaften vom Football Club Sportive - FCS Grenoble - über unseren dritten Vorsitzenden Dr. Erwin "Pütten" Kraatz eingeladen. Durch die Förderung des Deutsch-Französischen Jugendwerks konnte die Fahrt ermöglicht werden. Aber aber auch die Stadt Husum, der Kreis Husum und der Grenzfriedensbund unterstützten unser Vorhaben.

Am 30. April um 20 Uhr wurde die Fahrt mit dem Bus angetreten, die über Hamburg - Freiburg - Basel - Lausanne - Genf - Chambery nach Grenoble führt.

Auf der Hinfahrt wird vom 1. auf den 2. Mai in einem Hotel in Offenburg übernachtet, bevor es dann in den frühen Morgenstunden des 2. Mai weitergeht. Hier wird wohl der schönste Teil der Fahrt zurückgelegt, die etwa 60 km lange Fahrt entlang am Genfer See. Dieser einmaliger Anblick wird wohl vielen unvergessen bleiben.

Mit Genehmigung des Deutschen Fußball-Bundes wird unsere Liga 2 Spiele im Raume Grenoble austragen. Die Tischtennisspieler werden in der Jugend- und Senioren-Klasse an den Start gehen. Außerdem ist vom FCS Grenoble ein umfangreiches Besichtigungsprogramm ausgearbeitet worden. Für unsere 18er Jungen wird diese Fahrt ein einmaliges großes Erlebnis werden. Wenn alles programmgemäß klappt, wird die Rückkehr am 8. Mai in Grenoble angetreten. Die Nacht vom 8. auf den 9. Mai wird in Schwetzingen verbracht, bevor dann die Heimreise am 9. Mai in den Abendstunden in Husum endet.

Eckhard "Ecki" Sers

Husumer Fußballspieler auf Frankreichfahrt

HUSUM - Am Freitagabend um 20 Uhr startete der Husumer Fußballverein von 1918 seine bereits angekündigte Fahrt nach Grenoble in Südfrankreich. Zahlreiche Angehörige waren am Omnibusbahnhof zur Verabschiedung erschienen. Von der Stadt Husum wünschte Agnes Stich, die Vorsitzende des Jugend- und Kulturausschusses, eine gute Fahrt und hoffte, daß die Begegnung mit der französischen Jugend zur Festigung der Freundschaft beitragen möge. Im gleichen Sinne äußerten sich Kreisjugendpfleger Hans Pickhardt und Dr. Herbert Mau vom Ältestenrat von Husum 18. Der Vorsitzende Werner Denckmann verabschiedete sich von allen und gab noch bekannt, daß die Fahrtgruppe am 1. Mai in Offenburg übernachten und Grenoble am 2. Mai abends erreichen werde. Neben einem umfangreichen Besichtigungsprogramm dürfte zweifelsohne das Fußballspiel unter Flutlicht gegen die Amateure des FC de Grenoble im Stadion Municipla am Donnerstag, dem 6. Mai, ein Höhepunkt dieser Reise sein.

Nordfriesische Nachrichten - 02.05.1965
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Mai

Fußball-Liga

Der 28. März bescherte unserer Liga die Elf des FSV Wyk. Die Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Wolfgang Schmidtke

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Dieter Eisenheim ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

erspielte sich einen klaren Sieg. Durch Tore von Detlef Bresa, Dieter "Schorsch" Schleger, Benjamin Hager und zweimal Peter Goldschmidt sowie einem Gegentor durch Arthur Grabert (Eigentor) gewann unsere Liga dieses Spiel klar mit 5:1 Toren.


Am Sonnabend, dem 3. April, mußten wir zu unserem Angstgegner DJK Flensburg reisen, der uns schon im Hinspiel mit 1:3 Toren beide Punkte abnahm. Die Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Helmuth Will ǀ Detlef Bresa ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

wollte es dieses Mal aber wissen und ließ in keiner Phase des Spiels einen Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen wird. Die Tore zum 5:2-Sieg schossen Detlef Bresa (2), Peter Goldschmidt (2) und Dieter "Schorsch" Schleger.


Im letzten alles entscheidenden Punktspiel traf unsere Liga am 11. April auf die Mannschaft des Bredstedter TSV. Etwa 800 Zuschauer waren gekommen, um mitzuerleben, wie unsere Liga in die Aufstiegsrunde zur ersten Amateurliga einzieht. Mit

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Johannes Jannsen ǀ Detlef Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

liefen wir aufs Spielfeld. Nach anfänglicher Nervosität spielte sich unsere Mannschaft in einen wahren Torrausch und schoß einen hervorragenden 8:1 (6:0)-Sieg heraus. Die Tore zu diesem großartigen Erfolg erzielten Detlef Bresa (2), Peter Goldschmidt (2), Dieter "Schorsch" Schleger (2), Johannes Jannsen und Benjamin Hager.


Durch diesen Erfolg sicherte sich unsere Liga endgültig den zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur ersten Amateurliga berechtigt. Herzlichen Glückwunsch!


Hier noch einmal die Abschlußtabelle

Tabelle II. Amateurliga

    Stand: 01.05.1965   Spiele               Tore   Punkte  
1.   Rasensport Schleswig   30   19   10   1   82:32   48:12  
2.   Husum 18   30   22   3   5   108:43   47:13  
3.   Frisia Husum   30   19   6   5   82:38   44:16  
4.   TSV Westerland   28   15   4   9   71:45   34:22  
5.   Flensburger Turnerbund   29   14   6   9   82:62   34:24  
6.   Bredstedter TSV   30   10   10   10   61:71   30:30  
7.   TSV Weiche-West   30   12   3   15   67:79   27:33  
8.   FSV Wyk   27   10   6   11   53:66   26:28  
9.   TSV Nord   28   10   6   12   47:59   26:30  
10.   TSV Kappeln   29   11   4   14   54:65   26:32  
11.   VfB Nordmark Flensburg   30   10   6   14   56:69   26:34  
12.   DJK Flensburg   27   10   3   14   38:53   23:31  
13.   TSV Kropp   30   6   11   13   47:66   23:37  
14.   BW Friedrichstadt   28   8   5   15   42:54   21:35  
15.   SIF Schleswig   29   5   6   18   37:75   16:42  
16.   TSV Vorwärts Flensburg   29   6   1   22   32:84   13:45  
Eckhard "Ecki" Sers

Um den Amateurliga-Aufstieg

Genau wie im Vorjahr wird die Aufstiegsrunde zur Fußball-Amateurliga wieder in drei Staffeln zu je vier Vereinen in einer doppelten Punktrunde - also mit Vor- und Rückspiel! - durchgeführt, von denen die 3 Staffelsieger automatisch aufsteigen.

Für die am 16. Mai beginnende Runde, die am 23.Mai, 30.Mai, 5 Juni (Pfingstsonnabend), 13. Juni fortgesetzt wird und am 20. Juni abgeschlossen werden soll, hätten sich nach dem heutigen Tabellenstand qualifiziert:

. Staffelei 2. Staffel und John Neumünster. Meister Bezirk West MTV Heide. 2. Lübbecker Nord Staffel TSV Travemünde. Staffel B. 2. Staffel Eckernförder SV. Meister Bezirk Nord Rasensport Schleswig. 2. Bezirk West 1. FC Lola. Meister Lübbecker Süd Staffel TSV Schlutup. Staffelsee. Meister Kieler einer Staffel VfB Kiel. 2. Bezirk Nord Husum 18. Meister Lübbecker Nord Staffel eutin 08, 2 Lübbecke Süd Staffel Eichholzer SV.

 

Staffel A:

 

Meister Kieler Fördestaffel

 

(VfR Neumünster)

    Zweiter Kieler Eiderstaffel   (Union Neumünster)
    Meister Bezirk West   (MTV Heide)
    Zweiter Lübecker Nordstaffel   (TSV Travemünde)

Staffel B:

 

Zweiter Kieler Fördestaffel

 

(Eckernförder SV)

    Meister Bezirk Nord   (Rasensport Schleswig)
    Zweiter Bezirk West   (1. FC Lola)
    Meister Lübecker Südstaffel   (TSV Schlutup)

Staffel C:

 

Meister Kieler Eiderstaffel

 

(VfB Kiel)

    Zweiter Bezirk Nord   (Husum 18)
    Meister Lübecker Nordstaffel   (Eutin 08)
    Zweiter Lübecker Südstaffel   (Eichholzer SV)
Eckhard "Ecki" Sers

Unsere II. Reserve Kreismeister

Nach dem großartigen Erfolg unserer Liga gelang es unserer zweiten Männermannschaft, den Kreismeistertitel zu erringen.

In ihrem letzten Punktspiel der diesjährigen Runde der zweiten Kreisklasse um die endgültige Sicherung der Meisterschaft trafen sie auf die zweite Mannschaft von Frisia Husum. Sie legten zwar zunächst bis 3:0 vor, mußten dann aber die Frisia-Vertretung noch auf 3:2 herankommen lassen. Aber dieser "hauchdünne" Sieg genügte für die Kreismeisterschaft, zu der wir herzlich gratulieren.

Hier die Abschlußtabelle:

Tabelle II. Kreisklasse

    Stand: 01.05.1965   Spiele       Tore   Punkte  
1.   Husum 18 II   18       75:21   31:5  
2.   TSV Garding   18       96:24   30:6  
3.   TSV Rantrum Ib   17       63:28   27:7  
4.   SV BW Löwenstedt   16       73:26   23:9  
5.   IF Husum   16       50:52   14:18  
6.   TV Norderstapel   15       46:68   10:20  
7.   Frisia Husum II   16       36:76   10:22  
8.   TSV Tönning Ib   13       27:64   7:19  
9.   IF Tönning Ib   16       23:57   6:26  
10.   FC Langenhorn Ib   15       21:88   2:28  

Auch unsere Ib liegt noch gut im Rennen. Zurzeit liegt sie punktgleich mit dem TSV Rantrum auf dem zweiten Tabellenplatz der ersten Kreisklasse.

In ihrem vorletzten Punktspiel gegen die Ib von Frisia Husum nahm sie ihre Chance wahr, vielleicht sogar noch den ersten Tabellenplatz zu erreichen, indem sie Frisia Husum klar mit 5:1 Toren schlug.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. Mai

Jugend-Abteilung

Auch unsere ersten Jungmannen schlugen sich ganz hervorragend. Sie belegen nach Abschluß der Punktserie den zweiten Tabellenplatz bei den Bezirks-Jungmannen. Dieses ist ein großartiger Erfolg, zu dem wir herzlich gratulieren.

Hier noch einmal die letzten Ergebnisse:

28.02.65   Husum 18   -   TSV Weiche-West   9:0
07.03.65   TSV Kropp   -   Husum 18   1:4
14.03.65   Husum 18   -   Schleswig 06   3:4
20.03.65   DGF Flensburg   -   Husum 18   1:2
28.03.65   Husum 18   -   FSV Wyk   3:0
03.04.65   Flensburg 08   -   Husum 18   1:1
11.04.65   Husum 18   -   Bredstedter TSV   4:2

Weitere Ergebnisse von Jugendspielen:

27.02.65   Schüler   Husum 18 II   -   BW Friedrichstadt   5:2
27.02.65   Jugend   Husum 18 II   -   BW Friedrichstadt   1:4
28.02.65   Knaben   TSV Rantrum   -   Husum 18 I   3:2
28.02.65   Jugend   TSV Rantrum   -   Husum 18 I   0:4
10.04.65   Knaben   Husum 18 I   -   Frisia Husum I   0:0
10.04.65   Schüler   Husum 18 II   -   Frisia Husum II   1:1
10.04.65   Schüler   Husum 18 I   -   Frisia Husum I   4:0
10.04.65   Jugend   Husum 18 II   -   Frisia Husum II   0:9
10.04.65   Jugend   Husum 18 I   -   Frisia Husum I   0:2
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Tischtennis

1. Mai

Tischtennis-Abteilung

Die erste Herrenmannschaft spielte am 27. Februar gegen Frisia Husum II und gewann mit ersatzgeschwächter Mannschaft 9:4.

Mit wiederum geschwächter Mannschaft traten wir am 3. März zu Hause gegen Grün-Weiß 62 Flensburg an und mußten eine 3:9-Niederlage einstecken.

Am 19. März sollten wir dann unser letztes Punktspiel dieser Saison gegen TSV Nord bestreiten. Da unsere Gegner aber nicht antraten, kamen wir kampflos zu den Punkten.

Da noch nicht alle Spiele der Bezirksklasse ausgetragen sind, bringen wir die Abschlußtabelle erst im nächsten Monat.


Unsere zweiten Herren spielten am 26. Februar gegen TSV Viöl und gewannen glatt mit 9:0.

Am 2. März spielten wir in Wittbek gegen den TSV Ostenfeld-Wittbek und gewannen hier 9:3.

Am 14. März war die TTG Garding-Tönning mit ihren beiden Mannschaften bei uns zu Gast. Gegen die zweite Garnitur wurde 9:5 gewonnen und gegen die erste 2:9 verloren.

Am 21. März gab unsere Zweite die Punkte kampflos an den Kreismeister Bredstedter TSV ab.

Ein Freundschaftsspiel, das in Ohrstedt gegen den TSV Ahrenviöl-Ohrstedt ausgetragen wurde, konnte mit 9:1 gewonnen werden.


Unsere dritte Vertretung spielte am 5. März zu Hause ein 8:8-Unentschieden gegen den TSV Rantrum heraus.

Am 14. März hatte unsere Dritte gegen die TTG Garding-Tönning I und II nichts zu bestellen und verlor klar 0:9 und 2:9.

Gegen den Bredstedter TSV wurden ebenfalls die Punkte kampflos abgegeben.


Um den Jürgen-Petersen-Gedächtnispokal spielte unsere dritte Pokalmannschaft gegen Frisia Husum III einen 5:2-Sieg heraus. Auch unsere Erste gewann gegen TSV Viöl mit 5:1.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball international

1. Mai

Wer vertritt Europa bei der Weltmeisterschaft 1966?

Bei der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England haben außer dem letzten Fußballweltmeister Brasilien und dem ausrichtenden Land, "Fußballmutterland" England, nur 9 europäische Staaten Teilnahmeberechtigung, da es nur neun europäische Qualifikationsgruppen gibt (teilweise mit drei, teilweise mit vier Nationalteams besetzt). Diese Tatsache muß als deutliches Anzeichen gelten, daß das bisherige Gleichgewicht zwischen Europa und Südamerika nicht weiter zu existieren braucht. Die Fußballweltmeister seit 1934 verteilen sich auf Europa und Südamerika gleichmäßig (zweimal Italien, dann Uruguay, danach Deutschland und wieder Südamerika mit seinem zweifachen Fußballweltmeister Brasilien).

Die Fußballgroßmacht Europa, vertreten durch England, Deutschland, Ungarn, Italien, Schweden und die CSSR sowie die UdSSR wird auch durch die Fußballvizeweltmeister, das sind Ungarn, Schweden, und die CSSR, repräsentiert. Ungarn konnte sogar zweimal diesen inoffiziellen Titel für sich in Anspruch nehmen (1938 und 1954). Aber auch das südamerikanische Triumvirat, Brasilien, Uruguay und Argentinien, muß sich damit abfinden, daß auch im Fußball die "Entwicklungsländer" langsam, aber sicher an Boden gewinnen.

Noch drastischer äußerte sich dieser "Trend" in der komplizierten Olympia-Qualifikation für Tokio (1964), wo die letzten Entscheidungen im Spätsommer zu erwarten sind. Das IOC mußte in heftigen Diskussionen - wie das neue Mitglied des IOC, der Ungar Árpád Csanádi, verlauten ließ - den "regionalen Standpunkt" respektieren. Das bedeutet, daß bei der olympischen Fußball-Qualifikation die Fußball-Interessen Europas spärlicher vertreten sind als bei der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England.

In der Olympia-Qualifikation haben nur fünf europäischen Nationen, außer dem letzten Goldmedaillengewinner Jugoslawien, eine Chance. Die FIFA konnte immerhin für die WM 1966 in England neun europäischen Nationen feste Plätze reservieren. Die FIFA vermochte also die Rechtsansprüche auf dem fußballsportlichen Sektor noch besser für den alten Kontinent wahrzunehmen als das IOC, das weltweiter, auch an Afrika und Asien denken muß.

Welche europäischen Fußballnationen hätten nun aufgrund ihrer im Jahre 1963 gezeigten Leistungen eine Chance, die WM-Qualifikation im Rahmen ihrer Gruppe zu bestehen? Eine heikle Frage.

In der Gruppe I

( Bulgarien, Belgien, Israel) lieferte Belgien 1963 die Überraschung. Bei 6 Länderspielen mußten die "roten Teufel" sich nur einmal geschlagen geben (gegen Jugoslawien mit 0:1). Sensationell der belgische 5:1-Erfolg über Brasilien, sowie die Siege über Spanien und Frankreich (jeweils 2:1).

Von 7 Länderspielen konnte Bulgarien 4 siegreich gestalten. Es remisierte einmal und hatte zwei Niederlagen zu verzeichnen. Im Europapokal der Nationen schaltete Bulgarien Portugal mit 1:0 aus und verlor schließlich die zweite, entscheidende Begegnung gegen Frankreich (1:3). Von den Bulgaren läßt sich zurecht behaupten, daß sie eine Mannschaft besitzen, der offenbar die 1:0-Erfolge gut zu Gesicht stehen. Das Abwehrspiel der von den Magyaren geschulten Balkannation macht den Eindruck eines sorgsam ausgeklügelten Systems, zeugt von taktischer Reife, nur die Stürmer sind auffallend schußschwach.

In der Gruppe II

zur WM-Qualifikation für die Teilnahme in England 1966 wurde über Deutschlands und Schwedens Chancen schon hinreichend in der Tagespresse berichtet. Die Lage ist bekannt.

In der Gruppe III

 

(Jugoslawien, Frankreich, Luxemburg, Norwegen) besitzen Jugoslawien und Frankreich die meisten Chancen. Vom Blickfeld des Europapokals der Nationen aus betrachtet, liegt Frankreich noch im Rennen. Jugoslawien schied aus (gegen Schweden!). Die "Équipe tricolore" schaltete im Rahmen des Europapokals der Nationen 2 sehr schwere Opponenten aus (England und Bulgarien).

In der Gruppe IV

 

muß die CSSR als Favorit angesehen werden. Aber ausgerechnet der Fußballvizeweltmeister von 1962 konnte 1963 kein einziges Länderspiel gewinnen. Also sind in dieser Gruppe auch Portugal und Rumänien nicht ganz chancenlos.

In der Gruppe V

 

(Schweiz, Nordirland, Holland, Albanien) könnte Holland das Rennen machen, das 1963 zwar im Europapokal der Nationen gegen Luxemburg den Kürzeren zog, aber Frankreich 1:0 schlug. Holland schickte mit demselben Ergebnis sogar den zweifachen Fußballweltmeister Brasilien nach Hause. Die Holländer können eine kampfstarke Elf stellen, soweit sich die Mannschaft auf Feyenoord und PSV Eindhoven stützt.

In der Gruppe VI,

 

wo sich Ungarn Österreich und die DDR befinden, läuft die Diskussion der zuständigen Presseorgane auf vollen Touren, kulminiert in der Frage: "Welche Mannschaft hat nun hier die größte Chance?" Ganz vorsichtige Experten geben darauf eine kurze und bündige Antwort: "Keine!" Gefühlsmäßig möchte man auf Ungarn tippen, aber auch die DDR darf nicht unterschätzt werden, erzielte doch die von dem ungarischen Verbandstrainer Károly Sós betreute Mannschaft im Rahmen des Nationen-Pokals unlängst in Budapest ein 3:3.

Und Österreich? Hier wurde gerade wegen der WM-Qualifikation ÖFB-Kapitän Karl Decker abgelöst. Man hat also auch in Wien Ambitionen, wieder einmal so gut abzuschneiden wie 1954, als Österreich drittbeste Fußballnation wurde.

Gruppe VII

 

(UdSSR, Dänemark, Wales, Griechenland) kennt nur einen Favoriten: die UdSSR. Bisher schafften die Russen stets die WM-Qualifikation, versagten aber dann meist im Weltturnier. Die UdSSR liegt auch im Europapokal der Nationen noch im Rennen, besiegte den großen europäischen Konkurrenten Italien 2:0, aber verlor in einem Freundschaftsspiel gegen Schweden daheim 0:1, remisierte gegen Ungarn in Moskau (1:1). Nach Meinung des ungarischen Verbandskapitäns Lajos Baróti hat die UdSSR die relativ leichteste WM-Qualifikationsgruppe erwischt. Nun, darüber kann man geteilter Meinung sein. Am meisten fürchten die Russen wohl das unberechenbare Wales, das sich durch Spieler, die in englischen Professionalmannschaften, der ersten englischen Division angehörend, spielen, beträchtlich verstärken kann. Ungarn kam z.B. 1963 im Europapokal zu Cardiff gegen Wales arg ins Schwitzen. Und wäre nicht der Vasas-SC-Schlußmann Antal Szentmihályi in Prachtform gewesen, so hätte Ivor John Allchurch den Waliser Sieg herausgeschossen. Also, trotz der UdSSR, Achtung vor Wales!

Gruppe VIII

 

(Italien, Schottland, Polen, Finnland) - hier kommen nur zwei Teams in Frage: Schottland und Italien! Die Schotten erzielten 1963 nach England die meisten Treffer, verfügen also über einen ungemein gefährlichen Angriff, der sich im Rahmen der WM-Qualifikation wohl kaum ein Heimspiel wird nehmen lassen. Schottland errang 1963 fünf Siege, darunter ein knappes 2:1 über England, führte bei dem abgebrochenen Spiel gegen Österreich, weil Horst Nemec aus der Rolle viel, schon 4:1 und schlug Spanien sogar 6:2 (Auswärtssieg). Also, die Schotten sind zu allem fähig. Sie könnten auch Italien um die WM-Chance bringen!

Allerdings zeigte Italien 1963 nur einmal das wahre, starke Gesicht, das war bei dem triumphalen 3:0-Sieg über den zweifachen Weltmeister Brasilien im Mailänder San Siro Stadion, als Giovanni Trapattoni Pelé (Edson Arantes do Nascimento) die Lust am Fußballspielen haben, so daß die "schwarze Perle" noch vor der Pause abtrat.

Da die nächste Fußballweltmeisterschaft in England stattfinden wird, dürfte wohl Schottland mehr Ehrgeiz entwickeln, dabei zu sein, als Italien. Das kann den Schotten durchaus glücken.

Die letzte Gruppe IX

kennt bei Spanien Eire und Syrien nur einen Favoriten: der heißt Spanien.

Gemäß dieser Studie haben also folgende europäischen Nationen papierformmäßige Chancen, 1966 in England dabei zu sein:
1. Bulgarien
2. Deutschland oder Schweden
3. Jugoslawien oder Frankreich
4. CSSR (Portugal oder Rumänien )
5. Holland
6. Ungarn
7. UdSSR
8. Schottland oder Italien
9. Spanien.

Bis Ende 1965 werden wohl auch von dieser Prognose, die sich auf Ergebnisse von 1963 stützt, gewisse Abstriche zu machen sein.

wu (Aus Vereinsnachrichten Werder Bremen)

Das Märchen vom Lederball,

der überall in Deutschland "König wurde

Es war einmal eine Zeit, da regierten nur Kaiser und Könige. Viele Jahre lebten die Menschen in Frieden. Sie waren glücklich. Oder glaubten es zu sein. Manche taten auch nur so. "Landeskinder" hießen die Menschen damals. Und Kinder müssen artig sein.

Damals also war es, daß die Jungens überall in Deutschland Freundschaft schlossen mit einem Lederball. Kein Mensch wußte recht, woher er kam, der Ball. Auf einmal war er da. Auf den Dorfstraßen spielte man mit ihm und auf Schulhöfen und Wiesen wurden "Tore" und "Elf Meter" abgeschritten. In den großen Städten kannten die Jungens den Ball schon länger. Damals gab es noch keine Autos, kein Radio und kein Fernsehen. Nur die "Laterna magica", die gab es. Aber damit sahen Mädels und Jungens nur Märchenbilder. Manche sagten, der Ball sei aus dem Ausland gekommen, aus England. Fand man ihn vielleicht deshalb so interessant? Die Engländer würden "kicken", hieß es; den Centerhalf und den Back gäbe es da. Bei uns mußten die Jungens ihren Ball meistens verstecken, wenn sie mit ihm gespielt hatten. Warum nur? Er konnte es sich nicht erklären, unser Balli. So schön rund war er, und hoch flog er durch die Luft, wenn die Jungens mit ihm spielten. Aber das kam daher: richtig unbeliebt war der Ball bei den älteren Menschen. Die meinten, die Jugend würde durch ihn verdorben. Und jede Woche ein paar Schuhe kaputt, das wäre zuviel.

"Welch ein Unsinn!", dachte der Ball, "spiele ich mit den Jungens oder sie mit mir? Sollen sie doch lernen, sich und mich zu beherrschen, Geradlinigkeit und Ordnung zu bewahren, spielend. So wie es das Leben erfordert! So wie man mich treibt, so geht's im Spiel. Und so geht's im Leben auch."

Hatte er nicht recht, unser Ball?

Das waren anfangs schlechte Jahre, die der Lederball und seine Brüder mitmachen mußten. Aber: Eines Tages merkten sie, daß vielmehr Leute gekommen waren, zum Zusehen. Und war das richtig ...? Das Schlimmste sei wohl überstanden, sagten manche. Und von "Kinderkrankheiten" sprachen sie auch, die Zuschauer.

Der runde Ball konnte das nicht verstehen: er hatte sich immer gesund und munter gefühlt. Rund wie er war, wußte er, daß es gar kein Hindernis für ihn geben konnte. Überall hin rollte er im Lande. Und überall hatte er Freunde gefunden. Krank?! Nein, ganz gewiß nicht. Daß aber das Spiel ein Spiel und die Spieler Freunde bleiben, dafür sollten sie doch selbst sorgen.

Hatte er nicht auch damit recht, unser Freund?

Ein Hindernis nur gab es überall für ihn, den Ball. Und das war das Tor. Da war es stets aus mit dem Spiel.

Aber das ist ja auch heute noch so. Hört der Lederball die Menschen "Tooor" schreien, dann weiß er: das kann der Sieg sein! So ist der Ball von Sieg zu Sieg gerollt. Von Freud und Leid seiner Freunde, von Glück und Not könnte er erzählen. Aus vielen, vielen Jahren.

Und wenn die Menschen, welche heute seinen "Hofstaat" bilden, dafür sorgen, daß das Spiel gesund bleibt, dann wird der Lederball auch morgen sein, was er heute ist: ein "König".

Adolf Brandes

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

30 neue Mitglieder verzeichnete im letzten Monat die SG Rot-Weiß Frankfurt, deren Ziel es ist, mithilfe eines Preisausschreibens auf 1.000 Mitglieder zu kommen. 1. Preis, der unter den neuen Mitgliedern ausgelost wird, sobald die Mitgliederzahl auf 1.000 angestiegen ist, ist eine Wochenendreise für 2 Personen nach Paris.


Der VfB Eberschütz - im Kreis Hofgeismar, B-Klasse - hat 73 Mitglieder. Dank der Rührigkeit seines Jugendleiters haben in den letzten Monaten davon 30 Mitglieder das Deutsche Sportabzeichen erworben, das sind 40% der Mitglieder


Holstein Kiel gewährt bei Entrichtung des Jahresbeitrages bis zum 30. April seinen Mitgliedern einen Nachlaß. Anstatt 49,20 D-Mark - einschließlich Versicherung - sind 45 D-Mark zu zahlen.


Und 1,413 Millionen D-Mark betrug der Gesamthaushalt von Bayern München, wovon 80.000 D-Mark auf Mitgliederbeiträge entfallen. Das Vereinsvermögen beträgt zurzeit 316 363 D-Mark, davon 160.500 D-Mark Bausparguthaben. 143 Neuanmeldungen im letzten Monat stehen 26 Abgänge gegenüber. Die gesamt Mitgliederzahl beträgt zurzeit 3.168.


Der SSV Hagen betreut über 600 jugendliche Mitglieder. Die im letzten Jahr gegründete Kinderabteilung ist auf 165 Jungen und Mädchen angewachsen. Auch die Altherren-Abteilung sorgt für ein reges Vereinsleben.

Eckhard "Ecki" Sers

Bunte Seite

Begabung und Charakter

Die heutige Fußball-Jugend kennt keine Not. Wer dem runden Leder nachjagen will, sieht sich kaum noch vor Probleme gestellt. Zudem ist der Fußballsport längst hoffähig geworden. Eltern, Lehrer und Arbeitgeber nehmen in zunehmendem Maß Anteil am sportlichen Werdegang ihrer Schützlinge. Selbst Großväter stehen am Spielfeldrand und zücken spontan die Geldbörsen, wenn Enkel zu Torerfolgen kommen.

Über diese Entwicklung freuen sich nicht zuletzt alle Jugendleiter, aber sie hat auch einen Pferdefuß. Viele Talente wollen kaum noch begreifen, daß der Weg zu den Sternen trotz allem rauh geblieben ist. Sie bewundern zwar einen Alfredo Stéfano Di Stéfano Laulhe oder Maximilian "Max/Maxl" Morlock und träumen davon, in ihre Fußstapfen treten zu können, doch sie möchten Erfolg und Ruhm müheloser erreichen als ihre Idole. Ganz zu schweigen davon, daß Verzicht und Entsagung immer seltener in den Wörterbüchern unserer Jugendlichen stehen. Kurz gesagt, viele wollen bereits vor der erträumten Karriere an zu vielen Freuden des Lebens teilhaben.

Gunter Baumann, der jetzige Klubtrainer hat einmal das Wort geprägt: "Auch der Werdegang eines Fußballspielers ist Charaktersache!"

Das bedeutet, daß Begabung und technische Ausbildung allein nicht zum gewünschten Erfolg führt. Es ist daher falsch, junge Spieler nur wegen ihres Talents vorzeitig in den Himmel zu heben. Die Begabung muß angeboren sein, doch der Charakter kann gebildet, gefestigt oder verdorben werden. Das sollten alle bedenken, deren Herz für die Jugend schlägt. Unserer Fußballjugend aber sei nochmals gesagt, daß die Götter vor dem Preis noch immer den Schweiß gesetzt haben!


Frühsport

Frühsport soll gesundheitsschädlich sein. Mit dieser Begründung wurde in der zentralen Dienstvorschrift 3/10 "Sport in der Bundeswehr", die jetzt an die Truppe gelangte, der Frühsport verboten. Wörtlich heißt es: "Sportliche Anstrengungen bald nach dem Aufstehen sind dem Organismus abträglich. Frühsport ist deshalb zu unterlassen." Aber auch direkt vor und nach den Mahlzeiten Sport zu treiben ist schädlich für die Soldaten. Deshalb müssen laut Dienstvorschrift zwischen Essen und Beginn des Sports mindestens 90 Minuten liegen, und zwischen Sport und Beginn einer Mahlzeit mindestens 30 Minuten.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. Mai

Aus unserer Familien-Chronik

Unserem ehemaligen Ligaspieler Helmut Wissing und seiner Frau Christa gratulieren gratulieren wir recht herzlich zur vollzogenen Vermählung.

Für die Übersendung der Vereinsnachrichten danken wir dem SV Werder Bremen, SC Concordia Hamburg und dem TSV Schlutup.
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. Juni

Einladung zur Jahreshauptversammlung

Am Donnerstag. dem 24. Juni 1965, findet um 20 Uhr im Vereinslokal "Handwerkervereinshaus" unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Dazu sind alle Mitglieder recht herzlich eingeladen.

Tagesordnung
1.  

Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit

- Ehrungen -

2.   Tätigkeitsbericht des ersten Vorsitzenden
3.   Kassenbericht
4.   Bericht der Kassenrevisoren
5.   Berichte der Obmänner
    a) Spielausschußobmann
    b) Jugendausschußobmann
    c) Schiedsrichterausschußobmann
    d) Tischtennisobmann
    e) Obmann der Kegelabteilung
6.   Entlastung des gesamten Vorstandes
7.   Neuwahlen
    a) 2. Vorsitzender
    b) 1. Kassierer
    c) Fußballobmann
    d) Mitglieder des Spielausschusses
    e) Schiedsrichterobmann
    f) Obmann der Kegelabteilung
    g) Mitglieder des Jugendausschusses
    h) Ehrenausschuß
    i) Kassenrevisoren
8.   Genehmigung des Haushaltsvoranschlages
9.   Erledigung der vorliegenden Anträge
10.   Verschiedenes

Anträge müssen mindestens eine Woche vor der Generalversammlung beim ersten Vorsitzenden (Herrn Werner Denckmann, Schiffbrücke 22) eingegangen sein.

Der Vorstand
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Juni

Amateurliga-Aufstiegsrunde

Nachdem unsere Liga ihre Punktserie mit einem hervorragenden zweiten Tabellenplatz abschloß, ging sie am 16. Mai in die schwere Aufstiegsrunde zur ersten Amateurliga. Als ersten Gegner bekamen wir die uns unbekannte Elf von Eutin 08 vorgesetzt.

Etwa 1.000 Zuschauer waren gekommen, um unsere Mannschaft die nötige Rückenstärkung zu geben. Wer aber geglaubt hatte, unsere Liga könne die Eutiner glatt überrollen, sah sich schwer getäuscht. Mit Eutin 08 stellte sich eine körperlich starke und technisch sehr gute Mannschaft vor. Unsere Mannschaft hat es sich noch nicht richtig auf ihren Gegner eingestellt, da lag sie bereits nach 15 Minuten durch 2 krasse Deckungsfehler mit 0:2 Toren hinten. Viele sahen bereits schon die Felle davonschwimmen. Aber nun zeigten unsere Spieler, was wirklich in ihnen steckt. Mit einer unerhörten Kampfmoral wurde zum Angriff geblasen, und bis zur Halbzeit wurde der 0:2-Rückstand durch Tore von Peter Goldschmidt und Dieter "Schorsch" Schleger wettgemacht. Nach der Pause hielt die Überlegenheit unserer Liga weiter an und in der 53. Minute gelang es Peter Goldschmidt sogar, unsere Mannschaft mit 3:2 Toren in Führung zu schießen. Im Glauben eines sicheren Sieges wurde leichtsinnig gespielt, und so kamen die Gäste fünf Minuten vor dem Abpfiff noch zu einem für sie glücklichen 3:3-Gleichstand. Unsere Mannschaft spielte mit

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Johannes Jannsen ǀ Bresa ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

Am Sonnabend, dem 22. Mai mußte unsere Liga ihr erstes Auswärtsspiel bei den zum Favoriten der Aufstiegsrunde erklärten VfB Kiel bestreiten. Da wir auf eigenem Platz bereits einen Punkt verloren hatten, mußten wir mindestens ein Unentschieden aus Kiel mitbringen, um noch weiter in der Aufstiegsrunde mitmischen zu können.

Die Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Dieter Eisenheim

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Bresa ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

wußte also, was auf dem Spiel stand. Nachdem aber Bresa bereits in der zehnten Minute schwer verletzt wurde und nur noch als Statist auf Rechtsaußen mitwirken konnte, war die Chance auch nur einen Punkt aus Kiel zu entführen sehr klein. Aber in dieser Spielphase wuchs unsere Hintermannschaft über sich selbst hinaus. Pausenlos berannte VfB Kiel unser Tor. In diese Drang-Periode hinein schoß Dieter "Schorsch" Schleger unsere Mannschaft mit einem herrlichen Tor mit 0:1 in Führung, die bis zur Halbzeit gehalten wurde.

Nach der Pause, als alles auf das 1:1 des VfB Kiel gefaßt war, fiel plötzlich durch Dieter "Schorsch" Schleger das 2:0 für unsere Liga. Nun versuchten wir mit allen Mannen unser Gehäuse zu verteidigen, aber es sollte uns nicht gelingen. In der 70. Minute verkürzte VfB Kiel auf 1:2 und 5 Minuten vor Schluß gelang ihnen sogar noch der Ausgleich zum 2:2. Als der Schlußpfiff kam, waren wir aber trotzdem froh, wenigstens einen Punkt aus Kiel gerettet zu haben.

Nach diesen beiden Spielen hat die Tabelle folgendes Aussehen.

1. Eutin 2 1 1 - 4:3 3:1  
2. VfB Kiel 2 - 2 - 3:3 2:2  
3. Husum 18 2 - 2 - 5:5 2:2  
4. Eichholzer SV 2 - 1 1 1:2 1:3  

Die weiteren Spiele unserer Liga um den Aufstieg zur ersten Amateurliga

5. Juni   Eichholzer SV   -   Husum 18   17.00 Uhr
13. Juni   Husum 18   -   VfB Kiel   15.00 Uhr
20. Juni   Eutin 08   -   Husum 18   15.00 Uhr

Die Aufnahme zeigt unsere zweite Reservemannschaft, die Meister der zweiten Kreisklasse wurde:
Stehend von links nach rechts. Erster Vorsitzender Werner Denckmann · André Horn · Pleahn · Diether Lütgens · Horst Guckuck · Horst Lutzke · Hans-Jürgen Piepho · Begleiter Horst Kersten. Kniend von links nach rechts: Karl-Helmut Gellrich · Mittelmann · Hinnig Junker · Wilhelm "Willi" Mau · Leihe. Außerdem wurden in der Punktserie noch folgende Spieler eingesetzt: Dieter Flöter · Peter Richter · Wolfgang Schmidtke · Klaus Dieter Bartsch · Joachim Wolff · Peter Lindner.

Eckhard "Ecki" Sers


Husumer Fußballspieler auf Frankreichfahrt

HUSUM - Am Freitagabend um 20 Uhr startete der Husumer Fußballverein von 1918 seine bereits angekündigte Fahrt nach Grenoble in Südfrankreich. Zahlreiche Angehörige waren am Omnibusbahnhof zur Verabschiedung erschienen. Von der Stadt Husum wünschte Agnes Stich, die Vorsitzende des Jugend- und Kulturausschusses, eine gute Fahrt und hoffte, daß die Begegnung mit der französischen Jugend zur Festigung der Freundschaft beitragen möge. Im gleichen Sinne äußerten sich Kreisjugendpfleger Hans Pickhardt und Dr. Herbert Mau vom Ältestenrat von Husum 18. Der Vorsitzende Werner Denckmann verabschiedete sich von allen und gab noch bekannt, daß die Fahrtgruppe am 1. Mai in Offenburg übernachten und Grenoble am 2. Mai abends erreichen werde. Neben einem umfangreichen Besichtigungsprogramm dürfte zweifelsohne das Fußballspiel unter Flutlicht gegen die Amateure des FC de Grenoble im Stadion Municipla am Donnerstag, dem 6. Mai, ein Höhepunkt dieser Reise sein.

Nordfriesische Nachrichten - 02.05.1965

Internationale Begegnung in Frankreich

Am Freitag, dem 30. April 1965 um 20 Uhr, trat unser Fußballverein seine bereits seit August vorigen Jahres geplante Reise nach Grenoble/Südfrankreich an. Zahlreiche Angehörige waren am Omnibusbahnhof zur Verabschiedung erschienen. Von der Stadt Husum wünschte Agnes Stich, die Vorsitzende des Jugend- und Kulturausschusses, eine gute Fahrt und hoffte, daß die Begegnung mit der französischen Jugend zur Festigung der Freundschaft beider Völker beitragen möge.

Nach einer schönen Fahrt durch Deutschland, die Schweiz und durch Frankreich wurde Grenoble am Sonntagabend, dem 2. Mai erreicht. Die Fahrt war vom schönsten Wetter begünstigt, so daß man die Schönheiten der Landschaft voll bewundern konnte.

Der Empfang in Grenoble war sehr herzlich, und nach einem ausgiebigen Abendessen ging es in das zur Verfügung gestellte Jugendheim.

Von den Strapazen der langen Fahrt und vom französischen Wein noch leicht benommen, wurde von der Reiseleitung am Montag eine Ruhepause eingelegt, die von vielen durch einen Stadtbummel ausgenutzt wurde.

Am Dienstagmorgen wurde in den imponierenden Sportplatzanlagen der Stadt ein erstes Training durchgeführt. Überhaupt beeindrucken die Sportplatzanlagen der Städte und die Anlagen bei den Schulen immer wieder durch ihre Großzügigkeit, wie man sie in dieser Vollendung bei uns kaum kennt. Fast alle Sportplätze, auch in den kleinsten Städten, haben Flutlichtanlagen. Nach einem schweren Gewitter begann das erste Spiel unserer Liga am Dienstagabend, dem 4. Mai unter Flutlicht in der kleinen Stadt Vif, die 17 km von Grenoble entfernt liegt. Nachdem Vif bei Halbzeit noch mit 1:0 geführt hatte, gewann unsere Liga das Spiel noch, dank einer großartigen zweiten Halbzeit, mit 3:1 Toren. Es war ein großartiger Erfolg, wenn man bedenkt, daß Vif der ersten Amateurliga des Distrikts Dauphine angehört und dort den fünften Tabellenplatz innne hat. Bei einem Bankett beim Bürgermeister von Vif wurde dieses sportliche Treffen in den späten Nachtstunden abgeschlossen.

Als man am Mittwoch, dem 5. Mai, das Kloster Chartreuse besuchen wollte, goß es fast den ganzen Tag. Hoch oben in den Bergen wurde aus dem Regen Schnee. Die Fahrt über die Paßstrasse wird allen 18ern in Erinnerung bleiben. Bei Regen und Schnee mußte man zentnerschwere Schneebrocken und Felsbrocken beiseite räumen, damit der Bus durchfahren konnte. Es war eine gefährliche Fahrt und man wunderte sich, daß der Pass nicht gesperrt war. Nur der großen Fahrkunst unseres Fahrers Fritz Röpke war es zu verdanken, daß wir alle heil am Ziel ankamen.

Auch die Fahrt nach Charmonix zum Mont Blanc wurde zu einem besonderen Erlebnis. Nur wenige riskierten die Fahrt mit der Seilbahn in 2.600 m Höhe. Am Donnerstag, dem 6. Mai, besuchte man Chamrousse, den Ort, wo die Olympischen Winterspiele 1968 stattfinden werden.

Abends spielte unsere Liga gegen die Amateure des FC de Grenoble, die Spitzenreiter in ihrer Klasse sind. In den letzten Minuten wurde mit 2:5 Toren verloren. Unsere Liga hinterließ aber gegen diese starke Mannschaft einen erstklassigen Eindruck. In der Mannschaft des FC de Grenoble spielten fünf Spieler mit, die in der nächsten Serie einen Profivertrag erhalten werden. Die Mannschaft zählt zu den besten Amateurmannschaften Frankreichs. Alle französischen Zeitung berichteten in großer Aufmachung in Wort und Bild über diese Begegnung.

Nach dem Spiel wurde vom FC de Grenoble zum großen Bankett eingeladen. Hier wurden Wimpel, Plaketten und Pokale ausgetauscht. Anschließend stieß man mit Sekt auf die deutsch-französische Freundschaft an. Unser Verein hat in Grenoble neue Freundschaften geschlossen und dürfte einen kleinen Teil zur Völkerverständigung beigetragen haben, der darin seinen Höhepunkt fand, daß unser erster Vorsitzender Werner Denckmann durch einen Vertreter des französischen Sportministers die französische Sportplakette "Jeunesse et Sports" verliehen bekam.

 

Am Samstag, dem 8. Mai, hieß es dann Abschied nehmen von unseren Gastgebern. Nach einer wunderschönen Fahrt durch Frankreich erreichten wir in den Abendstunden Schwetzingen, wo das letzte Quartier aufgeschlagen wurde. Sonntag, den 9. Mai, in den frühen Morgenstunden ging es dann der Heimat entgegen. Um 22 Uhr wurde Husum erreicht, wo die Teilnehmer der Fahrt von ihren Angehörigen mit großem "Hallo" empfangen wurden.

Nach einem kurzen Rückblick über die Begegnung in Frankreich verabschiedete unser erster Vorsitzender die Teilnehmer und ihre Angehörigen im Handwerkerhaus.

Johannes "Haschi" Jannsen, Benjamin Hager und Dieter "Schorsch" Schleger 1958 in Grenoble

Eckhard "Ecki" Sers / © Fotos: Gerhard Eckmann
leer  

1965

Verein

aus dem StadionEcho vom
30. September 2006

 

100 JAHRE FUSSBALL IN HUSUM (TEIL 4)

Aus der Gründerzeit bis hin zur Gegenwart

Über "Unitas" (1906) – "Allemannia" (1910) – "Husum 18" (1918) – Frisia Husum" (1925) zur "Husumer Sportvereinigung" (1994)

aufgeschrieben von Dieter Schladetzky

In den fünfziger Jahren erreichte die Liga Spitzenplätze in der Bezirksliga. Nachdem die Mannschaft verschiedene Male den Aufstieg in die 1. Amateurliga verpasst hatte, wurde dieser 1965 mit einem 4:2 Sieg über Eutin 08 geschafft. Aber nach nur einem Jahr musste der Verein die Klasse wieder verlassen.

leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. Juni

Ergebnisse der Jugendspiele

25.04.65   Schüler   IF Tönning   -   Husum 18 II   4:2
25.04.65   Jugend   BW Friedrichstadtt   -   Husum 18 I   3:1
02.05.65   Knaben   Husum 18 I   -   TSV Tönning   0:0
02.05.65   Schüler   Husum 18 I   -   TSV Tönning   2:1
02.05.65   Jugend   Husum 18 I   -   TSV Tönning   6:1
08.05.65   Schüler   Frisia Husum II   -   Husum 18 I   0:4
08.05.65   Jugend   Frisia Husum II   -   Husum 18 I   2:2
15.05.65   Schüler   Husum 18 II   -   Bredstedter TSV   8:2
15.05.65   Jugend   Husum 18 II   -   Bredstedter TSV   0:4
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Sport allgemein

1. Juni

Trainierbarkeit des Muskels

Die Leistungskurve fast aller Sportarten ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, und es ergibt sich daraus naturgemäß die Frage, worin diese Entwicklung ihre Ursache hat. Zweifelsohne sind es vielfältige Gründe, die diese erstaunliche Leistungssteigerung bedingen.

Einen entscheidenden Impuls für diesen Leistungsanstieg aber wurde durch die Verbesserung der Trainingsmethode gegeben. Dabei wurden Trainingsformen angewandt, mit denen es gelingt, im Organismus Reservekräfte zu mobilisieren, die zu einer echten und früher kaum für möglich gehaltenen Steigerung der Leistungsfähigkeit führen. Die Möglichkeiten zur Vermehrung der Reservekräfte und damit der funktionellen Anpassung unterliegen bestimmten biologischen Gesetzmäßigkeiten, ohne deren Kenntnis ein optimaler Trainingserfolg kaum denkbar ist. Sie sind die theoretische Erklärung für die Erfahrungen, die Generationen vor uns bereits gemacht haben und die schon in der Antike in ihren Grundzügen erkannt und beschrieben wurden.

Unter Training wird beim Leistungssport das systematische Üben verstanden, durch das die Leistungsfähigkeit verbessert werden soll. Physiologisch gesehen bedeutet Training das häufig wiederholte Setzen gleicher oder ähnlicher und optimaler Reize. Training = englen to train, jemanden ausbilden oder sich ausbilden lassen. (Einmal als transitives und einmal als intransitives Verb.)

In den Anfängen des modernen Sports verstand man unter trainieren nur das "immer wieder Üben" eines Bewegungsablaufes. Es ist eine freiwillige und planmäßige, zielgerichtete Arbeit, eine Vorbereitung auf die individuelle Höchstleistung, Maßnahmen die zur Leistungsvorbereitung benötigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen in einem modernen Training folgende körperlichen und seelisch-geistigen Aufgaben erfüllt werden.

Körperliche Aufgaben des Trainings:

a)   Erhöhung der Muskelkraft
b)   Verbesserung der Schnelligkeit
c)   Schulung der Ausdauer
d)   Lösung falscher Muskelspannungen
e)   Schmiedigung der Gelenke
f)   Nervenschulung

Seelisch-geistige Aufgaben des Trainings:

a)   Wecken und Fördern der Arbeitsfreude
b)   Schulung der Intelligenz
c)   Beeinflussung der Stimmungen und Gefühle im Sinne einer Leistungssteigerung
d)   Erziehen zum wollen
e)   Erziehung zur Persönlichkeit
f)   Pflege des Gemeinschaftssinns

Doch nicht nur Methodiker, Trainer und Experten haben an diesem sprunghaften Aufstieg der Leistungskurve mitgewirkt, sondern ein ganz entscheidendes Faktum hat die Medizinforschung dazu beigetragen. Hier wären zu nennen: Die Freiburger Herbert Reindell und Woldemar Gerschler, dann Erich Albert Müller und Theodor Hettinger, Willi G. Lange, Wilhelm Roux, ferner Herbert Groh, Josef Nöcker, Kurt Tittel und Mihaly Nemessuri, die insbesondere hier in Deutschland, ja in Europa dem Sport neue Erkenntnisse zugute kommen ließen und somit neue Impulse für den Leistungssport setzten. Die Einwirkung des Trainings, insbesondere des Dauerleistungstrainings auf die Skelettmuskulatur, ist in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen. Willi G. Lange hat in Deutschland schon 1917 die Grundgesetze der Muskelanpassung erstaunlich gut definiert. Er gab damals schon an, daß die Muskulatur auf Spannung mit Hypertrophie reagiert, während sie auf Dauerbelastung mit Veränderungen im Stoffwechsel antwortet. Die Reaktion des Muskels und damit die Art der Anpassung hängen demnach in hohem Maße von der Art des gesetzten Reizes ab. Wir wissen heute, daß wir den Muskel in mehrfacher Hinsicht trainieren können:

1)   auf Kraftgewinn
2)   auf Verbesserung der Ausdauer
3)   auf Schnelligkeitsgewinn

Bevor ich nun auf die verschiedenen Arten der Trainierbarkeit des Muskels komme, möchte ich ihn zunächst noch von einer rein physiologischen Seite betrachten. Der Muskel ist der Motor des Körpers, und daher ist es die Aufgabe eines jeden, diesen Motor bzw. Muskel zu schulen und gleichsam zu erhalten. Der Muskel besteht aus Muskelbauch und Muskelsehne, die den Muskel mit der Knochenhaut verbindet. Nach außen wird er von einer Zellmembran umschlossen. Jede Muskelfaser hat nach außen herum Gefäße und Nerven. Zu nennen wären einmal die motorischen Fasern (Bewegungsphasen) und die sensiblen Fasern (Gefühlsfasern). Mehrere solcher Fasern ergeben ein Muskelbündel und wiederum mehrere Bündel ergeben den eigentlichen Muskel.

Bei Leistungen von kurzer Zeitdauer, das heißt bis etwa zu einer Minute, wird der erhöhte Energiebedarf fast ausschließlich durch anaerobe Prozesse gedeckt. Welche Formen der Trainingsmöglichkeiten auf den Muskel haben wir nun?

1.   isotonisches Training
2.   isometrisches Training
3.   Dauerlauf-Training
4.   Bodybuilding
5.   a) Krafttraining
    b) Intervalltraining
    c) Circuit-Training
6.   Massagen
7.   Einreibemittel in Verbindung mit Massage.

Das eigentliche Muskeltraining befasst sich insgesamt mit sieben verschiedenen Eigenschaften:

1.   Muskel Schnelligkeit
2.   Muskel Schnellkraft
3.   Muskel Stärke
4.   Muskel Stehvermögen
5.   Muskel Ausdauer
6.   Muskel Dehnfähigkeit
7.   Muskel Koordinationsfähigkeit.

In letzter Zeit wird von sportmedizinischer Seite viel der Begriff "lokale Muskelausdauer" gebraucht. Man meint damit die Ermüdungswiderstandsfähigkeit eines lokal arbeitenden Muskels (z.B. bei einem Klimmzug).

Abschließend darf man sagen, daß die medizinische Wissenschaft für den Leistungssport von größter Bedeutung ist. Der heutige Leistungssport bedarf mehr als je zuvor einer ärztlichen Einwirkung und Führung. Einmal für den weiteren Aufbau der wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereiche des Leistungssports und zum anderen für die Gesundheit aller Sportler, die nach wie vor als das höchste Gut unseres menschlichen Daseins zu bezeichnen ist.

Gunther Volck (Aus Vereins-Zeitschrift "SV Werder Bremen").

Zur Überlegung

Der 1. FC Köln gibt regelmäßig 300 Schüler-Freikarten und Einladungen an die Jugendabteilungen kleinerer Vereine für die Bundesligaspiele auf seinem Platz aus.


"Palatia" Limbach (Saar) verschenkte an seine 60 Jugendlichen zur Weihnachtsfeier je ein Postsparbuch mit einer Einlage von 5 D-Mark.

Eckhard "Ecki" Sers


Der Sportarzt spricht:

   

Der Wadenbeinbruch

   

Wie seinerzeit die Verletzung Uwe Seelers, so erregt nunmehr auch die Verletzung des Spielers Wolfgang Weber im Spiel 1. FC Köln gegen Liverpool die Gemüter der Fußballfreunde. Was ist geschehen? Offensichtlich erhielt Wolfgang Weber beim Kampf um den Ball einen Tritt gegen den äußeren Unterschenkel., vermutlich von hinten-außen, so daß es zum Wadenbeinbruch kam. An dieser Diagnose besteht kein Zweifel mehr. Die Röntgenuntersuchung hat es deutlich ergeben. Um Folgen und Handicap einer solchen Verletzung beurteilen zu können, muß man wissen, was es mit dem Wadenbein auf sich hat.

Der Unterschenkel besteht aus zwei Knochen: dem inneren, größeren und kräftigeren Schienbein und dem äußeren, kleineren und schlankeren Wadenbein. Für Trag-, Stütz-, Lauf- und Sprung-Leistung ist das Schienbein wichtiger als das Wadenbein. Viele Wadenbeinbrüche mit geringeren Beschwerden sind erst Wochen später als solche diagnostiziert worden. Während des letzten Krieges habe ich manchen Verwundeten mit einem Wadenbeinschußbruch gesehen, der sich aus eigener Kraft drohender Kriegsgefangenschaft entzog. Ein abgeschossener Sauka-Flieger durchschwamm sogar mit solcher Verletzung einen größeren Fluß. Wie groß die diagnostische Unsicherheit sein kann, ersieht man aus den Massageversuchen bei Wolfgang Weber.

Das Wadenbein ist allerdings von größter Wichtigkeit in seinem unteren Drittel, weil dies an der Gabelbildung des auch für den Fußballer so wichtigen oberen Sprunggelenkes Anteil hat. Kommt es in diesem Bereich zum Wadenbeinbruch, ist ein Weiterspielen genauso unmöglich wie beim Riß der Achillessehne. Hier hilft nur die totale Ruhigstellung in Gips weiter. Mitunter sind sogar operative Eingriffe erforderlich.

Nun hat aber Wolfgang Weber weitergespielt! Infolgedessen kann es sich nur um einen Bruch im mittleren oder oberen Drittel des Wadenbeins gehandelt haben. Denn je weiter der Bruch in Richtung Kniegelenk liegt, desto mehr verliert das Wadenbein an Sicherungs- und Abstützungsaufgaben, so daß unter Umständen sogar auf den konditionszehrenden Gips verzichtet werden kann. Die Heilungsaussichten sind bereits unter entlastenden Stützverbänden gut und der Konditionsverlust gering.

Ob die Leistung Wolfgang Webers während seines Weiterspielen eine "einmalig - unwahrscheinlich heroische" war, möchte ich aus funktionellen und psychologischen Gründen bezweifeln! Wer jedoch wollte und könnte solche Leistung schmälern, sind doch Schmerz und Bewegungshandicap nicht objektivierbar!

Dr. Bruno E.A. Spellerberg (Aus DFB-Vereinsdienst)

Rasenheizung

   

Aus dem Ausland werden zwei Versuche gemeldet, die Unbespielbarkeit von Fußballplätzen wegen Schnee und Eis im Winter auszuschalten. So hat der bekannte Londoner Verein Arsenal eine Neuerung eingeführt. Nach vielen Experimenten mit Abdeckmatten und Planen, um den Rasen vor den Gefahren des Winters, also Eis, Schnee und Frost zu schützen, hat man sich im Herbst entschlossen, eine "Rasenheizungsanlage" einzubauen. Der Rasen wurde mit einem System von Heizröhren durchzogen, die von der Heizanlage unter der Tribüne gespeist werden. Große Erdarbeiten waren nicht erforderlich, weil man immer nur Rasenstücke ausheben mußte und sie nachher wieder einsetzen konnte. So litt der Rasen bei den Verlegungsarbeiten überhaupt nicht.

Jetzt schon zeigt es sich, daß sich der Einbau lohnte. Die "Gunners" konnten den ganzen Winter über auf einem einwandfreien Rasen spielen. Er war weder mit Schnee bedeckt, noch gefroren. Stets war der Boden elastisch, genau wie im Frühjahr oder Sommer.

Auch Schwedens Fußballverband hat in dem Rasunda-Stadion in Stockholm-Solna, das sich im Eigentum des Verbandes befindet, erfolgreiche Experimente unternommen, um mit einer "Fernheizung" die Grasnarbe des Spielfeldes zu schützen und das Wachstum zu fördern.

Da die Fußballplätze häufig bis in den April hinein unter Schnee und Eis liegen, wird in Schweden seit langem das Ziel verfolgt, die Spielfelder der großen Anlagen durch den Einbau von Kabeln zu "heizen", um im Frühjahr eher mit der Meisterschaft beginnen und im Herbst die Serie später beenden zu können.

Bei den Versuchen im Rasunda-Stadion sind zwei Methoden erprobt worden, eine Stromheizung und eine Warmwasserheizung. Zudem wurde der Rasen durch perforierte Plastikfolien abgedeckt und vor Schnee und Frost geschützt.

Die Versuche sollen im nächsten Winter auch auf anderen Plätzen fortgesetzt werden. Der Einbau einer "Fernheizung" für die Spielfelder wird ungefähr 200.000 D-Mark kosten. Die Betriebskosten betragen etwa 10.000 D-Mark jährlich. Am billigsten stellt sich das Abdecken der Spielfelder mit Plastikfolien, da diese nur eine Ausgabe in Höhe von 2.400 D-Mark erfordern. Eine Rasenheizung kommt bei derartig hohen Kosten wohl nur für Bundesligavereine in Frage.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Juli

Der Aufstieg gelang

Wir alle sind glücklich, denn nach einer langen Anlaufzeit ist es uns gelungen, den Aufstieg zur höchsten Amateurklasse in Schleswig-Holstein zu schaffen. Die vielen Glückwunschtelegramme, Schreiben, Karten, Blumen und Telefonanrufe aus allen Teilen Schleswig-Holsteins zeigen uns, daß wir viele Freunde haben, die sich mit uns über den Aufstieg gefreut haben.

Es ist der Erfolg einer Jahresarbeit, jedenfalls sieht es so aus. Die Punktspiele in der zweiten Amateurliga beginnen im August und enden im April/Mai des darauffolgenden Jahres. Die Vereine, die die ersten beiden Plätze einnehmen, dürfen im Mai und Juni an den Aufstiegsspielen teilnehmen. 12 Mannschaften nehmen daran teil und drei davon steigen in die erste Amateurliga auf. Es ist einfach gesagt, aber schwer getan. Wenn es dann endlich geschafft ist, so ist es ein Erfolg, der durch jahrelange Arbeit vorbereitet worden ist. Schon in der Jugendabteilung beginnt der Weg des späteren Ligaspielers. Die Verantwortlichen in den Spielausschüssen, im Vorstand und insbesondere auch die Aktiven müssen viel Idealismus und Vereinstreue aufbieten, um das große Vereinschiff durch die Klippen zu bringen, wenn mal nicht das gewünschte Ziel erreicht wird. Wir sind die Glücklichen, die den Erfolg errungen haben. Und alle unsere Freunde, die dabei waren in Eichholz und vor allem in Eutin, waren glücklich über die erkämpften Siege. Heute möchte ich allen danken, die durch ihre Vereinstreue dazu beigetragen haben, daß unsere erste Mannschaft nunmehr in der ersten Amateurliga spielt.

Wir wissen, daß die Arbeit es jetzt richtig losgeht. Eine höhere Spielklasse verlangt noch mehr Arbeit und Organisation. Die Fahrten für unsere Liga am Sonntag werden länger sein und das Training wird härter werden. Wir sind nicht aufgestiegen, um ein Gastspiel zu geben, sondern wir wollen alles tun, um in der Amateurliga bestehen zu können. Wir wissen, daß es schwer sein wird, und wir machen uns keine falschen Vorstellungen. Wenn das Husumer Sport Publikum und dabei unterstützt, sollte der gemeinsame Weg zum Erfolg führen.

Werner Denckmann, 1. Vorsitzender

Amateurliga-Aufstiegsrunde

Am Sonntag, dem 30. Mai, war die Mannschaft des SV Eichholz zu Gast bei unserer Liga. Die Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Ritter ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

wollte versuchen, nach zwei Unentschieden den ersten Sieg in der Aufstiegsrunde zu erringen. Nach anfänglicher Nervosität nahm unsere Liga im Laufe des Spiels das Zepter in die Hand und ging auch durch Peter Goldschmidt mit 1:0 in Führung. Bei einer der gefährlichen Gästeangriffe glich SV Eichholz jedoch kurze Zeit später aus. Dieses Gegentor sollte uns aber nicht erschuettern. Unser aufgerückter Verteidiger Kauffeld war es, der in der 40. Minute durch ein Bombentor die erneute Führung für unsere Liga herausschoß. Jedoch ein krasser Torwartfehler kurz vor der Halbzeit ermöglichte Eichholz abermals den Gleichstand. Nach der Pause erhoffte das zahlreich erschienene Publikum eine ungestüm angreifende Husumer Elf, aber der Faden war gerissen und es wollte einfach nichts mehr glücken. Dagegen kam Eichholz etwa zehn Minuten vor Schluss zu einem glücklichen Tor, als unser Torwart einen harmlos erscheinenden Freistoß fallen ließ und der gegnerische Mittelstürmer den Ball nur noch einschieben brauchte. So kam der SV Eichholz zu einem glücklichen 3:2-Sieg.


Am Sonnabend, dem 5. Juni, mußte unsere Liga das Rückspiel in Eichholz bestreiten. Es war wohl keiner, der der Mannschaft

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Ritter ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

eine Chance auf einen Sieg in Eichholz einräumte. Groß war jedoch das Erstaunen und die Freude, als unsere Mannschaft mit einem 2:1-Sieg aus Lübeck zurückkehrte. Die 1:0-Führung von Eichholz in der 30. Minute glich Peter Goldschmidt noch vor der Pause aus. Als sich alles schon mit einem Unentschieden begnügen wollte, gelang Dieter "Schorsch" Schleger in der 89. Minute der viel umjubelte Siegtreffer.


Das entscheidende Spiel sollte jedoch am Sonntag, dem 13. Juni, gegen den derzeitigen Tabellenführer VfB Kiel in Husum stattfinden. Unsere Liga stellte sich mit

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Ritter ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

dem Schiedsrichter. Als Dieter "Schorsch" Schleger bereits in der ersten Minute einen Elfmeter zum 1:0 für unsere Liga verwandelte, war die Stimmung natürlich groß. Sie wurde jedoch gedämpft, als VfB Kiel zum Generalangriff blies und kurze Zeit später den 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung umwandelte. Doch kurz vor der Pause gelang Johannes Haschi" Jannsen durch einen Weitschuß, den der Gästetorwart durch die Finger rutschen ließ, ein glückliches Tor zum 2:2. Nach der Pause bestimmte zunächst VfB Kiel das Spielgeschehen, aber die eminent gefährlichen Durchbrüche unserer Stürmer brachten immer wieder Verwirrung im gegnerischen Strafraum. In der 80. Minute gelang unserem gefährlichsten Stürmer Peter Goldschmidt das viel umjubelte 3:2-Siegtor. Aus aussichtsloser Lage hat sich unsere Liga durch diesen Sieg plötzlich an die Spitze ihrer Tabelle gesetzt. Ein Sieg im letzten Spiel gegen Eutin 08 würde ihr den Aufstieg in die erste Amateurliga sichern.


So kam dann Sonntag, der 20. Juni, wo das entscheidende Spiel unserer Liga in Eutin stattfand. Die Mannschaft

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Detlef Bresa ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

wußte, was auf dem Spiel stand und wollte die zahlreich erschienenen Husumer Schlachtenbummler nicht enttäuschen. Sie kämpften bis zum Umfallen und gaben selbst nicht auf, als sie bereits nach 15 Minuten mit 0:1 hinten lagen. Peter Goldschmidt war es, der für unsere Liga das wichtige 1:1 herausschoß. Detlef Bresa und Manfred "Manne" Hoppe war es dann vorbehalten, durch zwei prächtige Tore unsere Liga bis zur Pause mit 3:1 in Führung zu schießen. Als dann nach der Pause dem gegnerischen Verteidiger ein Eigentor unterlief und somit unsere Mannschaft auf 4:1 davonziehen konnte, schien das Spiel gelaufen. Eutin kam zwar noch einmal stark auf und konnte auch auf 2:4 verkürzen, an der Niederlage kamen sie aber nicht vorbei. Als dann der Schlußpfiff des Schiedsrichters ertönte, lagen sich elf überglückliche Spieler in den Armen, denn nach dreimaligem Anlauf ist ihnen endlich der Aufstieg in die 1. Amateurliga geglückt.


Die Aufnahme zeigt unsere Liga nachdem 4:2-Sieg über Eutin 08, der ihnen den Aufstieg in die 1. Amateurliga sicherte.
Stehend von links: Ritter, Trainer Helmut Bregulla, Peter Goldschmidt, Dieter "Schorsch" Schleger, Johannes "Haschi" Jannsen, Benjamin Hager, Kauffeld, Gerhard Eckmann, Egon Harms.
Kniend von links: Manfred "Manne" Hoppe, Edlef Kniese, Arthur Grabert, Detlef Bresa.
Auf der Aufnahme fehlen: Eckhard "Ecki" Sers und Dieter Eisenheim, die ebenfalls in den Aufstiegsspielen eingesetzt wurden.

Eckhard "Ecki" Sers


Unsere II. Reserve Pokalsieger

Am Sonnabend, dem 19. Juni, wurde in Husum das Endspiel um den Pokal der zweiten Kreisklasse ausgetragen. Als Endspiel-Gegner hatten sich die 1b des TSV Rantrum und unsere zweite Mannschaft qualifiziert. Mit einem verdienten 3:0-Erfolg unserer Mannschaft, die beim Wechsel bereits 2:0 führte, blieb die erstmalig ausgespielte Sporttrophäe für ein Jahr in Husum.

Eckhard "Ecki" Sers


Fairneß-Pokal für unsere Liga

Daß eine Mannschaft erfolgreich und fair zugleich spielen kann, bewies unsere Liga, die sich im Nordbezirk den zweiten Platz hinter Meister Rasensport Schleswig erkämpfte und nun auch den Aufstieg zur ersten Amateurliga geschafft hat. Mit 7 Strafpunkten gewann sie überlegen den Fairneß-Wettbewerb der Südschleswigschen Heimatzeitung vor dem FSV Wyk und dem Vorjahressieger Flensburger Turnerbund, die beide auf 14 Strafpunkte kamen. In allen 30 Punktspielen der zweiten Amateurliga brauchte nur ein Spieler unserer Liga vom Platz und erhielt die Mannschaft insgesamt nur vier Verwarnungen! Für diese vorbildliche Haltung erhielten sie neben dem Wanderpreis der SHZ einen Fußball als Geschenk des Bezirks Nord.

Eckhard "Ecki" Sers

leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. Juli

Unsere Jugendabteilung

Am 27.Mai fand in Wesselburen ein Jungmannen-Pokalturnier statt, an dem unsere ersten Jungmannen, wie in jedem Jahr, teilnahmen. Allerdings konnten sie den Erfolg des Vorjahres, als sie erst durch Losentscheid um den Pokalsieg gebracht wurden, nicht wiederholen. Sie belegten dieses Mal den dritten Platz. Hier die Spiele:

    BW Wesselburen   -   Husum 18   0:1
    TSV Brunsbüttelkoog   -   Husum 18   1:0
    TSV Rantrum   -   Husum 18   0:0
Im Spiel um den dritten Platz schlugen sie den VfB Brunsbüttelkoog mit 2:0 Toren.

Der 6. Juni brachte den Vergleichskampf der Jugendmannschaften gegen den FT Holsatia Kiel. Außer bei den Knaben gab es klare Siege unsere Jungs. Hier die Ergebnisse:

Knaben   Husum 18   -   FT Holsatia Kiel   1:1
Schüler   Husum 18   -   FT Holsatia Kiel   5:0
Jugend   Husum 18   -   FT Holsatia Kiel   3:0
Jungmannen   Husum 18   -   FT Holsatia Kiel   2:0

Als Vorspiele zu dem entscheidenden Aufstiegsspiel unserer Liga gegen den VfB Kiel trafen unsere Knaben und Schüler auf den SV Lunden. Die Knaben trennten sich 2:2-Unentschieden. Unsere Schüler, die die Serie als Kreismeister beendeten, schlugen die Schülerelf von SV Lunden in einem schönen Spiel mit 2:0 Toren.

Eckhard "Ecki" Sers

leer  

1965

Husum 18 / Fu¤£اball allgemein

1. Juli

Gute Beispiele spornen an

In unseren geographischen Breiten und in unserem Zivilisationskreis bemerkt der Mensch etwa vom 35. Lebensjahr an langsam immer mehr eine Hinderung seiner Funktionstüchtigkeit und körperlichen Leistungsfähigkeit, deren Ursachen nicht bekannt sind. Eine bestimmte Altersgrenze, an der die sportliche Betätigung aufhören sollte, gibt es jedoch nicht. Im Gegenteil, in unserer heutigen Gesellschaft, deren vorherrschender Zug die sitzende Lebensweise ist, kann alternden Menschen nicht oft genug dazu geraten werden, ihren Bewegungsapparat weiter zu üben. Es wird immer deutlicher, daß vernünftig betriebene Leistungsübungen gerade für dieses Alter ein wichtiger Gesundheitsfaktor sind.

Die Folgen unserer gegenwärtigen Lebensweise sind "Schwächen der Muskeln, Erschlaffung des Bindegewebes unter anderem mit sekundärer Fehlbelastung der Gelenke. Nachlassen der Herzkraft, Verschlechterung der peripheren Durchblutungsregulation, Trägheit der Verdauung, Zunahme des Körpergewichts und schließlich über eine dauernde Erhöhung der Lipiode im Blut wahrscheinlich auch eine früher einsetzende und stärker verlaufende Arteriosklerose". Dieser Vorgang wird durch körperliche Inaktivität gefördert. Auf der anderen Seite ist aus der sportlichen Praxis bekannt, daß ältere Turner und Sportler, die über das 35. Lebensjahr regelmäßig weiter trainieren, sich über dieses Alter hinaus bei guter Gesundheit und einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit weiterhin in der Spitzengruppe ihrer Sportart halten konnten.

Sind bei dem längere Zeit körperlich untätig gewesenen älteren Menschen in der notwendigen Vorbereitung (langsamer Lauftrab, Gymnastik, wechselvolle Betätigung in leichten turnerischen Übungen und Spielen) genügend Kräfte herangereift, so sollte er sich gelegentlich auch vor der Würze stärkerer körperlicher Anstrengungen nicht fürchten. In einem solchen Fall erscheint ärztliche Überwachung jedoch zweckmäßig. Falsch dünkt es uns indessen, wenn sich der gesunde, systematisch übende ältere Mensch in seinem sportlichen Tun durch die Mahnung überängstlicher sportfremder Ärzte von übertriebener Vorsicht bestimmen läßt. Das glückliche Gefühl nach der Überwindung von Anstrengungen bei dem "Auf-die-Probe-stellen" bedeutet gerade dem älteren Menschen sehr viel. Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Frische fallen dem alternden Menschen nicht von selber (ohne Schweiß) in die Hände.

Wildor Hollmann, Helmut Venrath und Helmut Valentin stellen mit Recht das in den letzten Jahren populär gewordene Intervalltraining beim Auftrainieren älterer Menschen als besonders wertvoll hin. Wir haben (50. Lebensjahr) nach einem ruhigen Eintraben in drei bis vier Runden mit acht bis zehn Intervallläufen (320 bis 250 m laufen und 50 bis 80 m gehen) ausgezeichnete Erfahrungen gesammelt. Den Abschluß bildeten Spiele, bei denen das hohe Alter ruhigere bevorzugte, das mittlere Alter jedoch solche, die mehr zum "Austoben" geeignet waren. Wildor Hollmann vertritt die Auffassung, daß sich sowohl Sprintleistungen als auch die mit nahezu ausschließlicher Preßdruckatmung verbundene Gewichtarbeit für den älteren Organismus weniger eignen. Skilauf im Winter und Schwimmen im Sommer können dagegen für angenehme Abwechslung sorgen. Das Sportabzeichen bildet für tatkräftige Alterssportler den besten Anreiz, die erworbene Kraft auf die Probe zu stellen.

Der Alterssport ist aber nicht nur unter dem Gesichtswinkel des eigenen Wohlergehens, sondern auch auf den Wert seiner positiven Ausstrahlung auf die Jugend zu betrachten. Zu einer entscheidenden Verbreitung der Leibesübungen wird es nur kommen, wenn auch Vater, Mutter, Lehrer und die Verantwortlichen des Sports regelmäßig Übungen betreiben. Nur durch das Vorbild der heute (leider zu bequem gewordenen) älteren Generation könnte der Sport der Jugend zu einer selbstverständlichen Gewohnheit werden. Schluß mit den schönen Reden, wie wichtig der Sport für die Gesundheit ist, oder den Schwärmereien von dem Erlebnis in der Leibesübung - ohne selber Sport zu treiben! Macht es den Jungen und Mädchen vor! Das Beispiel wird sich einprägen!

Dr. Berno Wischmann

Das Schmerzensgeld

Geld für erlittene Schmerzen muß zahlen, wer einen anderen körperlich verletzt oder an der Gesundheit beschädigt hat. Damit sind nicht etwa nur körperliche Schmerzen gemeint. Der Unfallverletzte beispielsweise, der infolge eines Beinbruchs wochen- oder gar monatelang in Gips verpackt unfreiwillig das Bett hüten muß, kann von dem Schädiger einen billigen Ausgleich für alles das verlangen, was er während dieser Zeit entbehrt hat. Er soll durch das Schmerzensgeld in die Lage versetzt werden, sich Erleichterungen und Annehmlichkeiten zu verschaffen. Da Schmerzensgelder meist nicht freiwillig gezahlt werden, kommt diese Hilfe allerdings oft erst dann, wenn die Schmerzen oder anderes Übel schon ausgestanden sind.

Dem Verletzten soll auch Genugtuung geschehen für die vielen Unbequemlichkeiten, den Kummer, die Sorgen und für entgangene Lebensfreude, die durch die Krankheit oder den Unfall verursacht worden sind. In einem anderen Fall muß eine Frau entschädigt werden, die unter ihrem durch Verletzungen entstellten Gesicht leidet und Bedrückung über diesen Zustand empfindet, der ihre Heiratsaussichten vermindert. Der Anspruch auf Schmerzensgeld ist die Ausnahme von dem Grundsatz des bürgerlichen Rechts, daß lediglich der Vermögensschaden zu ersetzen ist. Der Verletzte kann ihn neben den etwa durch Inanspruchnahme des Arztes oder Krankenhauses entstandenen Heilungskosten geltend machen.

Der Anspruch soll nicht nur für den Verletzten eine Genugtuung und ein Ausgleich für das bilden, was er erlitten hat, sondern auch eine Buße für den Schädiger sein. Unter Abwägung insbesondere dieser beiden Gesichtspunkte wird das mit der Entscheidung befaßte Gericht die Höhe des Schmerzensgeldes bestimmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten, wie etwa den USA, sind die Entschädigungssätze bei uns verhältnismäßig niedrig gehalten. Die 10.000 D-Mark Grenze wird selten und nur bei schweren Verletzungsfolgen überschritten.

Heftig bekämpft wird die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der man verlangen kann, daß bei schweren Persönlichkeitsverletzungen der ideelle Schaden durch ein Schmerzensgeld ersetzt wird. Das Gericht kam zu dieser Auffassung insbesondere aufgrund der für den Gesetzgeber schlechthin unvorhersehbaren Möglichkeiten einer Verletzung von Persönlichkeitsgütern, die sich im Laufe der technischen Entwicklung durch Fernsehen, Rundfunk und Tonband ergaben. So mußte etwa das Recht am eigenen Bild und das Recht an der eigenen Stimme besonders gegen Verletzungen geschützt werden. Niemand braucht sich deshalb grundsätzlich gefallen zu lassen, daß sein Bild oder seine Stimme veröffentlicht wird.

Eckhard "Ecki" Sers

Der gute Rat

Verbandskästen

In keinem Verein fehlt wohl ein Verbandskasten, der im Umkleideraum an leicht erreichbarer Stelle steht und bei Spielen auf offenen Spielfeldern an den Spielfeldrand gehört. Man sollte aber in keinem Fall vergessen, die in ihm enthaltenen Medikamente, Binden, Pflaster und so weiter sofort zu ergänzen, wenn sie benötigt wurden, weil der Kasten sonst nutzlos sein würde.

Weiter gehört zur Vorsorge. Ein Anschlag am Umkleidehaus oder im Kassenhäuschen, aus dem die Möglichkeiten ersichtlich sind, wie und wo ein Arzt zu erreichen ist. Dazu gehört auch die Angabe der Telefonnummer des Arztes. Es gehört weiter dazu die Angabe des nächsten erreichbaren Krankenhauses und die Nummer, unter der bei Unfällen ein Krankenwagen herbeizuholen ist. Ferner gehört dazu ein Blatt über Hinweise für Maßnahmen der Ersten Hilfe bei Unglücksfällen.

Eckhard "Ecki" Sers

Der Meckerer

Gemeint ist hiermit jener Typ,
der überall zu finden ist.
Er weiß so viel von alledem,
was falsch ist und nicht recht gescheh'n.
 
So manches scharf er kritisiert,
sich dabei oft auch sehr blamiert.
Er redet hin und redet her,
als sei er Sportlerfunktionär.
 
Nichts ist an dem, er meckert nur,
das ist immer seine Tour.
Doch paß mal auf: Ich rate dir:
Mach mit, solche Leute suchen wir!
 
Hilf mit und steh' jetzt deinen Mann,
fang' gleich heut' schon als Betreuer an.
Steh' immer dort, wo man dich braucht,
ob alltags oder sonntags auch.
 
Gib allen Rat und sei bereit,
zu opfern auch mal freie Zeit!
Nimm Anteil und meckere nicht,
denn im Verein hat jeder eine Pflicht.
Eckhard "Ecki" Sers

Aus Vereins-Zeitungen

Der Vereinssportlehrer

Seit dem 1. April haben wir eine empfindliche Lücke unseres Vereins schließen können: Wir haben einen Vereinssportlehrer. Wir haben einen Übungsplan aufgestellt, der in mehreren Besprechungen mit den Abteilungen abgestimmt wurde. Die Erfahrungen der ersten Monate werden wir zusammenstellen und mit den Vertretern der Abteilungen besprechen. Aufgaben des Vereinssportlehrers.
1. Die kleinen Kinder von 3 bis 6 Jahren werden unter verantwortlicher Leitung des Vereinssportlehrers mit seinen Helfern bei Spiel, Tanz, Gesang und vieles mehr betreut.
2. Musisches Tun, wie Werken, Basteln, Fotografieren und vieles mehr.
3, Die "ältere" Generation hat nun Gelegenheit, Leibeserziehung in vernünftiger Weise zu betreiben. Und sogar die bewegungsarmen Autofahrer.
Die Eltern werden gebeten, auf die vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung ihrer Kinder und Jugendlichen zu achten, und diese darauf aufmerksam zu machen. Der Erfolg hängt aber weitgehendst davon ab, wieweit wir die Unterstützung und Hilfe der Eltern einbauen kann.

(TSV Eintracht Braunschweig)


Der "reiche" Verein

Die Öffentlichkeit läßt sich leicht von den Zahlen allein beeinflussen. So gilt der HSV von 1896 heute allgemein als der "reichste" Bundesligaverein. Auch unsere Mitglieder meinen das. Bei nüchterner Beurteilung stellt sich aber doch heraus, daß der Begriff "reich" hier völlig fehl am Platz ist. Rund 50% aller Spieleinnahmen unserer Bundesligamannschaft fließen in Form von Steuern und allgemeinen Abgaben an die Stadt und die Verbände. Auch unsere Lizenzspieler-Gemeinschaft hat etwa einen Aufwand von 70.000 D-Mark monatlich. Wer also zu rechnen vermag, kann leicht feststellen, daß von einer Einnahme von 2,000.000 D-Mark, wie wir sie in den bisherigen Heimspielen einschließlich des Spieles gegen den Meidericher Spielverein aufzuweisen haben, nur etwa 500.000 D-Mark übrig bleiben. Aus diesem Topf müssen weiterhin die Aufwendungen aller Amateurabteilungen sowie auch der Geschäftsstelle finanziert werden. Das sind nüchterne Zahlen als Gedanken über den "reichsten" Verein. Sie lassen höchstens den Schluß zu, daß wir gut gewirtschaftet haben.

(Hannoverscher SV 96)

Eckhard "Ecki" Sers

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

Eine Werbeaktion des FSV 1918 Braunfels im Kreis Wetzlar brachte einen vollen Erfolg. Jede Familie im Ort erhielt ein Werbeschreiben mit Spielplänen. Die Mitgliederzahl konnte auf über 300 erhöht werden. Die Jugendabteilung beschäftigt 72 Jugendliche. Für die Frauen und Bräute der Spieler wurde eine Frauenabteilung gegründet.

Eckhard "Ecki" Sers

Verdeutschung

Fremdwörter werden heute in allen Sportberichten angewandt. Oft weit über Gebühr! Vor allem die Jüngeren (und am meisten die Volksschüler) verstehen sie oft nicht. Vor allem ihnen daher einige Erklärungen:

Finale heißt End- oder Schlußkampf. Das Wort kommt ursprünglich aus der Musik = das Ende.

Finisch, englisch (finisch gesprochen). Letzte Strecke vorm Ziel im Endspurt. Kommt gleichfalls von finis, lat.: das Ende.

Jury, englisch (dschüryi gesprochen). Schiedsgericht.

Amateur, Sportliebhaber, der ohne Absicht auf Geldgewinn rein des Sportes wegen spielt.

Derby, Name stammt vom englischen Lord Derby, der um 1870 zum ersten Mal 3-jährige Pferde rennen ließ. Seitdem Hauptprüfungsrennen für 3-Jährige.

Mixed, gemischtes Spiel beim Tennis, Tischtennis, also je eine Dame und ein Herr.

Spikes, englisch (speiks gesprochen). Dornsportschuhe.

Sulky, englisch (sölki gesprochen), zweirädriges Traberfahrzeug.

Turf (spricht törf), englisch. Wort für Rasen. Bei uns Anwendung für alles im Pferderennsport.

Unzer, englisches Gewicht gleich 28,35 g (Boxhandschuhe!).

Volley (sprich wolleh), Flugball beim Tennis, Direktschlag eines Fußballs aus der Luft.

Eckhard "Ecki" Sers

"Gnadenbrot" für Zuschauer

Der englische Verein Plymouth Argyle gewährt den Altersrentnern freien Eintritt zu den Spielen. "Wir tragen damit nur eine alte Dankesschuld ab", erklärte die Vereinsleitung. "Viele treue Fußballfreunde haben uns jahrelang mit den Eintrittsgeldern unterstützt. Jetzt, da sie sich im Alter von ihrer kargen Rente kein Billet mehr leisten können, möchten wir sie nicht messen. Sie sollen auch ohne Geld herzlich willkommen sein." Auf der Tribüne von Plymouth Argyle ist ein besonderer Raum für die Altersrentner und Pensionäre abgegrenzt, und die Anfeuerungen aus diesem Sektor lassen an Lautstärke nichts zu wünschen übrig!

Eckhard "Ecki" Sers

Wundstarrkrampf

Der 21-Jährige Fußballer Wolfgang Meier vom Verein Buchholz 08 ist an Wundstarrkrampf im Krankenhaus Buchholz bei Hamburg gestorben. Der junge Spieler hatte sich am 11. April bei einem Spiel nur eine Hautabschürfung unter dem Knie zugezogen. Die unbehandelte Wunde verheilte bald, platzte aber bei einem Turnier in Berlin während der Osterfeiertage wieder auf. Die Ärzte stellten Wundstarrkrampf fest, der von der fast verheilten Hautabschürfung stammte. Trotz ärztlicher Bemühungen ist es nicht mehr gelungen, das Leben des jungen Menschen zu retten.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. August

Vor dem Start

Bereits am 2. August-Sonntag beginnt für unsere Liga der Kampf um die Punkte in der höchsten Spielklasse unseres Landes. Wir wissen alle um die Schwere der Aufgabe, die uns erwartet, hoffen wir nur mit unserer großen Anhängerschaft in der Stadt, daß wir sie lösen können.

"Wer siegen will muß technisch perfekt und schnell sein. Er darf nicht nur Verteidiger oder nur Läufer oder nur Stürmer sein, sondern er muß ein Kämpfer sein", so hat wörtlich erst vor kurzem Bundestrainer Helmut Schön seiner Ansicht über den modernen Fußball zusammengefaßt.

Wir selbst meinen, daß wir nicht ohne Hoffnung die Spielrunde in der ersten Amateurliga aufnehmen. Unser in den schweren Aufstiegsspielen bewährtes Ligateam hat einige beachtliche Verstärkungen zu verzeichnen. Unser Spielerkreis wird sicher eine gesunde Mischung von Technik und kämpferischem Einsatz auf dem grünen Rasen erwarten lassen. Wollen und Können unserer Liga, gepaart mit einer fairen Unterstützung unserer Husumer Sportgemeinde, müßten eigentlich den großen Wurf gelingen lassen.

Das Training hat Arthur Grabert übernommen, ein Mann mit viel Erfahrung, gehörte er doch schon in früheren Jahren zu den Stützen unserer damaligen Landesliga-Elf.

Dr. Erwin "Pütten" Kraatz

Fußball-Liga

Am Sonnabend, dem 26 Juni, traf unsere Liga im letzten Spiel der abgelaufenen Saison als frischgebackener Landesligist im DFB-Pokal auf den Amateurliga-Absteiger Borussia Kiel.

Vor dem Spiel wurde Detlef Bresa von unserem ersten Vorsitzenden, Werner Denckmann, mit einem Blumenstrauß für sein letztes Spiel in der Liga verabschiedet, da Detlef nach Ablauf seiner Bundeswehr-Dienstzeit in seiner Heimatstadt zurückkehrt. Wir hoffen, daß er noch so manches Mal an die schönen Stunden, die er im Kreise seiner Kameraden von Husum 18 verleben durfte, zurückdenken möge und wünschen ihm auf diesem Wege noch einmal alles erdenklich Gute.

Das Spiel selbst stand auf keinem hohen Niveau. Es wurde schon der sogenannte "Sommerfußball" gespielt. Ausgelaucht von den schweren Aufstiegsspielen, hatte unsere Liga im ganzen Spiel nicht die geringste Chance auf einen Sieg. Jetzt machten sich die Konditionsmängel bemerkbar, denn die Kieler Borussen waren in jeder Hinsicht schneller und schossen bis zur Pause einen 1:0-Vorsprung heraus. Nach der Pause, als alles glaubte, daß unsere Mannschaft sich noch einmal zusammenreißen würde, fiel sofort das 2:0 für die Gäste. Ein kleiner Hoffnungsschimmer kam noch einmal auf, als Kauffeld kurze Zeit später mit einem Bombenschuß im Anschluß an einen indirekten Freistoß das 1:2-Anschlußtor schoß. Aber sofort nahmen die Gäste die Zügel wieder in die Hand und spielten unsere Liga förmlich an die Wand und gingen dann auch prompt durch zwei weitere Tore mit 4:1 in Führung. Erst kurz vor Schluß gelang Dieter "Schorsch" Schleger der zweite Treffer und damit der Endstand zum 2:4.

Als der Schlußpfiff kam, waren wohl alle Liga-Spieler froh, daß eine lange, harte und erfolgreiche Saison ihren Abschluß gefunden hat, denn nun konnten sie in die wohlverdiente Sommerpause gehen. Unsere Liga spielte mit:

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Kauffeld

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Detlef Bresa ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

Spielplan der I. Amateurliga

Herbstserie 1965

08.08.1965   Husum 18   -   Kilia Kiel
15.08.1965   TSV Lägerdorf   -   Husum 18
22.08.1965   Husum 18   -   Holstein Kiel Amateure
29.08.1965   Holstein Segeberg   -   Husum 18
05.09.1965   Husum 18   -   TSV Büdelsdorf
12.09.1965   Heider SV   -   Husum 18
19.09.1965   Husum 18   -   TSV Schlutup
03.10.1965   Husum 18   -   Flensburg 08
17.10.1965   Phönix Lübeck   -   Husum 18
31.10.1965   Husum 18   -   DGF Flensburg
14.11.1965   Schleswig 06   -   Husum 18
21.11.1965   Polizei Kiel   -   Husum 18
28.11.1965   Husum 18   -   Comet Kiel
12.12.1965   VfL Oldesloe   -   Husum 18
19.12.1965   Husum 18   -   VfR Neumünster

Einiges Statistisches

An den 30 Punktspielen unserer Liga in der abgelaufenen Saison nahmen folgende Spieler teil (TW - Towart; RV - rechter Verteidiger; LV - linker Verteidiger; LL - linker Läufer; ML - Mittelläufer: RL - rechter Läufer; LA - Linksaußen; HL - Halblinker; MS - Mittelstürmer; HR - Halbrechter; RA - Rechtsaußen):

        TW   LV RV   LL ML RL   LA HL MS HR RA  
Benjamin Hager 30 Spiele           30          
Peter Goldschmidt 29 Spiele     8   1       3   17
Gerhard Eckmann 27 Spiele       27              
Dieter "Schorsch" Schleger 27 Spiele             3 19 4 1  
Johannes Jannsen 26 Spiele       1 15     2 3 5  
Detlef Bresa 23 Spiele             1   6 14 2
Egon Harms 22 Spiele         13       9    
Manfred "Manne" Hoppe 22 Spiele             22        
Arthur Grabert 22 Spiele   1 21                
Eckhard "Ecki" Sers 19 Spiele 19                    
Kauffeld 18 Spiele   15   1 1           1
Karl "Kalli" Clausen 12 Spiele             1 4   7  
Dieter Eisenheim 11 Spiele   9 1             1  
Edlef Kniese 11 Spiele 11                    
Manfred "Manne" Hoppe 7 Spiele             1   1   5
Dieter Eckholdt 4 Spiele             1 1     2
Karl-Heinz Pohns 4 Spiele               1   3  
Peter-Boyke Jacobs 4 Spiele                 3 1  
Wolfgang Schmidtke 4 Spiele   4                  
Meyer 2 Spiele   1                 1
Dieter Flöter 2 Spiele               2      
Anton "Ratschi" Christiansen 1 Spiele                 1    
Hans Werner Heber 1 Spiele                     1
Kienzel 1 Spiele             1        
Helmuth Will 1 Spiele                     1

Danach wurden insgesamt 25 Spieler eingesezt. Davon auf folgenden Posten (Anzahl der Spieler)

TW ǀǀ LV RV ǀǀ LL ML RL ǀǀ LA HL MS HR RA
2 5 1 2 4 3 5 7 8 7 8

Als Torschützenkönig in der laufenden Punktserie entpuppte sich Dieter "Schorsch" Schleger mit 26 Toren vor Detlef Bresa mit 23 Toren. Hier die Torschützen unserer 108 Tore.

1.   Dieter "Schorsch" Schleger   26   Tore
2.   Detlef Bresa   23   Tore
3.   Peter Goldschmidt   12   Tore
4.   Karl "Kalli" Clausen   10   Tore
4.   Johannes Jannsen   10   Tore
6.   Egon Harms   6   Tore
6.   Benjamin Hager   6   Tore
8.   Manfred "Manne" Hoppe   5   Tore
9.   Kauffeld   2   Tore
10.   Manfred "Flügge" Hansen   1   Tor
10.   Dieter Eckholdt   1   Tor
10.   Peter-Boyke Jacobs   1   Tor
10.   Dieter Flöter   1   Tor
10.   Karl-Heinz Pohns   1   Tor

    geschossen:   105   Tore

Dazu kamen noch drei Eigentore des Gegners, so daß unsere Liga in der abgelaufenen Punkteserie 108 Tore geschossen hat.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. August

Gutbesuchte Jahreshauptversammlung

Am Donnerstag, dem 24. Juni, fand im Handwerker-Vereinshaus unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Es ist wohl schon lange her, daß eine unserer Jahreshauptversammlungen einen dermaßen guten Besuch gehabt hat. Vielleicht lag es daran, daß unserer Liga in diesem Jahr endlich der Aufstieg in die 1. Amateurliga gelang.

Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden, Werner Denckmann, gedachten die Versammlungsmitglieder ihrer im letzten Jahr verstorbenen Kameraden. Anschließend wurde an Dr. Erwin "Pütten" Kraatz, der in jeder Hinsicht lange Jahre für unseren Verein vorbildlich wirkte, die goldene Ehrennadel verliehen. Ferner erhielten Dr. Hans Winkler, Hermann Kock sowie Johannes Godbersen als langjährige Mitglieder die silberne Ehrennadel.

Alsdann erfolgte der Tätigkeitsbericht des ersten Vorsitzenden, aus dem hervorging, daß der Vorstand in unermüdlicher Kleinarbeit die Probleme der einzelnen Ausschüsse behandelte und die Zusammenarbeit mit ihnen über Erwarten gut war. Höhepunkt der Vereinsarbeit waren die Weihnachtsfeier der Jugend, das mit großem Erfolg durchgeführte Kappenfest sowie die Fahrt nach Grenoble (Frankreich).

Während einer Mitgliederwerbeaktion wurden in der Zeit von November 1964 bis Januar 1965 insgesamt 60 neue Mitglieder geworben. Einen enormen Aufschwung nahm die Kegelabteilung, die im Januar gegründet wurde und jetzt bereits über 40 Mitglieder hat. Der Kassenbericht des Kassierers Hans Weinstein war günstiger als in den Vorjahren. Der Zuschauerschnitt pro Sonntag bei den Spielen der ersten Fußballmannschaft betrug immerhin 343. Aufgrund des Kassenrevisionsberichts wurde dem Kassierer einstimmig Entlastung erteilt.

Spielausschussmitglied Günther Präger gab den Jahresbericht des Spielausschusses, aus dem besonders der zweite Platz der Liga im Nordbezirk und das gute Abschneiden im DFB-Pokal hervorgehoben wurde. Besonders erfreulich sei jedoch der Aufstieg der ersten Mannschaft in die höchste Landesklasse, die im dritten Anlauf erreicht worden sei. Aber auch die Reserve erreichte die Vize-Meisterschaft in der Kreisklasse, während die zweite Mannschaft sogar Meister der zweiten Kreisklasse und zugleich Kreispokalsieger wurde.

Der Jugendobmann Reimer Seifert gab nur einen kurzen Bericht, in dem besonders das Betreuen der Jugendmannschaften bemängelt wurde. Die ersten Jungmannen errangen trotzdem einen hervorragenden zweiten Platz auf Bezirksebene. Die Schüler wurden sogar Kreismeister. Die jugendlichen Trainer, die sich freiwillig zur Verfügung stellten, haben sich gut bewährt.

Unsere Tischtennisabteilung konnte einen fünften Platz der ersten Mannschaft in der Bezirksklasse verzeichnen, während die ersten Jungenmannschaft den Kreismeistertitel errang.

Nachdem dem Vorstand Entlastung erteilt worden war, fanden die erforderlichen Wahlen allgemeines Interesse. Die Versammlung wählte wie folgt:

2. Vorsitzender:   Hans Schöning   Wiederwahl
1. Kassierer:   Hans Weinstein   Wiederwahl
Spielausschußobmann:   Heinz Zawadzky   Wiederwahl
Kegelobmann:   Karl-Heinz Lund   Neuwahl
Schiedsrichterobmann:   Hermann Bahnsen   Wiederwahl
Spielausschuß:   Günther Präger   Wiederwahl
    Harry Mölck   Wiederwahl
    Horst Kersten   Wiederwahl
    Rolf Fentzahn   Neuwahl
Jugendausschuß:   Dieter Schladetzky   Wiederwahl
    Dieter Eckholdt   Wiederwahl
    Hans Uwe Kock   Wiederwahl
    Hans Jürgen Struve   Wiederwahl
    Jens Peter Jensen   Wiederwahl
    Hans Popp   Neuwahl
    Eckhard "Ecki" Sers   Neuwahl
    Karl-Heinz Lund   Neuwahl
    Peter Neupert   Neuwahl
Jugendtrainer:   Eckhard "Ecki" Sers    
    Hans Uwe Kock    
    Jens Peter Jensen    
    Hans Jürgen Struve    
Ehrenausschuß:   Walter Pethke    
    Alfred Weich    
    RA Müller    
    Dr. Herbert Mau    
    W. Krug    
Kassenrevisoren   Peter Jessen    
    Johannes "Hans" Rademacher    

 

Nach der Genehmigung des Haushaltsvoranschlages durch die Versammlung schloß der erste Vorsitzende mit einem Gruß auf die Farben des Vereins die diesjährige Jahreshauptversammlung.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fu¤£اball allgemein

1. August

Sport

Der Onkel Doktor riet ihm sehr,
doch etwas Sport zu treiben,
denn er verkalke immer mehr,
so könne das nicht bleiben.
Er pflichtete erschrocken bei
und fragte die Bekannten,
zu welchem Sport zu raten seid,
worauf sie Fußball nannten.
Er geht seitdem allwöchentlich
einmal zum Fußballspielen.
Es tut ihm gut, er kräftigt sich,
das kann er deutlich fühlen.
Er schaut nicht nur gemächlich zu,
er schreit, springt auf vom Sitzen,
bewegt die Arme - und im Nu
gerät er so ins Schwitzen.
Nun bittet er das Schicksal: Gibt's,
daß sie mir ewig grüne,
die schöne Zeit des Spielbetriebs
mit Platz auf der Tribüne ...!
(Aus DFB-Vereinsdienst)

Sportliche Kuriositäten

Daß ein Schiedsrichter vom Felde weist, ist gang und gäbe. Der umgekehrte Fall dürfte jedoch zu den Seltenheiten gehören. Bei einem Fußballspiel in Villlate (Italien) fielen die Entscheidungen des Pfeifenmannes so merkwürdig aus, daß beide Mannschaftskapitäne beschlossen, auf seine Dienste zu verzichten. Als sich der Schiedsrichter weigerte, den Platz zu verlassen, leitete ihn ein Spielertrupp mit sanfter Gewalt vom Felde. In bestem Einvernehmen wurde das Spiel ohne Unparteiischen zu Ende geführt. Das Strafgericht blieb allerdings nicht aus. Beide Vereine sind mit sofortiger Wirkung gesperrt worden. Eine Kommission des italienischen Fußballverbandes untersucht nun diesen einmaligen Platzverweis.

Schiedsrichter sind geplagte Menschen. Ähnlich schwer haben es nur die Trainer. Wie oft sind auch sie Prügelknaben, wenn es nicht nach Gefallen läuft. Die ihnen nicht genehmen Schiedsrichter kann der Verein nicht entlassen, wohl aber den Trainer. Man hat oft den Eindruck, daß der Trainer nicht so behandelt wird, wie es ihm eigentlich zukommt. Hat er die Mannschaft offensichtlich richtig eingestellt und gibt es dann einen Sieg, so herrscht eitle Freude. Im Mittelpunkt der Ovationen stehen meist die Spieler. Der Trainer kommt erst ins Gespräch, wenn ein Schuldiger für eine Niederlage (oder gar deren viele) gesucht wird. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass ein Trainer vor Ablauf des Vertrages "in die Wüste" geschickt wird. Die Vereine lassen es sich dann etwas kosten, aber dafür haben sie den Unzufriedenen auch den "Schuldigen" präsentiert. In den meisten Fällen kann der Kommentar dazu nur lauten: Traurig.

Aber es gibt auch den umgekehrten Fall. Mancher Trainer möchte den Ruhm des Erfolges ganz allein kassieren. Meist ist dann die Rede von einem "System", einer Taktik, ausgeklügelt bis in den letzten Spielzug, von der man nur eines nicht weiß: Setzt sie sich gegen die Taktik des Gegners durch? Und dann wird oft vergessen, daß die Leistung der Spieler weitaus wichtiger ist als ein papierenes Schema. Mancher Trainer geht her und läßt sich als großen Sieger feiern, wenn seine Mannschaft einen Sieg errungen hat. Auch hier muß man sagen: Traurig.

Wenn in einem Verein alle ehrlichen Herzens an einem Strick ziehen, sollten Bescheidenheit und Würdigung jeder Leistung selbstverständlich sein. Erkennen und anerkennen: Dann ist das Spiel fair.


Rik van Looy, der zweifache Weltmeister der Berufsstraßenfahrer, hat sich in diesem Winter ebenfalls ins Lager der Trainer geschlagen, dazu auf einem fremden Gebiet: Er übernahm das Training der Fußballmannschaft seiner Heimatstadt Herentals. Van Looy hat zwar früher Fußball gespielt, aber er muß sich jetzt doch gewaltig umstellen. Schon werden auch die ersten warnenden Stimmen laut: "Ich kann mir vorstellen, daß die Herentals-Fußballer bald stöhnen werden", meinte der belgische Fußballoffizielle Hoogstraete. "Wenn er an seine jetzigen Schützlinge ebenso hohe Anforderungen stellt wie im Radsporttraining an sich selbst, können wir Überraschungen erleben."


Sorgen mit einem Schiedsrichter hatte auch der italienischer Fußballverband. Schiedsrichter Martini ließ sich regelmäßig von seiner Frau begleiten, was ja an sich nicht verboten ist. Die resolute Mame "assistierte" ihrem Mann jedoch vom Spielfeldrand aus und führte manche Entscheidung durch einen Wink oder Zuruf herbei. Spieler und Zuschauer gewannen schließlich den Eindruck, daß der Pfeifenmann ganz nach der Pfeife seiner "besseren Hälfte" tanzte. Bei einem von Martini geleiteten Spiel kam es deswegen kürzlich zu einem Tumult. Der "ferngelenkte" Schiedsrichter konnte sich nur mit Mühe in die Kabine retten. Jetzt hat man Senior Martini vor die Alternative gestellt: Entweder die Signora bleibt daheim, oder der Verband verzichtet in Zukunft auf Signor Martini.


Nicht gerade fair benehmen sich die Unparteiischen in den Boxring in auf der Insel Korsika. Boxern, die hier kämpften, fiel auf, daß die Ringrichter sehr langsam zählen, wenn ein einheimischer Boxer zu Boden gegangen ist. Umgekehrt beschleunigen sie ihr Zähltempo beträchtlich, wenn ein Gast in die gleiche Lage gerät ty. Ein Box-Experte aus Paris erklärte das sehr anschaulich: "Wenn ein fremder Boxer auf Korsika zu Boden muß, dann zählt der Ringrichter so: eins-zwei-dreivierfünf und fünf macht zehn."


Nur indirekt hat es der französische Boxer René Cheuvaz dem Ringrichter zu verdanken, daß er in seiner Heimatstadt Saint-Ouen, wo die Boxkämpfe gewöhnlich auf dem Marktplatz stattfinden, einem k.o. entging. Als er von seinem Gegner auf die Bretter geschickt wurde und der Schiedsrichter mit dem Zählen beginnen wollte, Gong, so glaubte der Ringrichter jedenfalls. In Wirklichkeit war es die Turmuhr des Rathauses. Bevor der Unparteiische den Irrtum erkannte, hatte sich Cheuvaz so weit erholt, daß er das reguläre Rundenende erreichte und in der Folge noch einen knappen Punktsieg herausholte.


Welche moderne Zeiten! Die Lawine ist nicht aufzuhalten - die Lawine der Frauen, die Sportarten betreiben wollen, die viele für das "schwache" Geschlecht nicht geeignet ansehen. So schwach sind die Frauen aber offensichtlich gar nicht. Diese Erfahrung machte in England ein Schiedsrichter, der ein Frauenfußballspiel zwischen Ipswich und Stowmarket zu leiten hatte. Die Damen benahmen sich gar nicht als solche, und der Unparteiische schickte eine Läuferin vom Platz, als sie eine Gegnerin brutal an den Haaren gezogen hatte. Ihre Kameradinnen traten daraufhin in einen Sitzstreik, so daß das Spiel abgebrochen werden mußte. Ein englischer Psychologe gab dazu einen Kommentar: "Im Grunde genommen ist der Besuch eines Fußballspiels primitiv, ein organisierter Rückfall in Kindlichkeit, der auf keinem anderen Gebiet unserer Zivilisation, mit Ausnahme der Politik, möglich wäre."


Von diesem schlechten Beispiel ausgehend, sollte man aber nicht in den Fehler verfallen, zu verallgemeinern. Auch bei den Frauen zeigt sich in den meisten Fällen eine gesunde sportliche Einstellung. Die englische Amateurmannschaft des FC Benslow läßt jedenfalls nichts auf ihre Betreuerin, die 53-Jährige Cynthia Balding ("Mein Alter verheimliche ich nicht!") kommen. Teamkapitän Heywood lobte die Fußball-Lady: "Vor allem ihre taktischen Winke sind hervorragend." Cynthia Balding hat nämlich ein neues System speziell für ihre Mannschaft ausgearbeitet, ein Mittelding zwischen der brasilianischen 4-2-4-Methode und dem WM-System. Damit hat die Mannschaft schon beachtliche Erfolge erzielt. "Einen besseren Trainer als unsere Trainerin kann es gar nicht geben", sagen alle übereinstimmend.


Gewichtheben zählt zu den Sportarten, in denen die Frauen bisher nicht aktiv geworden sind (zum Glück!). Diesem "Mangel" soll jetzt abgeholfen werden. Australiens Amazonen wollen als Bahnbrecherinnen auftreten. In Sydney wurde ein Verband der Gewichtheberinnen gegründet. Die Vorsitzende, Mrs. Dalton, erklärte: "Wir sehen nicht ein, warum Frauen diesen Sport nicht ausüben sollten. Es ist ein überholtes männliches Vorurteil, wenn erklärt wird, Frauen mit gut entwickelten Muskeln böten keinen schönen Anblick. Solche Frauen sind meiner Meinung nach nur ein ungewohnter Anblick. Aber die Männer werden sich bald daran gewöhnen, und in ein paar Jahren wird Eva mit kräftig entwickelten Muskeln vielleicht sogar das neue Schönheitsideal sein."

Eckhard "Ecki" Sers

Bunte Seite

Industrie hilft!

Der Stade de Reims hat der heimischen Industrie zu verdanken, daß er seine Profi-Elf nicht aufzulösen braucht. 5 Firmen der alten Bischofsstadt haben sich bereit erklärt, in der nächsten Saison für je einen Spieler das Gehalt zu bezahlen, zehn weitere haben je 10.000 Francs gespendet, damit der Verein weitermachen kann. Bei den Spendern handelt es sich vor allem um Sekt-Fabrikanten!


Die Fußballmutter

Eine Fußballmutter, wie sie im Buche steht, nennen die Spieler des Fußballklubs La Cardière ihr eigen. Madame Claire Grégoire ist die Mutter des Mittelläufers und gleichzeitig Masseuse der gesamten Mannschaft. Damit nicht genug. Sie leistet noch bei Verletzungen Erste Hilfe, sitzt aushilfsweise an der Kasse, erledigt den Schriftverkehr des Vereins und schlägt auch im Karneval die große Trommel auf dem Vereinsbal. "Mutti ist die allerbeste!"


Neue Lehrmethode

Eine neue Methode zur Steigerung des Lerneifers ihrer Schüler haben die französischen Pädagogen entdeckt. An mehreren Schulen machte man die Beobachtung, daß die Leistungen der Schüler sich auffallend besserten, wenn man bei Prüfungs-Wettbewerben statt der bisher üblichen Buchpreise und Theaterkarten Eintrittskarten für bedeutende Sportveranstaltungen in Aussicht stellte. Eine Lehrer-Kommission wurde beauftragt, das Problem zu studieren und darüber zu berichten.


Selbstverpflegung

Eine Mannschaft besonderer Art ist die französische Handballmannschaft Avantgarde Stains. Die Stains-Handballer haben Interessenten im In- und Ausland in einem Rundschreiben mitgeteilt, daß sie zu Auswärtsspielen ihre eigene Verpflegung und Campingausrüstung mitnehmen. Unterkunfts- und Verpflegungs-Kosten entfallen somit. Darüber hinaus können die vielseitigen Handballer, falls gewünscht, als Sänger, Tänzer und Schauspieler auftreten.

Eckhard "Ecki" Sers

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

Ein nettes plattdeutsches Gedicht, als Mahnung an diejenigen Mitglieder, die ihren Beitrag nicht bezahlen, finden wir in der Vereins-Zeitschrift des FC St Pauli.

Dat Leben is hüt düer
un de Fiskus will sien Stüer!
He frogt nich lang: "FC geiht di dat slecht?"
He segt: "Bethol, ick will mien Recht!"
Drum könt wi nich mehr dulden
de oolen Biedragsschulden!
So geiht dat nich, dat is doch kloar,
uns Vorstand kricht süns griese Hoar!
Dat möt je doch begriepen,
uns Club, he bruukt de Piepen!!
Deshalb heurt to, ji oolen Frünn,
for Natt to miemen is ne Sünn!
Wer sienen Biedrag nich betohlt,
is wert, dat em de Dübel holt!
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. August

Aus unserer Familien-Chronik

Rolf Fentzahn und Frau zeigten die Geburt ihres Sohnes Bernd an. Unserem Spielausschußmitglied Rolf und seiner Frau gratulieren wir recht herzlich.

Unserem Reserve-Torwart Helmut Christiansen und seiner Frau Marianne alles Gute für einen gemeinsamen Lebensweg, verbunden mit den herzlichsten Glückwünschen.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Frisia Husum / Boxen

1. August

Joe Frazier in Husum

Unvergessen ist die erste USA-Staffel, die in Husum mit 10 farbigen Boxern unter ihnen der spätere Schwergewichtsweltmeister der Berufsboxer, Joe Frazier, antrat. Bald darauf gelang es, die Kongresshalle für Boxveranstaltungen zu mieten. Nach Aussage aller fremden Boxer sei die Husumer Kongresshalle die schönste Veranstaltungsstätte, die sie je sahen.

Schulz
leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. September

Unsere Jugendabteilung

Viele befreundete Vereine und Anhänger unseres Vereins haben uns zum Aufstieg in die erste Amateurliga zahlreiche Glückwünsche übersandt. Besonders haben wir uns zu den vielen Glückwünschen aus dem Kreise unserer Zuschauer und über die Geschenke der Husumer Geschäftsleute gefreut.

Wir danken allen recht herzlich.

Husumer Fußballverein von 1918 e.V.

Am 22. August begann auch für unsere Jüngsten die Saison. Um erst einmal richtig in Tritt zu kommen, wurden zunächst Freundschaftsspiele mit dem TSV Tönning abgeschlossen.

Unsere ersten Schüler scheinen schon schwer in Form zu sein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und eine 2:0-Halbzeitführung schossen sie in einer hervorragenden zweiten Halbzeit einen glatten 4:0-Sieg heraus.

Unsere ersten Knaben, die in diesem Jahr neu aufgebaut werden müssen, da fast die gesamten ersten Knaben des vergangenen Jahres in die Schüler aufrückten, konnten noch nicht ganz überzeugen, gewannen aber trotzdem ihr Spiel gegen TSV Tönning mit 2:0 Toren.

Am 29. August beginnen nun die Punktspiele, von denen wir uns vielversprechen.

Hier der Spielplan für die ersten beiden Spielsonntage:

29.08.1965   Schüler   Frisia Husum II   -   Husum 18 I
29.08.1965   Jugend   Frisia Husum II   -   Husum 18 I
05.09.1965   Knaben   Husum 18 I   -   Bredstedter TSV I
05.09.1965   Schüler   Husum 18 I   -   Bredstedter TSV I
05.09.1965   Jugend   Husum 18 I   -   Bredstedter TSV I
05.09.1965   Jugend   Husum 18 II   -   TSVSt. Peter i

Auch unsere ersten Jungmannen, die an den Punktspielen auf Bezirksebene teilnehmen, haben bereits in die Punktrunde eingegriffen. Hier muß auch noch tüchtig gearbeitet werden, um die Erfolge des vergangenen Jahres zu wiederholen. Hier die Ergebnisse.

15.08.1965 Husum 18 - Schleswig 06 0:7
22.08.1965 FSV Wyk - Husum 18 5:3
Eckhard "Ecki" Sers

Die Bundesliga

(Ich hatte in den Ferienwochen einen Lüneburger Schüler, 11 Jahre alt, bei mir, der voller Stolz seine Schülerzeitung mitgebracht hatte. Ich meine nicht, ohne Grund hatte man seinen Aufsatz für druckreif gehalten!)

"Die Bundesliga ist nun fast zwei Jahre alt. Sie geh¤£╢rt heute schon zum Gew¤£╢hnlichen. Wenn wir uns die Spiele sonnabends am Bildschirm angucken, sehen wir viele Künste der Spieler. Aber wir wissen nicht, was für Kraft ein Spiel für einen Spieler kostet. Nachdem das Spiel aus ist, gehen die Spieler in ihre Kabine und setzen sich auf den n¤£جchstbesten Stuhl. Sie sind dann sehr ersch¤£╢pft, da sie wissen, was sie getan haben. Falls nun irgendeine Mannschaft verloren hat, werden ihre Spieler ausgepfiffen und beschimpft. Aber alle diese Spieler, denen in der h¤£╢chsten deutschen Spielklasse, der Bundesliga, soviel Kraft abgefordert wird, haben ihr Bestes gegeben. Deshalb ist es unfair von den Zuschauern, zu pfeifen. Es kann jedem Spieler einmal passieren, da¤£ا er einmal der Kraftabforderung nicht gewachsen ist. Die Bundesliga hat aber auch ihre gute Seite. An jedem Wochenende bringt sie sehr viel Geld, da am Bundesligatag immer über 200.000 Zuschauer kommen. Im ganzen hat sich die Bundesliga gut bew¤£جhrt. Gerade durch ihre H¤£جrte und das Zusammentreffen der besten Mannschaften hat der deutsche Fu¤£اball auch international an Ruhm gewonnen."

Dr. Erwin "Pütten" Kraatz, 3. Vorsitzender
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. September

Fußball-Liga

Am 8. August begann für uns die schwere Saison in der ersten Amateurliga. Nun heißt es Farbe bekennen. Im ersten Spiel war die Mannschaft von Kilia Kiel, die noch vor zwei Jahren an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga teilgenommen hat, zu Gast bei unserer Liga. In diesem Spiel wurden erstmals unsere Nachwuchskräfte Hans Peter Kurtze und Hans Uwe Kock eingesetzt. Unsere Mannschaft stellte sich dem zahlreich erschienenen Publikum in folgender Aufstellung:

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Hans Peter Kurtze

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Ritter ǀ Hans Uwe Kock ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

Sofort vom Angriff ab übernahmen unsere Liga das Spielgeschehen und setzte die Kieler Hintermannschaft schwer unter Druck. Die Zuschauer standen wie eine Säule hinter ihrer Mannschaft und Angriff auf Angriff rollte vor das Kieler Tor. Im ersten Durchgang zeichneten sich besonders die Nachwuchsspieler Hans Peter Kurtze und Hans Uwe Kock und der unermüdlich rackernde Peter Goldschmidt aus. Nur der ausgezeichneten Leistung des Kieler Torwarts hatten die Kieler es zu verdanken, daß bis zur Halbzeit nur ein Tor durch Hans Uwe Kock fiel, so daß mit 1:0 in die Pause gegangen wurde.

Nach dem Wechsel spielte nur noch unsere Liga und die Kieler fielen völlig auseinander, so daß auch die Tore nicht ausblieben. Durch Tore von Manfred "Manne" Hoppe, zweimal Peter Goldschmidt und Dieter "Schorsch" Schleger wurde nach der Pause ein 5:0-Sieg herausgeschossen. Dieser prachtvolle Sieg sollte unserer Liga Auftrieb für die nächsten schweren Spiele geben.


Am 15. August mußten wir reisen und die heimstarke Mannschaft des TSV Lägerdorf aufsuchen. Mit der Mannschaft

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Hans Peter Kurtze

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Hans Uwe Kock ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

erhofften wir uns mindestens ein Unentschieden. Aber bald sollten wir erfahren, daß ein anderer Wind in der ersten Amateurliga weht. In den ersten 20 Minuten konnten wir noch einigermaßen mithalten. Als dann aber zwei krasse Fehler in der Abwehr unsere Liga 0:2 zurückwarf, hatten wir nichts mehr zu bestellen. Als dann Lägerdorf noch vor der Pause auf 3:0 erhöhte, war die Kampfmoral unserer Liga gebrochen. Der einzige, der noch an seine Form des Vorsonntags anknüpfen konnte, war Peter Goldschmidt. Er war es auch, der unsere Liga noch vor der Pause auf 1:3 heranbrachte.

Nach der Pause erhöhte Lägerdorf auf 4:1 und wiederum war es Peter Goldschmidt, der auf 2:4 verkürzte. Zwei weitere Tore der Lägerdorfer brachten unserer Liga eine 6:2-Niederlage bei. Nach diesem Spiel wußte man, wo in Zukunft die Hebel anzusetzen sind. Die Kondition reichte nur für eine Halbzeit. Wenn unsere Liga einmal so weit ist, daß sie konditionell diese schweren Spiele durchstehen kann, dann wird es kaum mehr so hohe Niederlagen geben.


Der 22. August bescherte uns die Amateure von Holstein Kiel. Sie waren uns ein guter Bekannter aus den Aufstiegsspielen vor zwei Jahren. Hier konnten wir sie auf eigenem Platz 2:0 bezwingen.

Folgende Mannschaft wurde für dieses Spiel aufgeboten:

Edlef Kniese

Arthur Grabert ǀ Hans Peter Kurtze

Benjamin Hager ǀ Egon Harms ǀ Gerhard Eckmann

Martin Dohrn ǀ Johannes Jannsen ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Dieter Flöter

Durch die Verletzung von Manfred "Manne" Hoppe und der schwachen Form von Hans Uwe Kock im letzten Spiel wurde im Sturm umgebaut. Hier bekamen erstmals Martin Dohrn und Dieter Flöter ihre Chance. In der ersten halben Stunde machte unsere Liga das Spiel und kam mehrfach gefährlich vor das Kieler Tor. Benjamin Hager war es, der durch einen schönen Bogenschuß unsere Liga bis zur Pause mit 1:0 in Führung brachte.

Kurz nach dem Wiederanpfiff glich Holstein jedoch aus und übernahm nun das Spielgeschehen. Auch jetzt machten sich wieder Konditionsmängel bei unserer Liga bemerkbar, so daß es nicht ausblieb, daß Holstein etwa zehn Minuten vor Schluß das Siegtor zum 2:1 schoß. Mit dieser Niederlage, womit keiner gerechnet hatte, gingen zwei wertvolle Punkte verloren.


Nach den ersten drei Spielsonntagen hat die Tabelle der ersten Amateurliga folgenden Stand:

    Stand September 1965   Spiele           Tore   Punkte  
1.   VfL Oldeslow   3   3 - -   10:2   6:0  
2.   Flensburg 08   3   3 - -   11:3   6:0  
3.   TSV Schlutup (N)   2   2 - -   6:3   4:0  
4.   Schleswig 06   2   1 1 -   5:2   3:1  
5.   TSV Lägerdorf   3   1 1 1   8:5   3:3  
6.   Heider SV   3   1 1 1   5:4   3:3  
7.   VfR Neumünster   1   1 - -   8:1   2:0  
8.   Comet Kiel   2   1 - 1   6:3   2:2  
9.   Husum 18 (N)   3   1 - 2   8:8   2:4  
10.   Polizei Kiel (N)   3   1 - 2   5:7   2:4  
11.   LBV Phönix   3   - 2 1   7:9   2:4  
12.   Holstein Kiel Amateure   3   1 - 2   4:8   2:4  
13.   DGF Flensburg   3   1 - 2   5:12   2:4  
14.   Holstein Segeberg   3   1 - 2   3:8   2:4  
15.   TSV Büdelsdorf   2   - 1 1   4:9   1:3  
16:   Kilia Kiel   3   - - 3   1:12   0:6  

Unsere Liga Pokalsieger in Rantrum

Als Vertreter der ersten Amateurliga nahmen wir am 1. August zum Saisonauftakt am traditionellen Pokalturnier in Rantrum Teil. Mit den Mannschaften TSV Rantrum II, Schleswig 06 Reserve und dem TSV Schönkirchen in einer Gruppe galten wir dem Papier nach als klarer Endspielfavorit. Daß diese Pokalturniere einen anderen Charakter haben, sollte unsere Liga bald erfahren.

Im ersten Spiel trafen wir auf die in der zweiten Kreisklasse, also drei Spielklassen unter unserer Liga spielende Ib des TSV Rantrum. Rantrum Ib hielt sich in diesem Spiel ganz beachtlich und konnte bis zwei Minuten vor Schluß das 0:0 halten, ehe unserer Liga das goldene Tor zum 1:0-Sieg gelang. Auch die beiden anderen Spiele gegen die Reserve von Schleswig 06 und TSV Schönkirchen konnten nur mit dem knappsten aller Ergebnisse beendet werden. So erreichte unsere Liga in ihrer Gruppe ungeschlagen und ohne Gegentor das Endspiel. Hier noch einmal die Ergebnisse der Vorrunde:

    Husum 18   -   TSV Rantrum Ib   1:0
    Husum 18   -   Schleswig 06 Reserve   1:0
    Husum 18   -   TSV Schönkirchen   1:0

In der Gruppe II erreichte der Gastgeber TSV Rantrum nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem Bredstedter TSV das Endspiel. Das Endspiel sollte über zweimal 15 Minuten gehen. Unsere Liga hatte große Schwierigkeiten mit der kämpferisch großartig eingestellten Elf des TSV Rantrum. Als Rantrum etwa 3 Minuten vor Schluß mit 1:0 in Führung ging, sah Rantrum wie der sichere Pokalsieger aus. In der Schlußminute der regulären Spielzeit war es Dieter "Schorsch" Schleger, der zum 1:1 einschoß und somit eine Verlängerung von zwei mal fünf Minuten ermöglichte. Nun machte sich doch die spielerische Reife unserer Liga bemerkbar. Nach etwa 4 Minuten in der Verlängerung war es Hans Uwe Kock, der unsere Liga mit 2:1 in Führung schoß. Dieses Tor bedeutete gleichzeitig Sieg und Pokal für unsere Mannschaft.

Eckhard "Ecki" Sers

Spielplan der 1. Kreisklasse

Herbstserie 1965

29.08.1965   SV BW Löwenstedt   -   Husum 18 Ib
05.09.1965   Husum 18 Ib   -   TSV St. Peter
19.09.1965   Husum 18 Ib   -   TSV Rantrum Ib
26.09.1965   Frisia Husum Ib   -   Husum 18 Ib
03.10.1965   Husum 18 Ib   -   TSV Tönning

Spielplan der 2. Kreisklasse

Herbstserie 1965

29.08.1965   SV BW Löwenstedt Ib   -   Husum 18 III
05.09.1965   Husum 18 III   -   Bredstedter TSV Ib
12.09.1965   TSV Nordstrand   -   Husum 18 III
19.09.1965   Husum 18 III   -   TSV Rantrum Ib
26.09.1965   Frisia Husum III   -   Husum 18 III
03.10.1965   Husum 18 III   -   TSV Tönning Ib
Klaus Bonse
leer  

1965

Husum 18 / Sport allgemein

1. September

Sport-Splitter

Der 1. FC Köln unterhält eine geradezu vorbildliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er hat, als einer der wenigen deutschen Bundesligavereine, ein Presse- und Organisationsbüro errichtet, von dem man allerhand interessante Dinge erfahren kann. Hans Gerhard König hat interessante Zahlen zusammengetragen. Der 1. FC Köln gibt jährlich 5 Clubzeitungen in einer Auflage von 3500 Exemplaren heraus, für die der Verein 40.000 D-Mark aufwendet. Zu jedem Bundesligaspiel erscheint eine Stadionzeitung (Geißbock-Echo), die in ihrer gesamten Auflage von 20.000 bis 30.000 Exemplaren kostenlos an die Besucher verteilt wird. Um die Autogrammwünsche zu erfüllen, die täglich an den 1. FC Köln herangetragen werden, wurde vom Verein eigens ein "Autogramm-Onkel" verpflichtet, der postwendend alle Autogrammwünsche erfüllt. In den beiden ersten Bundesligajahren wurden rund 35.000 solcher Autogrammwünsche erfüllt. Dazu mußte der 1. FC Köln erhebliche Geldmittel für Kartendruck, Porto und so weiter aufbringen. Lassen die sportlichen Erfolge der Kölner weiterhin soviel Wünsche offen, wird man in Köln diese "Öffentlichkeitsarbeit" noch verstärken müssen!


"Das war Anti-Fußball" - "Viel fehlte nicht, und beide Parteien hätten noch zu Messern gegriffen!" - "Das war das Übelste, was wir auf dem Fußballfeld je gesehen haben!" - "Das war kein Spiel, sondern ein verbissener Kampf!"

So und so ähnlich lauteten etliche Kommentare unter den 45.000 Augenzeugen des Münchener Fußballderbys vom ersten Fußballwochenende der neuen Saison. Es ist heute noch nicht vergessen, zumal es noch im Verlauf der Woche viel Staub aufgewirbelt hat. Schon immer waren sich die 1860er und die Bayern München nicht gerade gut Freund gewesen. Der Aufstieg der Bayern aber in die höchste Spielklasse und die nun zu klärende Frage, wer von den beiden Münchener Mannschaften am Ende der Saison als die bessere und erfolgreichste dastehen wird, hat in die Wogen der Erregung noch einmal aufgepeitscht, wie lange nicht zuvor. Das ist die Kehrseite der Medaille, wenn eine Stadt zwei Bundesligavereine zu "verkraften" hat!

Das ist aber auch die Kehrseite der Medaille, wenn in dieser Stadt von vornherein gesagt und geschrieben wird, einen Bundesligaverein könne man sich allein schon aus finanziellen Gründen nur leisten. Der andere müsse (!) eben Pleite machen!


300.000 D-Mark an Einnahmen hatten Berlins neuer Bundesligist Tasmania 1900 bereits bei seinem ersten Heimspiel. Erheblich mehr als die Vereinskasse bis dahin an Aktiva aufzuweisen hatte! Ganz Berlin war auf den Beinen, um dem DFB zu beweisen, wie sehr diese abgeschnittene Stadt mit dem Fußball verbunden ist. Nicht nur mit dem Fußball allein, sondern mit dem großen Fußball der Bundesliga insbesondere! Mögen manche von ihnen im Herzen auch dem DFB für den Hertha-Todesstoß noch gegrollt haben, dankbar waren sie alle dafür, daß sie durch die Hereinnahme Tasmanias als "Ersatz" und "Lückenbüßer" weiterhin am großen Fußball teilnehmen dürfen!

300 000 D-Mark sind eine schöne Summe! Welch ein Kassierer aber auch, der da beim Zählen dieser Einnahme sagte: "Ich wäre in Zukunft auch mit der Hälfte zufrieden, wenn wir immer gewinnen würden!"


Benfica Lissabon ist zur Einweihung des Stadions "Minas Gerais" nach Belo Horizonte eingeladen worden, das in wenigen Monaten eröffnet wird und das modernste Fußballstadion der Welt zu werden verspricht. Es hat ein Fassungsvermögen von 130.000 Zuschauern und ist völlig überdacht. Zu 90.000 Sitz- kommen noch 40.000 Stehplätze. Es enthält 9 Umkleideräume, 34 kleine Bars, 86,Toiletten, drei Aufzüge, einen Operationssaal, eine eigene Zahnstation, mehrere Restaurants und 42 Zimmer zum Übernachten und zum Ausruhen. "Der Rasen", sagt man in Belo Horizonte, "wird noch besser als der im Wembley-Stadion."

In Belo Horizonte scheint man aber nicht nur in Bezug auf den Rasen (noch) weiter als im altehrwürdigen Wembley-Stadion zu sein!


Gegen den vielfachen jugoslawischen Meister Partizan Belgrad wurde bei einem Belgrader Gericht der Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens gestellt. Antragsteller ist Budocnast Titograd, der populärste Club des ehemaligen Fürstentums Montenegro. Die Titograder haben vor einem Jahr ihren Mitläufer Branko Rašović für 5 Millionen Dinar erhalten, obwohl sie den Betrag wiederholt angemahnt und Partizan auch mit gerichtlichen Schritten gedroht haben. Ganz Jugoslawien erwartet jetzt mit Spannung den Entscheid des Gerichts. Wie heißt doch ein altes Sprichwort. "Namen verpflichten!" - Na und Partizan ...?

(Entnommen: Sport-Megaphon)

Für den Übungsleiter unterer Klassen:

   

Die Mannschaftskrise

   

Am Anfang des Kalenderjahres befinden sich auch die Mannschaften der unteren Klassen in der Rückrunde der Punktspiele. Sie haben Sonntag für Sonntag in harten Punktkämpfen gestanden, Witterung und Platzverhältnisse haben ein Übriges getan, um die Fußballfreudigkeit bis zu einem hohen Grade zu beseitigen. Mit anderen Worten. Man ist an einem kritischen Punkte angelangt, dem größte Beachtung geschenkt werden sollte. Es ist nicht Fußballmüdigkeit schlechthin, sondern eine ganze Anzahl unerfreulicher Faktoren kommen zusammen und bewirken eine Minderung der Mannschaftsleistung. Aber gerade im letzten Teil der Punktrunde fallen ja die Entscheidungen über Meisterschaft, Auf- und Abstieg und jeder verschenkte Punkt wiegt doppelt schwer. In dieser Situation standen alle Vereine schon bzw werden einmal vor ihr stehen. Nur werden sich viele Betreuer nicht viele Gedanken machen, woher die Krise kommt. Und wenn das nicht erkannt wird, dann wird es auch nicht leicht sein, die Krisis zu beseitigen. Die sichtbare Lustlosigkeit der Spieler könnte den oberflächlich arbeitenden Trainer dazu verführen, das Training zu verstärken. Doch erreichen würde er gerade das Gegenteil. Die Stimmung des Spielers, des Menschen schlechthin zu verbessern, in Erscheinung tretende Launen zu beseitigen, ist das Gebot der Stunde. Alle Betreuer sollten sich Gedanken darüber machen, was getan werden kann bzw getan werden muß, um die Form der Mannschaft wieder zu steigern. Die Kameradschaft - ein Wort, von dem immer viel gesprochen wird - muß gefestigt werden, einmal unter den Spielern, zum anderen zwischen den Spielern und Betreuern. Es gilt, jedwede Gelegenheit zu nutzen, um nichtsportfreundliche Abwechslungen zu schaffen, die das Gefühl vermitteln, unser Fußballspiel wäre nicht das Wichtigste, um gerade damit zu erreichen, daß die Liebe am und zum Fußballspiel bei unseren Spielern wieder wächst.

Es könnte die Meinung aufkommen, ich würde dieses Thema unnütz komplizieren. Doch dem ist nicht so. Es ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Man muß sich nur damit befassen. Man muß sich als Betreuer wieder einmal in die Seele eines Aktiven hineindenken. So hineindenken, wie es unseren heute üblichen Lebensgewohnheiten entspricht. Nicht jedoch mit den Worten: "Wir früher ...", denn damit würde gerade das erreicht, daß die Spieler gut gemeinten Ratschlägen verschlossen bleiben.

Helmut Weidner

Kleine Anleitung für Fußball-Neulinge

   

Die Taktik des Fußballspiels - oder ein reines Vergnügen

   

Ich habe nichts gegen das Fußballspiel - im Gegenteil. Man könnte mich beinahe als "Fan" bezeichnen. Mein Fan-Dasein ist noch jung. Es begann in München, wo die 60er gegen einen anderen Verein kickten. Ich las davon in der Zeitung. Dort stand zu lesen, daß die "Löwen" mit den anderen nicht viel Federlesens machen würden und daß sie in der eigene Höhle so gut wie nicht zu töten seien. Es leuchtete mir ein. Vorzüglich deswegen, weil ich nie auf den Gedanken gekommen wäre, Löwen mit einem Fußball erschießen zu wollen. Also fuhr ich mit der Trambahn, deren Raum so beschränkt war wie das Gehirn des Gewaltpolitikers, hinauf auf Giesings windige Höhen. Ich bin ein leutseliger Mensch und suche stets das Gespräch mit dem Nachbarn.

"Fahren Sie auch zum Fußball?", fragte ich den Dicken neben mir, in der stillen Hoffnung, er würde mich dann vielleicht mehr beachten und seinen Fuß von meinem nehmen.

"Na, zum Baden an die Isar, damischer Ritter!", sagte der und seine Umgebung lachte laut und unschön. Ich hatte das Gefühl, gewissermaßen ungeschickt gefragt zu haben.

"Ich fahr' nämlich zu den 'Löwen'", wollte ich meinen Fehler gutmachen.

"Ja, was du net sagst, du überspannter Preiß, mir fahr'n zu die 60er."

Ich war ein wenig gekränkt, denn meine Wiege stand in einem für Bayern gerade noch tragbaren Breitengrad, eine Handbreit unter dem Weißwurstäquator.

Ich sagte "Aha!" und wurde ausgestiegen. Wir waren in der Grünwalder Straße. Alles strömte in die Arena. Ich erwarb ein Eintrittsbillett mittlerer Preislage, strömte mit und wurde in eine sogenannte Stehtribüne eingewiesen. Die Tribüne stand, die Zuschauer auch, die Bezeichnung war also in jeder Weise treffend.

Ich mischte mich unter eine Gruppe, die dicht gedrängt in der Mitte geballt war und offensichtlich eine Interessengemeinschaft zur Verhütung von Frostschäden darstellte.

Plötzlich kamen viele sommerlich gekleidete junge Leute unten aus der gegenüberliegenden Tribüne heraus. Es wurde sehr geschrien und geklatscht. Es waren die Fußballer. Ich konnte sie nicht so schnell abzählen, aber es waren zwei Sorten. Gestreifte und einfarbige. Ungefähr gleich viel von jeder Art. Ein nicht mehr ganz junger, schwarzgekleideter Mann lief auch mit und machte ein ganz ernstes Gesicht, als ob er zu seiner eigenen Beerdigung gehen würde. Es war der Schiedsrichter. Er nahm seine Aufgabe sehr ernst und blieb bis zum Schluß da, obwohl er mehrmals am Telefon verlangt wurde.

Es ist an sich nicht schwer, das Fußballspiel zu verstehen - und es zu erlernen, muß auch keine sonderlichen Schwierigkeiten bereiten, denn mein Vordermann versicherte verschiedentlich: "So spuit mei Großmuatta aa!" Und sein Nachbar sagte: "Do is ja unser Nachtwächter besser." Er mußte seine Ausführungen über die Qualitäten des Nachtwächters abbrechen, denn ruckartig schwoll seine Zornesader, und er schrie: "Fauler Hund!" und die anderen stimmten in sein Geschrei ein, obwohl ich nicht der gleichen Meinung war. Der beschimpfte Spieler stehen mir im Gegenteil einer der rührigsten zu sein und hatte gerade einen Gegner mühelos umgeworfen.

Es ist überhaupt sehr gesund, das Fußballspiel. Ich meine, so zwei Stunden in der frischen Luft stehen, ist sicher sehr gesund, und die Spieler haben auch was davon.

Es ist auch sehr anregend. Ich meine, so zwei Stunden aus voller Kehle zu brüllen, regt sicher kolossal den Appetit an.

Auch ist es sehr erzieherisch. Ich meine, so zwei Stunden den Spielern zuzurufen, was sie zu tun und was sie lassen sollen und dem Schiedsrichter zu bedeuten, daß er vom Fußballspiel nur sehr unzureichende Kenntnisse besitze, muß auf den Betroffenen doch sicher sehr erzieherisch wirken.

Und es ist belehrend. Ein Verächter des Fußballspiels ahnt ja gar nicht, wie sehr man durch Fußball seinen Sprachschatz erweitern kann. Wenn einem ein Fuß gestellt wird, oder wenn er eins vors Schienbein geknallt kriegt, daß er zusammenbricht, dann nennt man das "Freistoß", das heißt der Gegner war so frei, ihn etwas zu stoßen. Wenn einer plötzlich wie ein Amokläufer davonrast, und die eine Hälfte der Spieler ihm mit hängender Zunge nachhetzt, dann nennt man das "Alleingang", das heißt er will ein bißchen allein gehen, und die anderen sollen inzwischen ruhig weiterspielen. Führt einer eine Art Veitstanz auf und schlenkert Arme und Beine, so nennt man das "Dribbeln", das heißt, er ist etwas bedribbelt. Ist das Gedränge vor dem Tor groß, dann nennt man das "Hinein in die Kiste", das heißt, die Spieler sollen sich mal ins Tor stellen, damit die Zuschauer feststellen können, wie viele Spieler ins Tor passen. Ist das Gedränge noch nicht so groß, dann nennt man das "Abseits", das heißt, die Spieler sollen etwas zur Seite treten, damit der Schiedsrichter sehen kann, ob der Torwart noch da ist.

Als Zuschauernovize soll man sich auch nicht zu sehr vom Spielgeschehen ablenken lassen, denn sonst verpaßt man seinen Einsatz im Feldgeschrei des Publikums-Chores. Empfehlenswert ist in brenzligen Situationen ganz neutral "Ja! Ja! Jaaa! Schuß - Sch ... ade!" zu brüllen. Fortgeschrittene dürfen schon selbstständige Schreie ausstoßen wie: "Flasche!" "Krampfhenna!" "alter Hut!"

Und nur keinen Streit auf der Tribüne vermeiden.! Ein Nachgeben wirkt immer wie Schwäche, und wer könnte sich eingestehen, im Unrecht zu sein.

So ist das Fußballspiel ein reines Vergnügen für Zuschauer und Spieler und aus dem Kulturleben des modernen Menschen schwerer wegzudenken als die Badewanne oder der Rasierapparat.

Und am nächsten Sonntag gehe ich wieder zum Fußball - als Fortgeschrittener.

Roy de Lingen
leer  

1965

Husum 18

1. September

Familien-Nachrichten

Unser langjähriges Mitglied Toni Goetz schickte uns einen Kartengruß aus dem Kneipp-Sanatorium Wildbad, Burgbernheim/Mfr. bei Rothenburg o.d.T. Wir danken ihm recht herzlich für den Kartengruß und wünschen ihm einen guten Kurerfolg.

Auf Grund seiner hervorragenden Leistungen in den letzten Spielen wurde unser Mittelstürmer und Torjäger, Peter Goldschmidt, von Verbandstrainer Klaus-Peter Kirchrath für die Landesauswahl nominiert. Zu dieser Berufung gratulieren wir Peter recht herzlich.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Oktober

Fußball-Liga

Am 29. August mußte unsere Liga die weite Reise nach Segeberg antreten, um dort ihr fälliges Punktspiel gegen Holstein Segeberg zu bestreiten. Die Mannschaft

Edlef Kniese

Heinz-Jürgen Thomaschewski ǀ Hans Peter Kurtze

Martin Dohrn ǀ Johannes Jannsen ǀ Gerhard Eckmann

Pflaum ǀ Hans Uwe Kock ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hansen

erhoffte sich den ersten Auswärtspunkt. Daß sie aber gleich mit 1:5 unter die Räder kommen würde, damit hatte keiner gerechnet. Dieses Ergebnis stand bereits bis zur Pause fest, als unsere Mannschaft gegen den starken Wind spielte. Das Ehrentor schoss Peter Goldschmidt beim Stande von 0:1.


Der 5. September bescherte uns die Mannschaft des TSV Büdelsdorf. Nach der großen Pleite in Segeberg hatte sich die Mannschaft

Edlef Kniese

Heinz-Jürgen Thomaschewski ǀ Hans Peter Kurtze

Benjamin Hager ǀ Johannes Jannsen ǀ Gerhard Eckmann

Peter Goldschmidt ǀ Hans Uwe Kock ǀ Horst "Hottel" Laskowski ǀ Dieter Schleger ǀ Martin Dohrn

allerhand vorgenommen. In diesem Spiel wurde erstmals die Neuerwerbung Horst "Hottel" Laskowski vom TSV Westerland eingesetzt. Unsere Liga übernahm vom Anpfiff an sofort das Spielgeschehen und setzte die Hintermannschaft des TSV Büdelsdorf schwer unter Druck. Bis zur Pause führten sie durch einen Foulelfmeter von Dieter "Schorsch" Schleger und einen Bombenschuß von Peter Goldschmidt mit 2:0 Toren. Eine kurze Drangperiode der Gäste nach der Pause fing unsere Hintermannschaft hervorragend ab und kam in ihren wenigen Gegenzügen durch Tore von Dieter "Schorsch" Schleger und Johannes "Haschi" Jannsen (Handelfmeter) zu einem klaren 4:0 Erfolg-Sieg.


Im Westküstenderby traf unsere Liga am 12. September in Heide auf den Heider SV. Dieses Spiel in Heide stand unter einem ungünstigen Stern. Zunächst einmal mußte Horst "Hottel" Laskowski vom Verein gesperrt werden, da ein Verfahren gegen ihn läuft. Zum anderen verunglückte unser Liga-Torwart Edlef Kniese in der Nacht vom 10. auf den 11. September mit seinem Wagen schwer, so daß er für mehrere Wochen ausfallen wird. Aus dieser Notlage heraus zog der bereits vom aktiven Fußballsport abgetretene ehemalige Liga-Torwart Eckhard "Ecki" Sers seine Fußballstiefel wieder an.

So stellte sich dann unsere Liga dem Schiedsrichter in folgender Aufstellung:

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Heinz-Jürgen Thomaschewski

Benjamin Hager ǀ Johannes Jannsen ǀ Hans Peter Kurtze

Martin Dohrn ǀ Egon Harms ǀ Peter Goldschmidt ǀ Gerhard Eckmann ǀ Dieter Schleger

Daß in diesem Westküstenderby keine Lorbeeren zu ernten waren, wußten wir von vornherein, aber wir wollten so günstig wie möglich abschneiden. So wurde dieses Spiel eine reine Abwehrschlacht, in der unsere Hintermannschaft über sich selbst hinauswuchs. Bis zur Halbzeit konnte sogar ein 0:0 gehalten werden. Nach der Pause kämpfte unsere Liga tapfer weiter, bis der Heider SV in der 51. Minute einen Abwehrfehler ausnutzte und mit 1:0 in Führung ging. Nun war die Kampfmoral unserer Mannschaft gebrochen, so daß der Heider SV noch zu zwei weiteren Toren kam und unsere Liga mit 0:3 Toren unterlag.


Am 19. September war die bisher ungeschlagene Mannschaft des TSV Schlutup zu Gast bei unserer Liga. Die Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Heinz-Jürgen Thomaschewski

Benjamin Hager ǀ Johannes Jannsen ǀ Hans Peter Kurtze

Peter Goldschmidt ǀ Reinhard Grünhoff ǀ Egon Harms ǀ Dieter Schleger ǀ Martin Dohrn

wollte den Schlutupern die erste Niederlage beibringen. Bei leichter Feldüberlegenheit der Gäste in der ersten Halbzeit und schwachen Sturmleistungen unserer Liga viel bis zur Pause kein Tor.

Nach dem Wechsel wurde etwas mehr Dampf drauf gelegt und so war es die Neuerwerbung Reinhard "Bernie" Grünhoff, der in der 68. Minute durch einen Bombenschuß unsere Liga mit 1:0 in Führung brachte. Nun wurde ein großer Fehler gemacht, indem versucht wurde, den 1:0-Vorsprung bis über die Zeit zu retten und somit den Gästen das Mittelfeld überlassen wurde. Und so kam, was kommen mußte. In der 87. Minute gelang den Schlutupern durch einen Sonntagsschuß der 1:1-Ausgleich.


Hier der Stand der Tabelle vom 19. September:

    Stand September 1965   Spiele       Tore   Punkte  
1.   Flensburg 08   7       22:7   12:2  
2.   VfL Oldesloe   7       17:7   12:2  
3.   TSV Schlutup (N)   6       10:5   10:2  
4.   Schleswig 06   6       17:9   10:2  
5.   VfR Neumünster   5       18:5   9:1  
6.   Heider SV   7       14:7   9:5  
7.   Holstein Kiel Amateure   7       12:14   7:7  
8.   SC Comet Kiel   5       15:8   6:4  
9.   LBV Phönix   6       14:13   5:7  
10.   Husum 18 (N)   7       14:17   5:9  
11.   Holstein Segeberg   7       11:18   4:10  
12.   Polizei Kiel (N)   7       10:18   4:10  
13.   DGF Flensburg   7       12:25   4:10  
14.   TSV Büdelsdorf   6       10:18   3:9  
15.   TSV Lägerdorf   7       17:21   3:11  
16:   Kilia Kiel   7       6:27   1:13  
Eckhard "Ecki" Sers

Schiedsrichter

werden in unserem Verein und im Kreisfußballverband dringend gesucht.

Wer hat Interesse, einen Lehrgang mitzumachen?

Am 10. Oktober des Jahres beginnt ein neuer Lehrgang.

Wer sich als Schiedsrichter zur Verfügung stellt und den Lehrgang besteht, erhält vom Verein eine Schiedsrichterkluft.

Wir richten den dringenden Appell zur Teilnahme an alle unsere Mitglieder, die gegebenenfalls Interesse daran haben.

Melden Sie sich bei unserem Schiedsrichterobmann Hermann Bahnsen, Husum, Matthias-Claudius-Straße 18.

Er wird gerne genauer Auskunft geben.

Husumer Fußballverein von 1918

Der Vorstand

leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. Oktober

Jugend-Abteilung

Am 28. August begannen für unsere Jugendmannschaften endlich die heißersehnten Punktspiele. Hier geben wir einen kurzen Überblick über den Stand unserer Jugendmannschaften.

Für unsere ersten Knaben suchen wir einen Trainer.

Wenn Sie Lust haben, diese schöne Aufgabe zu übernehmen, wenden Sie sich bitte an unseren Jugendobmann Reimer Seifert oder an die Vorstandsmitglieder.

1. Knaben

Dadurch, daß fast die gesamte ersten Knaben, die in der vergangenen Punktserie so erfolgreich abgeschnitten hatten, in die Schüler aufgerückt sind, mußte von Trainer Hans Uwe Kock eine neue Mannschaft aufgestellt werden. Hier mußten sogar teilweise Spieler eingesetzt werden, die noch nie in Punktspielen mitgewirkt hatten. Trotz diese Aufstellungsschwierigkeiten haben sich unsere Jüngsten bisher großartig geschlagen. Hier die Ergebnisse:

Husum 18   -   Bredstedter TSV   1:5
TSV Tönning   -   Husum 18   0:3
Husum 18   -   TSV Rantrum   0:0

1. Schüler

Die ersten Schüler, die von dem ehemaligen Liga-Torwart Eckhard "Ecki" Sers trainiert werden, sind wohl zurzeit die stärkste Jugendmannschaft, die unser Verein hat. In dieser Mannschaft, wenn sie weiter so an sich arbeitet, wachsen große Talente heran. Der Sturm ist wohl zurzeit der schußkräftigste im ganzen Bezirk. In den bisher ausgetragenen vier Punktspielen wurde nicht wurden nicht weniger als 51 Tore erzielt. Die ersten Schüler weisen zurzeit ein Torverhältnis von 51:2 Toren auf. Hier noch einmal die Ergebnisse.

Husum 18   -   Frisia Husum II   11:0
Husum 18   -   Bredstedter TSV   3:2
TSV Nordstrand   -   Husum 18   0:25!!!
Husum 18   -   TSV Rantrum   12:0

2. Schüler

. Die zweiten Schüler konnten bei ihren Punktspielen noch nicht überzeugen. Sie mußten teilweise empfindliche Niederlagen einstecken. Aber bei weiterem Trainingsfleiß sollte auch die Mannschaft bald eine Formverbesserung verzeichnen. Hier die Ergebnisse:

TSV Tönning I   -   Husum 18 II   12:0
Husum 18 II   -   Bredstedter TSV I   0:16

1. Jugend

Unter der guten Führung von ihrem Trainer Hans-Jürgen Struve ist auch die erste Jugend zu einer starken Mannschaft herangewachsen, die in ihrer Staffel wohl kaum einen Gegner zu fürchten braucht. Auch sie gewann ihre bisherigen Punktspiele alle überlegen. Die Ergebnisse:

Husum 18   -   Frisia Husum II   9:0
Husum 18   -   Bredstedter TSV   3:2
TSV Nordstrand   -   Husum 18   0:6
Husum 18   -   TSV Rantrum   9:0

2. Jugend

Diese Mannschaft ist genau wie die zweiten Schülermannschaft noch nicht richtig in Tritt. Aber auch hier sollte sich bald der stete Trainingsfleiß der Jungen bemerkbar machen. Arbeiten sie weiter so an sich wie bisher, sollte der erste Erfolg nicht mehr lange auf sich warten lassen. Hier die Ergebnisse:

Husum 18 II   -   TSV St. Peter I   1:4
TSV Tönning I   -   Husum 18 II   5:0
Husum 18 II   -   Bredstedter TSV I   0:10

1. Jungmannen

Diese Mannschaft hat ein schweres Erbe anzutreten. Im vorigen Jahr wurden von den ersten Jungmannen der hervorragende zweite Tabellenplatz auf Bezirksebene erkämpft. Von dieser erfolgreichen Mannschaft ist keiner mehr nach geblieben, da alle Spieler in die Senioren aufgerückt sind.

So setzen sich die jetzigen ersten Jungmannen aus der kompletten ehemaligen ersten Jugend zusammen, die noch nicht die nötige Erfahrung und Cleverneß haben, um in den schweren Bezirksspielen zu bestehen. Die Trainer Reimer Seifert und Dieter Schladetzky haben sich zunächst einmal das Ziel gesetzt, die Klasse zu erhalten, um dann im nächsten Jahr zur Spitze vorzustoßen. Hier die Ergebnisse:

Husum 18   -   DJK Flensburg   3:0
VfB Nordmark   -   Husum 18   2:2
Husum 18   -   Polizei Flensburg   0:3
RW Niebüll   -   Husum 18   8:0
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Nachruf

1. Oktober

Am 23. September 1965 verstarb uns langjähriges Mitglied

Herr H.C. Walter

Für die Belange unseres Vereins hat er viel Interesse gezeigt.

Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Kegeln

1. Oktober

Unsere Kegelabteilung

Am 4. Januar 1965 gründeten wir unsere Kegelabteilung. Keiner von uns hat bei der großen Beteiligung so recht daran geglaubt, daß bei allen Interessenten die Begeisterung anhalten würde. Inzwischen haben einige Sportkameraden mit ihren Frauen aufgegeben, aber andere sind wieder hinzubekommen. 44 Keglerinnen und Kegler lassen die Kugel für Husum 18 rollen. Dies ist ein Erfolg, der uns freudig stimmt. Alle sind mit Begeisterung dabei und es sieht ganz so aus, als ob die in drei Gruppen eingeteilten Kegler zum festen Bestandteil von Husum 18 werden.

Schon in diesem Jahr werden acht Kegler unseren Verein bei der Stadtmeisterschaft und beim Stadtpokal vertreten. Große sportliche Erfolge wird man von uns nicht erwarten können. Für uns ist es wichtig, daß wir schon in diesem Jahr mitmachen können. Erstmals werden wir am 2. Oktober des Jahres am Jubiläumskegeln des Kegelclubs "Gut Holz" teilnehmen.

Über unsere Teilnahme wird man in der Tagespresse und in unserer nächsten Vereinszeitung lesen können.

Gut Holz dem KSK "Husum 18"!

Karl-Heinz Lund
leer  

1965

Husum 18 / Fußball allgemein

1. Oktober

Mahnung an Trainer:

   

Begeisterung schafft Leistung

   

Vor ein paar Wochen weilte Japans Schwimmtrainer Tomoyuki Kawada in Deutschland. Bei dieser Gelegenheit wurde er von Journalisten und Radioreportern ausgiebig interviewt, wobei sich in einem Falle so etwas wie ein Geständnis ergab, ein aufschlußreiches sogar. Tomoyuki Kawada sagte ungefähr dies: "Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben nur die USA-Schwimmer das erreicht, was man erwartet hatte. Die Vertreter aller anderen Nationen haben versagt, meine Zöglinge sogar restlos. Aber wir sind selber schuld ..."

Hier schaltete der vorsichtig formulierende Asiate eine kleine Pause ein. Dann fuhr er fort: "Wir müssen völlig umlernen. Unser Training im Hinblick auf die weltumfassenden Wettkämpfe war zu streng, zu hart, zu konsequent. Unsere Leute wurden so sehr unter der Knute gehalten, daß sie geistig erstarrten. Darunter litt die physische Leistung, darunter litt das Gefühl für Freiheit. Die Yankees hingegen, ich meine die jungen schwimmenden Amerikaner, fanden alles lustig. Sie lachten über sich und die Welt. Wenn sie trainierten, dann geschah es immer locker, ohne Stoppuhren, ohne Zwang. Und dennoch herrschte rings und sie erstaunliche Disziplin. Aber eben: eine völlig andere als bei uns ..."

Wieder hielt Tomoyuki Kawada inne, er er weitersprach: "Wenn die amerikanischen Burschen und Mädchen zu den Konkurrenzen antraten, erhielten sie vom Couch einen Klaps auf die Schulter. Das war keine Ermahnung 'Du mußt!', sondern eine leise Aufforderung, eine Bestätigung des Zutrauens. Ich stellte immer wieder fest, daß vom Athleten zum Betreuer und umgekehrt ein regelrechtes Vater-Sohn-Verhältnis herrschte. Und wenn etwas nicht nach Wunsch gelang, dann zeigte niemand eine verdrießliche Miene. Dabei hatten sie erst noch so viel Grund, über die unzähligen Erfolge zujubeln. Sie taten es nicht. Auch beim Siegen blieben sie sachlich, zurückhaltend ..."

Doch alles klang aus dem Munde von Tomoyuki Kawada völlig überzeugend. Er stellte darüber hinaus einen Vergleich an mit den schärfsten Rivalen der USA-Boys und -Girls, mit den australischen und japanischen Spitzenkönnern, die er als durchaus nicht weniger talentiert bezeichnete, dafür aber als mehr oder weniger falsch gemanagt. Was die Amerikaner über die gesamte Gegnerschaft hinausgehoben habe, seien Unbefangenheit und Unbekümmertheit gewesen. Und zwar deshalb, weil der USA-Schwimmverband dem Nachwuchs schon seit Jahren - eben auf Tokio hin - enorm viel Sorgfalt und Umsicht gewidmet habe: Vor allem in Form von Gruppentrainings gleicher Altersstufen, die unter der Bezeichnung "Age-Groups" auch in Europa bekannt geworden sind. In dieser Hinsicht seien die Nordamerikaner um fünf, sechs Jahre voraus. Es werde schwerhalten, diesen Rückstand aufzuholen, bis Mexiko sei dies kaum schon möglich. Lücken, die sich bis dahin bei den Yankees ergeben werden, ließen sich mehrmals auffüllen, so groß sei die Auswahl von Ausnahmekönnern bei Mädchen und Burschen.

Dann fügte Tomoyuki Kawada eine Bemerkung an, die in der Presse nicht gar so sehr gewürdigt wurde, die indessen - für meinen Geschmack - entscheidend war: "Die USA-Trainer George Haines und James Counsilman hatten eine Kunst uns allen voraus. Sie vermochten ihre Zöglinge für das Schwimmen täglich neu zu begeistern. Es war eine Begeisterung, die nicht gewissermaßen künstlich eingetrichtert wurde, es war eine Begeisterung, die die Älteren den Jüngeren schenkten. Ohne Sprüche und Slogans, frei und natürlich ...

Mir scheint, diese letzte Erkenntnis ist das wahre Fazit der Aussagen des bewundernswert aufrichtigen Japaners. Nicht die Härte, nicht das Robotertraining, nicht das einseitige Muskelüben, nicht die forcierte Schulung werden von ihm als Basis der USA-Erfolge bewertet, wohl aber die psychische Seite. Eine Vorbereitung, die nicht tiefernst geplant und diktiert war, eine Vorbereitung, die sich von selbst ergab.

M.E., Tip, Basel

Trainerweisheiten

Nichts kann das Training ersetzen.
Bereite Dich auf jedes Training sorgfältig vor.
Sei Dir der großen Verantwortung stets bewußt, die Du mit der Trainingsleitung übernommen hast.
Zeige erst die Übungen vor, lasse sie dann ausführen und berichtige sie notfalls. Alle Übungen sind mehrmals und gesteigert ausführen zu lassen. Handle nach dem Grundsatz: Lieber weniges gründlich als vieles oberflächlich.
Beweglichkeit und Schnelligkeit (mit und ohne Ball) sind besonders zu schulen.
Übungen mit dem Ball sind in Bewegung auszuführen.
Es ist ein Spiel in hohem Tempo anzustreben (direkt und steil).
Schule deine Spiele auch im besonderen.
Die Natürlichkeit des Bewegungsablaufs muß gefördert werden. Nur so werden sporteigene Reflexe gebildet (solche sind z.B. beim Torwart sehr ausgeprägt).
Erziehe jeden Spieler zum Mannschaftsgedanken.
Einzelne Spieler müssen zur Höchstleistung gebracht werden.
Vernachlässige die Schulung von Kraft und Ausdauer nicht.
Jeder Angriff sollte mit einem Schuß auf das Tor abgeschlossen werden.
Der Ball soll so schnell wie möglich vor das gegnerische Tor gelangen (ohne überflüssige Paßfolge).
In der Verteidigung muß der Angriff des Gegners unterbunden und der Gegenangriff sofort (mit dem besten Paß) eingeleitet werden.
Erziehe Deine Spieler, um Tore zu schießen, und erst in zweiter Linie, um solche zu verhindern.
Schußübungen sind auf das Tor ausführen zu lassen.
Betreue Deine Spieler nicht nur im Training und im Spiel. Kritisiere nie den Menschen, sondern nur sein Verhalten. Kritisiere mit Herz und Verstand.
Gestalte dein Training möglichst wirklichkeitsnah, das heißt:
Stelle Übungsgruppen mit Spielern zusammen, die auch im Spiel neben- oder hintereinander spielen.
Verwende, wenn möglich, Ballmaterial, das nach Größe, Gewicht und Oberflächenbeschaffenheit dem Spielball vom Sonntag entspricht.
Bei Trainingsspielen (z.B. fünf gegen fünf oder "Angriff gegen Verteidigung") muß eine Mannschaft immer mit alten Leibchen, Hampton, Überzügen oder ähnlichem ausgerüstet sein.
Gestalte Dein Training so, daß die Spieler mit Freude und Begeisterung bei der Sache sind.
Erziehe Deine Spieler zum "fair play" gegenüber Kameraden, "Gegner" und Schiedsrichter.
Eckhard "Ecki" Sers

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

1,7 Millionen D-Mark vereinnahmte der Karlsruher SC im letzten Spieljahr. Diese Summe enthält 190.000 D-Mark Beiträge der 5.168 Mitglieder. Das Defizit betrug 8.400 D-Mark, was bei einem Vereinsvermögen von 340.000 D-Mark kaum ins Gewicht fällt.


Der KSV Hessen Kassel zahlte im abgelaufenen Geschäftsjahr 120.000 D-Mark Steuerschulden ab und leistete daneben die Rückzahlung von 60.000 D-Mark Darlehen. Eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge, Spendenaktion und Sparmaßnahmen sichern dem Verein eine gesunde Grundlage.


Auf Anregung von Mitgliedern führte der Karlsruher SC eine 1.000-Mark-Spendenaktion durch. Durch persönliche und schriftliche Anregungen kamen "im ersten Anlauf" 15.000 D-Mark zusammen.


Eine Dauer-Ehrenkarten für die Spielzeit 1965/66 stellt der Karlsruher SC bei seiner neuen Mitglieder-Werbeaktion für die Werbung von 20 Mitgliedern bereit.


Mitglieder-Zugänge gab es in den letzten Wochen wieder bei vielen Vereinen. Fast 600 neue Mitglieder hat der FC Bayern München seit seinem Aufstieg zur Bundesliga zu verzeichnen.
Der Lokalrivale, der TSV 1860 München, meldet 98 neue Mitglieder.
76 neue Mitglieder verbucht der FSV Frankfurt.
Die TuSG Bergedorf 1860, seit Januar zusammengeschlossen, hatte einen Zugang von 98 Mitgliedern.


In der Juli-Nummer der Vereinszeitschrift von Werder Bremen, die einen Umfang von 32 Seiten hat, sind allein 20 Seiten dem Wirken für die Vereinsjugend gewidmet, wobei besonders stolze Erfolge der Jugend und Schüler verzeichnet werden.


Holstein Kiel stellt von den Einnahmen seiner Regionalliga-Mannschaft nach Abzug der Steuern und Verbandsabgaben den Amateur-Abteilungen des Vereins 12% zur Verfügung.


Stade Francais und Racing Paris erhielten vom Pariser Stadtrat je 380.000 Franc Zuschüsse.


Präsident Wilhelm Neudecker vom FC Bayern München stiftete dem Verein 10.000 D-Mark für das Jugendturnier 1966; nach Verleihung der Vereins-Ehrennadel mit Brillanten spendete er weitere 1.000 D-Mark. Weitere Spenden von Mitgliedern und Vereinsfreunden reichen von 3.000 D-Mark Bargeld über goldene Feuerzeuge und goldene Uhren, 500 Wurstportionen, Textilien bis zu einem 8-Tage-Aufenthalt in Italien für die Mannschaft.

Eckhard "Ecki" Sers

Bunte Seiten

Leistungssteigerung

Aus einem ungewöhnlichen Grunde hatte die französische Amateurfußballmannschaft FC Noirmoutier einen erheblichen Leistungsaufschwung zu verzeichnen. Noirmoutier ist eine vom Ozean umspülte Insel, deren Bewohner hauptsächlich von der Gewinnung von Meersalz leben. Da die Ausbeute in diesem Winter verhältnismäßig gering war, stellte man die ansonsten benötigten Lagerräume den Fußballern zum Hallentraining zur Verfügung. Das Ergebnis ist eine starke Form-Verbesserung der Inselfußballer und die Aussicht auf den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. "So hat eben alles Übel auch seine guten Seiten", kommentierte der Spielführer der Mannschaft.


Sonderkasse

. Der Vorstand des Innsbrucker Fußballvereins "Wacker" entschied, daß jeder Spieler der strafweise vom Felde gewiesen wird, eine Geldbuße in eine Sonderkasse des Vereins zahlen muß. Die Gesamtsumme bekommt bei Saisonschluß derjenige Spieler, der sich die wenigsten oder keine Verweise zugezogen hat.


Werbung durch Weinrabatt

Alle Einwohner von Porto d'Aspacco wurden im vergangenen Jahr Mitglieder des Fußballclubs, der auf diese Art und Weise eine ausgezeichnete finanzielle Grundlage bekam. Sogar Kinder und Greise, junge Mädchen und dem Sport sonst gar nicht zugetane Burschen gehören jetzt dem Fußballclub von Porto d'Aspacco an. Das Verdienst, den Club auf diese Höhe gebracht zu haben, gebührt dem Vereinsvorsitzenden Cesare Ferrato, einem großen Weinhändler. Er gewährt allen Clubmitgliedern beim Flaschenkauf 15 % Rabatt, aktiven Sportlern sogar 20%.


Gegen Fernsehübertragungen

Die englische Football Association hat für die nächste Spielzeit ein Verbot von Fernseh-Direktreportagen erlassen, wobei nur das Pokalendspiel eine Ausnahme bildet. Mit dieser Maßnahme will der Verband den anhaltenden Zuschauerschwund aufhalten. Er ist auch der Ansicht, daß die bisherigen Entschädigungen des Fernsehens den gesamten Einnahmeausfall nicht auszugleichen vermochten. Für die Spiele der Weltmeisterschafts-Endrunde 1966 geht dieses Verbot nicht.


Zuschauerwerbung

Die Besucherzahlen auf dem Spielplatz der schottischen Fußballmannschaft Glenn Rovers gingen ständig zurück. Nicht einmal eine Erfolgsserie der Mannschaft vermochte das Interesse des Publikums zu wecken. Da hatte der Vereinssekretär eine ausgezeichnete Idee. Er lancierte in die örtliche Presse folgende Meldung: "Wie uns die Vereinsleitung der Glenn Rovers mitteilt, wurde beim Ligaspiel am letzten Sonnabend auf dem Fußballplatz des erwähnten Clubs ein goldener Ring mit drei großen Brillanten verloren. Der ehrliche Finder erhält 600 Pfund Finderlohn (720 D-Mark)." Danach war der Sportplatz der Glenn Rovers auch bei kleineren Spielen oft überfüllt.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. November

Aus der Arbeit von Beirat und Förderkreis

Nachdem unsere Liga den Aufstieg in die höchste Klasse des Landes geschafft hatte, trat der Beirat des HFV von 1918 zu einer Besprechung zusammen. In dem Maße, wie auf den Vorstand und die Ausschüsse des Vereins neue umfangreiche und in letzter Konsequenz noch nicht zu übersehende Aufgaben zukommen, muß auch der Beirat und der Förderkreis mit größeren und neuen Aufgaben rechnen. Da der langjährige Sprecher des Beirates, Sportsfreund Dr. Herbert Mau, im April nächsten Jahres in den Ruhestand tritt und infolgedessen seine bisherige büromäßige Unterstützung in Fortfall kommt, erscheint es notwendig, den Beirat auf eine breitere Basis zu stellen und bestimmte Arbeitsgebiete einzelnen Mitgliedern des Beirates zu übertragen.

Nach längerer Beratung wurde ein Arbeitsplan aufgestellt, der bestimmte Zuständigkeiten für den Sprecher des Beirats und die Beiratsmitglieder Hans Schöning, Fritz Holzgreve, Rechtsanwalt Karl-Wilhelm Möller, Karl Krieger und Heinz Wilhelm Orth festlegt; selbstverständlich bleibt die Kassenführung bei Sportsfreund Hans Weinstein. Durch diese Aufgabenteilung soll erreicht werden, daß der Beirat seine bisherige Tätigkeit fortsetzen und neue auf ihn zukommende Aufgaben zum Wohle von Husum 18 erfüllen kann. Die Wahl des Vorsitzenden des Beirates ergab einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorsitzenden Dr. Herbert Mau.

Der Beirat behandelte anschließend eine Reihe weiterer wichtiger Angelegenheiten, wie die Erweiterung der Umkleide- und Aufenthaltsräume im Friesenstadion, die Platzumrandung und die Vermietung von Reklameflächen, die intensive Werbung weiterer fördernde Mitglieder und anderes mehr.

Schließlich wurde beschlossen, wiederum einen Kameradschaftsabend der "Alten 18er" stattfinden zu lassen und in diese Veranstaltung eine allgemein interessierende Film- oder Lichtbild-Vorführung einzubauen.

Beirat und Förderkreis sind nach wie vor bereit, den Verein, den Vorstand und seine Ausschüsse soweit wie irgend möglich zu unterstützen und zu fördern.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. November

Fußball-Liga

Wie schwer es ist, sich in der ersten Amateurliga zu behaupten, mußte unsere Liga in den letzten Spielen erfahren. Nach den hohen Siegen gegen Kilia Kiel und Büdelsdorf wurden ebenso hohe Niederlagen gegen Lägerdorf, Segeberg, Flensburg 08 und Phönix Lübeck eingesteckt. Außer im Spiel gegen Segeberg wurden sämtliche Spiele erst in den letzten Minuten so hoch verloren. Man kann daraus sehen, daß unsere Liga noch nicht dem großen Tempo über das ganze Spiel gewachsen ist. In technischer Hinsicht stehen sie ihren Gegnern nicht viel nach, vor dem Tor des Gegners sind unsere Stürmer aber meist mit ihrem "Latein" am Ende. Es fehlt ihnen eben die Erfahrung, um aus torreichen Situationen Tore zu machen. Bisher war unsere Liga aber auch nicht gerade vom Glück begünstigt.

Der vom TSV Westerland zu uns gestoßene Stürmer Horst "Hottel" Laskowski konnte bisher nur im Spiel gegen Büdelsdorf eingesetzt werden, da er anschließend vom SHFV bis zum 20. Oktober gesperrt wurde. Die Sperre war notwendig geworden, weil Horst "Hottel" Laskowski vor Ablauf der 3 Monate dauernden Sperrfrist gegen Büdelsdorf eingesetzt worden war. Allerdings konnte uns eine Punktaberkennung nicht ausgesprochen werden, weil wir auf einen ordnungsgemäß ausgestellten Paß zurückgreifen konnten und Horst "Hottel" Laskowski zumindestens formell zu einem Zeitpunkt freigegeben worden war, zu dem er hätte noch nicht spielen dürfen. Das Spiel gegen Büdelsdorf soll nun wiederholt werden. Allerdings wird von unserer Seite gegen diesen Beschluß Berufung eingelegt, da unser Verein völlig schuldlos in diese Lage geraten ist.

Auch das Verletzungspech ließ uns in den letzten Wochen nicht los. Nachdem Manfred "Manne" Hoppe mehrere Wochen verletzt ausscheiden mußte und Edlef Kniese sich bei einem Autounfall schwer verletzte, wurde auch Peter Goldschmidt gegen Phönix Lübeck so schwer am Knie verletzt, daß er in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußte und unserem Verein mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Wir wünschen Peter Goldschmidt und Edlef Kniese auf diesem Wege gute Besserung und hoffen, daß sie bald wieder in unseren Reihen stehen mögen.

Hier nun die Kurzberichte zu den letzten Spielen: Der 3. Oktober bescherte uns den derzeitigen Tabellenführer Flensburg 08. Mit der Mannschaft

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Heinz-Jürgen Thomaschewski

Benjamin Hager ǀ Johannes Jannsen ǀ Hans Peter Kurtze

Martin Dohrn ǀ Reinhard Grünhoff ǀ Peter Goldschmidt ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

erhofften wir uns ein gutes Abschneiden. Aber vom Anpfiff weg legte Flensburg 08 ein dermaßen hohes Tempo vor, dem unsere Liga nur Kampf entgegenzusetzen hatte. Bis zur Pause konnte unsere Mannschaft noch einigermaßen mithalten und lag mit 0:2 Toren hinten. Nach dem 0:3 konnte Dieter "Schorsch" Schleger durch Foulelfmeter auf 1:3 verkürzen. Dann kam aber der große Endspurt von Flensburg 08 und sie zogen auf 1:6 davon, ehe Dieter "Schorsch" Schleger kurz vor Schluß auf 2:6 verkürzen konnte. Gegen diese Klassemannschaft konnte unsere Liga trotz ihres Kampfgeistes nichts ausrichten.


Am 17. Oktober trat unsere Liga mit folgender Mannschaft die Reise nach Lübeck an, um dort gegen Phönix ihr fälliges Punktspiel zu bestreiten:

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Heinz-Jürgen Thomaschewski

Benjamin Hager ǀ Hans Peter Kurtze ǀ Egon Harms

Peter Goldschmidt ǀ Reinhard Grünhoff ǀ Karl Clausen ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

Unsere Liga fingt mit großem Elan an und setzte das Tor des Gegners schwer unter Druck. Als dann alles auf das erste Tor unsere Liga wartete, wurde Peter Goldschmidt in der zehnten Minute so schwer am Knie verletzt, daß er in ein Lübecker Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Mit nur 10 Mann raffte sich unsere Mannschaft zu einem großen Kampfspiel auf. Bis zur Pause kam Phoenix nur zu einem glücklichen 1:0-Vorsprung. Als dann auch noch Reinhard "Bernie" Grünhoff verletzt wurde, spielten wir teilweise nur mit neun Mann. Mit dem Mute der Verzweiflung warf sich unsere Hintermannschaft, in der besonders Eckhard Sers, Hans Peter Kurtze und Egon Harms herausragten, in die gegnerischen Angriffe. Bist zur 75. Minute wurde das 1:0 gehalten. Dann waren unsere Spieler mit ihren Kräften am Ende und mußten doch noch eine empfindliche 0:5-Schlappe hinnehmen. Aber das objektive Lübecker Publikum war sich im Klaren, mit einer kompletten Husumer Mannschaft hätte Phoenix schwer kämpfen müssen, um zu einem Siege zu kommen.

Eckhard "Ecki" Sers

Unsere Reservemannschaften

Was in diesem Jahr mit unserer Ib-Mannschaft los? Nach fünf ausgetragenen Punktspielen liegt sie mit 1:9 Punkten an vorletzter Stelle. Das hat es noch nie gegeben, denn bisher war unsere Ib-Mannschaft immer in der Spitzengruppe der ersten Kreisklasse zu finden. Wie ist der schlechte Tabellenstand zu erklären? Liegt es an der Einstellung eines jeden Spielers oder an der Trainingsbeteiligung? Denn ohne Training kann man keine Erfolge erringen. An den beiden Trainingsabenden, die die Liga in der Woche abhält, nehmen allerhöchstens zwei Spieler der Ib-Mannschaft teil. Erst wenn die Trainingsmüdigkeit eines jeden Spielers abgestellt wird und die Begeisterung zum Fußballspiel in diese Mannschaft zurückkehrt, kann man wieder Erfolge erhoffen.


Dagegen ist unsere dritte Mannschaft, wie in jedem Jahr, wieder in der Spitzengruppe zu finden. Sie liegt mit nur zwei Minuspunkten an zweiter Stelle. Sie mußte ihre bisherige Tabellenführung am 17. Oktober abtreten, als sie mit 1:3 Toren gegen HIF Husum verlor. Um nicht überheblich zu werden, kam diese Niederlage wahrscheinlich zur rechten Zeit. Denn es hieß schon, daß diese Mannschaft in ihrer Klasse keinen Gegner zu fürchten hat. Aber wir können jetzt schon sagen, daß unsere dritte Mannschaft, in der wirklich Begeisterung steckt, am Ende der Saison in ihrer Tabelle ganz oben stehen wird.


Hier der weitere Spielplan der ersten und zweiten Kreisklasse:

07.11.65   BW Friedrichstadt Ib   -   Husum 18 Ib  
14.11.65   IF Tönning   -   Husum 18 Ib  

07.11.65   Dörpum   -   Husum 18 III  
14.11.65   IF Tönning Ib   -   Husum 18 III  
28.11.65   Husum 18 III   -   Arlewatt/Olderup  
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. November

Unsere Jugend-Abteilung

Die gute Trainingsbeteiligung in allen Abteilungen hat bisher zu schönen Erfolgen geführt.

Die ersten Knaben, die von unserem zweiten Vorsitzenden Hans Schöning trainiert werden, kommen sich immer mehr. Nachdem zunächst nur elf Mann zur Verfügung standen, ist der Kreis der ersten Knaben inzwischen auf 15 Mann angewachsen. Auch die Erfolge blieben nicht aus. Gegen St Peter wurde ein 1:1 erreicht, gegen TSV Tönning wurde unglücklich 0:1 verloren und gegen TSV Rantrum gelang sogar ein 1:0-Sieg.


Die ersten Schüler, die mit großem Elan in die Punktrunde gingen und alles in Grund und Boden spielten, mußten erfahren, daß doch noch Gegner da sind, die zu fürchten sind. Scheinbar sind ihnen die hohen Siege zu Kopf gestiegen und sie meinen, es läuft jeden Sonntag so. Sie sollten sich merken, daß jeder Gegner ernst genommen werden muß und jedes Spiel erst nach 60 Minuten beendet ist.

Hier die letzten Ergebnisse:

Husum 18   -   Frisia Husum   1:1
Husum 18   -   TSV Tönning   1:1

Unsere erste Jugend ist zurzeit das Glanzstück unserer Jugendabteilung. Sie hat bisher noch keinen Punkt abgeben brauchen und liegt mit 10:0 Punkten klar an der Tabellenspitze. Sie schlug selbst ihren schärfsten Konkurrenten um die Meisterschaft, Frisia Husum, klar mit 3:1 Toren.


Die zweite Jugend scheint auch allmählich im Kommen zu sein. Nachdem es zuerst nicht so richtig klappen wollte, erkämpfte sie sich doch inzwischen schon einige beachtliche Erfolge.

Husum 18 II   -   St. Peter   3:1
Frisia Husum II   -   Husum 18 II   2:3

Unsere Sorgenkinder sind und bleiben unsere Bezirks-Jungmannen. Nach schwachem Start in der Punktserie haben sie sich immer noch nicht gefunden und liegen mit nur vier Pluspunkten im unteren Tabellendrittel. Hier muß noch allerhand gearbeitet werden, um diese Mannschaft aus der Abstiegszone herauszubringen.

Die Ergebnisse:

Husum 18   -   Bredstedter TSV   2:2
DGF Flensburg   -   Husum 18   4:1
BW Friedrichstadt   -   Husum 18   6:0
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Kegeln

1. November

Unsere Kegelabteilung

Bei Jubiläumskegeln der Kegelsportclub "Gut Holz" machten wir erstmalig einen sportlichen Kegel-Wettbewerb mit. Unter 17 teilnehmenden Clubs konnten wir mit 3.605 Holz einen beachtlichen achten Platz belegen. Mit 744 Holz bot Dieter Schladetzky eine beachtliche Leistung.

Zurzeit nehmen wir an der Stadtmeisterschaft teil. Beim ersten Durchgang konnte Dieter Schladetzky mit 745 wiederum ein gutes Ergebnis erzielen. Er wurde jedoch von Rolf Fentzahn im zweiten Durchgang übertroffen, der mit 752 Holz eine hervorragende Leistung brachte.

Das Bundeskegelsportabzeichen in Bronze konnte unter erster Vorsitzender Werner Denckmann in Neumünster und die Sportfreunde Karl-Heinz Lund und Gerhard Schulz in Marne erringen. Dazu unseren herzlichsten Glückwunsch.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Nachruf

1. November

Unser langjähriges Mitglied, Herr

Peter Martensen

ist im Alter von 63 Jahren verstorben.

Wir verlieren in ihm ein Mitglied, das stets für die Belange unseres Vereins großes Interesse zeigte. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Sport allgemein

1. November

Schwarzafrikanischer Sport geht eigene Wege

Beginn erfolgte mit dem Erwachen selbständiger Nationen

"Wenn sich die Menschen in den europäischen Ländern konkretere Vorstellungen vom Sport in Afrika machen könnten, wenn sie wüßten, daß in den afrikanischen Ländern vielfach die primitivsten Voraussetzungen für einen leidlich normalen Sportbetrieb fehlen, dann wäre es bis zum Beginn einer gezielten Entwicklungshilfe sicherlich nicht mehr weit!" Das sagte Jean-Claude Ganga, der Generalsekretär des Afrikanischen Sports, immer wieder, als er in den letzten Wochen in der Bundesrepublik bei der Tagung der Nationalen Olympischen Komitees in Rom und beim Kongreß des Internationalen Olympischen Komitees in Madrid um Verständnis für die Situation der afrikanischen Sportler warb.

Obgleich sich - oder besser: gerade weil sich - der Deutsche Sportbund durchaus bereit erklärte, dem panafrikanischen Sport zu helfen, stellt sich auch in Deutschland die Frage: Was wissen wir vom afrikanischen Sport? Genau genommen, ist in der deutschen Öffentlichkeit nur bekannt, daß in Afrika jener Abebe Bikila lebt, der 1960 und 1964 zweimal Marathon-Olympiasieger wurde und daß es in Kenia zwei Weltklasse-Läufer gibt, die wiederholt für Schlagzeilen sorgten. Der 800-m-Läufer Wilson Kiprugut, der in Tokio die Bronzemedaille gewann, und sein Landsmann Kipchoge Keino, der am 27. August in der schwedischen Stadt Helsingborg mit 7:39,6 Minuten über 3.000 m als erster schwarzer Sportler einen Weltrekord aufstellte.

Ein Rückblick auf die Geschichte des afrikanischen Sports sollte keineswegs damit beginnen, daß 1908 in London zum ersten Male bei Olympischen Spielen zwei südafrikanische Sportler von sich reden machten: der Sprinter Reginald "Reggie" Edgar Walker, der als erster Nicht-Amerikaner 100-m-Olympiasieger wurde, und der Langstreckenläufer Charles Hefferon, der im Marathonlauf die Silbermedaille gewann. In den Sport-Chroniken der schwarzafrikanischen Länder werden die Erfolge Südafrikas - wegen der Apartheidspolitik der südafrikanischen Regierung - nicht geführt. Der schwarzafrikanische Sport geht seine eigenen Wege. Zweifellos lange Zeit - bis endlich in diesem Jahr in Brazzaville die "Ersten Afrikanischen Spiele" durchgeführt werden konnten - ohne nennenswerten Erfolg.

Vornehmlich politische Gründe verhinderten die Organisation des panafrikanische Sports, die schon 1927 durch den französischen Baron Pierre de Coubertin und etwa zehn Jahre später durch jene ägyptischen Sportfunktionäre angeregt wurde, die sich vergeblich bemühten, die ersten panafrikanischen Sportspiele in Kairo zu veranstalten.

Die Geschichte des panafrikanischen Sports begann, genau genommen, erst in jenen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als aus den Kolonien selbständige Nationen wurden. Die Initiative dazu ging freilich weniger von den afrikanischen Sportfunktionären als vielmehr von den ehemaligen Kolonialherren aus, die genau wußten, welche verbindende Kraft der Sport haben kann. Es waren in erster Linie Franzosen und Engländer, die die Idee vom panafrikanischen Sport verwirklichten. Und nur so ist es zu verstehen, daß sich der Sport in den schwarzafrikanischen Ländern zunächst zweigleisig entwickelte: mit einer anglo-afrikanischen und einer franco-afrikanischen Einflußsphäre.

So gab es - unter anglo-afrikanischer Regie - die wiederholt an verschiedenen Orten durchgeführten "East African Games" und die "West African Games", die 1960 in der nigerianischen Hauptstadt Lagos ausgerichtet wurden. Unter franco-afrikanischem Einfluß standen die "Jeux Inter Africains", die 1959 in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, stattfanden, und die ersten "Spiele der Gemeinschaft", an denen sich 1960 in Tananarive auf Madagaskar rund 800 Aktive aus 16 franco-afrikanischen Staaten beteiligten.

Von diesen Spielen gingen die vielleicht wichtigsten Impulse für die alle schwarz-afrikanischen Länder umfassende panafrikanische Sportbewegung aus; denn sie hatten zur Folge, daß sich 1961 in Abidjan zu den zweiten "Spielen der Gemeinschaft" rund 1.100 Aktive aus 22 afrikanischen Nationen trafen, unter denen sich - mit Aktiven aus Nigeria und Liberia - zum ersten Mal auch Sportler aus anglo-afrikanischen Ländern befanden. 2 Jahre später wurden dann in Dakar die "Spiele der Freundschaft" zum wohl entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des panafrikanischen Sports. Einmal starteten in der Hauptstadt der Republik Senegal - zusammen mit etwa 2.400 Sportlern aus 25 anglo- und franco-afrikanischen Nationen - erstmals auch Frauen bei afrikanischen Sportspielen, zum anderen wurde die Durchführung der "Ersten Afrikanischen Spiele" beschlossen, zu denen für die Zeit vom 18. bis 25. Juli 1965 auch die Sportlerinnen und Sportler aus den schwarzafrikanischen Ländern eingeladen wurden, die bei den "Spielen der Gemeinschaft" und den "Spielen der Freundschaft" noch nicht vertreten waren. Die Idee vom panafrikanischen Sport hatte sich damit endgültig durchgesetzt.

Aus Sport-Megaphon

Aus guten Sportbüchern:

Wunder der Halbzeit

Immer wieder fragen sich die Fußballanhänger: Was geschieht in der Kabine während der Halbzeit? Sie haben alle das Gefühl, die Pause kann zum Wendepunkt des Spielgeschehens werden. Deshalb empfinden sie, genau wie die Spieler selbst, den Torgewinn oder -verlust kurz vor der Halbzeitpause doppelt wertvoll und schmerzlich. Das Tor vor der Pause ist eine gute Handhabe für den Trainer, die seelischen Kräfte im Spieler aufzurühren.

Die Stimmung einer Mannschaft oder die Moral des Einzelspielers müssen viel entscheidender aufgewogen werden als das Allerweltswort im Sport: Kondition. Früher war der immer wiederkehrende taktische Leitfaden im Fußball: über die Flügel spielen, heute ist es mit dem Wort Kondition ähnlich, das alle Fehler der Taktik, der Spielanlage oder -auffassung oder des reinen Ballgefühls vertuschen soll. Die Mannschaft, die in den letzten zehn Minuten des Wettkampfes noch ein Tor hinnehmen muß, ist in jedem Fall in schlechter Kondition.

Die wirkliche Kunst der Menschenbehandlung des Trainers offenbart sich sehr häufig in der Pause. Sicher wird auf die Dauer oder über eine Spielzeit die Moral einer Mannschaft nicht in der Halbzeit geformt, aber die wenigen Minuten der Pause verlangen neben einer Flut von anderen Aufgaben ein feines Gespür, um die abgekämpften, erhitzten und erregten Männer treffend anzusprechen.

Der Zuschauer glaubt häufig an die lautstarke Standpauke des energischen Trainers nach einem schlechten Spiel in der ersten Hälfte. Weit gefehlt, nur ruhige und sachliche Worte und Anweisungen lockern die gespannte Atmosphäre in der Kabine.

Die Stimmung in der Pause und damit der Grad der Ansprechbarkeit ist sicher entscheidend abhängig vom Stand des Spieles; beim Vorsprung sind die Spieler freier und selbstbewußter, so daß sie der Trainer sogar auf persönliche Fehler ansprechen kann. Der kluge Betreuer wird die aufkommende Überheblichkeit seiner Mannschaft zu dämpfen verstehen, wird zur Vorsicht mahnen, damit der Gegner nicht unterschätzt wird. Neben der "moralischen Aufrüstung" laufen taktische Anweisungen, die sich aus dem Ablauf der ersten Hälfte ergeben haben. Die Kontrolle des Schuhzeuges und die Behandlung verletzter Spieler vervollständigen die Aufgaben während der Pause.

Ähnlich verläuft das Programm in der Kabine der Mannschaft, die im Verlust steht. Nur die Stimmung ist eine andere; nach den verschiedenen Temperamenten sind die Spieler ruhig, nervös, angespannt und aufgebracht. Der Trainer strahlt, auch wenn er innerlich brennt, bewußte Ruhe aus und benutzt gerade die ersten Minuten zur Sammlung. Er unterbindet eventuell gegenseitige Vorwürfe wie auch Anwürfe gegen den Schiedsrichter oder Gegner. Nach Abklingen der Spannung wird er die Spieler belehren, wobei Ton und Inhalt der Worte wechseln wie die Temperamente und Aufnahmefähigkeit seiner Kämpfer. Die letzte Minute sieht den Trainer im Kreis der Spieler, um sie in einigen Sätzen zum Selbstvertrauen, zur Aufmunterung und zum Einsatz anzuspornen.

Aus: "Der Fußball, Taktik, Training und Mannschaft" von Hennes Weisweiler
- Verlag Karl Hofmann, 706 Schorndorf bei Stuttgart

Unter fremdem Namen

   

Man nennt Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Vorfall aus dem Sport beweist wieder einmal, daß diese Bezeichnung auch in Richtung aufs Kuriose ihre Berechtigung hat. Hier ging jemand K.o., ohne überhaupt gekämpft zu haben. Ein gewisser Archie Le Roy war zum Militärdienst eingezogen worden. "Dort wird er keine Zeit zum Zeitunglesen haben", dachte sich ein anderer Boxer namens Andrew Washington. Kurz entschlossen stieg er unter dem Namen Le Roy gegen Jim Nucci in den Ring und verlor prompt durch K.o. Aber Washington hatte sich im Freizeitpensum der amerikanischen Soldaten offensichtlich getäuscht. Le Roy fand seinen Namen jedenfalls als K.o.-Opfer in der Zeitung. Er ließ eine Untersuchung einleiten - und der ganze Sachverhalt kam ans Tageslicht. Andrew Washington und sein in die Angelegenheit verwickelter Manager wurden auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18

1. November

Familien-Nachrichten

Zur Verlobung gratulieren wir unserem Ligaspieler Dieter "Schorsch" Schleger und seiner Braut Heinke Langholz.

Unseren verletzten Ligaspielern Edlef Kniese und Peter Goldschmidt wünschen wir baldige Genesung.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Fußball

1. Dezember

Fußball-Liga

Der Monat November brachte für unsere Liga gleich zwei Spielausfälle. Die Spiele gegen Schleswig 06 und Polizei Kiel vielen den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer, so daß nur das Punktspiel gegen DGF Flensburg zur Ausführung kam.

Dieses Spiel, das für uns von großer Bedeutung war, mußte unbedingt gewonnen werden. So trat unsere Liga am 31. Oktober vor heimischer Kulisse mit folgender Mannschaft an:

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Hans Peter Kurtze

Martin Dohrn ǀ Egon Harms ǀ Benjamin Hager

Karl Clausen ǀ Reinhard Grünhoff ǀ Johannes Jannsen ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

Unsere Mannschaft übernahm vom Anpfiff weg sofort das Kommando und ging bereits in der dritten Minute durch Dieter "Schorsch" Schleger, nach vorbildlicher Vorarbeit von Reinhard "Bernie" Grünhoff, mit 1:0 in Führung. Vereinzelte Gegenangriffe von DGF wurden von unserer Hintermannschaft souverän gestoppt. In der 38. Minute war es dann Reinhard "Bernie" Grünhoff, der unserer Liga einen beruhigenden 2:0-Vorsprung herausschoß. Nach dem Wechsel setzte DGF alles auf eine Karte und brannte unser Tor, aber dank der hervorragenden Leistung unserer Hintermannschaft sollte ihnen kein Tor glücken. Mit dem 3:0 von Karl "Kalli" Clausen in der 70. Minute war der Widerstand von DGF gebrochen. Reinhard Grünhoff erzielte in der 78. Minute noch das 4:0 für unsere Liga, ehe D GF mit dem Schlußpfiff das verdiente Ehrentor zum 1:4 gelang. Mit diesem wichtigen Sieg hat sich unsere Liga vorerst vom Tabellenende abgesetzt.


Im DFB-Vereinspokal mußten wir am 7. November gegen unseren Ortsnachbarn Bredstedter TSV antreten, der zurzeit die Tabelle der Bezirksliga Nord anführt. Unsere Ligaspieler mit

Eckhard Sers

Arthur Grabert ǀ Heinz-Jürgen Thomaschewski

Gerhard Eckmann ǀ Egon Harms ǀ Hans Peter Kurtze

Horst "Hottel" Laskowski ǀ Reinhard Grünhoff ǀ Johannes Jannsen ǀ Dieter Schleger ǀ Manfred Hoppe

Auf dem unzureichenden Platz in Bredstedt kam unsere Mannschaft überhaupt nicht zurecht. Sie führte zwar bis zur Halbzeit durch Tore von Manfred "Manne" Hoppe und Reinhard Grünhoff mit 2:0 Toren, mußte sich aber nach der Pause den kampfstarken Bredstedtern noch mit 2:3 Toren beugen.

Eckhard "Ecki" Sers

Unsere Reserve-Mannschaften

Unsere Ib-Mannschaft scheint wieder Tritt zu fassen. Nachdem sie bereits in der Tabelle weit abgeschlagen war, hat sie sich inzwischen einen guten Mittelplatz erkämpft.

Am 31. Oktober war der Aufsteiger TSV Garding zu Gast bei unserer Ib. Nach klaren Feldvorteilen und mehreren Pfosten- bzw Lattenschüssen reichte es in diesem Spiel nur zu einem mageren 1:1-Unentschieden.

Am 6. November war die Ib zu Gast bei Blau-Weiß Friedrichstadt. Hier zeigte sie, was wirklich in ihr steckt. Bei schlechten Bodenverhältnissen wurde von unserer Ib ein großes Spiel aufgezogen und ein 7:0-Kantersieg herausgeholt.

Am 14. November mußte sie in Tönning gegen den Meisterschaftsfavoriten IF Tönning antreten. Nach hervorragendem Spiel und einer wiederum ansteigenden Leistung erkämpfte sich unsere Ib ein 2:2-Unentschieden. Hier noch einmal die Ergebnisse:

Husum 18 Ib   -   TSV Garding   1:1
BW Friedrichstadt Ib   -   Husum 18 Ib   0:7
IF Tönning   -   Husum 18 Ib   2:2

Unsere dritte Mannschaft hat die Führung in der zweiten Kreisklasse wieder übernommen. Gegen die Mannschaften von SV Germania Breklum und SV Dörpum wurde zwar nur mit jeweils 2:2 ein Punkt geholt, aber die Ib-Mannschaft von IF Tönning wurde klar mit 3:0 Toren geschlagen. Die Ergebnisse:

Husum 18 III   -   SV Germania Breklum   2:2
SV Dörpum   -   Husum 18 III   2:2
IF Tönning Ib   -   Husum 18 III   0:3
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Jugend-Fußball

1. Dezember

Unsere Jugend-Abteilung

Die Trainerarbeit bei den einzelnen Jugendmannschaften macht sich jetzt bemerkbar. Während die Herbstserie ihrem Ende zugeht, führen unsere ersten Schüler und die erste Jugend ihre Tabellen an, während die ersten Knaben und die zweite Jugend ebenfalls in der Spitzengruppe zu finden sind. Unser Sorgenkind bleiben weiterhin unsere zweite Schüler, die bisher noch keinen Erfolg für sich verbuchen konnten. Die ersten Jungmannen liegen weiter im unteren Tabellendrittel der Bezirks-Jungmannen-Klasse, sollten sich aber noch bis Abschluß der Serie einen guten Mittelplatz erkämpfen.

Hier die Ergebnisse:

Knaben:   SV Dörpum   -   Husum 18   0:2

Schüler:   Husum 18 I   -   Husum 18 II   5:0
Schüler:   BW Friedrichstadt   -   Husum 18 I   0:6
Schüler:   SV Dörpum   -   Husum 18 II   8:0

Jugend:   Husum 18 I   -   FC Langenhorn   0:1
Jugend:   BW Friedrichstadt   -   Husum 18 I   1:1
Jugend:   Husum 18 II   -   TSV Garding   5:1
Jugend:   SV Dörpum   -   Husum 18 II   1:8

Jungmannen:   Husum 18   -   TSV Garding   7:0
Jungmannen:   Husum 18   -   Rasensport Schleswig   2:1
Jungmannen:   TSV Rantrum   -   Husum 18   3:0

Durch die schlechten Witterungsverhältnisse bedingt, wird ab sofort das Training der Jugendmannschaften, wie in den Vorjahren, wieder in der Turnhalle der Knaben-Bürgerschule durchgeführt. Hier der Trainingsplan:

montags:   von 18.00 bis 20.00 Uhr   Jugend   Hans-Jürgen Struve
mittwochs:   von 18.00 bis 19.00 Uhr   Knaben und 2. Schüler   Hans Schöning
mittwochs:   von 19.00 bis 20.15 Uhr   1. Schüler   Eckhard "Ecki" Sers
mittwochs:   von 20.15 bis 21.30 Uhr   Jungmannen   Reimer Seifert /
Dieter Schladetzky
Die Trainingszeiten sind strengstens innezuhalten.
Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Kegeln

1. Dezember

Unsere Kegelabteilung

Wie bereits in unseren letzten Vereinsnachrichten berichtet, nimmt unsere Kegelmannschaft zurzeit an den Stadtmeisterschaften teil. Sie hat sich bis jetzt hervorragend geschlagen und liegt im dritten Durchgang mit Rolf Fentzahn (2.220 Holz), Dieter Schladetzky (2.192 Holz), Gerhard Schulz (2.150 Holz), Walter Zukrigl (2.135 Holz) und Gerhard Präger (2.126 Holz) mit insgesamt 10.823 Holz auf dem neunten Platz. Auf den ersten fünf Plätzen liegen folgende Mannschaften

1.   "Husumer Jungs"   11.253 Holz
2.   "Pudelfeind"   11.199I Holz
3.   "Fahrt frei"   11.062 Holz
4.   "Gut Holz"   11.039 Holz
5.   "Hau-Ruck"   11.032 Holz

In der Einzelwertung ist besonders die hervorragende Leistung von Rolf Fentzahn herauszuheben, der zurzeit mit 2.220 Holz auf dem zwölften Platz liegt.


Am 27. November wird in Schwabstedt eine neue Kegelbahn eröffnet. Aus diesem Anlaß werden dort die Kegel-Sportabzeichen abgenommen. Auch unsere Kegler wollen versuchen, an diesem Tage ihr bronzenes bzw. silbernes Sportabzeichen abzulegen. Wir wünschen ihnen guten Erfolg.

Eckhard "Ecki" Sers
leer  

1965

Husum 18 / Sport allgemein

1. Dezember

Zwei Mannschaften - gleiche Symbole

IOC fällte Entscheidung in der deutschen Frage

Der Tagungsraum im Palace-Hotel in Madrid wirkte etwas düster. Kein Fenster durfte geöffnet werden, und die Luft war stickig und schwer. Es war also ganz gewiß nicht eine zum Verweilen einladende Atmosphäre, die das Internationale Olympische Komitee bewog, sich an zwei Tagen, insgesamt fünf Stunden lang, mit jener Frage zu beschäftigen, die allen Deutschen diesseits und jenseits der Zonengrenze am Herzen lag.

Nach turbulenten Diskussionen legte Präsident Avery Brundage einen Vorschlag auf den Tisch, der gegen die Stimmen der Ostblock-Vertreter angenommen wurde und auch nicht die Billigung des einzigen deutschen Vertreters in diesem Gremium, Willi Daume, fand:

Es gibt keine gesamtdeutsche Olympiamannschaft mehr in der bisherigen Form.

In Grenoble und Mexico City werden die Sportler aus der Bundesrepublik und der Zone zwei Mannschaften bilden. Sie marschieren hinter einem Schild mit der Aufschrift "Deutschland" ein und haben die gleiche Fahne, die gleiche Hymne und das gleiche Emblem.

Das Nationale Olympische Komitee der Zone wird als "NOK für Ostdeutschland" anerkannt.

Der Westberliner Sport ist integriert in den Sport der Bundesrepublik, der Sport Ost-Berlins in den Sport der Zone.

NOK-Präsident Willi Daume nannte diese Regelung in einer ersten Stellungnahme das "Optimum des Erreichbaren". In Madrid wurde eine Mannschaft zerschlagen, die sich während dreier Olympischer Winter- und Sommerspiele hervorragend geschlagen und durch Auftreten die Zuneigung aller gewonnen hat, die sie kannten. An dieser betrüblichen Feststellung ist nichts zu deuteln. Es ist auch kein Trost, daß das IOC vor der Abstimmung seine Sympathie für diese Mannschaft noch einmal ausdrücklich bekräftigt hat. Hymne, Fahne und Emblem sind nun allein die sichtbaren Klammern, die auf olympischem Feld die deutschen Sportler aus Ost und West zusammenhalten. Es war das erklärte Ziel der Zonenfunktionäre, ihre Zweistaatentheorie über den Sport zu untermauern Ohren, indem ihre Sportler mit eigenen "Staatssymbolen" antreten sollten. Dieses Ziel ist nicht erreicht worden.

Die führenden Männer von DSB und NOK werden dieses skizzenhaft ausgezeichnete Ergebnis der 63. Session sorgfältig zu analysieren haben. Gelegenheit dazu wird sich wahrscheinlich spätestens Ende Oktober während der Hauptausschußsitzung in Köln ergeben. Dort wird nach Ansicht Willi Daumes vor allem zu prüfen sein, wie die "Berlin-Klausel", deren Bedeutung in den ersten Kommentaren offensichtlich unterschätzt wurde, dazu beitragen kann, die erstarrten Fronten im innerdeutschen Sportverkehr zu lockern.

Die deutsche Frage war nur eine von 38 Punkten, über die in Madrid verhandelt wurde. Hier die weiteren Entscheidungen in Stichworten:

Schwimmen:   11 Konkurrenzen wurden neu in das Programm aufgenommen.
Herren: 200 m Kraul · 100 m Brust · 100 m Delphin · 100 m Rücken · 200 m Lagen
Damen: 200 und 800 m Kraul · 100 m Brust · 200 m Delphin · 200 m Rücken · 200 m Lagen
Skeetschießen und die Mannschaftswertung im Biathlon sind bei den Winterspielen 1968 in Grenoble olympische Wettbewerbe.
Handball, Judo und Bogenschießen stehen auf dem Programm der Sommerspiele 1972.
Zurückgestellt wurde die Wahl eines neuen deutschen IOC-Mitgliedes als Nachfolger für den verstorbenen Karl Ritter von Halt.
Anerkannt wurden die Nationalen Olympischen Komitees von: Guinea · Togo · Saudi-Arabien · Singapur. Die Zahl der Nationalen Olympischen Komitees beträgt nunmehr 122.
Die nächste IOC-Session findet 1966 in Rom, die 65. Session 1967 in Teheran statt. In Rom wird entschieden, wo die Olympischen Spiele 1972 stattfinden.
Eckhard "Ecki" Sers

Allerlei vom Sport

Recht selten sind Leute, die einen Teil ihres Reichtums aus reinem Idealismus dem Sport opfern. Von dieser Warte ist auch kaum der Arzneimittel-Fabrikant Gösta Carlsson zu betrachten. Der südschwedische Millionär startete ein Unternehmen "Pillen-Mannschaft", baute Ängelholm zunächst eine Halle mit Kunsteis, die rund 8.000 Zuschauer aufnehmen kann, dann holte er sich Eishockeyspieler aus allen Teilen des Landes, aber auch aus Finnland und den USA. Um den Spielern den Aufenthalt schmackhaft zu machen, baute er Reihenhäuser. Dem Star der Mannschaft, Ulf Sterner, richtete er ein Sportartikelgeschäft ein. USA-Nationaltorwart Tom Haugh zog es plötzlich nach Ängelholm, da dort eine blonde langbeinige Schweden seiner harrte. Er engagierte Trainer Des Moroney aus den USA, dem er einen 10-Jahresvertrag präsentierte. Die Fabrikmannschaft mit dem Namen "Rögle BK" spielt in der zweiten Division mit ihren Gegnern Katz und Maus und wird sicher in der nächsten Saison zu den "Großen" aufsteigen. Sie hofft, bis spätestens zum Jahre 1970 dank intensiver Pillenbetreuung die schwedische Meisterschaft zu erringen. "Verschnupft ist bei uns niemand", meint Millionär Gösta Carlsson, "meine Pillen helfen immer und sonst kann ich es mit meiner Brieftasche ausbügeln."

Da sage noch jemand "Pillen wirken nicht Wunder!"


Der Mittelstreckler Luigi Scebbia muß immer erst richtig in Wut kommen, um sich in die richtige Form zu steigern. So forderte sein Club, der SC Perignola, seine Zuschauer beim letzten Wettkampf gegen einen besonders starken Nachbarklub auf, dafür zu sorgen, dass Luigi Scebbia vor Wut rasen würde, und zwar als erster durchs Ziel. Es klappte: Die Zuschauer beschimpften ihn wie nie zuvor. Zum Endspurt setzte Luigi Scebbia übrigens genau in dem Augenblick an, als ihm jemand zurief, seine Schwiegermutter habe zu Besuch angemeldet.

Hat er so schlechte Erfahrungen mit seiner Schwiegermutter gemacht?


Edwin Cox, ein ehemaliger Direktor Birmingham Citys, der vor einigen Monaten starb, verfügte in seinem Testament, daß den Spielern von Birmingham City die Summe von 1000 Pfunde (11.000 D-Mark) ausgezahlt werden solle, wenn es ihnen in den nächsten 21 Jahren gelingt, englischer Fußball- oder Pokalmeister zu werden!

Das nennt man Vereinstreue über den Tod hinaus!


Seit Bert Trautmann, der ehemalige Fallschirmjäger, bei Stockport County das Ruder in die Hand genommen hat, geht es spürbar aufwärts! Die Zuschauerzahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt. Sie stiegen von 5.738 auf durchschnittlich 11.011, womit Stockport den besten Besuch aller Vereine der vierten Division zu verzeichnen hat.

Bert Trautmanns Engagement hat sich also schon bezahlt gemacht!


Lange Gesichter gab es in Italien, als bekannt wurde, daß der Ungarn István Zsolt mit der Leitung des entscheidenden Weltmeisterschafts-Ausscheidungstreffens zwischen Italien und Schottland am 7. Dezember in Neapel beauftragt wurde. Die Italiener sehen den Ungarn, der 1958 bekanntlich Andrzej Mieczysław Juskowiak in Stockholm vom Felde stellte, nicht gerne. Er hatte, ebenfalls 1958, im Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel zwischen Nordirland und Italien den italienischen Rechtsaußen Alcides Edgardo Ghiggia hinausgestellt und sich vor wenigen Wochen erst wieder harte Kritik gefallen lassen müssen, weil er im Europapokalspiel zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool einen glasklaren Elfmeter für die Turiner nicht gegeben hatte. "Warum", so fragt man sich in Italien, "hat man nicht wieder den Stuttgarter Rudolf Kreitlein als Schiedsrichter für Neapel nominiert, der in Glasgow so hervorragend amtiert hatte und von beiden Mannschaften uneingeschränktes Lob erhielt?"

Ob Italiens Verbandskapitän Edmondo Fabbri wohl glaubt, Schiedsrichter Rudolf Kreitlein würde die Wege für die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft ebnen?


"Rache ist süß", sagte sich - allerdings auf portugiesisch - José Barra, der Mittelstürmer des Fußballklubs in Machaco. Der Sportredakteur der lokalen Zeitung kritisierte regelmäßig die unsaubere Spielweise von José Barra, und der konnte nun eben keine Kritik vertragen. Regelmäßig am Montag erschien er daraufhin in der Redaktion und überhäufte den unerschrockenen Schreiber mit wüsten Schimpfworten. Zuletzt verprügelte er ihn sogar zweimal. Von Rache hält José Barra nun aber plötzlich nichts mehr: Als er vor ein paar Wochen wieder in der Redaktion erschienen war und ein weiteres Mal eine Schlägerei begann, wunderte er sich nicht schlecht. Der Redakteur brachte ein paar wohlgezielte Kinnhaken an und schlug José Barra in die Flucht. Der Boxunterricht hatte sich gelohnt.

Man soll eben nicht mit dem Feuer spielen ...

Eckhard "Ecki" Sers

"Fußballbräute" sind schuld am Zuschauerschwund

Die Englische Fußballliga hätte sich eigentlich die 100.000 D-Mark-Honorare für ein Gutachten einer angesehenen Marktforschungsfirma über die Ursachen des erschreckenden Zuschauerschwundes auf den englischen Fußballplätzen sparen können. Des Rätsels Lösung liegt auf der Hand: Weil die "Fußballbräute" den Tribünen den Rücken gekehrt haben, kommen auch immer weniger Männer zu den Spielen.

Nun strömten die männlichen Fans früher keineswegs wegen der von wenig Sachkenntnis getrübten Zwischenrufe des schwachen Geschlechts auf die Ränge. Aber seit die Frauen fortbleiben, dürften ihre Ehemänner auch nicht mehr am Samstag ihren Verein anfeuern. Eine Umfrage eines englischen Frauenverbandes hat jedenfalls ergeben, daß heute weniger Engländerinnen sich Fußball ansehen. Und viele Frauen bestehen darauf, daß der Mann ebenfalls zu Hause vor dem Fernsehbildschirm bleibt.

Die Engländerin hält es nicht mehr für "fashionable" am Wochenende unter der grölenden Menge im Regen zu stehen. Ja, wenn die englischen Sportarenen wenigstens mit bescheidenem Komfort ausgestattet wären, dann sähe alles ganz anders aus. Aber die Anlagen aus der Zeit um die Jahrhundertwende bieten einfach zu wenig Sitzplätze und Regenschutz, kaum Gelegenheit zu einer Erfrischung oder einem Imbiss, und außerdem lassen die hygienischen Verhältnisse meist sehr zu wünschen übrig.

Niemand möchte schon am Wochenende in seiner abgetragenen Garderobe - und nur die ist für einen Gang zum Fußballplatz geeignet - aus dem Hause gehen. Aber weil eben die "Modenschau" auf den Rängen fehlt, sinken die Besucherzahlen auf den Fußballplätzen ab. In Wimbledon und bei den großen Pferderennen ist das anders. Dort gibt "Frau Mode" den Ton an.

Eckhard "Ecki" Sers

Der Besserwisser

"Dieser unfähige Schiedsrichter, der hat ja noch nie die Regeln durchgelesen. Und so etwas wird auf den Sport losgelassen ..."

"Na, na, Sie übertreiben aber ..."

"Was heißt hier übertreiben? Haben Sie denn nicht gesehen, was der Mann alles nicht sieht? Blind ist der, total blind. Der will ja nichts sehen."

"Nun halten sie aber auf ..."

"Ich soll aufhalten, wenn dieser sogenannte Unparteiische pfeifen kann, was er will? Unparteiisch - der sieht ja nur, was die einen machen, die können sich alles erlauben. Nicht nur blind, nein, bestochen ist er auch noch."

"Aber ..."

"Nichts aber! Das ist eine Beleidigung für den Sport, eine Schande ist das. Nicht mal die Vorteilsregel beherrscht er, geschweige denn er weiß was Abseits ist. Dafür zahlt man noch Eintrittsgeld."

"Sie brauchen doch nicht zu kommen, sie können zu Hause ..."

"Ich soll zu Hause bleiben? Etwa wegen dieses Pfeifenmannes? Das fehlt ja noch! Ich soll auf den Sport verzichten, weil der Mann nichts von den Fußballregeln versteht. Schlimm genug, daß man so etwas mit ansehen muß."

"Sie brauchen doch nicht ..."

"Ich bin Kunde, denn ich bezahle meine Eintrittskarten. Ich kann deshalb einen richtigen Schiedsrichter verlangen. Aber was verlangt man denn da: Richtige Schiedsrichter gibt es gar nicht, die verstehen alle nichts von den Regeln, und wie sie angewendet werden müssen."

"Aber sie verstehen etwas davon ..."

"Und ob ich was davon verstehe. Ich kenne alle Regeln, ich wüßte genau, wie man pfeifen soll."

"Das trifft sich gut. Ich bin nämlich Schiedsrichter-Obmann, und wir suchen neue Schiedsrichter. Wollen sie nicht pfeifen, damit es wenigstens einen Schiedsrichter gibt, der alles richtig macht? Kommen Sie doch mal bei uns vorbei, übermorgen im Lokal bei ..."

Der Schiedsrichter Obmann wartet immer noch.

Eckhard "Ecki" Sers

Tag und Nacht

Soll der Sport nun auch die Nacht erobern? Daß es nicht immer zu vermeiden ist, wenn für bestimmte Veranstaltungen das Kunstlicht erstrahlen muß, haben wir inzwischen hingenommen. Daß aber einmal der Sport unter Scheinwerfern und Glühlampen ein zweites Leben beginnen soll, dagegen sollte man sich rechtzeitig wehren. Zwei Vorschläge erblickten jetzt etwa zur gleichen Zeit das Licht: In Moskau wurde vorgeschlagen, künftig auch Weltrekorde im Fallschirmspringen bei Nacht einzuführen; in Wien entstand der Plan, neben der bisherigen Fußballmeisterschaft auch eine weitere offizielle Punktspielrunde unter Flutlicht zu beginnen.

Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, was geschehen könnte, wenn die beiden Vorschläge Wirklichkeit werden würden. Da wird es dann Fallschirmspringer geben, die nur noch des Nachts vom Himmel springen, um irgendwo in der Dunkelheit zu landen und dabei immer neue Rekorde aufstellen. Da wird es künftig zwei Landesmeister im Fußball geben: einen unter Natur- und einen unter Flutlicht. Vielleicht wird es künftig auch zwei Pokalsieger (Tag- und Nacht-Pokal) geben, vielleicht auch zwei Europapokalrunden (Hell- und Dunkel-Pokal).

Man kann die Gedanken noch weiterfliegen lassen. Die Leichtathleten treten zu offiziellen Flutlicht-Meisterschaften an, Tennis wird in Wimbledon zweimal im Jahr gespielt (im Frühjahr wie bisher, im Herbst unter Scheinwerfern). Man könnte abends rudern, Autorennen veranstalten, Handball spielen ...

Genug, genug! Zum Sport gehört der lichte Tag, gehört die Sonne, der Wind und (leider) auch der Regen. Daß wir gelegentlich beim Kunstlicht eine Anleihe machen, mag als Ausnahme aus dem Termindilemma hingenommen werden. Aber es sollte eine Ausnahme bleiben. Der Sport strahlt genug Eigenwert aus, um sich in der Helligkeit des Tages behaupten zu können.

Eckhard "Ecki" Sers

Aus dem Vereinsleben anderer Vereine

Werder Bremen zahlte in den ersten acht Monaten rund 200.000 D-Mark Vergnügungs-, Umsatzsteuer und Stadionabgabe.


Die TSG 1860 Hamburg-Bergedorf gewährt den Jugendlichen des Vereins bei Spielen der ersten Mannschaft eine 50-prozentige Eintrittskarten-Ermäßigung (auf 30 Pfennig), sofern der Mitgliedsbeitrag für den laufenden Monat bezahlt ist.


Einen Nachlaß von einem Monatsbeitrag (5 D-Mark) gewährt der Karlsruher SC, sofern die vorherige Überweisung des Jahresbeitrages erfolgt.

Eckhard "Ecki" Sers

Ein schönes Weihnachtsgeschenk

Im Mittelpunkt des soeben erschienenen Buches "Der Profi" von Brian Glanville steht die glänzende Karriere eines englischen Berufsspielers, der aus Schottland nach London und später nach Italien kommt und dessen ungewöhnliche spielerische Begabung in überall zum Idol der Massen werden läßt. Es erscheint auch nicht alle Tage ein Buch, dessen Inhalt so sehr in das Zentrum des Interesses aller derjenigen trifft, die ihr Herz an den Fußball verloren haben.

"Der Profi" ist ein geradezu ideales Weihnachtsgeschenk für Fußballer. Der Ladenpreis ist mit 14,80 D-Mark nicht zu hoch. Das Buch ist soeben erschienen im Sigbert Mohn-Verlag, 433 Gütersloh, Postfach 541.

Eckhard "Ecki" Sers
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1965

Husum 18

1. Dezember

Familien-Nachrichten

Zur Geburt ihres Sohnes Thomas gratulieren wir unserem Jugendobmann Reimer Seifert und seiner Frau Bertraud recht herzlich.

Eckhard "Ecki" Sers
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zuletzt aktualisiert am: Dienstag, 19.05.2020 19:08

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